Ideen zur Nachhaltigkeit?

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guennid
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Re: Ideen zur Nachhaltigkeit?

Beitrag von guennid » 11.09.2019 20:51:03

Mal abgesehen davon, dass das E-Auto möglicherweise DIE Lösung nicht ist, als die sie landauf landab angepriesen wird, ist das ganze ein für den Verbraucher z.Z. ein reines Versuchsprojekt, dessen Kosten auch noch ihm aufgebürdet werden. Was ich nun gar nicht verstehe ist: Nach meiner Wahrnehmung wird eine Lösung der Ladeproblematik via „Tanke“ nicht mal diskutiert, geschweige denn „probiert“. Darunter stelle ich mir vor, dass ich meinen Akku eben dort kostenpflichtig tauschen kann, wenn seine Kapazität zur Neige geht. Genauso wie ich das jetzt mit meinem Diesel tun muss, wenn der Sprit zur Neige geht. Das könnte zumindest den von niemand angesprochenen Versorgungsengpässen entgegenwirken. Aber vermutlich will da jeder der beteiligten Autokonzerne sein eigenes Süppchen kochen, sprich via „eigener“ Akkutechnik (die im Endeffekt vermutlich den gleichen Einheitsbrei bietet, wie die Wahl zwischen Aral, Shell und irgend 'ner feien Tanke) Extraprofite erzielen. Erfährt man ja nicht im Einheitsbrei des bundesdeutschen Pressewesens.

OT: Marx hat sich mal darüber mokiert, dass die, die die Arbeit geben (müssen), im Deutschen als Arbeitnehmer bezeichnet werden, während die, die die Arbeit nehmen (im Sinne von sich aneignen), als die (wohltätigen?) Arbeitgeber bezeichnet werden. - Ich habe ja nichts gegen elektronische Unterstützung beim Autofahren, aber das, was da unter „autonomem Fahren“ angepriesen wird sie sauer Bier, läuft in meinen Augen eher auf total entmündigtes Fahren hinaus. Auf die juristischen Haarspaltereien zugunsten der Anbieter und zuungunsten des „Fahrers" bin ich jetzt schon gespannt.
hikaru hat geschrieben:Nebenbei bemerkt wäre es sicher auch nicht von Nachteil, wenn man davon wegkäme, pro Zentner Mensch eine Tonne Blech zu bewegen.
:mrgreen: :THX:

Der „Markt“ will das nicht! - Hab' ich mir sagen lassen. :wink:

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Re: Ideen zur Nachhaltigkeit?

Beitrag von hikaru » 11.09.2019 21:45:20

niemand hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
11.09.2019 20:41:57
Könnte man. Wenn man dann zugrundelegt, dass viele Leute auch 50km die einfache Strecke pendeln, käme man zu dem Schluss, dass sowieso an beiden Stellen ausreichend Strom zur Verfügung stehen müsste.
Nach aktuellem Arbeitsrecht darfst du dein Auto auf der Arbeit i.d.R. eh nicht tanken. Es wurden schon Leute wegen Handys gegangen.
Ich nahm daher an, dass der Standardfall wäre, dass $Autofahrer sein Gefährt eh nur nachts zu Hause lädt. Das wollte ich halt umdrehen, wozu man u.A. die Rechtslage ändern müsste.
Wenn wir aber davon ausgehen, dass eine Akkuladung nicht mal für den Arbeitstag eines gewöhnlichen Pendlers reicht, dann brauchen wir uns doch über diesen Energiespeicher gar nicht zu unterhalten.
niemand hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
11.09.2019 20:41:57
Ich stelle mir schon mal die Gesichter der Leute vor, wenn sie nach ’nem harten Arbeitstag in ihr Auto auf‘m Betriebsparkplatz mit Lademöglichkeit von reinem Ökostrom steigen, und die Meldung bekommen, dass aufgrund der Witterung an diesem Tag leider nur 30% der Autos auf dem Parkplatz soweit vollgeladen werden konnten, dass die Besitzer nach Hause kommen.
Natürlich müsste sichergestellt sein, dass alle an einer Arbeitsstätte zwischengelagerten Akkus im Laufe eines Arbeitstages geladen werden können. Um das mit eigener Solarenergie zu tun wird wohl die Dachfläche des eigenen Betriebs in den seltensten Fällen ausreichen, aber da muss es anfangen. In der selben Stadt gibt es ja auch viele Wohngebäude, die tagsüber den Strom der auf ihrer gesamten Dachfläche erzeugt wird, überwiegend nicht brauchen, weil die Bewohner gerade zum Arbeiten in die Nachbarstadt gependelt sind. Diesen Strom müsste man dann natürlich in die Arbeitsstellen der Stadt einspeisen. Was man in dem Modell zunächst nicht braucht sind Überlandleitungen, die Strom von einem einzelnen Großkraftwerk in einen Umkreis von 100km verteilen.

guennid hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
11.09.2019 20:51:03
Mal abgesehen davon, dass das E-Auto möglicherweise DIE Lösung nicht ist, als die sie landauf landab angepriesen wird, ist das ganze ein für den Verbraucher z.Z. ein reines Versuchsprojekt, dessen Kosten auch noch ihm aufgebürdet werden.
Wer soll die Kosten auch sonst tragen? Egal wem du sie stattdesen aufbürdest, sie werden indirekt doch wieder beim Verbraucher ankommen. Da kann man ihn auch direkt belasten.
guennid hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
11.09.2019 20:51:03
Was ich nun gar nicht verstehe ist: Nach meiner Wahrnehmung wird eine Lösung der Ladeproblematik via „Tanke“ nicht mal diskutiert, geschweige denn „probiert“. Darunter stelle ich mir vor, dass ich meinen Akku eben dort kostenpflichtig tauschen kann, wenn seine Kapazität zur Neige geht. Genauso wie ich das jetzt mit meinem Diesel tun muss, wenn der Sprit zur Neige geht. Das könnte zumindest den von niemand angesprochenen Versorgungsengpässen entgegenwirken. Aber vermutlich will da jeder der beteiligten Autokonzerne sein eigenes Süppchen kochen, sprich via „eigener“ Akkutechnik (die im Endeffekt vermutlich den gleichen Einheitsbrei bietet, wie die Wahl zwischen Aral, Shell und irgend 'ner feien Tanke) Extraprofite erzielen. Erfährt man ja nicht im Einheitsbrei des bundesdeutschen Pressewesens.
Da du die Begründung, warum das nicht gemacht wird gleich selbst lieferst, vermute ich mal, dass das mit dem nicht Verstehen von dir nur unglücklich formuliert war.
guennid hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
11.09.2019 20:51:03
OT: Marx hat sich mal darüber mokiert, dass die, die die Arbeit geben (müssen), im Deutschen als Arbeitnehmer bezeichnet werden, während die, die die Arbeit nehmen (im Sinne von sich aneignen), als die (wohltätigen?) Arbeitgeber bezeichnet werden.
Alles nur Wortklauberei. Und du weißt doch: Geben ist seliger denn Nehmen. ;)
guennid hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
11.09.2019 20:51:03
Ich habe ja nichts gegen elektronische Unterstützung beim Autofahren, aber das, was da unter „autonomem Fahren“ angepriesen wird sie sauer Bier, läuft in meinen Augen eher auf total entmündigtes Fahren hinaus.
Mal abgesehen davon, dass ich dir beim Sauer Bier zustimme, warum muss denn Autofahren "mündig" sein, so ganz prinzipiell?
Die gewöhnliche Autofahrt dient doch in erster Linie dazu, meist den - seltener die - Insassen von A nach B zu bringen. Vielleicht ist das eine Generationenfrage, aber ich fand es schon immer eher lästig, in diesem Transportprozess meines Körpers geistig anwesend sein zu müssen. Die Zeit kann ich deutlich sinnvoller nutzen, und sei es nur um Löcher in die Luft zu starren.

