Lesetipp: "Losing Earth"

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guennid
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Re: Lesetipp: "Losing Earth"

Beitrag von guennid » 08.07.2019 14:28:29

Ein Jurist ist ein Spezialist (oder Fachidiot) auf einem Gebiet.
Da sehe ich kein Probleme:
Es kann nur besser werden,
Man könnte ab einem gewissen Alter seine kognitiven Fähigkeiten mal freiwillig einschätzen -und loslassen. Oder eine kleine, von Experten (Psychologen oder was weiß ich) ausgearbeiteten Intelligenztest bearbeiten.
Da du mit deinen Texten, die mir recht hoffnungslos erscheinen, warum schreibst du was anderes als ich hier?
Sancta simplicitas! Er hat schon einen gewissen Unterhaltungswert, so'n digitaler Stammtisch. - Solange er ein solcher bleibt! :wink:

Grüße, Günter
Zuletzt geändert von guennid am 08.07.2019 14:32:50, insgesamt 1-mal geändert.

jessie
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Re: Lesetipp: "Losing Earth"

Beitrag von jessie » 08.07.2019 14:32:10

hikaru hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.07.2019 13:35:49
Frau von Storch ist zugelassene Rechtsanwältin und hat mehrere Jahre in verschiedenen Kanzleien gearbeitet. :roll:
Ein Jurist ist ein Spezialist (oder Fachidiot) auf genau einem (willkürlich gewählem, nicht naturwissenschaftlichen) Gebiet. Er/sie und deren Kommunikationspartner könnten in gewissen juristischen und finanziellen Filterblasen stecken und damit nicht-repräsentativ sein. Übrigens beißen sich solche Katzen in den Schwanz: Juristen machen Gesetze, andere verstoßen dagegen, Juristen urteilen - in paar Jahren und nach der nächsten Wende anders. Von paar Jahren waren Homosexuelle wegzusperen und Frauen durften nur mit Einverständis der Männer arbeiten und Auto fahren - oder nicht mal wählen. Unter Wissenschaft verstehe ich etwas was anderes als politische Willkür!
Beispiele: Uli Hoeneß & Konsorten, BKA- und BND-Gesetze, Verstöße ungeahndet und nachträglich legitimert, Vorratsdatenspeicherung als ewiger Zombie, GG-widrige Videoüberwachung usw. Was ist daran Wiisenschaft, was nicht in paar Monaten mit einer einfachen Mehrheit hinweggefegt wierden kann? Am Ende müsste man einen neuen (wohl ergebnislosen) Thread über Wissenschaftstheorie eröffnen. Nazirichter sind kaum noch im Gedächtnis - und schon gar nicht diejenigen "Wissenschaftler" äh Juristen, die diese Gesetze ausgearbeitet haben. Sorry, ich glaube nicht, dir irgendwas erzählen zu müssen, eher Mitlesern. :wink:
hikaru hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.07.2019 13:35:49
Wer stellt wie sicher, dass der Auswahlprozess zufällig ist?
Wer stellt wie und nach welchen Kriterien fest, welche Bürger die von dir geforderte Eignung haben?
Welche Methoden schlägst du zur Verhinderung von Manipulationen dieser Prozesse vor?
Da sehe ich kein Probleme:
Es kann nur besser werden, wenn man sich die momentane Zusammensetzung versus Repräsentaitivität von Bundestag, Bundestag und Regierung ansieht.
Wissenschaftler und Meinungsforscher schaffen es angeblich, "Repräsentativität" in ihren Studien und "Forschungngen" herzustellen. Warum ich? Ein paar Abweichungen, Ungenauigkeiten, Probleme können nach und nach verbessert werden. Kein neues Verfahren ist von Anfang an perfekt. Die bisherige Besetzung unserer Parlamente repräsentativer zu gestalten, kann trotz anfänglicher Fehler nur besser werden! Ich würde Zufallsautomaten mit menschlich genutzter Einschränkung der Auswahlmöglichkeiten nutzen. Wofür verdienen Statistiker, die Volkszählungen / Zensus erstellen ihr Geld? Dafür noch etwas Kontrolle von außerhalb? Wir müssen was ändern, ansonsten geht die Menschheit den von mir nicht bedauerten evolutionären Bach runter.
hikaru hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.07.2019 13:35:49
Andere Firmen bedauern den Know-How-Verlust, wenn ältere Mitarbeiter ausscheiden. U65 müssen ihre kognitiven Fähigkeiten auch nicht nachweisen.
Falls du nun eine allgemeine Nachweispflicht vorschlägst: Wie verhinderst du hier Manipulation?
Man könnte ab einem gewissen Alter seine kognitiven Fähigkeiten mal freiwillig einschätzen -und loslassen. Oder eine kleine, von Experten (Psychologen oder was weiß ich) ausgearbeiteten Intelligenztest bearbeiten. Manipulatioin wird immer stattfinden. Sie darf nur nicht die Repräsentativität beeinflussen, ändern.
Etwas Praxisnähe: Viele Firmen sind froh, Ü65 loszuwerden. Krankenstand, Verdichtung der Arbeit usw. Ü65 eher für administrative Aufgaben. Dazu benötigt Ü65 Erfvahrung und Bildung, soll heißen klappt nicht für jeden.

