Vorschlag: Umgang mit Störungen / Regelung von absoluten Mindeststandards

Schreibt hier die Kategorien und Themen rein, die euch momentan hier noch fehlen.
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heisenberg
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Vorschlag: Umgang mit Störungen / Regelung von absoluten Mindeststandards

Beitrag von heisenberg » 29.12.2020 02:50:33

Hallo zusammen,

da ich gerade auf einem Medidationsretreat(online per Videokonferenz) mit buddistischem Background bin, möchte ich gerade mal ausführen, wie der Umgang mit Störungen hier gehandhabt wird:

Es gibt da folgende Regeln: Die 5 Silas - leicht abgewandelt(vom Grundsatz her so etwas wie die 10 Gebote auf buddistisch):
  • I undertake the training to abstain from killing or harming living beings and to protect the well-being of all.(Niemanden töten und wenn nötig andere Personen schützen)
  • I undertake the training to abstain from taking what is not freely given and to practice generosity.(Nicht stehlen und Großzügigkeit üben)
  • I undertake the training to abstain from sensual and sexual misconduct and to respect all living beings.(Kein sexuelles Fehlverhalten, möglichst auch nicht in Gedanken und Respekt gegenüber allen Wesen)
  • I undertake the training to abstain from false and harmful speech and to be truthful, honest, and skillful in my speech.(Mit seinen Worten niemanden Schaden zufügen oder lügen. Versuchen ehrlich und nach besten Bemühen die Sprache zum Wohle aller einsetzen).
  • I undertake the training to abstain from taking substances that lead to heedlessness and to treasure the clarity of my own mind. (Verzicht auf Rauschmittel aller Art).
Am Anfang wird auf diese Regeln hingewiesen und wer diesen Regeln nicht zustimmt, kann nicht teilnehmen(Keine Diskussion). Üblicherweise kommt es zu keinen Regelübertretungen. Kleinere Konflikte passieren aber wohl schon ab und an mal. (Nichts im Vergleich zu hier.) Die Regeln sind das absolute Minimum. Bei fortgeschritteneren Veranstaltungen, an denen Personen teilnehmen, die schon länger mit dabei sind, kommen noch mehr Regeln dazu.(Siehe Wikipedia)

Was mir daran gefällt und auch für hier brauchbar erscheint:
  • Sehr geringe Anzahl an Regeln
  • Sehr allgemein formuliert (Man darf erwarten, dass ein jeder Benutzer die Regeln korrekt auf seine Handlungen/Worte anwenden kann)
  • Sehr kurze Regeln
  • Konsequent die Einhaltung dieser absoluten Mindeststandards einfordern
  • Anzahlmässig würde für das Forum schon weniger genügen
Natürlich ist so eine Präsenzveranstaltung etwas anderes als hier, wo alles etwas zeitversetzt abläuft. Kleinere Anpassungen sind also nötig. Vom Gefühl her hatte ich vorher Bedenken, wenn man da immer schnell Benutzer sperrt. Es ist da doch sehr interessant, wie das im Vergleich dort ist.

Ich denke aber, dass das eine gute Sache ist und wäre für einen Versuch.

Ideen zur Umsetzung:
  • Wer gegen die Regeln verstösst, wird für X Tage in eine Read-Only-Gruppe geworfen(kann nicht mehr im Forum posten, evtl. mit Warnstufe vorher?) und bekommt eine PN, dass er gegen die Regeln verstossen hat und gleich mit angehängt diese Regeln.
  • Der Benutzer bekommt in der Mail eine Rückfragemöglichkeit genannt, wo er nachfragen kann, wenn er Fragen zur Sperrung oder zur Interpretation der Regeln hat(Da können auch andere als die Moderatoren etwas übernehmen).
  • Nach Entscheidung der Verantwortlichen kann eine Sperre nach Rückfrage evtl. auch gleich aufgehoben werden(manchmal ist eine gewisse Nachdenkzeit aber nicht unbedingt schlecht).
Natürlich wäre es notwendig, dass das auch in den Regeln steht, die der Nutzer bei Registrierung akzeptiert. Auch spricht natürlich nichts dagegen, bei aller Konsequenz freundlich und hilfsbereit mit der Person zu sprechen, die die Regeln nicht beachtet hat.

