Debian Remote installieren o.ä.

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inline
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Debian Remote installieren o.ä.

Beitrag von inline » 08.02.2019 10:53:59

[Kurze Zusammenfassung : Debian Installation auf weit entfernten PC wo niemand "kompliziertere" Sachen übernehmen kann]

Hallo,

nicht direkt ein Problem bei der Installation, mehr eine Frage / Informationssuche.

Folgende Situation :
Habe meine (etwas ältere, technikscheue) Mutti vor einigen Jahren zu KDE "migriert", seit dem kann sie Ihren PC benutzen und kommt damit gut zurecht. Langsam wird die Kiste aber zu langsam, 2GB RAM und ein alter Pentium 4, ausserdem ein altes OpenSuse 11. Daher will ich da mal aufrüsten, Debian mit KDE. Ich überlege noch mit Aufrüsten oder ein neuer PC.

Problem : ich wohne inzwischen rund 2000km entfernt, ein Besuch ist in nächster Zeit nicht möglich.
Irgendwelche "komplizierteren" Sachen ihr überlassen ist auch nicht. Ich muss also die Installation irgendwie von hier aus hinkriegen.

Ausserdem muss hinterher bei KDE sehr viel eingerichtet werden (Barrierefreiheit; Buttons umbenennen; Anordungen ändern usw usw usw, hat mich damals viel Zeit und einfühlungsvermögen gekostet, dafür kommt sie damit nun super zurecht).

Meine 1. Überlegung war eine SSD zu kaufen, hier zu installieren, alles fertig zu machen, und sie ihr zu schicken. Das sie die 2 Stecker (Sata) umgesteckt bekommt kann ich mir vorstellen. Der Nachteil ist das ich nicht die gleiche Hardware hier habe....(ok und ich zahle wesentlich mehr MwSt.+viel Porto, das übersteigt den wert der SSD....aber egal jetzt).

Meine 2. Überlegung war eine Installations übers Internet. Ich habe mal "irgendwo" eine Installation gesehen, die hat als erstes eine Netzwerk Konfig gestartet. Hatte via DHCP das Netzwerk Konfiguriert, ab dann war SSH zugriff möglich. Weiß leider nicht mehr genau was das war und habe dazu auch nichts richtiges gefunden. Weiß jemand ob es bei Debian so etwas gibt ?
Nachteile : sie müsste vom USB Stick Booten....das kann ja manchmal etwas knifflig sein. Ausserdem müsste das alles über 5 Mbit/s laufen....ob das wirklich "spaß" macht gerade bei der Konfiguration hinterher....nunja.

Meine 3. Überlegung war das ich das alles in einer VirtualBox installiere und konfiguriere und das wiederum als ISO (USB Stick) fertig mache. Da weiß ich allerdings nicht ob das so wie gedacht funktioniert, habe da sehr unterschiedliche aussagen zu gefunden (von Problemos bis geht überhaupt nicht). Hat jemand sowas mal gemacht ? Nachteil auch hier : sie muss von nem USB Stick booten und die fehlende Hardware konfig.



Ich bin da etwas unentschlossen, tendiere aber am ehesten zu der installation auf einer SSD, die ich ihr dann zuschicke.
Wie würdet Ihr das lösen ?
Jemand bereits Erfahrungen mit sowas ?

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hikaru
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Re: Debian Remote installieren o.ä.

Beitrag von hikaru » 08.02.2019 11:17:33

4. Überlegung:
Da der Pentium 4 schon reichlich betagt ist (zu betagt für modernes KDE?) und vermutlich ein Wechsel des Desktops für deine Mutti nicht in Frage kommt, tausche den ganzen Rechner aus!
Aktuelle Nettops nach dem Muster der Intel NUCs drehen Kreise um den P4 und sind klein genug, dass du sie bei dir enrichten, und dann per Post zu deiner Mutti schicken kannst. Falls sie noch ein DVD-Laufwerk braucht, schränkt das die Auswahl deutlich ein, aber auch das ist mit solchen Systemen lösbar.

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Re: Debian Remote installieren o.ä.

Beitrag von inline » 08.02.2019 11:50:48

Ja die Aufrünstung wäre den RAM von 2 auf 4GB erhöhen und die alte HDD durch eine SSD tauschen.

Wirklich Leistung benötigt sie nicht. Bisschen Mails schreiben, Bilder anschauen, Webseiten besuchen, vielleicht mal Libreoffice....alles ohnehin in Zeitlupe ;) Und auch immer nur 1 Programm gleichzeitig... (Alles nicht böse gemeint)

Von daher schwanke ich noch...die olle Kiste aufrüsten könnte noch reichen und liegt bei ~70Eu. Und das Budget ist natürlich (wie sollte es anders sein) knapp.

Bei nem Nettop liegen wir schnell bei ~400€. VGA (oder DVI) wäre Pflicht sonst kommt noch nen Monitor dazu. CD/DVD Laufwerk...wieder so eine Sache, wenn sie keins mehr hat kommt sie mit sicherheit mit ner CD an ;)

Porto liegt da aber auch schon bei ~70€ (unverschämte Preise hier).

Größeres Problem aber : Schwiegersohn kann Leasing Rückläufer besorgen, was von Ihr natürlich (leider) bevorzugt wird. WAS da dann aber kommt weiß man nicht. ...wie fass ich das zusammen...Alles was Computer angeht + Schwiegersohn = absolutes no-go ;)

Soll heißen : neuer PC kommt für sie vermutlich nur über Schwiegersohn in frage, der schleppt aber bevorzugt Linux-Inkompatible Hardware an, der hat da ein besonderes Talent. Der Wohnt übrigends 1500km in die andere Richtung, sprich er würde "irgend einen PC" direkt zu Ihr schicken....und so weiter und so weiter...

Von daher ist halt die Aufrüst-Variante für mich schon irgendwie interessant :lol:

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Re: Debian Remote installieren o.ä.