Lieber hikaru, nun will ich Antworten (keine Beweise, aber Gedanken) von dir als von mir geschätzten, intelligenten Schreiber im Df: Imho siehst du keine Chancen in der Änderung des Menschen allgemein. Warum nicht in einer erzwungenen Änderung durch intelligente, vom Vollk bevollmächtigte Gruppen (Interessenkonflikte durch Zerstreunung/"Lottokratie" ausgehebelt), also wahre und repräsentative Abgeordente. Ja ich weiß, genau hier ist der Pferdefuß, diese zu finden.

Da du mit deinen Texten, die mir recht hoffnungslos erscheinen, warum schreibst du was anderes als ich hier?
jessie hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.07.2019 11:54:17
Eigentlich wird die Erde nie verloren, ein paar Arten sterben aus, die Evolution sorgt für neue. Wer vermisst den Menschen? Wenn der Mensch zu blöde ist, für die Umwelt seiner Kinder und Enkel zu sorgen, dann war er evolutionär gesehen eben zu blöde, sich anzupassen.
...
jessie hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.07.2019 11:54:17
Seid Umweltschweine, unterstützt Kapitalismus, westliche „Werte“, den Konsum, unseren Lobbyisten- und Bürokratenstaat, unsere Rüstungsindustrie, dann sterben Menschen und deren egoistisch erzogene Bälger eher aus, dann haben intelligente Arten endlich wieder Lebensraum! Je eher, je besser!
Übrigens hikaru: Aufgrund deiner Beiträge, die ich gern lese, schätze ich dich sehr und rechne mir als Ehre an, dass du auf meine Beiträge eingehst. Nichtsdestotrotz finde ich Kritikpunkte, auch wenn ich mich nicht so gut ausdrücken kann wie du.
Zuletzt geändert von jessie am 08.07.2019 15:04:45, insgesamt 1-mal geändert.

jessie
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Re: Lesetipp: "Losing Earth"

Beitrag von jessie » 08.07.2019 14:36:36

guennid hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.07.2019 14:28:29
Sancta simplicitas! Er hat schon einen gewissen Unterhaltungswert, so'n digitaler Stammtisch! :wink:
Wenn du mehr kannst als (lateinisch-vereinfachende) Sprüche - nur zu!
Mal schauen, wie dein Unterhaltungswert bezüglich Stammtisch (oder Rentner-Kaffeeklatsch, Informationen fehlten leider) lateinisch-simpel kritisiert werden kann ...

Man könnte sich sogar überlegen, welche Generation welche überalterten und schon deshalb nur an eigenen Lebensabend denkende Protagonisten und warum (Wohlstandsgott, Wirtschaftswachstum, Konsum für die eigene Sippe?) in Parteien und Regierung eingefädelt hat, die die Probleme der heutigen Generation (Umwelt/Klima/Flüchtlingsströme/Ressourcenkriege/Polarisierung der Gesellschaften/Flächenversiegelung/Wohnungsmangel/Mietpreise/Bevölkerungsdichte) zu verantworten haben. Wer austeilt, muss (oder sollte wenigstens) auch einstecken können. Frischen Lebesabemd ohne Gewissensbisse - aber mit etwas Nachdenken über Unterhaltungswerte fremder - und vor allem eigener Beiträge! :THX:

