Bilder aus dem Bundesarchiv

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niemand
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Re: Bilder aus dem Bundesarchiv

Beitrag von niemand » 11.09.2018 17:41:49

guennid hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
11.09.2018 13:12:46
Ich behaupte, dass du ein Bild, bei dem die Dargestellten oder deren Vertreter Persönlichkeitsschutz rechtlich durchgesetzt haben, via Bundesarchiv gar nicht zu sehen bekommen wirst, jedenfalls nicht via Internet.
Richtig. Deswegen ist ja die Auflösung bei den Bildern, die dann veröffentlich werden, vollkommen egal. Entweder, die Rechtslage lässt eine Veröffentlichung des betreffenden Dokumentes zu, oder eben nicht.
guennid hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
11.09.2018 13:12:46
Und dort, wo die Bundesarchivare glauben, ein Veröffentlichungsrecht im Internet zu haben, lassen sie's eben nur eingeschränkt zu - aus den sattsam genannten Gründen.
Ja, hier liegt mein Problem damit: ich habe bislang keinen validen Grund herauslesen können. Mag auch an mir liegen, bin halt nur ein einfacher Mensch.
guennid hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
11.09.2018 13:12:46
Ich erinnere nochmals: Es stimmt doch schlicht nicht, dass der Allgemeinheit nichts zurückgegeben werde, kostenfrei.
Es wird überaus großzügig (⸮ [← Ironiezeichen]) eine stark verkleinerte Vorschau für den Pöbel zur Verfügung gestellt, während höher aufgelöste Versionen nur einem erlauchten Kundenkreis zur Verfügung stehen. Obwohls bereits von jedem mitbezahlt worden ist.

Aber ich denke, wir haben nun beide unsere Ansichten erschöpfend dargelegt. Ich schlage vor, wie belassen’s einfach dabei. Doch sollte ich mal historisch relevante Dokumente finden, auf’m Flohmarkt oder auf irgend’nem Dachboden, oder sonstwo – dann werde ich den Kram zum Anzünden meines Ofens verwenden, aber nicht dem Archiv zur Verfügung stellen. Nur aus Prinzip. Entweder, es haben alle was davon, oder eben niemand (immerhin ist dessen Ofen dann an).
Hardware: dunkelgrauer Laptop mit buntem Display (zum Aufklappen!) und eingebauter Tastatur; beiger Klotz mit allerhand Kabeln und auch mit Farbdisplay und Tastatur (je zum auf’n Tisch Stellen)
Am 7. Tag aber sprach der HERR: „QWNoIFNjaGVpw58sIGtlaW5lbiBCb2NrIG1laHIgYXVmIGRlbiBNaXN0ISBJY2ggbGFzcyBkYXMgamV0enQgZWluZmFjaCBzbyDigKYK“

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novalix
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Re: Bilder aus dem Bundesarchiv

Beitrag von novalix » 12.09.2018 16:56:17

niemand hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
11.09.2018 17:41:49
guennid hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
11.09.2018 13:12:46
Und dort, wo die Bundesarchivare glauben, ein Veröffentlichungsrecht im Internet zu haben, lassen sie's eben nur eingeschränkt zu - aus den sattsam genannten Gründen.
Ja, hier liegt mein Problem damit: ich habe bislang keinen validen Grund herauslesen können. Mag auch an mir liegen, bin halt nur ein einfacher Mensch.
In juristischen Dingen besitze ich bestimmt ein schlichtes Gemüt. Dennoch habe ich natürlich eine Meinung.

Wenn ich davon ausgehe, dass viele der Dokumente, die vom Bundesarchiv als Digitalisate veröffentlicht werden, gemeinfrei sind, dann stellt sich mir tatsächlich die Frage, auf welcher Rechtsgrundlage die - wenn auch moderat - einschränkende CC-Lizenz angewendet wird.

Creative Commons Lizenzen regeln die Nutzungsrechte von urheberrechtlich geschützten Werken. Urheber kann nur eine natürliche Person sein.
Das zeitgeschichtliche Dokument selber (in dem vorhandenen Fall ganz sicher) unterliegt aber keinem Urheberschutz (mehr).

Wenn man jetzt vermuten kann, dass in diesem Fall der Urheberschutz auf das Werk des Digitalisierens bezogen wird, dann bleiben verschiedene Aspekte unklar.