Beitrag von hikaru » 08.02.2019 12:27:01

inline hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.02.2019 11:50:48
Ja die Aufrünstung wäre den RAM von 2 auf 4GB erhöhen und die alte HDD durch eine SSD tauschen.
Um zu beurteilen, ob 4GB überhaupt kompatibel wären, müsste man den Chipsatz kennen. Am verbreitetsten war wohl der 845, der aber nur 2GB unterstützt.
Außerdem vermute ich, dass das Board noch kein SATA hat. Jedenfalls hatte der P4-Rechner den sich mein Vater anfang des Jahrtausends (2002?) zulegte kein SATA. IDE-SATA-Adapter funktionieren meiner Erfahrung nach bei SSDs schlecht. Du müsstest also eine exotische IDE-SSD nehmen.
Ganz ehrlich, ich würde in die Basis kein Geld mehr stecken.
inline hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.02.2019 11:50:48
Größeres Problem aber : Schwiegersohn kann Leasing Rückläufer besorgen, was von Ihr natürlich (leider) bevorzugt wird. WAS da dann aber kommt weiß man nicht. ...wie fass ich das zusammen...Alles was Computer angeht + Schwiegersohn = absolutes no-go ;)
Deinen Schwager kenne ich natürlich nicht, aber ich habe mit Leasing-Rückläufern bei Notebooks (Thinkpads, Latitudes) von professionellen Resellern durchweg positive Erfahrungen gemacht.
Wäre ein Notebook eine Option?
inline hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.02.2019 11:50:48
Soll heißen : neuer PC kommt für sie vermutlich nur über Schwiegersohn in frage, der schleppt aber bevorzugt Linux-Inkompatible Hardware an, der hat da ein besonderes Talent. Der Wohnt übrigends 1500km in die andere Richtung, sprich er würde "irgend einen PC" direkt zu Ihr schicken....und so weiter und so weiter...
Und es ist nicht möglich, dass ihr euch da vorher mal abstimmt, was er so für Hardware verschickt?

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Re: Debian Remote installieren o.ä.

Beitrag von uname » 08.02.2019 13:32:14

Ich würde die Hardware nicht aufrüsten. Das größte Problem ist der Browser wie z. B. Firefox. Ich habe hier einen IBM/Lenovo Thinkpad T60 mit aktuellem Debian Stretch. Alles läuft super aber den Firefox kannst du vergessen. Auch die Umstellung auf Quantum (hatte dafür extra die Nightly-Versionen verwendet) hat nichts gebracht. Von Zeit zu Zeit teste ich alternative Browser auf der Hardware. Auch nicht besser. Der Rechner hat 2 GB RAM und ich nutze nur den Window-Manager Debianopenbox, der im Vergleich zu KDE praktisch keinen Speicher bzw. CPU braucht.

Ich würde die Hardware und Software (SuSE) selbt wenn sie nicht mehr gepatcht wird einfach weiterbetreiben bis du mal wieder vor Ort bist. Es könnte sein dass aktuell der Browser noch recht schnell ist, da er sehr veraltet ist. Umgekehrt kann es natürlich sein, dass einige Internetseiten nicht mehr korrekt angezeigt werden.

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Re: Debian Remote installieren o.ä.

Beitrag von MSfree » 08.02.2019 13:59:49

inline hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.02.2019 11:50:48
Von daher schwanke ich noch...die olle Kiste aufrüsten könnte noch reichen und liegt bei ~70Eu. Und das Budget ist natürlich (wie sollte es anders sein) knapp.
Einen Pentium-4 würde ich nicht mehr aufrüsten, das lohnt sich nicht. Und selbst aufgerüstet bis zum technisch machbaren ist das immer noch zu lahm für ein aktuelles Stretch oder Buster mit KDE. Eine neue Graphikkarte ist dann gleich das nächste, das du einkalkulieren darfst.
Bei nem Nettop liegen wir schnell bei ~400€.
Meiner hat 139 Euro gekostet, plus 40 Euro für 4GB RAM und 22 Euro für eine 120GB SSD. Das ist zwar nur ein 1.1GHz Quad-Core Atom N3450, der bei Bedarf bis 2GHz boostet. Aber selbst die schnellsten Dual-Core 4GHz Penium-4 sehen dagen sowas von alt aus.
VGA (oder DVI) wäre Pflicht sonst kommt noch nen Monitor dazu.
Du schreibst DVI in Klammern? Bedeutet das, der Monitor kann eigentlich nur VGA und bekommt sein analoges Signal aus einem DVI-Anschluß? Das klappt nur dann, wenn auf der DVI-Buchse des Rechners auch das VGA-Signal ausgeleitet wird. Ein Rechner mit einem DVI-D-Ausgang könnte so einen Monitor nämlich auch nicht ansteuern.

Wenn der Monitor aber auch einen DVI-Eingang hat dann kann man ihn auch mit billigen 3-Euro-Adaptern an eine HDMI-Anschluß anschließen.
CD/DVD Laufwerk...wieder so eine Sache, wenn sie keins mehr hat kommt sie mit sicherheit mit ner CD an ;)
Dann kauft man halt einen externen USB-DVD-Brenner für 30 Euro bei Amazon und läßt ihn direkt bei deiner Mutter anliefern.

Achso, Stromverbrauch von meinem Minirechner: 4.7W
Stromverbrauch eines durchschnittlichen Pentium-4: 80W und mehr

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Re: Debian Remote installieren o.ä.

Beitrag von hikaru » 08.02.2019 14:06:18

uname hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.02.2019 13:32:14
Ich habe hier einen IBM/Lenovo Thinkpad T60 mit aktuellem Debian Stretch. Alles läuft super aber den Firefox kannst du vergessen. Auch die Umstellung auf Quantum (hatte dafür extra die Nightly-Versionen verwendet) hat nichts gebracht. Von Zeit zu Zeit teste ich alternative Browser auf der Hardware. Auch nicht besser. Der Rechner hat 2 GB RAM und ich nutze nur den Window-Manager Debianopenbox, der im Vergleich zu KDE praktisch keinen Speicher bzw. CPU braucht.
Ich betreibe noch ein ähnliches Notebook (T7600, 3GB RAM) mit Xfce. Auch hier ist Firefox eines der eher anspruchsvolleren Szenarien, aber etwa 30 Sekunden nach dem Start wird er problemlos benutzbar.

