Raspberry Pi 4: 4 GByte RAM, 4K, USB 3.0 und mehr Rechenpower

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schorsch_76
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Re: Raspberry Pi 4: 4 GByte RAM, 4K, USB 3.0 und mehr Rechenpower

Beitrag von schorsch_76 » 30.10.2019 14:38:18

Der Kernel ist "quick and dirty" kopiert. Nur das Userland wird per sauberer Debian sources.list aktualisiert. Der Kernel ist also noch manuell. Ich hab das auch nur auf der Test SD Karte am laufen. X und OpenGL ist da noch sehr ... ähm ... beta. Es startet, aber irgendwas hakelt noch. Ich glaube das es der CMA Cache [1] für den Video Treiber ist. Ich habe das dann auf 256MB hoch gesetzt, aber der ist immer noch ausgegangen. Es kam dann in dmesg "cma_alloc failed." [3] . HDMI hat nichts mehr angezeigt, aber per ssh hab ich das gesehen.

Mit den GPIOs hab ich auch noch keine Erfahrungen gesammelt unter 64 Bit und Debian. [2]

[1] https://lwn.net/Articles/486301/
[2]https://git.kernel.org/pub/scm/libs/lib ... ree/README
[3]https://github.com/raspberrypi/linux/issues/2680

EDIT: Meine letzten Tests waren aber vor ca. 2 Monaten.

nudgegoonies
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Re: Raspberry Pi 4: 4 GByte RAM, 4K, USB 3.0 und mehr Rechenpower

Beitrag von nudgegoonies » 31.10.2019 11:22:29

Vielen Dank für eure Antworten. Vor allem was plain Debian auf dem Pi 4 betrifft sind die Grundsteine zwar gelegt, aber es ist noch Bastelarbeit. Ihr habt mir einige interessante Hinweise gegeben und ich bin über Sachen gestolpert, über die ich noch gar nicht nachgedacht habe. Habe mir auch den restlichen Thread noch durchgelesen.

Die Auswahl an Pi-ähnlichen Geräten ist riesig. Ich komme von einem PC-Engines Alix Board (Geode mit 500 Mhz und 1 Core kein HT) und bin bei einem Lanner (NUC artigem Atom mit 1,6 GHz 1 Core mit HT) gelandet. Beides i386 Architekturen die dann via serieller Konsole bzw. Tastatur und Monitor (fast) ganz normal via Debian USB Stick installiert werden konnten. Da müsste ich mich beim Pi 4 erstmal einlesen und umgewöhnen was die Installation betrifft.

Die andere CPU Architektur schreckt mich nicht. Gegenüber meiner Workstation mit amd64 ist i386 auch eine andere CPU Architektur. Wenn ich eigene Backports baue, muss ich cross-compilieren.

Gelobt werden beim Pi die Multimedia Fähigkeiten, die ich aber nach längerem überlegen zugegeben alle nicht benötige. Ich brauche nur einen 24/7 laufenden 'Mini-Server' für Radicale, Mumble, Squid, Fail2ban, OpenVPN, DoveCot, Prosody und demnächst noch NFS, FTP und WebDAV für eine externe Platte. Im Moment braucht das alles nur ca. 150 MB RAM. Aber 4GB sind durchaus reizvoll für die neuen Dienste und Plattencache. Und auch wenn ich mal damit experimentieren will, etwas anderes als plain Debian Software in einem Container laufen zu lassen.

Ich glaube, dass ich mit einem Pi 4 aber gut Strom sparen kann. Bei eingeschalteter SATA Platte zieht das Lanner idle über 13 Watt laut dem Messgerät was ich mal ausgeliehen habe. Aber der Pi 4 ist wird angeblich so heiß, dass manche sogar einen aktiven Lüfter statt einem Kühlkörper empfehlen. Ich möchte auf jeden Fall mit passiver Kühlung auskommen. Vielleicht schenke ich mir also einen zu Weihnachten 8)
Soft: Buster AMD64, MATE Desktop. Repo's: Backports, kein Proposed, eigene Backports. Grafik: Radeon R7 360 MESA.
Hardware: Thinkstation S20, Intel X58, 8GB, Xeon W3530, BCM5755 NIC, EMU10K1 SND, SATA SSD+HD und DVD+RW.

MSfree
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Re: Raspberry Pi 4: 4 GByte RAM, 4K, USB 3.0 und mehr Rechenpower

Beitrag von MSfree » 31.10.2019 11:48:18

nudgegoonies hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
31.10.2019 11:22:29
Ich brauche nur einen 24/7 laufenden 'Mini-Server' für ...
Ich glaube nicht, daß ein Pi dann die richtige Plattform ist.
Ich glaube, dass ich mit einem Pi 4 aber gut Strom sparen kann. Bei eingeschalteter SATA Platte zieht das Lanner idle über 13 Watt
Mein Zotac (Celeron N3450, 4GB RAM, SSD, 2 GBit NICs) zieht 4.7W aus der Steckdose. Ein Pi4 kommt auch auf 4-5W.
Ich möchte auf jeden Fall mit passiver Kühlung auskommen.
Irgendwo habe ich im Internet einen Beitrag gefunden, wo jemand einen großen Heatpipe-Kühler auf den Pi4 gesetzt hatte. Das ist zwar passiv, sieht aber völlig absurd aus :mrgreen:
Mein Celeron ist jedenfalls lüfterlos.