"Richtiges" Autonomes Fahren fänd ich toll: In ein Auto das nicht mal mir gehört (um das ich mich also auch nicht kümmern muss) am Start einfach einsteigen, abschalten, und am Ziel wieder aussteigen. Herrlich die Vorstellung! Leider wird es wohl nur "falsches" Autonomes Fahren geben, denn wenn ich da einsteige, muss ich mich digital ausziehen und im Gegensatz zu einer guten Sauna entspannt mich das überhaupt nicht.

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Re: Ideen zur Nachhaltigkeit?

Beitrag von guennid » 11.09.2019 21:58:43

hikaru hat geschrieben:warum muss denn Autofahren "mündig" sein, so ganz prinzipiell?
Wiel wir hier von Individualverkehr reden. Alles andere von Entspanntheit und so unterschreibe ich blanko.
hikaru hat geschrieben:Da du die Begründung, warum das nicht gemacht wird, gleich selbst lieferst, vermute ich mal, dass das mit dem nicht Verstehen von dir nur unglücklich formuliert war.
Na ja, du weißt, dass ich bezüglich der Wasserdichtheit des „Systems“ so meine eigenen Gedanken habe. :wink: Abgesehen von den Konzernen, gibt's ja noch so ein paar andere Einflussgrößen. Die berühmten „freien“ deutsche Medien! Der hr, die Tränsuse schlechthin innerhalb der ARD (nur noch getoppt vom mdr!), bemerkte heute abend, dass es ja durchaus auch Alternativen zum E-Auto gäbe. Jetzt! Nachdem der Zug offenbar abfahrbereit auf dem falschen Gleis steht. :wink: Ich glaube zu wissen, dass Daimler bereits vor Jahren, sicher vor dem Jahre Winterkorn (2015), mit dem für zukunftsträchtiger gehaltenen Wasserstoffantrieb experimentierte. Danach habe ich davon nichts mehr gehört. Ich kann gar nicht soviel kotzen, wie mir schlecht ist.

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Re: Ideen zur Nachhaltigkeit?

Beitrag von hikaru » 12.09.2019 09:10:57

guennid hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
11.09.2019 21:58:43
hikaru hat geschrieben:warum muss denn Autofahren "mündig" sein, so ganz prinzipiell?
Wiel wir hier von Individualverkehr reden.
Ich verstehe den Zusammenhang nicht. Individualverkehr bedeutet doch nur, dass du Start- und Zielort, sowie Zeitrahmen deiner Reise selbst bestimmst (statt dich zu von Anderen vorgegebenen Zeiten an von ihnen bestimmte Orte begeben zu müssen um deine Reise anzutreten).
Dass du dich während der Fahrt mit der Fahrt beschäftigen musst hat doch nichts mit Individualität zu tun. Ich würde sogar behaupten, es ist das Gegenteil davon, denn du hast diese Zeit eben nicht zur Individuellen Verfügung.

Natürlich kann gerade beim Reisen der Reiz durchaus darin bestehen, sich mit der Umgebung zu beschäftigen, aber warum muss das zwingend mit der technischen Bedienung eines Fahrzeugs verbunden sein?
Andererseits kann auch die Fahrzeugbedienung selbst ihren Reiz haben, aber das ist ja dann eher was für Rennstrecken als den öffentlichen Verkehr.

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Re: Ideen zur Nachhaltigkeit?

Beitrag von Meillo » 12.09.2019 09:19:13

hikaru hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
11.09.2019 20:25:59
Nebenbei bemerkt wäre es sicher auch nicht von Nachteil, wenn man davon wegkäme, pro Zentner Mensch eine Tonne Blech zu bewegen.
Den Energieverbrauch zu vermeiden (z.B. weniger bewegte Masse) ist immer besser als ihn zu optimieren (z.B. durch einen besseren Motor). An der Stelle anzusetzen ermoeglicht uns einen Fortschritt in einer Groessenordung, der auf dem Optimierungsweg gar nicht moeglich ist.
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Re: Ideen zur Nachhaltigkeit?

Beitrag von guennid » 12.09.2019 10:10:07

Zu hikaru:
Mir ging's um Mündigkeit, nicht um „Genuss“. Ich sagte ja schon, dass ich deine Bemerkungen zum Zusammenhang Fahren-Entspanntheit teile.

Beim Indivualverkehr treffen viele Individuen viele individuelle Entscheidungen, die Auswahl eines singulären Start- und Zielpunktes ist nur eine davon. Und über diese Entscheidungen möchte ich, soweit das mich betrifft, die Kontrolle behalten und mich nicht einer „autonom“, ergo ohne meine Kontrolle, handelnden Maschinerie ausliefern. Selbstfahren empfinde ich eigentlich gar nicht als reizvoll, sondern eher anstrengend, aber notwendig. Und die Möglichkeit, das tun zu können: individuell zu reisen, halte ich für einen historischen Fortschritt, den ich nicht aufgeben möchte. Damit sage ich nicht, dass diese Möglichkeit immer und bedingungslos gegeben sein muss. (Ich weiß, vom Begriff des Fortschritts hältst du nicht so viel. :wink: ) Aber ich zitier' mal wieder Brechts Galilei: „Ich halte dafür, dass das einzige Ziel der Wissenschaft darin besteht, die Mühseligkeit der menschlichen Existenz zu erleichtern“. Die Fundstelle hab' ich nicht zur Hand, aber das Zitat hab' ich im Kopf und ich liefere sie auch nach, wenn gewünscht.