Als Regelsatz könnte ich mir das vorstellen:

Code: Alles auswählen

Wir erwarten....

* ... einen respektvollen Umgang mit allen anderen Forumsteilnehmern
* ... den Verzicht auf sexuelle Inhalte jeglicher Art
* ... ein Bemühen um inhaltliche und formal saubere Darstellung[link zu Formatierungsempfehlungen], 
      so dass alle Beiträge zum Aufbau einer gut lesbaren Wissendatenbank beitragen
(Das man sich an geltende Gesetze hält, versteht sich von selbst, könnte man aber noch dazu schreiben).
Ich biete keine Lösungen sondern gebe Hilfe zur Selbsthilfe.

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ralli
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Re: Vorschlag: Umgang mit Störungen / Regelung von absoluten Mindeststandards

Beitrag von ralli » 29.12.2020 06:53:56

Danke @heisenberg, gefällt mir außerordentlich gut. Im Alltag halte ich es etwas einfacher, ich wende den kategorischen Imperativ an oder volkstümlich "Die goldene Regel" Das ist sehr unkompliziert und jeder weiß, was gemeint ist und woran er ist. Der Mensch ist, entgegen der herkömmlichen Auffassung leider nicht vernunftgesteuert, so sehr wir uns das auch wünschen. Beschäftige mich augenblicklich mit dem schottischen Philosophen David Hume, von dem Kant schwärmte, als er schrieb, erst Hume hätte Ihn aus seinem dogmatischen Schlummer erweckt...

Gruß ralli
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niemand
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Re: Vorschlag: Umgang mit Störungen / Regelung von absoluten Mindeststandards

Beitrag von niemand » 29.12.2020 09:05:47

heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
29.12.2020 02:50:33
da ich gerade auf einem Medidationsretreat(online per Videokonferenz) mit buddistischem Background bin, möchte ich gerade mal ausführen, wie der Umgang mit Störungen hier gehandhabt wird:
Dass es dort funktioniert, wird daran liegen, dass dort eine andere gemeinsame Einstellung vorherrscht – die schon alleine durch das Thema (Buddhismus) bedingt ist. Hier hingegen ist die Gemeinsamkeit technischer Natur, und die Mindsets könnten verschiedener nicht sein. Und das ist gut so, wie ich betonen möchte.
heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
29.12.2020 02:50:33
Ideen zur Umsetzung:

Wer gegen die Regeln verstösst, wird für X Tage in eine Read-Only-Gruppe geworfen(kann nicht mehr im Forum posten, evtl. mit Warnstufe vorher?) und bekommt eine PN, dass er gegen die Regeln verstossen hat und gleich mit angehängt diese Regeln.
Kann man machen. Aber wenn eine dieser Regeln „Wir erwarten einen respektvollen Umgang mit allen anderen Forumsteilnehmern” lautet, dann hast du ein Problem: Was ich als höchst respektvoll empfinde, kann dem Anderen respektlos erscheinen, und vice versa. Beispiele gibt es hier genug. Du müsstest also festschreiben, was als respektvoll, und was als respektlos anzusehen ist, sowie Abstufungen festlegen, anhand derer festgestellt wird, ob es einen Ausschluss, oder nur eine Verwarnung gibt. Dazu wären ggf. noch weitere Definitionen notwendig. Ein paar Iterationen weiter, und du hast ein Regelwerk, bei dem keiner mehr durchsieht.

Unterm Strich: gute Idee, nur würde sie an der Realität scheitern. Ich hoffe, das war nun nicht zu respektlos.
non serviam.