Z.B: Wem genau steht dieser Urheberschutz zu?
Oder: Wenn ich jetzt auch ein Original dieser zeitgeschichtlichen Dokumente besitze und es mit meinen bescheidenen Mitteln digitalisiere, ist mein Digitalisat dann ein Plagiat?

Abgesehen von der praktischen Inkonsistenz eine CC-Lizenz zu benutzen, die nur den kommerziellen Gebrauch mit einer Zahlung sanktioniert, ohne dass für den nichtkommerziellen Gebrauch auch nur annähernd das gleiche Werk zur Verfügung stünde, ist es nach meiner Auffassung fragwürdig Nutzungsrechtsregelungen für nicht urheberrechtlich geschützte Werke in Anschlag zu bringen.
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Re: Bilder aus dem Bundesarchiv

Beitrag von schwedenmann » 12.09.2018 17:41:50

Hallo

@novalix
Wenn man jetzt vermuten kann, dass in diesem Fall der Urheberschutz auf das Werk des Digitalisierens bezogen wird, dann bleiben verschiedene Aspekte unklar.
Es geht nicht um den Vorgang des Digitalisierens, sondern um das so entstandene file des Bundesarchivs,und nur um dieses.

Wenn du auch ein Origianlplakat dein Eigen nennst, kannst es auch digitalisieren und das Ergebnis kostenfrei der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Wer allerdings die "Kopie" des Bundesarchivs nutzen will muß leider dafür bezahlen.

Ist im Übrigen mit sehr vielen Kunstwerken, Gemälden, von denen Museen, Sammlungen Bilder für Kataloge erstellen lassen, ebenso. Versuch mal ein hochauflösendes Bild des Tassilokelches letzes V.8.Jh.) zu bekommen, geht quasi nicht. Die Bilder gehören dem Kremsmünster, bzw. dem vom Kremsmünster beauftragten Fotographen und nur dort bekommst du hochauflösende Fotos bzw. Digitalisierungen.


mfg
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Re: Bilder aus dem Bundesarchiv

Beitrag von Huo » 12.09.2018 18:18:40

schwedenmann hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
12.09.2018 17:41:50
Versuch mal ein hochauflösendes Bild des Tassilokelches letzes V.8.Jh.) zu bekommen, geht quasi nicht.
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... Aachen.jpg

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novalix
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Re: Bilder aus dem Bundesarchiv

Beitrag von novalix » 12.09.2018 19:17:04

schwedenmann hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
12.09.2018 17:41:50
@novalix
Wenn man jetzt vermuten kann, dass in diesem Fall der Urheberschutz auf das Werk des Digitalisierens bezogen wird, dann bleiben verschiedene Aspekte unklar.
Es geht nicht um den Vorgang des Digitalisierens, sondern um das so entstandene file des Bundesarchivs,und nur um dieses.
So in etwa meinte ich das auch. Einem Werk kann ein zusätzliches Werk "angefügt" werden, etwa die übersetzten Untertitel einem Kinofilm. Der Film selber unterliegt einem Urheberrecht, die nachträglich hinzugefügte Übersetzung auch. Theoretisch könnte man jetzt auf die Idee kommen, die Digitalisierung eines vorher nur analog vorhandenen Werks bilde eine eigenständige schöpferische Leistung, so dass die Ergebnisse dieser Leistung, das Werk der entstandenen Datei, einen eigenen Urheberschutz beanspruchen könnte.
Ich halte das in keiner Weise für wahrscheinlich, dass man auf einen solchen Vorgang einen Urheberschutzanspruch erheben kann. Diese Hypothese ist schlicht daraus erwachsen, dass das Bundesarchiv qua Nutzung einer CC-Lizenz so tut, als ob ein Urheberschutz vorhanden wäre, dessen Nutzungsrechte zu regeln seien.
schwedenmann hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
12.09.2018 17:41:50
Wenn du auch ein Origianlplakat dein Eigen nennst, kannst es auch digitalisieren und das Ergebnis kostenfrei der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Wer allerdings die "Kopie" des Bundesarchivs nutzen will muß leider dafür bezahlen.
Ja, faktisch muss jeder bezahlen, der das richtige file erhalten will. Dabei ist es völlig Gleichgültig in welchem Kontext die Datei benutzt werden soll. Die in Anschlag gebrachte CC-Lizenz ist in diesem Kontext gebrauchsmäßig ein schlechter Scherz.
Und natürlich bleibt die Frage bestehen: Was genau wird denn hier abgerechnet?
Das Zurverfügungstellen des Dienstes via imaginierten Urheberschutz?
Immerhin kostet die "Lizenz" zum Download ja auch den amtlichen Preis eines tatsächlich urheberrechtlich geschützten Werks und ist nicht etwa eine Kostenbeteiligung an einem Download Portal.
schwedenmann hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
12.09.2018 17:41:50