Ich bin mein Berufsleben lang mit der Bahn zur Arbeit gefahren, habe meine Arbeits- und Lebensgewohnheiten den Fahrplänen angepasst, nicht umgekehrt, obwohl ich die Zeitspanne zwischen Verlassen der Wohnung und Arbeitsbeginn, und umgekehrt zwischen Arbeitsende und Rückkehr in die Wohnung bei Benutzung meines PKWs deutlich hätte verkürzen können. Das war's mir wert, der Umwelt, meiner Gesundheit und meinem Geldbeutel zuliebe.

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Re: Ideen zur Nachhaltigkeit?

Beitrag von hikaru » 12.09.2019 10:54:12

Meillo hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
12.09.2019 09:19:13
Den Energieverbrauch zu vermeiden (z.B. weniger bewegte Masse) ist immer besser als ihn zu optimieren (z.B. durch einen besseren Motor). An der Stelle anzusetzen ermoeglicht uns einen Fortschritt in einer Groessenordung, der auf dem Optimierungsweg gar nicht moeglich ist.
In sofern wären vermutlich (hilfs)motorisierte Velomobile die optimalen Individualverkehrsmittel, vielleicht auch eine Nummer größer im Stil eines Messerschmitt-Kabinenrollers bzw. VW XL1.
Am ehesten kommen dem momentan der Renault Twizy und er Smart nahe, aber das Konzept eines minimalistischen Fahrzeugs kann sich nicht wirklich durchsetzen, weil es kaum gesamtgesellschaftliche (politische) Anreize gibt, auf den meist (aber eben nicht immer) unnötigen zusätzlichen Raum den ein Kombi oder SUV bietet, zu verzichten. Hinzu kommt noch der "Rüstungswettlauf", weil es bei einem Unfall von Vorteil ist, schwerer zu sein als der Unfallgegner.

guennid hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
12.09.2019 10:10:07
Zu hikaru:
Mir ging's um Mündigkeit, nicht um „Genuss“. Ich sagte ja schon, dass ich deine Bemerkungen zum Zusammenhang Fahren-Entspanntheit teile.

Beim Indivualverkehr treffen viele Individuen viele individuelle Entscheidungen, die Auswahl eines singulären Start- und Zielpunktes ist nur eine davon. Und über diese Entscheidungen möchte ich, soweit das mich betrifft, die Kontrolle behalten und mich nicht einer „autonom“, ergo ohne meine Kontrolle, handelnden Maschinerie ausliefern.
Dann läuft es darauf hinaus, dass du einem autonomen Fahrzeug nicht vertraust, dich sicher von A nach B zu bringen? Das ist auf dem aktuellen Stand der Technik sicher der Fall, aber angenommen autonome Fahrzeuge wären statistisch sicherer als selbst zu fahren, würde das dann den Punkt der Mündigkeit für dich lösen?
guennid hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
12.09.2019 10:10:07
individuell zu reisen, halte ich für einen historischen Fortschritt, den ich nicht aufgeben möchte. Damit sage ich nicht, dass diese Möglichkeit immer und bedingungslos gegeben sein muss. (Ich weiß, vom Begriff des Fortschritts hältst du nicht so viel. :wink: )
Auch ich halte die Möglichkeit zum individuellen Reisen für einen Fortschritt, aber der macht sich eben nicht daran fest, wer oder was das Fahrzeug steuert, sondern daran, dass ich die Reiseroute bestimme.
Vom Begriff des Fortschritts halte ich übrigens sehr viel. Ich halte es nur nicht für sinnvoll, Veränderungen generell als Fortschritt zu betrachten. Manchmal sind sie auch Rückschritt und die Abwägung zwischen beiden sollte wohl überlegt sein.
guennid hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
12.09.2019 10:10:07
Ich bin mein Berufsleben lang mit der Bahn zur Arbeit gefahren, habe meine Arbeits- und Lebensgewohnheiten den Fahrplänen angepasst, nicht umgekehrt, obwohl ich die Zeitspanne zwischen Verlassen der Wohnung und Arbeitsbeginn, und umgekehrt zwischen Arbeitsende und Rückkehr in die Wohnung bei Benutzung meines PKWs deutlich hätte verkürzen können. Das war's mir wert, der Umwelt, meiner Gesundheit und meinem Geldbeutel zuliebe.
Ich war lange und bin in geringerem Umfang immer noch Pendler - "intermodal" nennt sich das heute wohl, wenn man mit dem Rad zum Startbahnhof fährt und vom Zielbahnhof mit dem Rad weiterfährt. Insofern kann ich dich hier verstehen.

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Re: Ideen zur Nachhaltigkeit?

Beitrag von MSfree » 12.09.2019 11:21:36

Meillo hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
12.09.2019 09:19:13
Den Energieverbrauch zu vermeiden (z.B. weniger bewegte Masse) ist immer besser als ihn zu optimieren (z.B. durch einen besseren Motor).
Der Effekt durch geringere Masse ist geringer als man vermuten würde. Es gibt Fahrzeuge, die trotz 1450kg Gewicht nur 4.5l/100km Benzin (Schnitt laut Spritmonitor) verbrauchen. Ein Golf mit 1.0l bzw. 1.2l Benziner wiegt vergleichsweise geringe 1200kg, braucht aber 6.1l/100km.

Und wer nun meint, daß der Golf mit 1200kg zu schwer geworden ist, der sollte sich die Größe des Golfs mal vor Augen halten. Ein Passat von 1974 war 4.2m lang, 1.62m breit und 1.36 hoch und wog mit den größten 75PS Motor 1000kg. Der aktuelle Polo ist inzwischen größer als der damalige Passat und wiegt mit dem 75PS Motor 1100kg, also "nur" 100kg mehr, die der Komfort- und Sicherheitsausstattung geschuldet sind. Dennoch braucht der aktuelle Polo mindestens 2l weniger als der damalige Passat.
An der Stelle anzusetzen ermoeglicht uns einen Fortschritt in einer Groessenordung, der auf dem Optimierungsweg gar nicht moeglich ist.
Gewicht ist zumindest bei Fahrten, die nicht nur aus bremsen und Gas geben bestehen, eingermassen egal. Viel stärker ist der Einfluß des Luftwiederstands, selbst bei geringen Geschwindigkeiten. Das soll nicht heißen, daß ich es gut finde, wenn Hersteller ihre Karren immer größer und schwerer machen. Die schaukeln sich gegenseitig mit immer schwereren Kisten auf, mit denen man ja unbestritten einen Vorteil bei einem Unfall gegenüber einem leichteren Fahrzeug hat. Ein 2t SUV gegen einen 900kg Kleinstwagen geht nicht gut aus für den kleineren.

