USV für kleines Heimnetzwerk

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kalamazoo
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USV für kleines Heimnetzwerk

Beitrag von kalamazoo » 03.08.2018 16:26:43

Nachdem mir vor kurzem ein Stromausfall zumindest eine meiner Festplatten zerstört hat, habe ich mich nach einer USV umgesehen. Günstig, für ein kleines Heimnetzwerk, aber doch solide sollte sie sein. Das Produkt meiner Wahl war dann ein APC Back-UPS ES700. Okay, gekauft und ausgepackt, und -- da man das ganze installieren muss: Installations-CD mit der PowerChute-Personal-Edition-Software eingelegt. Dort findet sich nur eine Anleitung für Windows. Gut, Google ist mein Freund und verrät mir, dass ich für Linux die PowerChute Business Edition brauche. Auch gut, heruntergeladen, und -- da es die Software auch als Kaufoption gibt (geizhals preist die günstigste Version schon ab EUR 321,90 an und nennt sie wohl deshalb auch "Deluxe") -- sicherheitshalber beim APC Support angerufen, um sich hinsichtlich etwaiger Lizenzkosten schlau zu machen.

Die freundliche Dame am anderen Ende der Leitung erklärte mir nun, dass eine Business Edition "grundsätzlich" nichts koste, diese aber mit meiner Back-UPS nicht kompatibel sei. Okay, meine unschuldige Frage daher: "... und wie betreibe ich diese unter Linux". Antwort: "Gar nicht, alle unsere Back-UPS funktionieren nur unter Windows". "Und Apple?" -- nicht dass ich jetzt schickes angebissenes Obst bei mir herumliegen hätte, aber so ganz wollte ich doch nicht glauben, was sie mir mit einem strengen "Geht nicht!" letztlich bestätigte. Mein leicht verzweifeltes "Geht nicht? Aber das ist ja quasi nur eine Batterie, die ich vor meinen Rechner hänge ..." wurde mit Unverständnis quittiert. Sie diente mir dann noch Lösungen an, deren billigste zumindest viermal so teuer war wie mein jetziges Gerät.

Meine Fragen daher:
1. Das ganze zurück und ein anderes Gerät? Wenn ja, welches Gerät ist empfehlenswert?
2. Betrieb unter Network UPS Tools? Geht das problemlos und wie sind eure Erfahrungen?
3. Irgendetwas anderes, was ich als USV-Neuling beachten sollte?

Gruß und Dank,
kalamazoo

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Lord_Carlos
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Re: USV für kleines Heimnetzwerk

Beitrag von Lord_Carlos » 03.08.2018 16:34:18

Ohne sowas jemals besessen zu haben, funktioniert apcupsd nicht?

http://www.panticz.de/APC-Back-UPS-ES-700G-under-Ubuntu
https://wiki.archlinux.org/index.php/APC_UPS

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Re: USV für kleines Heimnetzwerk

Beitrag von schwedenmann » 03.08.2018 16:46:52

Hallo


Sollte aber funzen unter Linux

https://forum.openmediavault.org/index. ... ps-es-700/

mfg
schwedenmann

kalamazoo
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Re: USV für kleines Heimnetzwerk

Beitrag von kalamazoo » 09.08.2018 04:23:41

Lord_Carlos hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
03.08.2018 16:34:18
..., funktioniert apcupsd nicht?
schwedenmann hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
03.08.2018 16:46:52
Sollte aber funzen unter Linux
Ja, funktioniert!
Mit den Network UPS Tools (NUT), die ich anfangs ausprobierte, war ich heillos überfordert und die PowerChute Business Edition ist für mein nebbiches Gerät offenbar nicht geeignet.

Danke und Gruß,
kalamazoo

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Re: USV für kleines Heimnetzwerk

Beitrag von r4pt0r » 09.08.2018 15:27:58

kalamazoo hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
09.08.2018 04:23:41

Mit den Network UPS Tools (NUT), die ich anfangs ausprobierte, war ich heillos überfordert und die PowerChute Business Edition ist für mein nebbiches Gerät offenbar nicht geeignet.