Ist im Übrigen mit sehr vielen Kunstwerken, Gemälden, von denen Museen, Sammlungen Bilder für Kataloge erstellen lassen, ebenso. Versuch mal ein hochauflösendes Bild des Tassilokelches letzes V.8.Jh.) zu bekommen, geht quasi nicht. Die Bilder gehören dem Kremsmünster, bzw. dem vom Kremsmünster beauftragten Fotographen und nur dort bekommst du hochauflösende Fotos bzw. Digitalisierungen.

Das ist ja auch alles völlig in Ordnung so.
Der Kremsmünster hat einen Fotografen beauftragt Bilder zu erstellen. Dieser besitzt das Urheberrecht an diesen Aufnahmen[*]. Das Urheberrecht ist nicht übertragbar. Der Auftraggeber erwirbt Nutzungsrechte an diesem Werk. Welche Rechte das genau sind, ist Vertragsangelegenheit der beiden Partner.
Wenn wir der Einfachheit halber davon ausgehen, dass der Münster die ausschließlichen Nutzungsrechte an diesen Bildern erworben hat, können sie diese anwenden so lange der Urheberschutz anhält. Das sind in Deutschland nach meiner Kenntnis die Lebensdauer des Urhebers + 70 Jahre.
Danach ist das jeweilige Werk gemeinfrei. Es unterliegt keinem Urheberschutz mehr. Nutzungslizenzen sind Schall und Rauch.

[*]Nicht jede Fotografie gilt automatisch als urheberrechtlich zu schützendes Werk. Allerdings besteht der Urheberschutz bei bestimmten professionellen Akteuren (hier: der Fotograf) automatisch.
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Re: Bilder aus dem Bundesarchiv

Beitrag von guennid » 12.09.2018 21:01:42

Es geht nicht um den Vorgang des Digitalisierens, sondern um das so entstandene file des Bundesarchivs,und nur um dieses.
[...]
Wer allerdings die [bestimmte!] "Kopie" des Bundesarchivs nutzen will muß leider dafür bezahlen.
Und ich halte das auch nach wie vor für in Ordnung. Das Bundesarchiv einschließlich seiner im Internet zur Verfügung gstellten Bilder ist von seinen Aufgaben her nun mal keine kostenlose digitale Bilder-Sammlung. Ich sehe nach wie vor keine für mich "valide" Begründung für eine Änderung dieser Praxis.

Wir haben mittlerweile zwei Beispiele dafür, welche digitalen Kopien von Bildern man in guter Qualität und kostenfrei auch ohne Bundesarchiv erhalten kann.

Grüße, Günther

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Re: Bilder aus dem Bundesarchiv

Beitrag von Huo » 12.09.2018 21:45:36

guennid hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
12.09.2018 21:01:42
Das Bundesarchiv einschließlich seiner im Internet zur Verfügung gstellten Bilder ist von seinen Aufgaben her nun mal keine kostenlose digitale Bilder-Sammlung.
Damit kann ich gut leben. Es gibt aber andere öffentliche Dienstleistungen, die ich mir kostenlos wünschen würde:

(1) Dass seit ca. 1990 praktisch alle öffentlichen Büchereien Jahresgebühren eingeführt haben, konterkariert sämtliche Bemühungen um Leseförderung. Vielerorts werden auch Kinder und Jugendliche zur Kasse gebeten.

(2) Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel (zumindest im Nahverkehrsbereich) sollte prinzipiell kostenlos sein, um den Verzicht auf umweltschädliche Autofahrten attraktiver zu machen und eine Verkehrswende anzustoßen.