Zum Beinzinverbrauch muß man sehen, daß selbst 4.5l/100km bedeuten, daß rund 40kWh thermische Energie in kinetische Energie umgewandelt werden. Bei rund 40% Wirkungsgrad, die ein z.B. ein Prius erreicht, bedeutet das also 16kWh an kinetischer Energie. Damit liegt man ziemlich genau da, was reine e-Autos verbrauchen. Noch geringere Vebräuche sind nur durch einen noch höheren Wirkungsgrad des Motors und noch geringeren Luftwiderstand zu erreichen.

Was Wasserstoff angeht, so kann ich das überhaupt nicht gutheißen. Man geht hier einen sehr energieverschwenderischen Weg, um aus Wasser mit Strom Wasserstof und Sauerstoff zu erzeugen. Der Wasserstoff muß dann mit nochmals viel Strom komprimiert oder auf -252°C gekühlt werden. Bei der Lagerung muß die Kühlung aufrecht gehalten werden. Die Rückwandlung zu Fahrstrom in der Brennstoffzelle ist nochmals mit Verlusten behaftet, so daß man am Ende mindestens 3kWh Strom hinein steckt, um 1kWh Fahrstrom zu erhalten. Ich kann dahinter nur die starke Lobby der Erdölproduzenten vermuten, denen ein Geschäftsfeld kaputt geht, wenn wir alle plötzlich keine fossile Ernergie mehr in den Tank stecken, und unsere Politiker lassen sich da auch noch vor den Karren spannen.

Solange wir in D nur 17% unseres Gesamtenergiebedarfs aus regenerativen Quellen erzeugen (ja, ich weiß, das Strom inzwischen mehr als 35% regenerativ ist), können wir es uns nicht leisten, das Bißchen regenerativen Stroms zur Wasserstoffproduktion zu verschwenden. Erst, wenn wir unsere Energie komplett regenerativ erzeugen, was mal eben eine Steigerung um den Faktor sechs bedeutet, können wir anfangen, über Wasserstoff nachzudenken, aber nur, wenn man dann die regenerative Erzeugung nochmals um 25% steigert.

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Re: Ideen zur Nachhaltigkeit?

Beitrag von Meillo » 12.09.2019 12:31:19

Viele Fahrten bestehen grossteils aus Geschwindigkeitsaenderungen. Aber eigentlich war das nur ein Beispiel, das ich aus den vorhergehenden Posts aufgegriffen habe. Es gibt noch weitere Moeglichkeiten der Vermeidung, die man sich anschauen sollte. Ja, Optimierung ist bequem, weil alles beim Alten bleiben und man sich einreden kann, dass man damit die Probleme schon loesen wird: Dann optimieren wir halt ein bisschen und gut ist. Das auf diese Weise zugaengliche Potenzial ist aber klein. Das sollte man realisieren.

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Re: Ideen zur Nachhaltigkeit?

Beitrag von Revod » 12.09.2019 13:03:55

hikaru hat geschrieben: ...
warum muss denn Autofahren "mündig" sein, so ganz prinzipiell?
...
Ich musste vor 4,5 Jahren mein Kleinauto nebst meinen " Oldy " ersetzen und wollte wieder einen leichtes und sparsames Fahrzeug, der auch Bergauf nicht unbedingt " geschoben " werden sollte.

Ich suchte drei Monate lang, nach neuere und effizientere als das Opel Corsa 2 von 1989. AMAG Schweiz, sowie Opel Kaufhaus sagten mir, dass Klima, elektrisch beheizbare und verstellbare Sitze, Navi und weiss ich noch was für Wohnzimmer Komfort nicht weg bedingt werden kann bei Kauf von neuen Fahrzeuge. Somit wird unnötiges Gewicht rein gepackt ( Damals mit der Euro Krise war der Kaufpreis Unterschied zwischen Gebraucht- und Neuwagen mit dem Eurorabatt in der Schweiz nicht so gross ).

Ich konnte nur den Kopf schütteln, weil a) mir " Zeug's " aufgebrummt wird und ich für " Zeug's " zahlen muss, dass ich gar nicht will und b) das ganze Klima Aufschrei Gewicht und Klimaanlagen im Auto das Verbrauch deutlich erhöhen.

So suchte ich weiter und fand einen günstigen, neuwertiges Mazda MX-5 BJ. 2010. Leichtgewichtig 1150 Leergewicht mit zwei Sitze, keine E-Sitze, kein Navi ( Leider nur die Klimaanlage, die ich wegen des Erhaltes nur bei steilere bergab Strassen und sehr selten einschalte. Braucht kein Mensch mit einen offenes Dachverdeck ).

Damals erkundigte ich mich auch über technisches bei Neuautos und wenn bereits Kleinautos deutlich über 1,3 - 1,4 T Leergewicht haben geht die Rechnung mit 1 Zentner <> 1 T auch nicht auf, sollte realistisch betrachtet werden. Ab 2 Liter Maschinen beläuft sich das Leergewicht rasch über 1,6 T. Und dann die vielen SUV ( " Hausfrauen Panzer " ) usw... mein alter US-Oldy den ich seit 39 Jahren habe hat einen Leergewicht von 1460 Kg. ( Ganz klar ineffizient, doch in der Schweiz darf man keine " versteckte " effiziente Steuerungen anbringen, im Gegensatz zu USA. Ab das Jahr 2000 verbrauchten US Autos ca. zwischen 9 - 13 L 100 Km, mit 5,7 L ccm und darüber, weniger als 3 Liter Porsche ).

Für meine Person will ich noch sagen, das selbstständige Fahren bereitet mich Freude und für mich gilt, wenn ich selber fahre nicht nur von A nach B zu gelangen, sondern auch einen freudiges Erlebnis immer wieder zu erfahren.

@ MSfree

Das sind reine theoretische Werte. Ich habe Mal eine Testfahrt von Köln nach Rom im TV gesehen, mit Hybrid Diesel- E-Motor und zu 95% nur Autobahnstrecke mit 90 Km/h, effektiv Verbraucht 5,8 L 100 Km.

@ wanne

Zu Deiner Aussage über Frachtcontainer kann ich Dir nur das Link zeigen,

https://www.handelsblatt.com/meinung/ko ... 7b3AOu-ap5

Wenn man sich das Durchmesser der Auspuffrohre, die in den Himmel ragen anguckt kann man schon erahnen was da raus geblasen wird. Und was ich mich vorstellen könnte ist wenn man mit einer Maschine drei Frachtcontainer hinterher schleppt.