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Re: Lesetipp: "Losing Earth"

Beitrag von hikaru » 08.07.2019 15:44:09

jessie hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.07.2019 14:17:03
Ein Jurist ist ein Spezialist (oder Fachidiot) auf einem Gebiet. Er/sie und dere Kommunikationspartner könnten in gewissen juristischen und finanziellen Filterblasen und amit für die Mehrehit des Volkes praxdisfern / nicht-repräsentativ sein.
Das gilt doch für jeden. Die Eine ist Fachidiotin für Juristerei*, der Nächste für Landwirtschaft oder Philosophie.
Ich sehe nicht, wie eine Einschränkung des passiven Wahlrechts auf bestimmte Berufsgruppen hier weiterhilft.
jessie hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.07.2019 14:17:03
Da sehe ich kein Probleme:
Es kann nur besser werden, wenn man sich die momentane Zusammensetzung versus Repräsentaitivität von Bundestag, Bundestag und Regierung ansieht.
Dein Optimismus in Allen Ehren, aber ich halte ihn für deplatziert.
Wenn wir uns mal die die Grundrechte aus dem Grundgesetz ansehen, dann entsprechen sie in ihrem Geist weitgehend meinem Verständnis von "gesundem Menschenverstand". Sie sollten also geeignet sein, um auf ihnen einen Staat aufzubauen, der seinen Bürgern ein "gutes Leben" zu ermöglichen. Offenbar klappt das nicht so wirklich.
Worauf ich hinaus will ist, dass nicht die momentan theoretisch geltenden Regeln das Problem sind, sondern die Menschen, welche diese Regeln umsetzen müssten (Politiker, Wähler, du und ich). Andere Menschen werden wir aber nicht kriegen, daher wird auch eine Änderung der Regeln wenig bringen. Die Menschen werden immer nach Schlupflöchern suchen, um ihren persönlichen Vorteil zu maximieren.
jessie hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.07.2019 14:17:03
Wissenschaftler und Meinungsforscher schaffen es angeblich auch, "Repräsentativität" in ihren Studien und "Forschungngen" herzustellen.
Und über dieses "angeblich" in deinem Satz gibt es regelmäßig heftige Diskussionen in den entsprechenden Communities.
Natürlich gibt es in der Wissenschaft Manipulationsdruck, aber da Wissenschaft oft keine unmittelbaren wirtschaftlichen Auswirkungen für Dritte hat, hält sich dieser Manipulationsdruck meist in Grenzen. Wenn du daran aber zentrale politische Entscheidungen aufhängst, dann ändert sich das radikal und du brauchst sehr robuste Manipulationsabwehrmechanismen.
jessie hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.07.2019 14:17:03
Ich würde Zufallsautomaten mit menschlich genutzter Einschränkung der Auswahlmöglichkeiten nutzen.
Da hast du schon zwei potenzielle Angriffspunkte:
1. Wie stellst du sicher, dass der Zufallsgenerator tatsächlich zufällig arbeitet?
2. Wie stellst du sicher, dass der menschliche Einschränkungsprozess nicht interessengesteuert abläuft?