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hikaru
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Re: Vorschlag: Umgang mit Störungen / Regelung von absoluten Mindeststandards

Beitrag von hikaru » 29.12.2020 10:13:37

@niemand:
:THX:

Das Problem an wie auch immer formulierten "einfachen Regeln" jeglicher Art ist, dass sie viel Interpretationsspielraum bieten. Diesen Spielraum kann man durch Präzisierung verkleinern, aber dann werden die einfachen Regeln eben komplex und irgendwann unüberschaubar. Deshalb sind auch Gesetzestexte so kompliziert, weil sie das Zusammenleben von Millionen von Menschen mit unzähligen "Mindsets" abdecken müssen.
Letztendlich lässt sich die Komplexität der "Regeln des Miteinanders" nicht reduzieren. Man kann sie lediglich zwischen Eigenverantwortung des Individuums und Vorgaben der Obrigkeit hin- und herschieben. Wie so oft macht es die richtige Mischung aus beidem und diese kann sich je nach den Umständen ändern.
heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
29.12.2020 02:50:33
Als Regelsatz könnte ich mir das vorstellen:

Code: Alles auswählen

Wir erwarten....

* ... einen respektvollen Umgang mit allen anderen Forumsteilnehmern
* ... den Verzicht auf sexuelle Inhalte jeglicher Art
* ... ein Bemühen um inhaltliche und formal saubere Darstellung[link zu Formatierungsempfehlungen], 
      so dass alle Beiträge zum Aufbau einer gut lesbaren Wissendatenbank beitragen
Das steht bereits alles in den Forenregeln.

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Meillo
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Re: Vorschlag: Umgang mit Störungen / Regelung von absoluten Mindeststandards

Beitrag von Meillo » 29.12.2020 11:02:19

Ich sehe das nicht so realitaetsunbrauchbar wie niemand und hikaru. Ich denke, dass in heisenbergs Ideen schon noch mehr Potenzial steckt. Beispielsweise leisten unsere Forenregeln dies derzeit nicht:
heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
29.12.2020 02:50:33
Was mir daran gefällt und auch für hier brauchbar erscheint:
  • Sehr geringe Anzahl an Regeln
  • [...]
  • Sehr kurze Regeln
  • [...]
  • [...]
An der Stelle wuerde ich gerne weiter ansetzen. (Ich bin von unseren Forenregeln regelmaessig erschlagen ... darum schaue ich auch ungern rein. Auswendig kenne ich sie eh nicht. Und ehrlich gesagt moderiere ich auch nicht explizit danach, sondern vor allem nach einer Vorstellung von einem konstruktiven Miteinander.)


Auch folgendes steht natuerlich in unseren Forenregeln:
heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
29.12.2020 02:50:33
Als Regelsatz könnte ich mir das vorstellen:

Code: Alles auswählen

Wir erwarten....

* ... einen respektvollen Umgang mit allen anderen Forumsteilnehmern
... aber wirklich streng moderieren wir danach nicht. Wir lassen (oder liessen) sehr viel durchgehen, was man als nicht-respektvollen Umgang miteinander bezeichnen muss. Natuerlich gibt es dazu unterschiedliche Meinungen. Vielleicht muss da mehr Akzeptanz aufkommen, dass die Moderation hierzu die Interpraetationsentscheidung faellt. (Immer wieder kommt es mir vor, wie wenn wir eine heilige Kuh schlachten wuerde, nur weil nicht jeder seine Meinung dazu gesagt hat.)