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Meillo
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Re: Bilder aus dem Bundesarchiv

Beitrag von Meillo » 12.09.2018 22:41:45

@novalix: Schau dir mal den Blog von Klaus Graf an. Er greift immer wieder solche Faelle auf. Dort solltest du einige Beispiele, Begruendungen und Hintergruende finden. (Zur Einordnung: Seine Meinung und seine Verhaltensweise wird im Bibliotheks- und Archivwesen kontrovers gesehen.)
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Re: Bilder aus dem Bundesarchiv

Beitrag von cronoik » 13.09.2018 01:42:04

niemand hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
11.09.2018 17:41:49
...Es wird überaus großzügig (⸮ [← Ironiezeichen]) eine stark verkleinerte Vorschau für den Pöbel zur Verfügung gestellt, während höher aufgelöste Versionen nur einem erlauchten Kundenkreis zur Verfügung stehen. Obwohls bereits von jedem mitbezahlt worden ist....
Ich denke das du in der Rechnung den Mehrwert der durch die Einnahmen entsteht aussen vor laesst. Im Bundeshaushalt von 2017 werden Gebuehreneinnahmen von 500000 Euro aufgefuehrt. Das faellt bei Ausgaben von 68,16 Millionen nicht gross ins Gewicht, aber von einem Abzocken, wie desputin schrieb, kann man nun auch nicht sprechen. Ein Verzicht auf die Gebuehren fuehrt aber auch dazu, dass die 500000 noch vom Staat gedeckt werden muessen. Angenommen die BRD haette die 500000 nicht aufbringen koennen in der Vergangenheit, dann muesste man doch davon ausgehen dass nicht der heutige Bestand archiviert worden ist, sondern ein paar Stuecke wegen Nichtfinanzierbarkeit fehlen wuerden. Da der jetzige Bestand durch die Gebuehren mitfinanziert worden ist eine Gebuehrenfreiheit nur moeglich wenn ich Zukunft weniger gemacht wird oder die 500000 zusaetzlich durch den Staat ausgegelichen wird. Hinzukommen dann natuerlich noch moegliche zusaetzliche Arbeitslose die durch diesen Service ihren bisherigen Job verloren haben, weil niemand mehr fuer Bilder bezahlt die auch durch das Bundesarchiv zur Verfuegung gestellt werden (keine Ahnung ob es die tatsaechlich gibt). Unter der weiteren Annahme dass die BRD lediglich ausreichend Steuereinnahmen hat, stellt sich also fuer die Gemeinsschaft die Frage ob sie mehr Steuern zahlen moechte oder weniger archiviert werden soll. Ich fuer meinen Teil moechte beides verneinen.
Huo hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
12.09.2018 21:45:36
...(1) Dass seit ca. 1990 praktisch alle öffentlichen Büchereien Jahresgebühren eingeführt haben, konterkariert sämtliche Bemühungen um Leseförderung. Vielerorts werden auch Kinder und Jugendliche zur Kasse gebeten....
Ich kenne die Buechereien von vor 1990 nicht, aber ich mag dir da nicht wirklich zustimmen. Wuerde wirklich mehr gelesen werden wenn die Buechereien kostenlos waeren oder gibt es dort andere Einfluesse (Ein hoher Bildungsstand gehoert wahrscheinlich nicht zu den Dingen die als erstes genannt werden wenn Menschen nach persoenlichen Zielen befragt werden)? In unserer Bibliothek gibt es eine Gebuehr von 20 Euro fuer 12 Monate fuer Familien. Das halte ich fuer kein Hindernis, auch nicht bei Arbeitslosengeld II, und ich finde das die Gebuehr sogar einen positven Effekt hat. Die Leute gehen sorgsam mit der Buecherei um und Missstaende werden aufgrund der Erwartungshaltung der Kunden sofort behoben. Angenommen diese Effekte ergeben sich aus der Gebuehr, dann wuerde ich aufgrund des Renovierungsbedarfs einiger Schulen auch an allen Schularten eine Gebuehr einfuehren. Das war sehr ueberspitzt formuliert, aber ich denke es laesst sich vergleichen. Bildung wird von vielen Politikern nicht nur klein, sondern auch falsch geschrieben. Wenn man Abrissgebaeude und Bildungseinrichtung nicht unterscheiden kann, weil sie vollstaendig steuerfinanziert ist, dann komme ich zu dem Schluss, dass Bildung zu wichtig ist um sie Politikern anzuvertrauen (noch eine Uebertreibung :-)).
Huo hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
12.09.2018 21:45:36
(2) Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel (zumindest im Nahverkehrsbereich) sollte prinzipiell kostenlos sein, um den Verzicht auf umweltschädliche Autofahrten attraktiver zu machen und eine Verkehrswende anzustoßen.
Auch hier sehe ich nicht die Ursache. Viele Autofahrer fahren eher mit dem Auto weil das Angebot nicht in der Frequenz zur Verfuegung steht in der sie es benoetigen (wahrscheinlich insbesondere in laendlichen Gegenden) oder es Ihnen zu umstaendlich ist (Stadt). Zumindest in meiner Gegend ist das Auto immer noch Statussymbol oder der SUV wurde fuer die Uebersicht im Verkehr angeschafft (...). Die Modelle die ich hier herumfahren sehe, legen fuer mich eher den Schluss nahe dass die Menschen bequem sind und die Kosten der Folgen durch den Individualverkehr noch staerker beim Verursacher (dem Fahrzeughalter) veranschlagt werden sollten.