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schorsch_76
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Re: Raspberry Pi 4: 4 GByte RAM, 4K, USB 3.0 und mehr Rechenpower

Beitrag von schorsch_76 » 31.10.2019 11:59:17

@MSFree: Elektor sagt:
Um die letzte Frage zu klären, wurde gemessen, wieviel Strom ein RPi 4 denn nun real verbraucht. Gemessen wurde im Leerlauf, beim Abspielen eines Videos, während eines Benchmarks und beim Spiel Supertuxkart in 720p-Auflösung. Alle Tests wurden mit nur einem Display unter der Alpha-Version von Raspbian durchgeführt:
•Desktop-Idle: 2,8 W
•Abspielen von Big Buck Bunny in 1080p: 3 W (Vollbild); 4 W (Fenster)
•Spiel Supertuxkart in 720p: ca. 5 W beim Rennen auf der Rennstrecke.
•Sysbench; 3,9 W (Single-Core); 5,2 W (Multi-Core).

RPi 4 nach einem Sysbench
RPi 4 nach einem Sysbench. Bild: Mathias Claussen / Elektor.

Mit der höheren Leistung des RPi 4 steigt also auch dessen Abwärme. Besonders bei hoher Last sollte auf eine gute Luftzirkulation oder zusätzliche Kühlung geachtet werden. Auch der Netzwerk- und der USB-Chip werden ziemlich heiß. Man sollte auch einkalkulieren, dass das Netzteil mehr Strom liefern muss, wenn man ein entsprechend leistungshungriges Gerät an einen USB-Port anschließt. Selbst der reine Netzwerkbetrieb per Gb-Ethernet oder WLAN braucht Strom. Das Netzteil sollte man als nicht zu knapp dimensionieren.

Für ein RPi-4-Board, das die meiste Zeit des Tages im Idle-Modus verbleibt, muss man mit einem Energieverbrauch von rund 25 kWh pro Jahr rechnen. Wenn man einen RPi 4 aber ausreizt, kommt man auf sehr viel mehr. In diesem Fall sollte man auch an zusätzliche Kühlmaßnahmen denken. Alles in Allem ergeben sich durch die enorm erhöhte Menge an RAM viele neue Möglichkeiten. Sogar virtuelle Maschinen sind denkbar, die mehrere Webserver, einen MQTT-Broker oder eine verschlüsselte Datenspeicherung erlauben. Ob und wie gut das wirklich machbar ist, wird die Zeit zeigen.
Und Heise sagt:
Leistungsaufnahme (inkl. mitgeliefertes USB-C-Netzteil, angeschlossen: USB-Eingabegeräte, Full-HD-Display)
Soft-off 0,3 Watt
Raspbian: Leerlauf ohne / mit Ethernet, Maus, Tastatur 3,5 / 4,4 Watt
Leerlauf mit WLAN, Maus & Tast. 4,2 Watt
Last mit YouTube (Chromium) / openSSL 6,0 / 7,6 Watt
Leerlauf Kommandozeile & Ethernet, ohne Maus, Tastatur, Monitor 3,8 Watt
LibreElec 10: Leerlauf / 4K-Video 4,2 / 4,5 Watt
Preise
mit 1 / 2 / 4 GByte 35 / 45 / 55 US-$, geschätzt 40 / 50 / 60 €
Diese Daten decken sich auch mit meinen eigenen Messungen. ;)

[1] https://www.elektormagazine.de/news/rev ... r-auch-gut
[2] https://www.heise.de/ct/artikel/Raspber ... 52964.html

mat6937
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Re: Raspberry Pi 4: 4 GByte RAM, 4K, USB 3.0 und mehr Rechenpower

Beitrag von mat6937 » 05.11.2019 11:44:10

nudgegoonies hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
31.10.2019 11:22:29
Aber der Pi 4 ist wird angeblich so heiß, dass manche sogar einen aktiven Lüfter statt einem Kühlkörper empfehlen.
Ob der PI4 richtig heiß wird, hängt von der Art der Benutzung ab.
Mein PI4 (buster) mit 4GB-RAM und 24/7, mit sshd, inetd, openvpn, murmurd, stunnel, ircd-hybrid, hat ohne Kühlung bzw. ohne Kühlkörper und in einem Gehäuse, zischen 50° und 54 °C:

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:~# vcgencmd measure_temp
temp=52.0'C

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:~# uname -a
Linux xxxxxx 4.19.75-v8+ #1270 SMP PREEMPT Tue Sep 24 18:59:17 BST 2019 aarch64 GNU/Linux
Mein PI3B+ mit FreeBSD hat nur ca. 2°C weniger:

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:~ # sysctl -n dev.cpu.0.temperature
50.4C

Code: Alles auswählen

:~ # uname -a
FreeBSD xxxxxx 12.0-RELEASE FreeBSD 12.0-RELEASE r341666 GENERIC  arm64

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