Als Massnahme gefallen mir temporaere Sperren immer besser, weil sie:

1. die sich schlecht verhaltenden User und nicht die Community treffen (wie bei geschlossenen Themen)
2. die Metadiskussionen erstmal am eskalieren hindern
3. die Hitze und Geschwindigkeit rausnehmen und Zeit und Gelegenheit zum Abkuehlen und wieder klar denken koennen schaffen
4. den Konstruktiven nicht schaden, sondern ihnen Gelegenheit und Luft geben, den Diskussionsverlauf wieder in eine positivere Richtung zu wenden
5. temporaer sind


Auch faende ich es gut, wenn wir als Regel haetten, dass sich die Forenleitung vorbehaelt, welche Themen und Diskussionen sie im Forum haben will. Hierzu gibt es teilweise seltsame Vorstellungen, wie dass das DFDE eine Buehne fuer beliebige Themen waere. Ich faende es gut, wenn der Moderation hier ein Entscheidungsrecht zugestanden wird. (Und dass fuer die User dadurch nicht die Welt untergeht.) Feltel und die Mods sind sehr daran interessiert, einen offenen und vielseitigen Diskurs zu ermoeglichen. Oft genug wird uns das leider abgesprochen.


Vielleicht waere es gut, wenn wir von Moderationsseite -- als Gegenstueck zu den Forenregeln -- eine Art Selbstverpflichtung formulieren wuerden. ... Nennen wir es -- dem Vorbild von Debian folgend -- einen Gesellschaftsvertrag ... mit in symmetrischer Weise Regeln fuer die User und eine Selbstverpflichtung der Moderation.

Das wuerde auch zu uns als Debian-Forum passen.
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eggy
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Re: Vorschlag: Umgang mit Störungen / Regelung von absoluten Mindeststandards

Beitrag von eggy » 29.12.2020 12:28:48

Mir wäre wichtig, dass immer ganz klar drunter steht, dass wenn ein Thread zugemacht wurde, was der Grund dafür war.

Aktuelles Beispiel*: viewtopic.php?f=25&t=179814
Abtrennung von KBDCALLS "Grund: Habe vorläufig den letzten Beitrag abgetrennt und verschoben" soweit sehr gut nachvollziehbar :THX: .
Aber dann hat's irgendwer zugemacht und beim Leser (oder zumindest bei mir) bleibt aus unbeteiligter Sichtweise: Zumachen wieso? Wegen Abtrennung? Wegen was anderen? Wieso überhaupt zumachen? Gab's schon wieder Zoff und wurde der gelöscht? Wie geht sowas bei sonem Thema !? ... *schulterzuck* (dass der Grund vermutlich nur war, dass die Leute im neuen Thread weitermachen sollen, ist naheliegend - aber halt nicht offensichtlich)

Wäre nett, wenn Moderationseingriffe noch etwas mehr besser, vorallem auch für "ab und an mal Mitlesende", nachvollziehbar werden.

* : Beispiel gewählt, weils grade aktuell war, gibt treffendere, aber das tats auch - sorry KBDCALLS, ist nicht persönlich gemeint :mrgreen:

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Meillo
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Re: Vorschlag: Umgang mit Störungen / Regelung von absoluten Mindeststandards

Beitrag von Meillo » 29.12.2020 12:38:27

eggy hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
29.12.2020 12:28:48
Mir wäre wichtig, dass immer ganz klar drunter steht, dass wenn ein Thread zugemacht wurde, was der Grund dafür war.

Aktuelles Beispiel*: viewtopic.php?f=25&t=179814
Abtrennung von KBDCALLS "Grund: Habe vorläufig den letzten Beitrag abgetrennt und verschoben" soweit sehr gut nachvollziehbar :THX: .
Aber dann hat's irgendwer zugemacht und beim Leser (oder zumindest bei mir) bleibt aus unbeteiligter Sichtweise: Zumachen wieso? Wegen Abtrennung? Wegen was anderen? Wieso überhaupt zumachen? Gab's schon wieder Zoff und wurde der gelöscht? Wie geht sowas bei sonem Thema !? ... *schulterzuck* (dass der Grund vermutlich nur war, dass die Leute im neuen Thread weitermachen sollen, ist naheliegend - aber halt nicht offensichtlich)

Wäre nett, wenn Moderationseingriffe noch etwas mehr besser, vorallem auch für "ab und an mal Mitlesende", nachvollziehbar werden.