[1] https://www.bundeshaushalt.de/fileadmin ... /epl04.pdf Seite 94
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niemand
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Re: Bilder aus dem Bundesarchiv

Beitrag von niemand » 13.09.2018 06:49:11

cronoik hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
13.09.2018 01:42:04
Ich denke das du in der Rechnung den Mehrwert der durch die Einnahmen entsteht aussen vor laesst. […] Ein Verzicht auf die Gebuehren fuehrt aber auch dazu, dass die 500000 noch vom Staat gedeckt werden muessen.
[…]
Unter der weiteren Annahme dass die BRD lediglich ausreichend Steuereinnahmen hat, stellt sich also fuer die Gemeinsschaft die Frage ob sie mehr Steuern zahlen moechte oder weniger archiviert werden soll.
Wieviel wäre das in zusätzlichen Steuern pro Jahr für den Einzelnen, angenommen, die Steuerlast wäre gleichmäßig verteilt? Ich jedenfalls bin gerne bereit, die knapp 10 Cent im Jahr zu zahlen, wenn’s dazu führt, dass ich auf den schon bezahlten Kram zugreifen kann. Das wäre weniger als 1¢ im Monat – im Vergleich zu beispielsweise den monatlichen 1750¢ Zwangsgebühr für die Propaganda- und Einlullungsmedien erscheint mir das angemessen und tragbar.
Hardware: dunkelgrauer Laptop mit buntem Display (zum Aufklappen!) und eingebauter Tastatur; beiger Klotz mit allerhand Kabeln und auch mit Farbdisplay und Tastatur (je zum auf’n Tisch Stellen)
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Re: Bilder aus dem Bundesarchiv

Beitrag von desputin » 13.09.2018 12:05:50

Die größte Unverschämtheit sind ja noch die Kosten:
http://www.bundesarchiv.de/DE/Content/D ... dnung.html

Übrigens: Für eine freie Gesellschaft mit freier Zivilgesellschaft und blühender Wissenschaft wäre es sinnvoll, solche Datenbanken frei zu machen. Ob jetzt ein Wissenschaftler eine Bild-Analyse über alle Bilder laufen lassen will, oder was auch immer... Es gibt tausende möglicher Anwendungszwecke für die Datenbank, die so der Normalbevölkerung verschlossen bleibt.

Das ist undemokratisch und verhindert Kreativität. Scheißt doch auf die juristischen Fragen.
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Re: Bilder aus dem Bundesarchiv