Ich sagte es bereits, man redet über Brotkrümelchen anstatt Lösungen für grosse " Sünder " an zu streben, ist halt bequem das bequeme einfache Weg ( Fleischtransporte hin und her ... Soja für Rinder und Milchkühe auf verbrannte, abgeholzte Kolumbianische usw Urwaldflächen, Palm-Öl Zucht nur für etwas günstigere Backwaren und Süssigkeiten ... Waffenlobbys > Kriege usw... ). Hauptsache Gewinnmaximierung für Grossindustrielle ( Unglaublich auch was die moderne Nahrungsindustrie an Co2 raus lässt und E-Autos Produktion, die sehr viel Flora vernichten, wegen Schwermetalle usw... )...

Ich mag gar nicht mehr darüber nachdenken und darüber reden, ich schliesse mich aus dieses Thema raus.
Systemd und PulseAudio, hmmm, nein danke.

MSfree
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Re: Ideen zur Nachhaltigkeit?

Beitrag von MSfree » 12.09.2019 13:54:01

Meillo hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
12.09.2019 12:31:19
Dann optimieren wir halt ein bisschen und gut ist. Das auf diese Weise zugaengliche Potenzial ist aber klein.
Naja, wenn man berücksichtigt, daß unsere KFZ-Flotte im Schnitt eher bei 7.5l/100km Benzin bzw. 6l/100km Diesel liegt, und man das mit aktueller Technik auf 4-4.5l/100km Benzin senken könnte, ergibt sich hier ein ziemlich großes Potential, ohne irgendwas zusätzlich optimieren zu müssen. Mit zusätzlicher Optimierung ginge da auch noch etwas weniger.

Welchen Anreiz soll da aber die Automobilindustrie geben? Die wollen teure Autos jenseits der 50000€ verkaufen, und Kunden so eines Autos kann man einfacher mit "souveränen" Fahreigenschaften, sprich Übermotorisierung, überzeugen als mit besonders geringem Treibstoffverbrauch. Natürlich macht es sich die Industrie hier besonders leicht, Sex PS sells.
Ohne passende politische oder gesellschaftliche Anreize wird sich nichts aendern.
Die Anreize sind im Prinzip ja schon da, aber leider windelweich grüngewaschen. Ein Umstieg auf öffentlichen Nahverkehr ist in sehr vielen Fällen mindestens unbequem und der ÖPNV läßt sich nicht beliebig ausbauen. Zusätzliche Schienen für S- und Straßenbahnen müßten her, um mehr Züge auf den Weg zu schicken, vorhandene Trassen sind ja jetzt schon zu den Stoßzeiten an der Belastungsgrenze. Aber wo sollen die Schienen denn hin? Am besten unter Tage, aber S21 zeigt ja gerade, wie man es am besten nicht macht. Mehr Busse wären nur eine Notlösung, solange die im selben Stau stehen wie die Autos, und mit Dieselantrieb ist deren Nachhaltigkeit auch nur bedingt gegeben. Und dann kommt noch dazu, daß zumindest in Stuttgart der Nahverkehr für mich nicht schneller als der Fußweg ist, warum sollte ich dann noch Geld für ein Ticket ausgeben, um wie die Ölsardinen im überfüllten Bus zu stehen? In meiner Situation konkurriert das Auto eher mit dem Fußweg als mit anderen Fortbewegungsmethoden. Fahrrad in Stuttgart? Stuttgart hat richtige Berge mit 350m Höhendifferenz zwischen dem niedrigsten und höchsten Punkt und vor allem die rücksichtslosesten Autofahrer der gesamten Republik.

Gedanken muß man sich auch um die existierende Bausubstanz machen, die im Winter geheizt werden muß. Null-Energie-Häuser sind realistisch nur bei Neubauten machbar, wo Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, Photovoltaik, Wärmekollektoren und Wärmepumpen gleich bei der Planung berücksichtigt werden kann. Bei Bestandsbauten kann man sowas nur in sehr eingeschränktem Umfang nachrüsten und Isolierung mit Styropor lehne ich aus Brandschutzgründen ab, zumal Altbauten oft dank 60cm dicken Aussenmauern ohnehin schon gut isoliert sind. Eventuell kann man mit Fernwärme, die als industrielles "Abfallprodukt" in großen Mengen anfällt, noch einiges reißen. Wenn aber die großen Wärmeproduzenten, wie Kraftwerke, durch regenerative Produzenten ersetzt sind, fällt auch nicht mehr soviel Abwärme an und die Heizung durch Fernwärme ist dann nicht mehr gegeben.

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Re: Ideen zur Nachhaltigkeit?

Beitrag von wanne » 12.09.2019 15:04:11

niemand hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
11.09.2019 19:28:05
Die eAuto-Besitzer, mit denen ich so geredet habe, meinten: unterm Strich wären sie mit ’nem Diesel günstiger weggekommen, nur die Förderung hätte dafür gesorgt, dass die Verluste sich im Rahmen hielten.
Der anonyme eAuto-Besitzer wird den kaufpreis mit eingerechnet haben. Die zahlen sind beides mal die Durschnittswerte von Sprittmonitor für nen neuen Golf mit den aktuellen Preisen von der Tanke neben mir bzw. mit dem Strompreise meines Stromanbieters multipliziert. Das passt so schon.
Außerdem steht noch die Frage im Raum, was wohl mit dem Stromnetz passiert, wenn der Großteil der berufstätigen Bevölkerung dann jeden Abend innerhalb von 2h (übliche Feierabendzeiten) sein Fahrzeug an die Steckdose hängt, und erwartet, dass sich die Karren nachts, wenn Photovoltaik mal direkt weggefallen, und es mit dem Wind auch gar nicht so toll ist, ihre zweistellige Zahl an kWh ziehen.
Im Moment verbilligen die Stromanbieter den Strom massiv wenn du nachts verbrauchst. Weil halt alle Tags wollen. Die E-Autos sind da eher ein willkommener Gegenpol. (Natürlich nicht um 18:00 Uhr sonder nach 22:00 Uhr. Aber da müsste man halt wieder Nachtsromtarive ausbuddeln, dann laden die Autofahrer auch Nachts. Ich hoffe die ach so smarten Autos bekommen das bald mal auf die Reihe. Das meine Zapfsäule das regulieren muss ist absolut dämlich.)
Ein gewisser Herr Lesch, manche mögen ihn kennen, hat das mal aufgegriffen und durchgerechnet, und ist zu dem Schluss gekommen, dass das erhebliche Probleme geben würde – weil die Stromnetze diese erhebliche Menge an Strom nicht transportieren, und die derzeit verfügbaren Erzeuger sie auch gar nicht zur Verfügung stellen könnten.
Der gewisse Herr Lesch wird den gleichen quatsch verzapft haben, den er immer verzapft. Hast du mal nen Link dann sage ich dir wo da die obskuren annahmen liegen.