Das sind genau solche Mechanismen für die du von Anfang an eine gut funktionierende Manipulationsabwehr brauchst, denn wenn der Prozess einmal korrumpiert ist, wird es umso schwerer, ihn nachträglich abzusichern. Das gilt übrigens schon bei der Einführung.
jessie hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.07.2019 14:17:03
Man könnte ab einem gewissen Alter seine kognitiven Fähigkeiten mal freiwillig einschätzen -und loslassen.
Wie gut bzw. schlecht das funktioniert sehen wir u.a. bei älteren Autofahrern. Wie viele Ü65 überprüfen tatsächlich regelmäßig kritisch ihre Fahrtüchtigkeit und lassen dann im Zweifelsfall das Auto tatsächlich stehen? Und wenn sie es stehen lassen, wie kommen sie stattdessen von A nach B (auf dem Land)? Und warum soll das nur für Ü65 gelten?
jessie hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.07.2019 14:17:03
Oder eine kleine, von Experten (Psychologen oder was weiß ich) ausgearbeiteten Intelligenztest bearbeiten.
Intelligenztests messen v.A. die Fähigkeit, Intelligenztests auszufüllen. Bei jeder weiteren Schlussfolgerung wäre ich vorsichtig.
jessie hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.07.2019 14:17:03
Warum nicht in einer erzwungenen Änderung durch intelligente, vom Vollk bevollmächtigte Gruppen (Interessenkonflikte durch Zerstreunung/"Lottokratie" ausgehebelt), also wahre und repräsentative Abgeordente.
Weil genau das unser bestehendes politisches System, die repräsentative Demokratie, leisten sollte, aber nicht leistet, und ich nicht glaube, dass das zugrundeliegende politische System das Problem ist.
jessie hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.07.2019 14:17:03
Da du mit deinen Texten, die mir recht hoffnungslos erscheinen, warum schreibst du was anderes als ich hier?
jessie hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.07.2019 11:54:17
Eigentlich wird die Erde nie verloren, ein paar Arten sterben aus, die Evolution sorgt für neue. Wer vermisst den Menschen? Wenn der Mensch zu blöde ist, für die Umwelt seiner Kinder und Enkel zu sorgen, dann war er evolutionär gesehen eben zu blöde, sich anzupassen.
Das ist jetzt extrem weit hergeholt, aber da kommt wieder Star Trek aus meiner Kindheit durch:
Auf der Erde gibt es seit ca. einer Milliarde Jahren Leben und wenn nichts dazwischen kommt wird sie noch für etwa eine weitere Milliarde Jahre Leben beherrbergen können. D.h., wir haben jetzt etwa Halbzeit und die Gattung Homo ist die Erste die in der Lage ist, ihre Handlungen zu reflektieren und über ihre Position im Universum nachzudenken. Im Gegensatz zu Star Trek scheint Leben im Universum, insbesondere "intelligentes" Leben, ziemlich selten zu sein - vielleicht so selten, dass sich nie zwei Lebensformen unterschiedlicher Herkunft begegnen werden. Vielleicht schafft es die Erde in den nächsten paar 100 Millionen Jahren noch ein- oder zweimal, ähnlich hoch oder gar höher entwickelte Intelligenz zu entwicklen, aber wetten würde ich darauf nicht.
D.h., wenn wir das hier in den Sand setzen und uns selbst ausrotten bevor wir wirklich in's Weltall aufbrechen, dann war kosmisch betrachtet das Leben auf der Erde insgesamt für die Katz, und das fände ich schon ziemlich schade. Momentan liegt es außerhalb unserer Möglichkeiten, das Weltall zu besiedeln, aber wir haben zumindest das technische Verständnis um zu erkennen, was dafür prinzipiell nötig wäre. Bis wir also so weit sind, das technisch umzusetzen, sollten wir in erster Linie daran interessiert sein, diesen Planeten für uns(!) lebenswert zu halten.
jessie hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.07.2019 14:17:03
Übrigens hikaru: Aufgrund deiner Beiträge, die ich gern lese, schätze ich dich sehr und rechne mir als Ehre an, dass du auf meine Beiträge eingehst. Nichtsdestotrotz finde ich Kritikpunkte, auch wenn ich mich nicht so gut ausdrücken kann wie du.
Danke für die Blumen, und v.A. für die Kritik! Mir graut vor dem Tag, an dem alle (m)einer Meinung sind.


*) bar jeden Verständnisses von Physik - Wie hat die Frau ihr Abi geschafft?

jessie
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Re: Lesetipp: "Losing Earth"