Ich haue allerdings seit jeher allen Scripten gnadenlos die Beine weg und mache dann nur selektiv das wieder auf, was unbedingt nötig ist. Wenn eine Seite Daten von einer anderen Seite laden will, die nicht erkennbar zum selben Verein gehört, dann ist für gewöhnlich meine Schmerzgrenze erreicht und ich verzichte auf die Seite. Vielleicht hat mich diese Herangehensweise leidensfähig gemacht, ohne es zu merken und ich würde bestimmt nicht von unbedarften Nutzern erwarten, ebenso zu handeln.
uname hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.02.2019 13:32:14
Ich würde die Hardware und Software (SuSE) selbt wenn sie nicht mehr gepatcht wird einfach weiterbetreiben bis du mal wieder vor Ort bist. Es könnte sein dass aktuell der Browser noch recht schnell ist, da er sehr veraltet ist.
Ich gehe davon aus, dass das System stark veraltet ist (Suse 11.4 kam mit Firefox 4.0). Nur deshalb wird der Rechner überhaupt noch mit akzeptabler Geschwindigkeit laufen. Aus dem selben Grund würde ich aber das System nicht weiterverwenden. Das ist an allen Ecken und Enden offen wie ein Scheunentor, gerade was den Browser betrifft.

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Re: Debian Remote installieren o.ä.

Beitrag von MSfree » 08.02.2019 14:16:29

hikaru hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.02.2019 14:06:18
Ich gehe davon aus, dass das System stark veraltet ist (Suse 11.4 kam mit Firefox 4.0). Nur deshalb wird der Rechner überhaupt noch mit akzeptabler Geschwindigkeit laufen.
Mit so einem alten Browser funktionieren aber 2 von 3 Seiten im Internet nicht mehr. Seit praktisch alles über HTTPS geht, hat man mit so einer Antiquität ständig mit Verschlüsselungsproblemen zu kämpfen.

inline
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Re: Debian Remote installieren o.ä.

Beitrag von inline » 08.02.2019 14:55:58

Vielen dank erstmal für eure Antworten!

Der (DDR2) Ram -müsste- aufrüstbar sein, meine das damals schon so geplant zu haben und nur mangels RAM Riegeln "erstmal" sein lassen hab. SATA ist auch schon drin, hab ich so in meiner Doku.

Trotzdem - es ist und bleibt natürlich eine alte Kiste. Ich habe hier noch eine "ähnliche" Kiste als selten genutzten Desktop stehen, den habe ich auch mal von 2 auf 4 GB aufgerüstet, allerdings ohne SSD, und ja....man kann vll. sagen das es ein wenig erträglicher geworden ist. Von nervig-langsam zu najaok-langsam.

Und ja - das größte Problem ist der Browser. Und der wird leider am meisten genutzt.
Und wenn Mutti klickt, und es passiert nichts, gibt es für sie immer 2 Optionen : entweder noch X mal draufklicken, vielleicht wars ja nicht richitg....das bringt den Rechner dann zum erliegen mit >5 Firefox instanzen - oder : na der ist halt langsam, ich warte mal (und ruf nach ner halben Stunde an - das Internet geht nicht).

KDE wollte ich beibehalten weil es einfach so unendlich anpassbar ist (und ich selbst KDE verwende). Hab allerdings bisher auch nur "gespielt" mit Openbox etc.

Sehe gerade mir ist ein Fehler unterlaufen - Opensuse 13.1 (nicht 11). Auch nicht besser, auch seit 2016 ohne Updates. Ihr Firefox läuft noch halbwegs brauchbar muss ich sagen. Allerdings zu viel Einschränken (Scripte etc.) geht halt auch nicht, da gehen halt viele Seiten nicht mehr auf anhieb. TeamViewer meckert auch schon seit einiger Zeit das die alte Version nicht mehr lange unterstützt wird, AnyDesk bekomm ich nicht zum laufen, KRDC (und ähnliche) laufen sehr träge. Und ja...ich will nicht sagen die Scheunentore stehen offen, aber klar, das ding muss übers Netz für mich erreichbar sein.

Also man kann sagen das System läuft, und das seit Jahren Stabil und Problemfrei, aber irgendwann ("bald") würd ich es gern aus dem Verkehr ziehen :)

Zum Schwiegersohn : ich hab ihn schon angerufen - er freute sich "das die olle Linux Kiste endlich tot ist" (???) usw. usw. . Er hat da irgendein Problem, sobald er was von dem LinuxPC hört macht er dicht. Er hat Mutti inzwischen auch einen PC und einen Laptop mit Windows 10 hingestellt. Warum ? Weiß keiner. Mutti nutzt sie auch nicht... Sie meint sie hatte die mal angemacht aber weiter kam sie nicht. Interessiert ihn aber nicht. Wichtig ist immer mal irgend nen neuen Technik Schrott hinzustellen womit sie nichts anfangen kann.
Mutti steht da zwischen den Stühlen, ist glücklich mit "ihrem Linux", kann aber nichts gegen die "Hilfe" vom Schwiegersohn sagen weil der dann wieder eingeschnappt ist und sich nicht mehr meldet....und eigentlich (bei allen anderen Themen) wirklich richtig in Ordnung ist. (Oh man - gibts hier irgendwo das Familientherapie-Topic ? ;) sorry für so viel offtopic)


Hmm mir schwebt da jetzt diese Nettop Lösung vor den Augen rum.... ;) Wär ne schöne "runde" Sache irgendwie.
Hatte eigentlich irgendwer erfahrung mit dieser Installation via Internet ?

eggy
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Re: Debian Remote installieren o.ä.