Beitrag von cronoik » 13.09.2018 16:50:15

niemand hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
13.09.2018 06:49:11
Wieviel wäre das in zusätzlichen Steuern pro Jahr für den Einzelnen, angenommen, die Steuerlast wäre gleichmäßig verteilt? Ich jedenfalls bin gerne bereit, die knapp 10 Cent im Jahr zu zahlen, wenn’s dazu führt, dass ich auf den schon bezahlten Kram zugreifen kann. Das wäre weniger als 1¢ im Monat ... tragbar.
Ich mag das gar nicht schlecht reden oder bestreiten, denn die Entscheidung haengt zumindest offiziell davon ab was die Gesellschaft moechte. Es stellt sich somit die Frage was der Rest der Gesellschaft dazu sagt. Du bist dafuer. Ich bin eher dagegen weil ich mir notwendigere Investitionen mit 500000 Euro vorstellen kann.
desputin hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
13.09.2018 12:05:50
Die größte Unverschämtheit sind ja noch die Kosten:...
Wirklich? Von welcher Preiskategorie bist du denn betroffen?
desputin hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
13.09.2018 12:05:50
Übrigens: Für eine freie Gesellschaft mit freier Zivilgesellschaft und blühender Wissenschaft wäre es sinnvoll, solche Datenbanken frei zu machen. Ob jetzt ein Wissenschaftler eine Bild-Analyse über alle Bilder laufen lassen will, oder was auch immer... Es gibt tausende möglicher Anwendungszwecke für die Datenbank, die so der Normalbevölkerung verschlossen bleibt.
Wer entscheidet denn das und wer ersetzt die Gebuehren? Ich sehe da dringendere Verwendungszwecke fuer den Betrag der zum Ersatz der Gebuehren notwendig waere.
desputin hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
13.09.2018 12:05:50
Das ist undemokratisch und verhindert Kreativität.
Weil die Gesellschaft nicht die Kosten uebernimmt ist das undemokratisch?
desputin hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
13.09.2018 12:05:50
Scheißt doch auf die juristischen Fragen.
Despotin?
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Re: Bilder aus dem Bundesarchiv

Beitrag von desputin » 13.09.2018 17:54:36

Die Gesellschaft hat ja schon für die Bilder bezahlt. Mit den Steuereinnahmen seit Beginn der Photographie. Ich, Du und alle anderen Leute hier zahlen auch in den großen Steuertopf ein. Und nun sollen die Leute ein zweites Mal zahlen. Das ist unlogisch.
Grundlage dieser Ideologie ist der Wunsch nach Exklusivität von Wissen. Das ist elitär und das Gegenteil von dem, wofür Projekte wie Debian stehen (ja, wir sind hier immer noch in einem Forum für freie Software).

Es geht um Empowerment nicht um kleinliche Diskussionen um Urheberrechte oder Steuereinnahmen:
http://www.bpb.de/apuz/180866/empowerme ... arte?p=all
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Re: Bilder aus dem Bundesarchiv

Beitrag von cronoik » 13.09.2018 19:30:13

desputin hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
13.09.2018 17:54:36
Die Gesellschaft hat ja schon für die Bilder bezahlt. Mit den Steuereinnahmen seit Beginn der Photographie.....
Dem ist eben nicht so. Das Bundesarchiv finanziert sich aus Steuermitteln und Gebuehren.
desputin hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
13.09.2018 17:54:36
Das ist unlogisch.
Das kann man so oder so sehen. Warum soll die Gemeinschaft fuer dein persoenliches Beduerfnis, der Bereitstellung der Bilder, aufkommen, obwohl sie bisher lediglich fuer ihr eigenes Beduerfnis, die Archievierung, die Kosten getragen hat? Das erscheint mir nicht logisch.
desputin hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
13.09.2018 17:54:36
Grundlage dieser Ideologie ist der Wunsch nach Exklusivität von Wissen.
Du kannst dir das Bilder immer noch Online ansehen und es gibt Ausnahmen von den Gebuehren.
desputin hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
13.09.2018 17:54:36
Das ist elitär und das Gegenteil von dem, wofür Projekte wie Debian stehen (ja, wir sind hier immer noch in einem Forum für freie Software).
Freiheit und kostenlos sind zwei verschiedene Dinge. Siehe [1].
desputin hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
13.09.2018 17:54:36
Es geht um Empowerment nicht um kleinliche Diskussionen um Urheberrechte oder Steuereinnahmen:
Ressourcen wie Steuereinnahmen sind nicht beliebig vermehrbar und ich halte die erhobenen Gebuehren fuer sehr moderat.

[1] https://www.debian.org/intro/free
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Re: Bilder aus dem Bundesarchiv

Beitrag von desputin » 16.09.2018 17:03:41

Ich möcht aber das letzte Wort haben ;)
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