Beitrag von jessie » 08.07.2019 16:44:46

hikaru hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.07.2019 15:44:09
Mir graut vor dem Tag, an dem alle (m)einer Meinung sind.
Vergiss es! :mrgreen:
Hallo hikaru,
hikaru hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.07.2019 15:44:09
Das gilt doch für jeden. Die Eine ist Fachidiotin für Juristerei*, der Nächste für Landwirtschaft oder Philosophie.
Ich sehe nicht, wie eine Einschränkung des passiven Wahlrechts auf bestimmte Berufsgruppen hier weiterhilft.
Manche haben mehrere Berufe, vor dem Studium was anderes/mehr getan, woanders reinriechen müssen. Angeordnete und Regierungsbeamte sollten doch einen Berufs- oder Studienabschluss haben, welchen muss ich doch nicht festlegen. Das derzeitige (verfassungs- und vernunftwidrige) Abstimmungsverhalten angeblicher Experten klappt offenbar nicht. Eine Repräsentativität wenigstens einigermaßen gebildeter oder berufstätiger Volksgruppen durch lebenslange Berufspolitiker ist nicht gegeben
hikaru hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.07.2019 15:44:09
Wenn wir uns mal die die Grundrechte aus dem Grundgesetz ansehen, dann entsprechen sie in ihrem Geist weitgehend meinem Verständnis von "gesundem Menschenverstand". Sie sollten also geeignet sein, um auf ihnen einen Staat aufzubauen, der seinen Bürgern ein "gutes Leben" zu ermöglichen. Offenbar klappt das nicht so wirklich.
Worauf ich hinaus will ist, dass nicht die momentan theoretisch geltenden Regeln das Problem sind, sondern die Menschen, welche diese Regeln umsetzen müssten (Politiker, Wähler, du und ich). Andere Menschen werden wir aber nicht kriegen, daher wird auch eine Änderung der Regeln wenig bringen. Die Menschen werden immer nach Schlupflöchern suchen, um ihren persönlichen Vorteil zu maximieren.
Deshalb würde ich es mal mit Repräsentativität von Parlamenten versuchen. Nicht mit Basisdemokratie. Bitte versuche irgendwie nachzuweisen ode zu begründen, dass eine zufällige Auswahl aus geeigneten Gruppen nicht funktionieren kann! Imho ist ein zufgällug ausgewähltes Parlament besser als Berufspolitiker, Juristen, freigestellte Angestellte des öffentlichen Dienstes als eine nicht-repräsentative lobby- und parteidiszipkin-abhängige Gruppe. Außerdem haben wir imho keine andere wahl, um globale Umweltprobleme anzugehen, die einer Einschränkung des Wirtschaftswachstums bedürfen.
hikaru hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.07.2019 15:44:09
Da hast du schon zwei potenzielle Angriffspunkte:
1. Wie stellst du sicher, dass der Zufallsgenerator tatsächlich zufällig arbeitet?
2. Wie stellst du sicher, dass der menschliche Einschränkungsprozess nicht interessengesteuert abläuft?
Warum vollkommen? Derzeit ist auch nichts vollkommen, es muss besser werden, wie auch immer, es besteht Handlungsdruck. Für unser Wahlsystem hatten wir Jahrzente Zeit, es so dämlich (oder zielführende) aufzubauen wie es heute ist.
hikaru hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.07.2019 15:44:09
Wie gut bzw. schlecht das funktioniert sehen wir u.a. bei älteren Autofahrern. Wie viele Ü65 überprüfen tatsächlich regelmäßig kritisch ihre Fahrtüchtigkeit und lassen dann im Zweifelsfall das Auto tatsächlich stehen? Und wenn sie es stehen lassen, wie kommen sie stattdessen von A nach B (auf dem Land)? Und warum soll das nur für Ü65 gelten?
Dito. Vorschläge und Fahrerlaubnisprüfungen können gern wiederhohlt, vereinfacht oder verbessert werden. Gern alle 5 Jahre und der darf wählen der einen Führerschein besitzt. Ode paar einfache Fragen zu gewollter Politik. Das muss ja nicht so schwer gemacht werden. Wahlwerbung im Fernsehen und Essigfressen mit unverbindlichen Halbsätzen auf Plakaten - welches Ziel?
hikaru hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.07.2019 15:44:09
Weil genau das unser bestehendes politisches System, die repräsentative Demokratie, leisten sollte, aber nicht leistet, und ich nicht glaube, dass das zugrundeliegende politische System das Problem ist.
Und ich meine, das politische System ist von wenigen hochintelligenten aber egozentrischen Menschen (Machthabern) für ihren Machterhalt mit "demokratischer" Bestätigung der Mittel- und Unterschicht gemacht. Diese System funktionierte für Umweltschutz bisher in der Form, dass Wirtschaftswachstum nicht belastet wurde: Kläranlagen, EEG durch Kleinabnehmer finanziert, Akkuautos usw. Es wird nicht funktionoieren bei globalen Problemen wie CO2-Ausstoß: Der ist imho nur verringerbar durch Senkung der Bevölkerungsdichten, damit Konsum und Transporten. Das heilige Kalb "Wachstum" muss geschlachtet werden. Genau deshalb scheitern die "Klimakonferenzen" der G-irgendwie-Staaten. Eine Änderung kann nur durch andere politische Systeme erfolgen. Warum? Zeigt doch die nähere Vergangenheit mit Handlungsdruck - aber Unfähigkleit bzw. Nichtwollen der regierenden Eliten.