* : Beispiel gewählt, weils grade aktuell war, gibt treffendere, aber das tats auch - sorry KBDCALLS, ist nicht persönlich gemeint :mrgreen:
Guter Punkt, eggy.

Im konkreten Fall koennen wir noch keinen Grund nennen, da die Moderation aktuell noch diskutiert, wie wir damit verfahren. KBDCALLS wollte, aus meiner Sicht, das Thema *pausieren*, um die Situation klaeren zu koennen ... mit den anderen Moderatoren und mit dem Postenden. Das passiert derzeit. (Es geht um eine rechtliche Frage.)

Neben tatsaechlichen Gruenden fuer Entscheidungen, braucht es demnach auch noch eine Kategorie ``in Arbeit'' oder so, weil manche Entscheidungen (auch ob ueberhaupt moderiert werden muss und in welcher Weise) Zeit brauchen.
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thoerb
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Re: Vorschlag: Umgang mit Störungen / Regelung von absoluten Mindeststandards

Beitrag von thoerb » 29.12.2020 12:47:54

Meillo hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
29.12.2020 12:38:27
Im konkreten Fall koennen wir noch keinen Grund nennen, da die Moderation aktuell noch diskutiert, wie wir damit verfahren. KBDCALLS wollte, aus meiner Sicht, das Thema *pausieren*, um die Situation klaeren zu koennen ... mit den anderen Moderatoren und mit dem Postenden. Das passiert derzeit. (Es geht um eine rechtliche Frage.)
Schreibt doch bitte in Zukunft eine kleine Info darunter, so wie du es jetzt getan hast. Wie eggy finde ich es auch ziemlich verwirrend, wenn da aus meiner unwissenden Sicht irgendwas grundlos zugemacht wird.

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hikaru
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Re: Vorschlag: Umgang mit Störungen / Regelung von absoluten Mindeststandards

Beitrag von hikaru » 29.12.2020 12:48:32

Meillo hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
29.12.2020 11:02:19
Ich sehe das nicht so realitaetsunbrauchbar wie niemand und hikaru. Ich denke, dass in heisenbergs Ideen schon noch mehr Potenzial steckt.
Auch ich halte heisenbergs Vorschglag nicht für realitätsunbrauchbar. Aber er folgt eben stark einem Ansatz, der die Eigenverantwortung der Nutzer in den Vordergrund stellt, indem er abgesehen von ein paar Allgemeinplätzen (man könnte auch sagen: Selbstverständlichkeiten) viel Freiheit lässt.
Ich mag diesen Ansatz, aber genau diesen Ansatz verfolgt das Forum schon mindestens so lange ich dabei bin und er ist in letzter Zeit an Grenzen gestoßen, weil sich in den letzten Jahren die Diversität der Mindsets der User erhöht hat. Es gibt hier heute keinen allgemeingültigen Konsens mehr darüber, wo die Grenzen des respektvollen Umgangs liegen. Deshalb müssen sie von außen gesetzt werden. Eine Umformulierung der Forenregeln kann das vereinfachen, leistet das aber nicht aus sich heraus.
Meillo hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
29.12.2020 11:02:19
Beispielsweise leisten unsere Forenregeln dies derzeit nicht:
heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
29.12.2020 02:50:33
Was mir daran gefällt und auch für hier brauchbar erscheint:
  • Sehr geringe Anzahl an Regeln
  • [...]
  • Sehr kurze Regeln
  • [...]
  • [...]
Damit erhöhst du den Interpretationsspielraum und verschiebst somit den Schwerpunkt weiter in Richtung Eigenverantwortung.
Meillo hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
29.12.2020 11:02:19
Vielleicht muss da mehr Akzeptanz aufkommen, dass die Moderation hierzu die Interpraetationsentscheidung faellt. (Immer wieder kommt es mir vor, wie wenn wir eine heilige Kuh schlachten wuerde, nur weil nicht jeder seine Meinung dazu gesagt hat.)
Ich finde es fast erschreckend, dass du es für nötig hältst, das explizit zu schreiben. Natürlich muss die faktische Interpretationshoheit bei den Moderatoren liegen, sonst braucht man keine Mods. Farbiger Text ist das letzte Mittel bevor Knöpfe gedrückt werden und das muss auch so bei den Usern ankommen.
Meillo hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
29.12.2020 11:02:19
Auch faende ich es gut, wenn wir als Regel haetten, dass sich die Forenleitung vorbehaelt, welche Themen und Diskussionen sie im Forum haben will.
Auch das ist eine Selbstverständlichkeit, die sich aus feltels Hausrecht ergibt. Der Job der Mods ist es, das Hausrecht durchzusetzen.
Meillo hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
29.12.2020 11:02:19
Vielleicht waere es gut, wenn wir von Moderationsseite -- als Gegenstueck zu den Forenregeln -- eine Art Selbstverpflichtung formulieren wuerden. ... Nennen wir es -- dem Vorbild von Debian folgend -- einen Gesellschaftsvertrag ... mit in symmetrischer Weise Regeln fuer die User und eine Selbstverpflichtung der Moderation.