welche den großflächigen Praxiseinsatz von eAutos beim derzeitigen Stand der Technik und der sonstigen Voraussetzungen verhindern.
Immer der gleiche Bullshit. Die Frage muss immer sein. Welche Infrastruktur lässt sich nicht aufbauen, wenn man so viel Geld rein steckt, wie man derzeit in Benziner.
Die Frage darf nicht sein, wie viel kostet das für alle Autos da kommen dann immer wahnisnnszahlen raus, sondern wieviel kostet es pro Auto.
Schönes Beispiel ist Litium: Natürlich kann man mit den 3 Litiumminen die bisher für Laptopakkus bestanden nicht genug Litium für eine Milliarde E-Autos fördern.
Die Annahme dass deswegen bei mehr Nachfrage die Preise steigen ist aber natürlich bescheuert.
Man muss die vergrößern. und muss neue bauen. Das ist teuer wird dann aber auch von mehr Käufern getragen. Ergebnis: Lithiumpreise kennen seit dem aufkommen von E-Autos nur eine Richtung: Massiv nach unten. – Denn am Ende sorgt mehr nachfrage zu Massenproduktion und damit fallende Preise. Denn die Vorkommen sind riesig.
Selbe hast du bei Stromleitungen. Wenn wir alle Autos auf Strom umstellen, haben wir deutlich mehr Verbrauch. Natürlich muss da die ein oder andere Leitung ausgebaut werden. Am ende wird Strom damit aber deutlich billiger. Denn das verlegen einer Leitung mit doppelt so viel Strom kostet nur wenige Prozent mehr. (Aus dem Grund haben die aller größten teile des Netzes auch schon ausreichend Überkapazitäten.)
Den Energieverbrauch zu vermeiden (z.B. weniger bewegte Masse) ist immer besser als ihn zu optimieren (z.B. durch einen besseren Motor). An der Stelle anzusetzen ermoeglicht uns einen Fortschritt in einer Groessenordung, der auf dem Optimierungsweg gar nicht moeglich ist.
Wie schon angemerkt willst du in erster Linie den Luftwiderstand und damit die Stirnfläche optimieren. Masse ist (vor allem bei E-Antrieben, die rekuperieren) zweitrangig. Aber vor allem bei Verbrenner natürlich trotzdem relevant. Zrotzdem nichts macht ersteres so toll wie der Zug.
bemerkte heute abend, dass es ja durchaus auch Alternativen zum E-Auto gäbe. Jetzt! Nachdem der Zug offenbar abfahrbereit auf dem falschen Gleis steht. :wink: Ich glaube zu wissen, dass Daimler bereits vor Jahren, sicher vor dem Jahre Winterkorn (2015), mit dem für zukunftsträchtiger gehaltenen Wasserstoffantrieb experimentierte. Danach habe ich davon nichts mehr gehört. Ich kann gar nicht soviel kotzen, wie mir schlecht ist.
Daimler hat in den 70ern eine Riesen Menge Geld in Wasserstoffantribe gesteckt rausgekommen ist dabei nichts. Daimler hat in den 90er Jahren ne Menge Geld in Wasserstoff gestckt und es sind ein paar, im Betrieb unbezahlbar teure, Prototypen rausgekommen. Daimler hat das bis in die 10er Jahre weiter laufen köcheln lassen und dabei ergebnislos eine Unmenge von Fördergeldern Eingesackt (Da geht es um zweistellige Milliardenbeträge pro Jahr. Bei den E-Autos kerklären, sie dass die ~100€ für nen Ladeanschluss pro Parkplatz (davon haben wir ca. 150Mio.) ein unüberwindbares Hindernis sei und damit die E-Mobilität nie in Masse kommen könnte. (Ich wette das ist die Argumentation vom Lesch.)) und hat dann entschieden, dass sie keine Zukunft in dem Antrieb sehen. – Keine Aussicht das in den Massenmarkt zu bekommen
Und dann kommt ein kleines Startup und gründet sich 2003 probiert das mit den E-Autos und hat 5 Jahre später ein E-Auto für den Massenmarkt.
Btw. gabe es schonmal in den 1840er Jahren einen Riesen Hype rund um Brennstoffzelle und Wasserstoff und wie das alle Energieprobleme Löst. Kaum ein Paper im Bereich Chemie, dass nicht irgend wie auf Wasserstoff eingeht. Nutzen tun wir das bis heute praktisch nirgends.
Aber klar. Der Durchbruch steht kurz bevor!
Nach aktuellem Arbeitsrecht darfst du dein Auto auf der Arbeit i.d.R. eh nicht tanken. Es wurden schon Leute wegen Handys gegangen.
Nicht wegen der Handys. Man will die loshaben und weil wir nen starken Kündigungsschutz haben muss man die halt anders raus ekeln.
Alle die ich kenne und E-Autos haben tanken ausschließlich und kostenlos beim Arbeitgeber. – Der das natürlich ausdrücklich erlaubt. Da du in der Industrie oft 6ct/kWh zahlst ist das ein beliebtes Lockangebot von Arbeitgebern, die ihre Arbeitnehmer behalten wollen. (Das ist btw. dieser Effekt mit den dickeren Leitungen. Wenn du 10 mal so viel abnimmst wird der Strom pro kWh richtig billig weil das Kabel auf die kWh gerechnet nicht mehr arg ins Gewicht fällt.)
Nach meiner Wahrnehmung wird eine Lösung der Ladeproblematik via „Tanke“ nicht mal diskutiert, geschweige denn „probiert“. Darunter stelle ich mir vor, dass ich meinen Akku eben dort kostenpflichtig tauschen kann, wenn seine Kapazität zur Neige geht.
Tesla hat in Sekunden austauschbare Akkus in allen bis Modellen bis auf die ganz neuen (nach 2018 auf den Markt gekommen.) Genutzt wurde die Möglichkeit von absolut niemandem. Deswegen haben sie es eingestellt.
Denn es ist halt so:
Genauso wie ich das jetzt mit meinem Diesel tun muss, wenn der Sprit zur Neige geht.
Wer unbedingt mit aller Gewalt will, dass alles genau so ist wie immer kauft wich weiter einen Diesel, bis man es ihm verbietet. Alle anderen laden lieber bequem Zuhause/auf der Arbeit, wenn sie sonst was machen statt unbequem zur Tanke zu fahren.
Das könnte zumindest den von niemand angesprochenen Versorgungsengpässen entgegenwirken.
Die gibt es halt einfach nicht. Alle Netzbetreiber, die es auf der einen Seite nun wirklich wissen sollten und am Ende die die Probleme beseitigen müssen. Bei EEs zetern die ja auch ohne Ende und erklären seit Jahren das mit dem nächsten Windrad das Netz zusammenbricht, sagen es ist kein Problem. Ganz im Gegenteil schreien die sogar sehr laut her damit, weil sie sich erhoffen, endlich ihre Nachtverbraucher zu bekommen und so weniger Regeln müssen.
Nur irgend welche ewig gestrigen erklären es zum Ding der Unmöglichkeit. Ist ein bisschen so wie wenn ich zum Fahrradhändler gehen würde und meine, dass sich zu dem Preis nun wirklich kein Fahrrad reparieren lässt...
Auf die juristischen Haarspaltereien zugunsten der Anbieter und zuungunsten des „Fahrers" bin ich jetzt schon gespannt.
Lustigerweise wollen die Autohersteller da ja mehr Verantwortung übernehmen und dürfen nicht. Eventuell haben die Juristen da sogar recht: Wenn ich von einem Auto überfahren werde, will ich schadenserastz vom Besitzer bekommen und mich nicht damit herumschlagen müssen ob jetzt Autohersteller, Zulieferer oder Mitarbeiter einen Fehler gemacht hat. Bei Pferden gilt die gleiche Regel. Besitzer haftet erst mal. – Egal wer das Pferd reitet/fei gelassen hat. Und im Auto ist man ja zwangsversichert. Am Ende werden die Prämien das Problem völlig ohne Eingriffe regeln.
Könnte man. Wenn man dann zugrundelegt, dass viele Leute auch 50km die einfache Strecke pendeln, käme man zu dem Schluss, dass sowieso an beiden Stellen ausreichend Strom zur Verfügung stehen müsste. Ich stelle mir schon mal die Gesichter der Leute vor, wenn sie nach ’nem harten Arbeitstag in ihr Auto auf‘m Betriebsparkplatz mit Lademöglichkeit von reinem Ökostrom steigen, und die Meldung bekommen, dass aufgrund der Witterung an diesem Tag leider nur 30% der Autos auf dem Parkplatz soweit vollgeladen werden konnten, dass die Besitzer nach Hause kommen. Mit der tröstlichen Meldung, dass der Algorithmus diesen 30% dann beim nächsten Mal dann ’ne geringere Priorität einräumt, wegen gerechter Verteilung und so.
Das Problem ist, dass wir ja nicht über irgend ein Ding in der Zukunft sprechen, sondern E-Autos in Massen bereits auf der Straße sind und es große Installationen zum Laden gibt. (Gerade in Norwegen wo mittlerweile mehr E-Autos verkauft werden als Benziner.)  a) Kein E-Auto das heute auf den Markt kommt hat unter 180km Reichweite. Also selbst wenn da Nichts lädt kommt man locker nach hause.
b) Alle größeren Ladestationen drosseln tatsächlich bei zu vielen Verbrauchern und verteilen gleichmäßig auf die Autos. Drosselt der auf 30% Ladeleistung lädst du mit 3.6kW statt 11kW. (An betrieblichen Ladern sind sogar eher 22kW üblich.) um die 50km voll zu bekommen brauchst du 2h 45min. Ich glaube nicht, dass irgend jemand 50km fährt, dann mit vollständig leerem Akku ankommt (bedenke dass du vorher hättest eigentlich zuhause laden können und dein Auto zu 75% leer war) um dann nach 2h 45min wieder zu gehen. Das ist ein schlechter Witz.
Ein schönes Beispiel für ein absolut bescheuertes Horrorszenario, dass absolut gar nichts mit der Realität zu tun hat. – Nicht im geringsten.