Ich finde den Klimawandel zu hoch gespielt: Wen stört es (außer Menschen), wenn Menschen aussterben? Alle anderen Arten profitieren nur. Viel Spaß beim Tanz auf dem Vulkan. Je schneller der ausbricht, je eher die Klimaänderung (Natur kennt keine Katastrophen, nur Veränderung) desto eher können sich verdrängte Arten wieder entwickeln oder intelligente Arten sich ausbreiten. Die Mehrzahl der Menschen ist nun mal zu blöde, an die Zukunft der Enkel zu denken und Blödheit ist evolutionär betrachtet zumindest ungünstig für die Reproduktion der Art. Lasst uns weiter tanzen und weniger reproduzieren! Ich glaube nicht, dass eine von Eltern und Großeltern verblödete konsumgeile Generation Pisa intelligenter handelt. Tanzt mit Kondom und Pille!

Ich musste an Weihnachten so lachen: Junge Familie, gut verdienend, konsumsüchtig: Ein nicht ganz 2-jähriges Kind wird von Eltern und 2 Großelternpaaren in Geschenken ertänkt, anstatt Geschenke über 2 Tage zu verteilen. Das Kind hat von allem zu viel, Wohnzimmer überfüllt, am Ende kommt für ein 2-jähriges Kind der Weihnachtsmann. Ab dann heulend und schreiend und verständnislose Angst. Jo, Eltern tun alles für ihr Kind - ohne Nachzudenken. Dann der Stammtisch unter Erwachsenen: Die EU tut irgendwas gegen Autos (Enteignung Dieselbesitzer) und Wattestäbchen und Einmalgeschirr, Deutschland will die Welt retten obwohl EU-Regularien, zuletzt ich habe nichts zu verbergen, freue mich, mit Wohnwagen in Italien zu sein und die richtigen Pizzerien vorgeschlagen zu bekommen.

Entweder eine intelligente, halbwegs uneigennützige Gruppe von Menschen regelt zentral Produktion und Konsumverhalten der Masse oder die Evolution reguliert selbst die Arten. Angeblich demokratisch gewählte Wohlstandsparteien mit Fraktions- und Lobbydisziplin für Konzerne und Rüstungsindustrien beschleunigen die Evolution. Wählt also Wohlstand, je schneller Homo Sapiens sich selber vernichtet, desto eher können sich von ihm verdrängte Arten wieder ausbreiten und intelligente Arten entstehen. Vorversuche der Evolution für intelligente Arten sind offensichtlich fehlgeschlagen. Man musste ja schon den Menschen als „Krone der Schöpfung“ argumentationsfrei definieren. Wenn das Gott wüsste ... sein berechtigter Terror äh Zorn wäre unausweichlich.

Zynismustags freibleibend. :wink:

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Re: Lesetipp: "Losing Earth"