Das wuerde auch zu uns als Debian-Forum passen.
Das halte ich nicht für sinnvoll. Natürlich müssen sich auch Mods an die allgemeingültigen Forenregeln halten. Ob man diese allgemeingültigen Regeln mehr in Richtung DSC bewegt mag diskussionswürdig sein, aber ich sehe keinen Sinn darin, einen Extrasatz Regeln für Mods zu schaffen.

eggy hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
29.12.2020 12:28:48
Mir wäre wichtig, dass immer ganz klar drunter steht, dass wenn ein Thread zugemacht wurde, was der Grund dafür war.
Ja, mangelnde Transparenz sehe ich oft als Problem von Moderationseingriffen, nicht nur hier.
Dein Beispiel zeigt aber auch, was mMn das Hauptproblem der hiesigen Moderation ist: Mangelnde Abstimmung unter den Mods. Mod I macht Aktion A, dann kommt Mod II und macht Aktion B. Beides ist für sich meist ok, aber in der Summe sieht's dann komisch aus.
Oder ein Mod macht eine Aktion bei der man sich als User fragt, warum er das jetzt getan hat. Fragt man nach, kommt teils als Antwort, dass er sich selbst unsicher war und nimmt die Aktion zurück. Da hätte man sich auch vorher bei den Kollegen eine zweite Meinung holen können.

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Re: Vorschlag: Umgang mit Störungen / Regelung von absoluten Mindeststandards

Beitrag von feltel » 29.12.2020 13:07:02

hikaru hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
29.12.2020 12:48:32
Ja, mangelnde Transparenz sehe ich oft als Problem von Moderationseingriffen, nicht nur hier.
Dein Beispiel zeigt aber auch, was mMn das Hauptproblem der hiesigen Moderation ist: Mangelnde Abstimmung unter den Mods. Mod I macht Aktion A, dann kommt Mod II und macht Aktion B. Beides ist für sich meist ok, aber in der Summe sieht's dann komisch aus.
Oder ein Mod macht eine Aktion bei der man sich als User fragt, warum er das jetzt getan hat. Fragt man nach, kommt teils als Antwort, dass er sich selbst unsicher war und nimmt die Aktion zurück. Da hätte man sich auch vorher bei den Kollegen eine zweite Meinung holen können.
Aber bitte nicht vergessen, das wir das alles nur "nebenberuflich" machen. Wir können nicht rund um die Uhr mit x Leuten präsent sein, um uns ggf. noch rückzuversichern. Das ist einfach nicht machbar. Einerseits sollen und wollen wir schneller handeln, um Eisen aus dem Feuer zu holen, andererseits sollen wir uns vorher bestenfalls auch noch abstimmen. Da geht nur eines von beiden. Bei den meisten Moderationen ist das auch nicht notwendig, weil das übliches Zeugs ist. Wenn aber doch mal "Spezialfälle" auftreten, dann stimmen wir uns schon ggf. intensiv ab. Hier in dem speziellen Fall ging es aber darum, das potentiell rechtlich relevante Sachen offen verfügbar waren. Da ist es mir dann schon lieber, wenn erst gehandelt wird, denn Abmahnanwälte lauern nur auf sowas.