Btw. Ich finde es eigentlich am witzigsten, dass hier immer noch Leute rumlaufen die Meinen dass E-Autos nicht funktionieren und vor allem in Deutschland, weil hier ist es ja kalt und dünn besiedelt und Mit erneuerbaren geht das gar nicht zusammen da bricht das Stromnetz zusammen und überhaupt. Nachdem Norwegen einfach vorgemacht hat dass es funktioniert. Und die sind minimal dünner besiedelt als Deutschland und es ist da auch etwas kälter ist und da vor allem auch EEs fast 100% an der Stromproduktion ausmachen.
Aber völlig unmöglich!!!!! Sorry, das einzige was das es unmöglich macht, dass sich E-Autos in Deutschland schnell durchsetzen sind ein Haufen Verkalkte Bürger, die 1965 geboren sind gegen alles sind, was es in ihrer Kindheit noch nicht gab und es dank ihrer Mehrheit in der Bevölkerung auch durchsetzen können.
ÖPNV läßt sich nicht beliebig ausbauen. Zusätzliche Schienen für S- und Straßenbahnen müßten her, um mehr Züge auf den Weg zu schicken, vorhandene Trassen sind ja jetzt schon zu den Stoßzeiten an der Belastungsgrenze. Aber wo sollen die Schienen denn hin?
Da wo jetzt die Straße ist! Dann kann man auch gefahrloser Fahrradfahren.
Sorry in jeder richtigen Großstadt hat man kapiert, dass Autos irgend wann an ihre Grenzen stoßen und das man auf der Gleichen Fläche mit einer S-Bahn (Dank Sardinenbepackung) etwa die hudnertfache Menge an Personen (Mit dem Bus etwa das 10 bzw. 20 fache für doppeldecker. ) Transportieren kann. Bescheuerter als mit Platzproblemen gegen OPNV zu argumentieren geht einfach nicht. Abseits von Stuttgart käme keiner auf die Idee. Ein bisschen
Nur wenn man davon ausgeht, dass man erstmal guckt, dass Autos durch kommen und dann überlegt ob man vielleicht noch irgend wo zusätzlich OPNV macht wird das halt immer die schlechtere Option bleiben. Die ganze Statt mit Straße zuklastern und dann Merken, dass kein Platz mehr für die Bahn ist...
Ich habe Mal eine Testfahrt von Köln nach Rom im TV gesehen, mit Hybrid Diesel- E-Motor
1. Hybrid Diesel- E-Motor wird nirgends in Serie gebaut. Keine Ahnung was sie da zusmmen gebastelt haben. Vermutlich mit Loch im Tank, damit der gewünschte Verbrauch raus kommt.
Hat er auch schön gleichzeitig die Bremse gedrückt damit er nicht über die 90km/h kommt oder ist er um einen Schönen Skandal zu haben wie beim Tesla Bericht Kreise gefahren? Durschnittsverbauch (real beis Sprittmonitor) von nem Prius ist 5,13l/100km Benzin und das ist garantiert nicht bei 90km/h auf der Autobahn zusammengekommen.
Wenn man sich das Durchmesser der Auspuffrohre, die in den Himmel ragen anguckt kann man schon erahnen was da raus geblasen wird.
Rechenafugabe für den Drittklässler wie groß ist die Fläche der gezeigten Auspuffrohre. Und wie groß ist die Fläche der 20000 LKW, die die gleiche Menge Container transportieren können. (MSC Megamax-24 fasst 22000 LKW-Container)
Wunderbar wild Weltweite Zahlen ohne Vergleichswert in den Raum geschmissen.
Nochmal zum Vergleich: An Autoabgasen schätzt die WHO 3000000 tote für schiffe sind es 60.000. Oder anders gesagt: Auf einen Schiffsabgastoten kommen 50 Autoabgastote. Aber die Schiffe sind das schlimme! Erst mal die Regulieren. Nicht bei mir armen Schlucker anfangen.
Trotzdem das Schiffe bis vor kurzen fast unreguliert waren ist natürlich trotz ihres vergleichsweise kleinen Schadens eine Unverschämtheit. Vor allem weil da viel zu holen ist. 10% Langsamer spart 40% Spritt. Und Mit Wind lässt sich auch bei großen Containerschiffen viel reißen.
Ich mag gar nicht mehr darüber nachdenken und darüber reden, ich schliesse mich aus dieses Thema raus.
Sonst würde man ja vielleicht noch auf die Idee kommen, dass man vielleicht wirklich was ändern sollte.
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kalle123
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Re: Ideen zur Nachhaltigkeit?