Beitrag von hikaru » 11.07.2019 12:13:34

jessie hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.07.2019 16:44:46
Manche haben mehrere Berufe, vor dem Studium was anderes/mehr getan, woanders reinriechen müssen. Angeordnete und Regierungsbeamte sollten doch einen Berufs- oder Studienabschluss haben, welchen muss ich doch nicht festlegen.
Frau Storch hat einen Studienabschluss und sogar Praxiserfahrung in dem Beruf. Das hält sie aber nicht davon ab, zu anderen Themen Stuss von sich zu geben, der an ihrem Verstand zweifeln lässt.*
Das Kriterium "Abschluss" ist also offenbar nicht hinreichend.
jessie hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.07.2019 16:44:46
Das derzeitige (verfassungs- und vernunftwidrige) Abstimmungsverhalten angeblicher Experten klappt offenbar nicht. Eine Repräsentativität wenigstens einigermaßen gebildeter oder berufstätiger Volksgruppen durch lebenslange Berufspolitiker ist nicht gegeben
Du hast hier einen grundlegenden Denkfehler:
Du nimmst an, dass die Vertretung der Interessen des Volkes das Anliegen von Politikern ist. Das ist überwiegend ein Märchen aus einer Märchenbuchreihe, dessen erster Band "Grundgestz" heißt. Politiker sind Menschen und daher auf ihren persönlichen Vorteil bedacht. Wie du und ich vertreten sie in erster Linie ihre eigenen persönlichen Interessen und in zweiter Linie die Interessen derjenigen die ihnen am besten dabei helfen, ihre eigenen Interessen wahrzunehmen.
In dieser zweiten Linie steht nun aber nicht das Volk, sondern diverse Konzernvertreter, ganz einfach weil diese die größten Koffer haben.

Unter diesem Blickwinkel ist das Verhalten der Politiker nicht vernunftwidrig und es besteht auch kein Repräsentativitätsproblem. Wir gehören nur nicht zu den tatsächlich Repräsentierten. Das mag verfassungswirdig sein (hätte ein Gericht zu klären), aber wo kein Kläger da kein Richter und das Papier auf dem die Verfassung geschrieben steht ist geduldig - insbesondere, wenn ein schwerer Koffer darauf liegt.
Das Problem ist Keines des politischen Systems, sondern Eines der menschlichen Natur. Politische Systeme können versuchen, diese einzuhegen, aber das ist immer ein Rennen zwischen Hase und Igel um das Aufstemmen und schließen der Löcher im Regelwerk.
jessie hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.07.2019 16:44:46
Bitte versuche irgendwie nachzuweisen ode zu begründen, dass eine zufällige Auswahl aus geeigneten Gruppen nicht funktionieren kann! Imho ist ein zufgällug ausgewähltes Parlament besser als Berufspolitiker, Juristen, freigestellte Angestellte des öffentlichen Dienstes als eine nicht-repräsentative lobby- und parteidiszipkin-abhängige Gruppe.
Ich bin weder Politologe noch Psychologe. Die mir zur Verfügung stehenden Werkzeuge sind also arg begrenzt.
Mein Ansatz wäre, dass schon der Auswahlprozess der von dir angedachten Gruppe von Entscheidungsträger nicht robust sein kann. So ein Prozess braucht eine unabhängige Überwachung, analog zu Wahlbeobachtern.Genau wie jetzt Lobbyisten Berufspolitiker beeinflussen, würden sie später die "Wahlbeobachter" und hinterher die wie auch immer gewählten Entscheider beeinflussen.

Außerdem wirst du bei zufällig ausgewählten Entscheidungsträgern oft ein massives Kompetenz- und Interessenproblem haben. Ich wäre z.B. als Wirtschaftsminister eine absolute Flachzange und als Möchtegern-Pazifist im Verteidigungsministerium in einem starken Interessenkonflikt.
Solche Leute werden sehr oft auch Berater angewiesen sein. Und rate mal, wer die sein werden!
jessie hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.07.2019 16:44:46
Außerdem haben wir imho keine andere wahl, um globale Umweltprobleme anzugehen, die einer Einschränkung des Wirtschaftswachstums bedürfen.
Das ist zwar richtig, aber damit setzt du schon voraus, dass wir (bzw. diejenigen die unsere Politik bestimmen) überhaupt ein persönliches Interesse (s.o.) daran haben, die globalen Umweltprobleme anzugehen.
Wir können das auch einfach aussitzen, so wie es Frau Merkel tat und AKK für die Zukunft erahnen lässt. Die Alten sterben rechtzeitig weg und die Jungen kennen es nicht anders und werden es als normal empfinden.
jessie hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
08.07.2019 16:44:46
Warum vollkommen? Derzeit ist auch nichts vollkommen, es muss besser werden, wie auch immer, es besteht Handlungsdruck.
Ich habe hier bisher das Wort "vollkommen" gar nicht erwähnt. Ich halte es nur für nicht zielführend, einen Wechsel des politischen Systems zu fordern, wenn 1. das politische System gar nicht das Grundproblem ist und 2. das vorgestellte Alternativsystem sofort ersichtlich die gleichen Schwächen hat.