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Re: Vorschlag: Umgang mit Störungen / Regelung von absoluten Mindeststandards

Beitrag von eggy » 29.12.2020 13:23:54

Wenn's mal wieder schnell gehen muss, einfach ein forsches
"Moderationseingriff in Klärung, bitte bleiben Sie am Apparat *tuuuuuuut*"
in die Fusszeile und das gemeine Forenvolk ist erstmal zufrieden.

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Re: Vorschlag: Umgang mit Störungen / Regelung von absoluten Mindeststandards

Beitrag von feltel » 29.12.2020 13:28:58

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Re: Vorschlag: Umgang mit Störungen / Regelung von absoluten Mindeststandards

Beitrag von hikaru » 29.12.2020 13:48:52

feltel hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
29.12.2020 13:07:02
Aber bitte nicht vergessen, das wir das alles nur "nebenberuflich" machen.
Natürlich! Ich kenne das ja aus eigener Erfahrung.
Dass man bei dringenden Angelegenheiten erst Knöpfe drückt und später Fragen stellt ist ja auch völlig in Ordnung. Mir ging es eher um weniger dringende Eingriffe, wenn Threads z.B. wegen einer (vermeintlich) entstehenden Offtopic-Diskussion getrennt werden oder ein Mod zum Farbtopf greift, weil er selbst thematisch involviert ist.
Für eine verständliche Begründung sollte aber immer Zeit sein, und we es nur ein oder zwei Sätze sind. Bei einer Threadtrennung gehört für mich z.B. in jedem Fall dazu, den Grund der Trennung zu nennen und sowohl im alten als auch im neuen Thread einen Link auf den jeweils anderen zu setzen.

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Re: Vorschlag: Umgang mit Störungen / Regelung von absoluten Mindeststandards

Beitrag von heisenberg » 29.12.2020 14:38:54

"Moderationseingriff in Klärung, bitte bleiben Sie am Apparat *tuuuuuuut*"
Zustimmung dazu auch von meiner Seite. Kann ja ein entsprechend ausformulierter und wiederverwendbarer Textbaustein sein.
feltel hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
29.12.2020 13:07:02
Aber bitte nicht vergessen, das wir das alles nur "nebenberuflich" machen.
Vollstes Verständnis dafür. Insofern ist natürlich für alle Ideen das wichtigste Feedback derer, die davon evtl. noch mehr Arbeit haben.

Weiterer Vorschlag für spontan und aus wichtigem Grund verschobene/gelöschte Beiträge:

Ein Forumslogbuch-thread nach dem Muster(Schreibzugriff nur für Moderatoren):

Code: Alles auswählen

Thread mit dem Titel "Titelname hier" gelöscht/in den internen Bereich verschoben/whatever : Mögliches Illegales Thema. Interne Abstimmung.
Grund: Die Forengemeinschaft wird so über gelöschte und verschobene(und damit nicht einsehbare) Threads.
Ich biete keine Lösungen sondern gebe Hilfe zur Selbsthilfe.

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Re: Vorschlag: Umgang mit Störungen / Regelung von absoluten Mindeststandards

Beitrag von TRex » 29.12.2020 15:06:23

Das macht das Forum schon von selbst - da stehen ganz viele Passport-Threads und so drin ;)
Jesus saves. Buddha does incremental backups.
Windows ist doof, Linux funktioniert nichtDon't break debian!

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