Beitrag von eggy » 08.02.2019 15:03:02

inline hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.02.2019 10:53:59
Problem : ich wohne inzwischen rund 2000km entfernt, ein Besuch ist in nächster Zeit nicht möglich.
Irgendwelche "komplizierteren" Sachen ihr überlassen ist auch nicht. Ich muss also die Installation irgendwie von hier aus hinkriegen.
a) Irgendwen (Freundeskreis, Verwandschaft, Nachbarn) finden, der in der Lage ist, Instruktionen per Telefon stumpf zu befolgen (Eltern haben aus unerfindlichen Gründen damit irgendwie prinzipiell Probleme :mrgreen:). Geführte einfachste Grundinstallation, mit paralleler Installation in ner VM bei Dir - jeden Schritt genau ansagen, nur SSH einschalten lassen, den Rest kannst Du dann remote machen.
b) https://fai-project.org/FAIme/ könnte das was für Deinen Einsatzfall sein, Projekt ist von nem Debianer, sollte also "ok" sein. Kannst ja mal vorher in ner VM testen, wie viel "Interaktion" dabei notwendig ist. Ich hab bisher immer nur mit normalem FAI installiert, da bootet man, drückt vielleicht einmal Return und gut. Könnt mir vorstellen, dass das mit nem USB-Stick analog abläuft. Image runterladen und per dd auf nen Stick schieben, kannst Du vorab in Ruhe selbst per SSH remote machen. Video und Slides vom Vortrag auf dem letzten Chemnitzer Linuxtag: https://chemnitzer.linux-tage.de/2018/e ... eitrag/273
c) zu Deiner "2": meinst Du grml und debootstrap? wäre möglich, ist aber gegenüber den anderen Optionen m.E. unnötig aufwändig; Oder Debian im Expertenmodus installieren und SSH einschalten? Ebenfalls möglich, aber ebenfalls unnötig kompliziert. Beides läuft auf a) hinaus, und dann kann man das auch ganz normal durchgehen. Schau Dir erstmal FAI.me an

dirk11
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Re: Debian Remote installieren o.ä.

Beitrag von dirk11 » 09.02.2019 12:27:02

Mhmm. Ganz spannende Thematik in meinen Augen, ich kenne das auch.

Allerdings hast Du gerade mehrere Baustellen gleichzeitig, und um darin weiter zu kommen, musst Du die erstmal abarbeiten:

Zunächst einmal:
Ich würde für die Zukunft "abrüsten" - sowas wie Xfce ist erheblich ressourcenschonender als KDE, und die allermeisten "Mutti" oder "Vatti" (ich habe ebensolche "Pflegefälle") kommen mit einer Windows-XP oder Windows-98 alike-Oberfläche sehr gut klar, oftmals besser als mit dem modernen Quatsch. Ob Du ihr das schmackhaft machen kannst, kann ich aber nicht beurteilen, eventuell beide Oberflächen parallel installieren und zur Wahl stellen.

Auch eine extreme Personalisierung, wie von Dir beschrieben, war in meinen Augen ein großer Fehler, denn dabei wird dann der Service-Bedarf im Nachhinein sehr hoch. Auch dabei beschränke ich mich mittlerweile darauf, Icons anzuordnen und Überflüssiges "unsichtbar" zu machen. Gerade KDE hat mich mit sowas seit Debian 4 wahnsinnig gemacht, weshalb ich alle Familienrechner erst auf Gnome, und als auch das zu "hungrig" wurde, auf Xfce migriert habe - was ausnahmslos alle Benutzer akzeptiert haben.

Auch musst Du auf jeden Fall eine Lösung für Deinen Schwager finden. Religionskriege sind sinnfrei, wenn Deine Mutti mit Linux gut klarkommt, das für ihre Bedürfnisse ausreicht und sie in Dir einen "Admin" hat, dessen Hilfe sie auch annimmt (auch das ist nicht selbstverständlich), ist doch alles tip-top! Muss Dein Schwager halt mal erwachsen werden. Eindeutig ist, dass der Service- und Wartungsbedarf dabei erheblich geringer ist. Entweder findet ihr eine Basis, auf der ihr zusammenarbeiten könnt (er Hardware, Du Software) oder einer von euch beiden muss sich da konsequent raushalten - im Zweifel auch Du! Alles andere läuft auf ewige (wenn auch unterschwellige) Streiterei hinaus, und das ist es einfach nicht wert.

Für die Fernwartung und -hilfe auf grafischer Oberfläche nehme ich seit einigen Jahre auf meiner Client-Seite ssvnc, auf Serverseite (sprich bei Mutti) ist X11VNC installiert - das läuft komplett durch einen ssh-Tunnel. Ob das immer noch die optimale Lösung ist, weiß ich nicht, aber es hat den Vorteil, daß ich schon die Anmeldung aus der Ferne machen kann, und seitdem meine Eltern endlich 16/1-Mbit haben, ist das ganze auch einigermaßen brauchbar machbar. Vorher, mit nur 512kBit im Uplink, war das etwas "zäh", ging aber auch.
Das meiste an Fernwartung mache ich allerdings per ssh und Kommandozeile, selbst ein dist-upgrade habe ich so schon durchgeführt (bei sowas aber in einer screen-session), nachdem das bei mir @home mit den Rechnern problemlos funktioniert hat.

Was uname hier beschreibt, dem kann ich mich voll und ganz anschließen. Mein Bruder hat ein IBM T60p, Browser macht darauf keinen Spaß mehr, trotz Xfce (auch wenn es mit Stretch wieder etwas besser geworden ist). Der Rechner idlet so vor sich hin, aber ein Firefox frißt beständig Leistung im Hintergrund, sobald er gestartet ist.
Hinzu kommt, daß die Installation von Dingen wie NoScript ein NoGo für "Mutti-Nutzer" ist:
Ich habe die Erfahrung bei meinem Vater gemacht. Sobald dann eine Seite wegen Script-Sperre o.ä. nicht oder nur unvollständig aufgerufen wird, wird die Hotline-Nummer gewählt mit "das Internet geht mal wieder nicht". Und das wird dann heutzutage sehr häufig passieren! Ich schränke mich daher bei Fremd-Installationen mittlerweile auf Privacy-Badger und Adblock Plus ein (auch wenn letzteres umstritten ist), das funktioniert akzeptabel und ist ein guter Kompromiß aus Spam- und Werbeschutz und Funktionalität.

Zur Hardware kann ich mich denmnach nur allen anderen anschließen:
Mittlerweile eindeutig zu alt, daß das Deiner Mutti damit keinen Spaß mehr macht, kann ich verstehen. Die Optimallösung wäre und die besten Synergy-Effekte würdet ihr erreichen, wenn Dein Schwager einsichtig wäre und ihr Arbeitsteilung betreibt: er schlägt Dir Hardware vor, die er bekommen kann, und Du suchst Dir welche aus. Vorteil für ihn: er ist bei der Software-Wartung raus.

Interessant wäre übrigens noch, wo Deine Mutti wohnt.