Beitrag von kalle123 » 12.09.2019 15:05:07

Zur Fahrzeugmasse mal kurz.

Energie (in Ws), die in einem mit konstanter Geschwindigkeit (v) bewegten Körper (aka Auto) mit der Masse (m) steckt = 1/2 m v²

Mein erstes Auto als Student war ein 1200er Käfer (m) ca. 800kg

Mein letztes Eigenes war ein 'richtiger' Mini. Auch so in der Ecke. Ist lange her.

Fortbewegung bis zum Ausscheiden aus der Firma: Firmenwagen, Mietwagen und Flugzeug. IBN und Service, just in time.

Familienkutsche (die Kinder sind längsten aus dem Haus) war bisher ein Skoda Fabia Combi Benzin 1.4l/75 PS. Der wurde langsam altersschwach und ist Ende letzten Jahres weggegangen.

Ich hätte gerne einen kleinen Erdgaskombi gehabt, nur ist da das Angebot äusserst dürftig. Leider. Es herrscht der E-Auto Wahn. Eine der vielen m.E. fragwürdigen, aber momentan propagierten Ideen, wie Erderwärmung, Atomausstieg, Kohleausstieg.

Wo Lithium und Kobalt (nicht Kobold) her kommt, wen interessiert das schon.

Es wurde dann wieder ein Fabia Combi. 1.0l Benzin mit 75 PS. Zugelassen auf meine Ehefrau. ~12T€
Ich nehm, wenn irgend möglich, mein (normales, 30 Jahre altes) Fahrrad. Damit bin ich schnell in der Stadt hier unterwegs und habe kein Parkproblem.

Zum Kohleausstieg noch ein Wort. Ich kann mir gut vorstellen, dass in nicht allzu ferner Zukunft Zechen und Tagebaue wieder aufgemacht werden. Werde das wohl (altersbedingt) nicht mehr selber erleben, aber wenn ich sehe, dass über die Erschliessung von Deponien zwecks Rohstoffgewinnung nachgedacht und da Feldversuche unternommen werden .... Ach ja, als Schüler bin ich noch mit der elektrischen Strassenbahn zur Schule gefahren und fast jeder Industriebetrieb hatte einen Bahnanschluss.

Wer hätte das gedacht?

Gruß KH
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wanne
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Re: Ideen zur Nachhaltigkeit?

Beitrag von wanne » 12.09.2019 15:23:28

kalle123 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
12.09.2019 15:05:07
Wo Lithium und Kobalt (nicht Kobold) her kommt, wen interessiert das schon.
Ein Benziner braucht zur herstellung mehr Blei als ein E-Auto Lithium. Aber Lithium ist etwas häufiger als Blei. Hat irgend jemand mal darüber geredet wo das Beli für die Benziner her kommt?!
Ach halt war völlig irrelevant, weil zuerst das Benzin ausgeht....
aber wenn ich sehe, dass über die Erschliessung von Deponien zwecks Rohstoffgewinnung nachgedacht und da Feldversuche unternommen werden ....
Ist halt attraktiv. Die meisten Materialien findet man ja nicht fertig auf Bäumen. (Eigentlich nur Holz ;-) ) Sondern müssen erst sehr teuer hergestellt werden.
Zum Vergleich Eisenerz kostet aktuell 86€ und besteht zu 70% aus Eisen. Also ca. 120€ pro t Eisen. Stahl kostet aber 574€/t. Eisen ist jetzt nicht im geringsten knapp und vermutlich hat jeder im Umkreis von 10km größere Vorkommen. (Die meisten Steine die rot sind.) Aber wenn man das "nur" aussortieren muss ist das halt schon cool.
kalle123 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
12.09.2019 15:05:07
Ach ja, als Schüler bin ich noch mit der elektrischen Strassenbahn zur Schule gefahren und fast jeder Industriebetrieb hatte einen Bahnanschluss.

Wer hätte das gedacht?
Prognosen sind schwierig. Vor allem wenn sie die Zukunft betreffen.
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Re: Ideen zur Nachhaltigkeit?

Beitrag von MSfree » 12.09.2019 15:39:51

wanne hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
12.09.2019 15:04:11
Wenn wir alle Autos auf Strom umstellen, haben wir deutlich mehr Verbrauch.
Rein rechnerisch ist das nicht so dramatisch viel mehr. Selbst, wenn alle 48 Millionen KFZ in D 15000km pro Jahr mit 20kWh pro 100km verbrauchen, kommt man auf eine Gesamtstrommenge von 144TWh. Wir produzieren im Moment ca. 640TWh Strom pro Jahr, alle fiktiven eKFZ zusammen würden also "nur" eine Steigergung um 23% bedeuten. Wenn man die eKFZ vorwiegend in nachfrageschwachen Zeiten lädt, brauchen wir nichtmal einen Ausbau des Stromnetzes.

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