Hallo, ich habe in den letzten Tagen unterschiedliche Virtualisierungssoftware ausprobiert. Leider war das bisher noch nicht zufriedenstellend für mich. Ich würde gerne Debian weiterhin als Haupt-System benutzen und gelegentlich Win95, Win7 und eventuell auch WinXP. Ferner wäre noch eine weitere VM zum Testen von beispielsweise Debian unstable und andere Linux-Distros interessant für mich. Allerdings ist es gar nicht so einfach, das alles erfolgreich unter einen Hut zu bekommen.
Mein erster Versuch mit VirtualBox verlief schon ganz gut. Aber leider gab es zwei entscheidende Nachteile: 1. stürzt die VM bei Nutzung von Win95 nach wenigen Minuten ab. 2. würde ich Win7 gerne in der VM laufen lassen und ebenso direkt booten, was jedoch wie es aussieht 2 Windoof-Lizenzen erfordern würde (und das wo es am Ende doch sowieso die selbe Hardware ist).
Dann habe ich Qemu und KVM ausprobiert. Ist ja quasi das selbe, nur das KVM noch zusätzlich Hardware-Virtualisierung unterstützt. Aber das Ergebnis ist ernüchternd: mit Win95 als Gast springt die Maus alle 20 bis 30 Sekunden in die Bildschirmmitte, was extrem lästig ist. Somit ist das für mich unbenutzbar und ausserdem funktioniert der Kernel-Patch, den man für OpenVZ braucht nicht richtig. Vielleicht hatte ich ja deshalb das Problem mit der Maus? Und ich müsste aber den Patch für OpenVZ selbst einspielen, da ich keinen Standardkernel benutzen will.
Als letztes hatte ich nun VMware Server 2.0.2 installiert. Das Teil ist zwar in der Konfiguration etwas träge, läuft aber ansonsten äusserst stabil und merklich schneller als VirtualBox. Hat aber auch wieder einen entscheidenden Nachteil: für die Soundausgabe wird OSS vorausgesetzt. Aber da man ja heutzutage normalerweise ALSA benutzt, ist das schon wirklich sehr schlecht. Ein testweise installiertes Ubuntu10.4 kam damit ganz gut zurecht. Aber hier muckt dann wieder Win95: Sound kommt zwar durch, lässt sich aber vom Gast aus ein keiner Weise regeln, da offensichtlich schlicht der Hardwaremixer nicht ansprechbar ist, resultat: Ton viel zu laut und verzerrt. Wobei ich hoffe, dieses Problem noch in den Griff zu bekommen.
Aber alles in allem gestaltet sich das mit der Virtualisierung dann doch als sehr viel komplizierter, als ich anfangs dachte (wobei man wohl am Anfang immer erst noch lernen muss). Ich bin dann über Xen gestolpert und fand die Idee ganz gut, dass man Xen sogar direkt auf die Hardware installieren kann, so wie man sonst sein OS installiert (wenn ich das richtig verstanden habe) und dann mehrere Systeme, die dann quasi direkt auf die Hardware zugreifen können. Das wäre z.B. genial, wenn man Win7 einerseits in einer VM starten will und zu anderer Zeit direkt von der Partition booten möchte, weil Win7 dann ja immer die selbe Hardware vorfindet. Aber ist das mit Xen wirklich möglich?
Und dann habe ich eben noch gelesen, dass nun einige Distros von Xen auf KVM umstellen wollen. Denn Xen hat wohl den Nachteil, das nur ausgewählte Kernel unterstützt werden, während KVM mit jedem neueren Kernel läuft. Aber KVM ist doch kein Hypervisor wie Xen, den man direkt auf die Hardware aufsetzen kann, oder habe ich KVM nicht ganz kapiert?
Im Moment bin ich ja noch mehr am Testen, aber ich werde in wenigen Monaten (oder Wochen?) eine neue Festplatte besorgen und dann werde ich eh alles neu installieren. Und ich fände es schon toll, wenn es möglich wäre mehrere Betriebssysteme parallel laufen zu lassen, ohne dabei virtuelle Hardware benutzen zu müssen. Für Win95 müsste ich mir dann wohl noch was zusätzliches einfallen lassen, denn ich glaube kaum, das es Win95-Treiber für 4-Kern-CPU's etc. gibt. Aber das wird sich dann schon finden, denke ich.
Wie würdet ihr denn sowas angehen? Xen könnte man ja beispielsweise mit dem dazu passenden Kernel erstmal auf die Hardware installieren. Und wenn ich darauf dann Debian aufsetze, kann ich ja sicher einen beliebigen anderen Kernel benutzen. Oder muss das ein Xen-Kernel sein? Immerhin sollte Debian dann schon so laufen, als wäre Xen nicht vorhanden, also mit 100% Hardware-Performance solange kein weiterer Gast auf Xen läuft. Geht das überhaupt und/oder gibt es sinnvollere Ansätze dieses zu erreichen?