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Re: Debian Remote installieren o.ä.

Beitrag von hikaru » 11.02.2019 10:31:36

dirk11 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
09.02.2019 12:27:02
Zunächst einmal:
Ich würde für die Zukunft "abrüsten" - sowas wie Xfce ist erheblich ressourcenschonender als KDE, und die allermeisten "Mutti" oder "Vatti" (ich habe ebensolche "Pflegefälle") kommen mit einer Windows-XP oder Windows-98 alike-Oberfläche sehr gut klar, oftmals besser als mit dem modernen Quatsch. Ob Du ihr das schmackhaft machen kannst, kann ich aber nicht beurteilen, eventuell beide Oberflächen parallel installieren und zur Wahl stellen.
Die Mutti kennen wir natürlich nicht, ausgehend von meiner Eigenen würde ich allerdings eine Umstellung des DE um fast jeden Preis vermeiden wollen.
Sie fing mit Win98 an und wechselte später bis zu dessen Supportende 2014 auf WinXP. Mit Xfce kam sie so gut wie gar nicht klar, obwohl das so weit wie möglich Richtung XP gestaltet war. Mit Mate kam sie besser klar, aber auch hier hat es geschlagene drei Jahre gedauert, bis sie sicher das Schließen-[X] von Fenstern fand.
Ich vermute, dass ihr Denkprozess dahingehend nicht in die Richtung läuft, "Oben rechts ist ein [X] auf das man klicken muss", sondern eher in der Form "Irgendwo auf dem Bildschirm ist ein bestimmtes Muster." und es hat eben drei Jahre gedauert, sich das neue Muster einzuprägen.
dirk11 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
09.02.2019 12:27:02
Auch musst Du auf jeden Fall eine Lösung für Deinen Schwager finden. Religionskriege sind sinnfrei, wenn Deine Mutti mit Linux gut klarkommt, das für ihre Bedürfnisse ausreicht und sie in Dir einen "Admin" hat, dessen Hilfe sie auch annimmt (auch das ist nicht selbstverständlich), ist doch alles tip-top! Muss Dein Schwager halt mal erwachsen werden. Eindeutig ist, dass der Service- und Wartungsbedarf dabei erheblich geringer ist. Entweder findet ihr eine Basis, auf der ihr zusammenarbeiten könnt (er Hardware, Du Software) oder einer von euch beiden muss sich da konsequent raushalten - im Zweifel auch Du! Alles andere läuft auf ewige (wenn auch unterschwellige) Streiterei hinaus, und das ist es einfach nicht wert.
Wenn man schon so weit ist, den Desktop austauschen zu wollen, dann kann man bei der Zielgruppe auch gleich das ganze Betriebssystem tauschen. Ich glaube, ich würde mich aus der Geschichte zurückziehen und den Schwager eine Windowslösung hinstellen lassen.
Letztendlich habe ich genau das bei meinem Opa getan, nur war der "Gegner" hier kein Verwandter, sondern der "PC-Spezialist" im gleichen Haus. Gegen "professionellen Support" mit eindeutigen Absichten hat man einfach wenig Chancen, insbesondere wenn der praktisch in Rufweite des Kunden sitzt.

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Re: Debian Remote installieren o.ä.

Beitrag von dirk11 » 11.02.2019 11:00:14

hikaru hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
11.02.2019 10:31:36
Die Mutti kennen wir natürlich nicht, ausgehend von meiner Eigenen würde ich allerdings eine Umstellung des DE um fast jeden Preis vermeiden wollen. [...]
Hikaru, auch Deine Betrachtungsweise ist für mich vollkommen nachvollziehbar und berechtigt. Ich würde mich damit in seiner jetzigen, "fertigen" Situation an seiner Stelle auch schwer tun. Ich hatte mit dem Vorschlag beabsichtigt, es dem TE etwas leichter zu machen, denn wenn man zu viel selbst ändert, hat man hinterher enorm viel Arbeit, wie er ja selbst schon festgestellt hat.
Letztlich ist die Entscheidung immer individuell und hängt von den handelnden Personen ab.
Mein Papa z.B. kam von Win98 über WinXP zu Gnome (und dann zu Xfce), als ich mich "sicher" genug gefühlt habe, in der Familie Debian "auszurollen" und vor allem, als Debian tauglich genug war, auch Multimedia-Inhalte aus dem Web darzustellen (das hat bei Debian bekanntlich alles etwas länger gedauert). Ich hatte damals (=vor ca. 14 Jahren) allerdings eine komfortablerer Vorbedingung: ich war (und bin) der einzige in der Familie, der sich damit überhaupt beschäftigt. Da absehbar war, daß ich mich mit Windows immer weniger beschäftige (ist nur Hobby, ich habe nicht die Zeit, mich intensiv mit zwei Systemen auseinanderzusetzen) habe ich sie damals einfach vor die Wahl gestellt:
Ich mache weiter, aber "Linux", oder sie können alle weiter ihr Windows verwenden, aber dann bin ich raus. Ausschlaggebend dafür waren ständige Virus- und Trojaner-Probleme bei Eltern und Bruder, die mich unfassbar viel Zeit gekostet haben, seitdem schlagartig weg sind (und das lag nicht an "dubiosen" Seiten, sondern an Trojanern auf ganz normalen Webseiten und Phishing-Spam per Mail). Ich hatte mich damals bewußt entschieden, die Oberfläche nur ganz leicht im Design anzupassen und als einziges den Single-Klick einzuführen, damit der Windows-Double-Klick endlich passe ist.
Aber ich schweife ab...
Xfce jedenfalls konnte und kann man sehr gut und vor allem leicht in Richtung "Windows-alike" aus den späten 90ern trimmen, für die wenigen Programme, die mein Papa nutzt, war das in Ordnung.
Sie fing mit Win98 an und wechselte später bis zu dessen Supportende 2014 auf WinXP. Mit Xfce kam sie so gut wie gar nicht klar, obwohl das so weit wie möglich Richtung XP gestaltet war.
Auch das kenne ich, aber ich bin auch der Meinung, daß die Menschen, die einen PC benutzen wollen, auch eine Mindestbereitschaft zeigen müssen, sich damit zu beschäftigen, sonst ist das sinnfrei. Ich habe mittlerweile mit ganz anderen Problemen zu kämpfen, leider werden Eltern auch nicht jünger...
Wenn man schon so weit ist, den Desktop austauschen zu wollen, dann kann man bei der Zielgruppe auch gleich das ganze Betriebssystem tauschen. Ich glaube, ich würde mich aus der Geschichte zurückziehen und den Schwager eine Windowslösung hinstellen lassen.
Letztendlich habe ich genau das bei meinem Opa getan, nur war der "Gegner" hier kein Verwandter, sondern der "PC-Spezialist" im gleichen Haus. Gegen "professionellen Support" mit eindeutigen Absichten hat man einfach wenig Chancen, insbesondere wenn der praktisch in Rufweite des Kunden sitzt.
Auch da bin ich ganz bei Dir, ich wollte dem TE nur nicht ganz den Mut nehmen, weil ich den Eindruck hatte, dass er das immer noch gerne macht. Es gab eine Zeit, da wollte ich auch jedem Linux bzw. Debian aufschwatzen, der nicht bei drei auf dem Baum war, aber das ist lange her. Sollen die Leute mit dem glücklich werden, was sie meinen.