NUT wäre mein Tipp gewesen - der kommt eigentlich mit sämtlichen USVs zurecht die irgend ein textbasiertes protokoll nutzen - schlimmstenfalls kann man ein eigenes plugin (=simples parser-script) schreiben. Setup ist für eine einfache installation mit 1 host + 1 UPS IMHO nur minimal aufwändiger als mit apcups, dafür wird wie gesagt praktisch jede UPS unterstützt und es lassen sich auch komplexere Szenarien abbilden.
So lassen sich auch z.b. mehrere UPS und hosts mit mehreren PSUs verwalten; die auszuführenden Aktionen und deren Reihenfolgen sind ebenfalls fein granulierbar: z.b. zuerst alle hosts/VMs die auf iSCSI angewiesen sind herunterfahren, dann den/die storage server; PDUs und switches erst ganz am ende abschalten usw...

Für heimgebrauch ist vieles davon sicher overkill; die Konfiguration ist aber für ein minimales Setup kaum aufwändiger als für apcupsd, man muss nur ungefähr wissen welches interface/protokoll die USV nutzt um das richtige modul zu laden - da ist gerade APC ziemlich inkonsistent (selbst innerhalb einer modellreihe!!) und eine absolute Katastrophe was Dokumentation betrifft (=nicht vorhanden). Dazu kommt, dass die Preise bei APC deutlich angezogen haben, die Qualität aber insgesamt immer schlechter wird. Wir haben hier deshalb schon vor ~2 Jahren angefangen die (immer häufiger/früher) defekten APCs durch Powerwalker zu ersetzen. Die nutzen in fast allen USVs/Batterypacks leicht erhältliche Standardakkus (bei APC mittlerweile nicht mehr die regel; selbst zwischen stand- und rackvariante sind hier oft andere Akkus verbaut!), haben ziemlich überdimensionierte Wandler (speziell die Varianten für zusätzliche externe Packs und die Doppelwandler-Modelle) und eine sauberere Ausgangsspannung als die APCs! Zudem sind die SNMP-Module spottbillig verglichen mit dem was APC dafür aufruft (wenn überhaupt angeboten für das jeweilige Modell...).

Zuhause läuft bei mir eine Powerwalker VI 1000RT; hier im Firmennetz VFI 2000 und 3000 mit Doppelwandler sowie ein paar kleinere Standgeräte - alle nutzen BTW die selben Akkus; Bevorratung ist also _VIEL_ einfacher als für APC! Zudem scheinen die deutlich pfleglicher mit den Akkus umzugehen (evtl Ladezyklen/Lademodi?): Wir hatten in 2 APCs bereits 10-11 Monate nach Akkuwechsel wieder komplett zerstörte Akkus (original APC!). Mehrere Akkus waren extrem aufgebläht, manche sogar bereits ausgelaufen. Die wöchentlichen checks haben keinerlei Fehler oder Auffälligkeiten (z.b. stark verringerte Kapazität/Laufzeit) gezeigt. In beiden Fällen wechselte der Zustand direkt von "alles top" zu "akku tot - USV ohne funktion". Natürlich waren beide Ausfälle kurz vor langen Wochenenden bzw einer mitten in meinem Urlaub :evil: .
Die älteste Powerwalker ist mittlerweile im dritten Dienstjahr und hat erst kürzlich (vorsorglich) neue Akkus bekommen - die alten sahen noch völlig i.O. aus; Test mit Batterietester ergab 80% Kapazität. Ein paar der Akkus laufen heute noch in kleinen USVs die nichts "lebenswichtiges" absichern. Mit den Akkus die ich bisher immer nach 12-18 Monaten aus APCs gezogen habe wäre das undenkbar gewesen...

kalamazoo
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Re: USV für kleines Heimnetzwerk

Beitrag von kalamazoo » 09.08.2018 21:14:54

r4pt0r hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
09.08.2018 15:27:58
NUT wäre mein Tipp gewesen ...
Danke für den sehr informativen Beitrag. Ich werde mir NUT etwas später nochmals anschauen, zwischenzeitlich wende ich mich mal wieder meinem Festplattenproblem zu.

Gruß,
kalamazoo

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