*) Dass sie keine Ahnung von Physik (auf Grundschulniveau - also noch vor dem Physikunterricht) hat ist traurig aber kein Weltuntergang. Dass sie dieses Unwissen so eklatant öffentlich zur Schau stellt ist aber ein Armutszeugnis nicht nur für sie persönlich, sondern auch für das deutsche Bildungssystem, denn man sollte meinen, dass jemand der erfolgreich ein Jurastudium absolviert hat, schlau genug sein sollte um zu beurteilen, wann man besser die Klappe hält.

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Re: Lesetipp: "Losing Earth"

Beitrag von jessie » 11.07.2019 12:41:31

Ihr jungen Leute! Macht einfach was - was ihr ihr jugen Leute für richtgi haltet. Die Alten (angeblich superschlaue Politiker und offenbare Lehrer im Ruhestand, Politiker im Wohnwagen ... im Debianforum) haben immer was was dagegen ... und DAMIT die ganze derzeitige (Klima) Scheiße produziert. Z. B. Herr Guennid, Herr Superschlau ... inwiefern hast du deinen Schülern diesbezüglich irgendwas außer paar "Teutschworte" beigebracht?

Herr hikaru, was hast du getan- außer Leute von Eigeninititive (@heisenberg) abzubringen? Tja, viele und schöne Worte wählst du ...aber was steht eigentlich richtig kokret dahinter??? Vielleicht können andere mehr als Du ...

Tut mir gar nicht leid, die derzeitige "Dermokratie" wäre etwas nachzuvollziehbar. Selbst von superschlauen Lehrern. Aber ja. es gibt auch Ecken in die Lehrer/Zeitungen vom GG akzeptiertew Meinungen reinstecken müssen. :wink:
Zuletzt geändert von jessie am 11.07.2019 13:18:25, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Lesetipp: "Losing Earth"

Beitrag von hikaru » 11.07.2019 13:17:22

Du brauchst nicht in die Defensive gehen, wenn andere deine Meinung nicht teilen. Aber du kannst auch nicht erwarten, jeden bei einem Stammtischgespräch von deiner Meinung zu überzeugen. Das ist Teil der menschlichen Natur und ein Grund dafür warum wir im Großen nichts gebacken bekommen, wenn wir auf freiwilige Kooperation angewiesen sind.

Was konkret hinter meinen vielen Worten steht ist eigentlich recht egal. In Sachen Klimaschutz ist es definitiv zu wenig, aber ich bin da wie so viele andere einfach Schwein, weil ich viel zu bequem bin um konsequent klimaneutral zu leben. Wäre das anders, dann hätte ich schon gar nicht mehr die technische Infrastruktur um hier überhaupt lange Texte verfassen zu können.
Ich tue hier nur Meine Meinung kund, weil es mir Spaß macht. Wenn das irgendwen von seiner Eigeninitiative abbringt, dann sollte er eher bei sich selbst ansetzen, denn es würde nicht von viel Eigenverantwortung zeugen, wenn er sich von dem Gesülze eines dahergelaufenen Typen irgendwo im Internet dermaßen beeinflussen lässt.

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Re: Lesetipp: "Losing Earth"

Beitrag von jessie » 11.07.2019 13:36:45

hikaru hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
11.07.2019 13:17:22
Du brauchst nicht in die Defensive gehen, wenn andere deine Meinung nicht teilen.
Habe ich auch gar nicht vor!
hikaru hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
11.07.2019 13:17:22
Ich tue hier nur Meine Meinung kund, weil es mir Spaß macht.
Was anderes tue ich auch nicht. Bitte fühle dich angegiffen - insofern: Ich bedauere sehr, dass ein so intelligenter Mensch wie du offenbar resignierst hat. Ein Mensch, der was bewirken könnte ...

Wie oft willst du dein Licht noch unter irgendeinen Scheffel stellen? Und wenn es nur ein kleines Licht ist, du das nicht mal siehst? Amdere sehen schon ... nutze deine intelligenz auch für andere! :wink:

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