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Re: Debian Remote installieren o.ä.

Beitrag von inline » 13.02.2019 12:33:27

OFFTOPIC....keine "technisch relevanten Informationen" ;)


Ich höre schon, ich bin nicht allein ;)
KDE hatte ich vor allem genommen weil ich damit selbst seit ? >15 Jahren tagtäglich arbeite.

Die Situation vorher war in etwa so : es gab einen (von Schwiegersohn) alten PC mit Windows XP. Den hatte er übrig, all sein "scheiß" sprich unzählige Programme und Dateireste waren da noch drauf. Mutti und Vati beide der ansicht sie brauchen "so ein Ding" sowieso nicht, alles quatsch. Beide nicht wirklich Interessiert oder aufgeschlossen der Sache gegenüber, sondern eher direkt ablehnend. Aber von Zeit zu Zeit mussten sie immer mal dran und irgendwie hat es sie vll. doch auch gereizt.

Mir war Hilfestellung bei diesem PC nicht wirklich möglich. Ich hab schon viele PCs gesehen, aber das war bis heute der höhepunkt. Bootzeit von ca. 10-15Minuten, Programme ohne ende im Autostart, ...ich weiß garnicht wie ich das beschreiben soll :p ...es war einfach schrecklich. Für Anfänger unmöglich.
Dazu veränderte sich andauernd alles mögliche. Icons kamen und verschwanden, nach dem Boot mehrere "Meldungen" von diversen Anti Viren Programmen, Demoversionen und so weiter, die sich teilweise nichtmal schließen ließen. Dazu dann Vati und Mutti, die nicht die grundlegensten "Arbeitsweisen" kannten (Maus richtig bewegen; Dateien, Ordner, Programme starten.....) Woher auch?

Noch ein schöner Punkt den ich einfach nicht unerwähnt lassen kann: zwischendurch hat sich (na wer wohl) immer mal wieder via Teamviewer dazu geschaltet - ohne es zu sagen! Da versuchte ich Mutti gerade was zu zeigen, auf einmal geht die Maus weg und es öffnet sich irgend ein Programm. Mutti meinte das ist ganz normal, er wird da wohl irgendwas "machen" oder so,müssen wir eben ne Stunde warten. Das passiert häufiger. Sie "mussten" den PC auch alle paar Tage mal anmachen, dann hat er sich verbunden und über Stunden "ihnen geholfen" - ohne das sie dabei waren oder wussten was er macht.

Naja - die Zeit verging, und ich hab mich da so weit es ging raus gehalten.
Da Schwiegersohn sich aber nicht drum gekümmert hat (mit ausnahme seiner seltsamen "Hilfs-Sessions") wurde ich immer mehr zum Ansprechpartner, u.a. weil ich ohnehin häufiger vor Ort war.

Also hab ich irgendwann einen Anlauf gewagt und ihnen ein neues System angeboten - nachdem (!) ich vorher mit Schwiegersohn darüber ausführlich diskutiert hatte. Er meinte er hat da eh keine Lust und Zeit mehr zu, der PC sei eh schrott, er wäre froh wenn ich das Thema übernehmen könnte.
Ausserdem zeichnete sich langsam ab das ich auch weiter weg ziehe, und da war mir irgendwie auch klar das es doch einige vorteile hat wenn man mal Mails schreiben kann und sowas alles. Anfangs stieß die idee bei den Eltern auf totale ablehnung (trotz der Qualen mit dem anderen PC), denn ein PC war immer so ein Ding was man bloß nicht anfassen darf. Nirgends drücken, nicht schief ankucken, sonst ist alles kaputt.

Daher hab ich dann einen neuen Rechner gebaut und ihn parallel hingestellt - um ihnen "das Risiko" zu nehmen irgendwas falsch/kaputt zu machen. Immer mit der Ansage sie können sich das ankucken, sie dürften und sollen alles ausprobieren, sie können nichts kaputt machen, und sie dürfen es definitiv auch ablehnen.

Da Linux nun aber auch kein Wunderheilmittel ist, habe ich das ganze von grund auf aufgezogen.
Als erstes habe ich mir -gründlich- überlegt was sie überhaupt benötigen und was sie mit ihrem PC machen würden. Was verwirrt und verunsichert sie (z.B. Update Dialoge, Englische Begriffe,...), was gibt es bzgl. bedienung zu beachten (eingeschränktes Sehvermögen...)

Da wirklich auch die Grundlagen fehlten, habe ich passend dazu habe ich einen kleinen PC Kurs "entwickelt", inkl. gedruckter Unterlagen. Dann gabs jede Woche 1-2 Stunden PC Kurs vor Ort :)
Angefangen hab ich mit "PC Zusammen bauen", unter anderem um ihnen die generelle Angst/Skepsis vor solch einem Gerät zu nehmen (es ging nicht drum das sie das hinterher können, nur um mal reingeschaut zu haben und gesehen zu haben das da kein Hexenwerk drin passiert). Oder auch so sachen wie nen USB Stecker in die Buchse stecken - nein, da kann man man nichts verkehrt machen.

Das kam RICHTIG gut an, vor allem Mutti hat sich begeistern lassen. Wir/Sie haben also "ihren eigenen PC" vor Ort in Ruhe zusammen gebastelt, Monitor und Tastatur angeschlossen etc. und dann in Betrieb genommen. Da war das Eis schon mal ein bisschen gebrochen.

Dann ging es weiter mit der Tastatur, Maus, wie man das benutzt, das es keine "Alles löschen" Taste gibt die man ausversehen drücken kann und so weiter.
Der PC hat sie dann auch immer weiter gelockt, weil er halt jedes mal nach dem Einschalten exakt so aussah wie immer, und keine Meldungen ala "Ihr System ist Gefährdet" kamen. Es war alles an seinem Platz und hat genau gleich funktioniert. Ausserdem war es IHR EIGENER PC, und ich habe auch immer ermutigt einfach alles zu probieren - es kann nichts schlimmes passieren.

Dann ist Vati leider gestorben, und somit ruhte natürlich auch das PC Projekt erstmal einige Zeit. Bevor ich dann weggezogen bin haben wir noch ein paar Stunden PC Kurs gemacht, aber sind leider nicht mehr besonders weit gekommen.

Mutti hat sich dann allerdings immer weiter mit dem PC angefreundet, weil er einfach das tat was sie wollte und was sie bis dahin gelernt hatte. Ausserdem konnte sie im zweifelsfall in ihre Papierunterlagen kucken. Sie konnte Mails von mir lesen, mit Bildern, und mir welche Schicken, irgendwann sogar auch mit eigenen Bildern. Ausserdem hat sie festgestellt das viele Ihrer Freunde/Bekannten "auch EMails schreiben" - das fand sie toll, und so war der PC seit dem eigentlich täglich in Betrieb. Morgends mit nem Kaffe erstmal an PC....vor ein paar Jahren noch undenkbar.
Ausserdem hat sie die Vorteile kennen gelernt mit Firmen etc. "mal eben" per Mail zu kommunizieren - mal eben was Einzuscannen und so weiter - das geht ja alles viel schneller und einfacher als jedes mal per Hand einen Brief zu schreiben und für jede Kopie in den Copy Shop zu fahren.

Den Desktop habe ich schrittweise weiter angepasst. Mein Ziel war es das ganze so weit zu vereinfachen das es sie nicht verwirrt, das also keine Unnötigen Programme usw. vorhanden sind, keine Meldungen auftauchen mit denen sie nichts anfangen kann, alles immer gleichbleibend funktioniert, aber gleichzeitig auch nicht zu viel "vereinfachen" - ich wollte schon das sie auch einen "normalen" Umgang erlernt und ggf. auch wo anders mal an einem PC Arbeiten kann (wie ich inzwischen weiß : sie kann ;)
(Sie hat dann z.B. mal Bilder auf ihren USB Stick kopiert und mit zu Verwandten genommen, und denen dann an einem Windows PC ihre Bilder gezeigt)
Begeisterung - bei Ihr aber auch bei mir :)

Leider sind wir mit dem Kurs seit dem nicht wirklich weiter gekommen, und vieles versteht sie einfach nicht bzw. kann sie sich nicht merken.
Auf alle fälle ist Mutti inzwischen sehr zufrieden mit "IHREM PC" und will ihn nicht mehr hergeben :)
Von "son ding fass ich nicht an, versteh und brauch ich eh nicht" zu "das ist meeeiiin Linux PC, der Funktioniert super" ....was kann man sich mehr wünschen ;)
(Auch wenn Mutti irgendwo anders dann von Ihrem LINUX PC geschwärmt hat....hach....da geht einem das Herz auf :p)

Soviel dazu.


Mal ein bisschen back to topic :

@eggy : vielen Dank für den Tip, kannte ich noch nicht, werd ich wohl für aktuellen fall nicht benutzen aber ich hätte da andere Anwendungsfälle :)

@dirk11 : X11VNC will ich mal noch ausprobieren. Weiß garnicht genau warum ich das noch nicht gemacht habe ;) SSH ist sowieso aktiv, ich will ja ggf. auch mal ans System kommen wenn nicht alles reibungslos funktioniert.
Der Vorteil beim Teamviewer war erst einmal der, das SIE die Kontrolle darüber hatte wann ich zugreife (siehe Problem oben mit S.Sohn). Sie muss mir immer erst das Passwort geben. Ich glaube darauf können wir aber inzwischen auch verzichten.
Ausserdem sollte Schwiegersohn ihr auch helfen können, da kam nur TV in Frage. Da er das nun aber eh nicht macht... Er hatte sogar bevor ich den PC "ausgeliefert" habe einige Wochen die Zugangsdaten um sich das anzuschauen. Hat er 1x für ein paar Minuten gemacht...mehr nicht.

Einen Religionskrieg hab ich nie begonnen...im gegenteil. Fände ich hier auch sehr sinnlos. Ziel ist es Mutti den Zugang zu einem PC zu ermöglichen. Welches OS ist dabei ziemlich wurst. Und darüber waren wir (also S.Sohn und ich) uns -eigentlich- auch ziemlich einig. Daher war es irgendwie sehr überraschend als er auf einmal so rumgezickt hat. Als Mutti ihn mal wg. Hilfe gefragt hat (Webseite in Firefox - zugriff via Teamviewer!) hat er das Strickt abgelehnt. Mit Linux kann er ihr nicht helfen - punkt. Er wollte das System als er vor Ort war nicht einmal ankucken.
Habe ihn erst letztes Jahr getroffen und erneut darauf angesprochen, auch warum er Ihr immer irgendwelche Hardware hinstellt die sie verunsichert, aber das wird dann alles runtergespielt, alles nicht so schlimm, hat Mutti falsch verstanden, nein er freut sich ja das ich das mache. Hmmm. Ich belass es dabei, weil ich irgendwie merk das ich da nicht weiter komme, und sonst ist der Kontakt echt gut.
Er hat noch nie (soweit ich weiß) Linux angeschaut, Mutti weiß kaum was ein "Betriebssystem" ist .... da ist jede Diskussion Win/Lin absolut fehlplatziert. Schade, denn zusammen könnte man da sicher mehr erreichen.

Mutti hat aktuell auch noch Privacy-Badger und Adblock Plus, ist ein guter Kompromiss, und da sie eh im prinzip immer die gleichen Seiten aufruft funktioniert das recht reibungslos.

@hikaru : ja die "Lernvorgänge" sind mitunter etwas seltsam. Fenster schließen....man könnte ja annehmen das ist nun nicht so kompliziert. Aber irgendwie sind die "Denkmuster" da einfach anders. Beispiel von hier :
Mutti konnte es einfach nicht begreifen / akzeptieren, das eine Mail "einfach so" verschickt ist. Woher weiß sie denn dann das sie verschickt ist ??? Hat sie jedes mal total durcheinander gebracht. Also habe ich ein kleines Script eingebunden, das Ihr jedes mal eine Meldung einblendet "Deine EMail wurde jetzt verschickt". Da klickt sie dann auf OK - seit dem ist es kein Problem mehr.
Zum "Gegner" : ich hatte ihm mal gesagt er könne ja auch ein Windows System hinstellen - das will er jedoch nicht. Auf keinen Fall. Also...ja was will er denn? Man weiß es einfach nicht...

nochmal @dirk11 : (Leider?!) bin ich im Prinzip auch der einzigste in der Familie der sich mit der Thematik auskennt. Vom Windows Support habe ich "unauffällig" abstand genommen, aber vor allem weil die Leute nicht bereit waren irgend etwas zu lernen. Da hieß es dann nur immer "Mein PC spinnt und ist total langsam - kannst Du den Reparieren". Ja aber was genau ist denn? Dann sieht man das z.B. 4 Browser installiert sind und fragt welcher denn verwendet wird ...ja weiß ich nich. Hm. Brauchst Du dieses oder jenes Programm was auch noch im Autostart ist...hmm ja weiß nicht, lass mal drauf. Oder auch sehr beliebt : dazu schalten, so dann mach mal, ich geh Einkaufen so lange. Ohne Fehlerbeschreibung, ohne Rückmeldung hinterher ob er denn nun besser läuft. Das war mir einfach zu blöd ;)
Wie Du schon sagtest : eine gewisse Mindestbereitschaft sich damit auseinander zu setzen kann man schon erwarten.
Und Du hast recht, noch mach ichs gerne. Zumindest bei Mutti, denn sie setzt sich damit auseinander so gut sie kann, ist motivert bei der Sache und es ist immer schön zu sehen wenn sie irgendwas alleine geschafft hat und sich dann selbst drüber freut :)

Diese ganzen auseinandersetzungen bzgl Linux/Windows wasauchimmer....nicht mein ding, führt zu nichts. Erstrecht nicht in diesem fall.


Ahja um mal zum eigentlichem Thema zurück zu kommen : ich habe mich aktuell dafür entschieden Aufzurüsten. Erstmal.
Als ich mit Ihr drüber gesprochen habe war sie schon ganz wild drauf den PC mal wieder auf zu machen :p Aktuell scheint mir das die einfachste Methode zu sein, SSD hier installieren und ihr schicken. Damit (und einigen Optimierungen) läufts erstmal ein kleines bisschen flüssiger, die SW ist vor allem mal wieder auf einem aktuellen Stand und wir sind mit k.a. ~50€ dabei.


Gewisse andere Personen sind so auch aus der Nummer raus, was Mutti dann doch irgendwie auch ganz lieb war.... Irgendwann werd ich dann ja sicher auch mal wieder vor Ort sein und bis dahin wird sich sicherlich auch ein neuer PC finden den ich ihr dann in Ruhe vor Ort aufbauen kann.

Sie hat mit der Geschwindigkeit sowieso nicht wirklich probleme, sie kennt es nur so und hat keinen vergleich, und Arbeitet wie gesagt sehr sehr langsam und immer nur mit einem Programm.

Von daher denke ich das ist ein günstiger "spaß" ohne all zu viel Aufwand, und das System läuft erstmal wieder bis ich größere Schritte unternehmen kann. Sie kam ja nun auch neulich mit der Idee das ein Laptop ja auch ganz praktisch wäre....also mal schauen was sich ggf.auch in so eine richtung noch entwickelt.

Ich werd wenns interessiert berichten wie die Aufrüstung (mag man ja kaum von sprechen :p) gelaufen ist.

Vielen Dank euch allen erstmal für die Antworten!
(und uiii - selten so ein angenehmes Forum erlebt)

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Re: Debian Remote installieren o.ä.

Beitrag von hikaru » 13.02.2019 13:13:57

inline hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
13.02.2019 12:33:27
Ahja um mal zum eigentlichem Thema zurück zu kommen : ich habe mich aktuell dafür entschieden Aufzurüsten. Erstmal.
Als ich mit Ihr drüber gesprochen habe war sie schon ganz wild drauf den PC mal wieder auf zu machen :p Aktuell scheint mir das die einfachste Methode zu sein, SSD hier installieren und ihr schicken. Damit (und einigen Optimierungen) läufts erstmal ein kleines bisschen flüssiger, die SW ist vor allem mal wieder auf einem aktuellen Stand und wir sind mit k.a. ~50€ dabei.
Eine SATA-SSD wäre auch insofern kostenneutral, als dass man sie in einen vielleicht doch irgendwann anstehenden neuen PC mitnehmen könnte.
Denk daran, dass Debian standardmäßig keine proprietären Treiber/Firmwares mitbringt! Das könnte dir auf die Füße fallen, falls du die SSD auf deinem PC installierst und Mutti z.B. eine andere Grafikkarte hat.

Falls du die Ausgabe von lspci von Muttis Rechner posten magst, könnten wir Fallstricke identifizieren.
Mich würde außerdem der Inhalt von /proc/cpuinfo interessieren, aber das ist reine Neugierde meinerseits.

Falls du nochmal über RAM nachdenkst, da sollte DDR1 oder DDR2 drin stecken. Sowas wird dir heute für ein Bier hinterhergeworfen, sofern du jemanden kennst, der noch solche Riegel hat - insbesondere falls das Mainboard 4 RAM-Slots hat, womit dann 1GB-Riegel für 4GB reichen würden.
inline hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
13.02.2019 12:33:27
(und uiii - selten so ein angenehmes Forum erlebt)
Das sagen anfangs Viele. ;)

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