Wollen wir es nochmal versuchen? [Fortsetzung des Klimathreads]

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ralli
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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von ralli » 22.07.2021 07:21:58

Was sich ein Mensch nicht vorstellen kann, findet in seiner Realität nicht statt.

(Ralph xxxx) alias ralli

Genau hier sehen wir die Grenzen unserer Erkenntnis. Dies können wir eindrucksvoll beobachten bei der aktuellen Klimakatastrophe. Kaum jemand konnte sich Schäden apokalytischen Ausmaßes hier in Deutschland wirklich vorstellen. Im Rest der Welt ja .... aber wir leb(t)en ja auf einer Insel der Glückseligen. Die sintflutartigen Regenfälle werden sich in immer kürzeren Abständen wiederholen. Jetzt geht es um Schadensbegrenzung, um zukünftige Klimakatastrophen abzufedern, damit möglichts wenig Schaden entsteht an Leib und Leben und existenzielle Lebensgrundlagen (Infastruktur) weitestgehend erhalten bleibt. Verhindern können wir solche Ereignisse nicht.

Hier ist angesichts der Not der Menschen auch nicht der Platz, wissenschaftliche Expertisen in Frage zu stellen. Natürlich gibt es sie, die seriöse Wissenschaft. Wer sich mal tiefer einlesen möchte, dem empfehle ich Literatur von Karl Popper.

Über Moral zu predigen, ist einfacher, als Moral zu begründen.

(Schopenhauer)

Hier sehen wir ein mal mehr die Kluft zwischen Denken und Handeln. Leider haben wir unter unseren Politikern viel mehr Gesinnungsethiker als Verantwortungsethiker.

Gruß ralli
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eggy
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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von eggy » 22.07.2021 08:04:04

ralli hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 07:21:58
Was sich ein Mensch nicht vorstellen kann, findet in seiner Realität nicht statt.
Würde ich in der Absolutheit nicht unterschreiben wollen. Es gibt viele Sachen, die ich mir nicht vorstellen kann, dennoch gehe ich davon aus, dass sie existieren.

curt123
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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von curt123 » 22.07.2021 08:47:18

Ich schreib mal was über meine Erfahrungen, wobei die Situation für mich in dem Punkt noch relativ harmlos war, als mein Leben nicht unmittelbar bedroht wurde. Insofern also kein Vergleich.
Vor fünfundreißig Jahren hatte ich Hochwasser in meiner gerade (nicht in einem typischen Hochwassergebiet) gegründeten Firma. Es ging um mindestens meine ganze wirtschaftliche Existenz und Zukunft. Glücklicherweise war ich im Betrieb, habe das Wasser kommen sehen und konnte Computer, Drucker usw. noch hochstellen. Trotzdem war vieles hin, wichtige Bücher nicht zu retten, neu gekaufte Einrichtung, auch der frisch verlegte Fußboden gequollen und Schrott, tagelange Aufräumarbeiten, Wasser schieben und Pumpen und Schlamm schaufeln usw.. Und natürlich keine erledigten Arbeiten oder Einnahmen. Keine der ganzen tollen Versicherungen war zuständig, keinen hat das interessiert.

Und noch etwas zur "wissenschaftliche Expertise", die ist nun mal nicht konstant, Klimamodelle sind nur Modelle. Wenn da z.B. jemand Algorithmen solange anpasst, bis die Simulation stimmt und sich mit dem CO2 Gehalt in Übereinstimmung bringen lässt, dann schaut das erst einmal plausibel aus. Wenn dann später deutlich wird, dass durch Fracking und Leckagen in Gaspipelines sehr viel mehr massiv klimawirksames Methan freigesetzt wird als bekannt war, dann muß der Algorithmus angepasst werden, dann muss aber auch geschaut werden, wie solche Methan-Emissionen, und das dürfte mehr sein als im Kuhstall, verhindert werden können. Vielleicht ist da schon ein wenig geschehen, aber es gibt da offenbar mehr Faktoren, und bei Jetstreams dürfte noch mehr wichtig sein.

Als Sofortmaßnahme hinsichtlich der Folgen und Risiken kann man vielleicht per Computersimulation sehr kurzfristig Risikogebiete, also vielleicht lange Täler, weite Hänge auf beiden Seiten o.ä. ermitteln, und Ausweichflächen schaffen. Wahrscheinlich dürfte es ähnliche Daten bereits geben. Evtl. noch Ablaufsimulationen. Und vielleicht nochmal nach Bergbau und Kiesgruben etc. schauen, dass nicht der Pferdeacker und dann der ganze Strassenzug wegrutschen kann. Wobei es da teuer werden könnte und totale Sicherheit auch nicht möglich ist.

schwedenmann
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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von schwedenmann » 22.07.2021 09:03:49

Hallo

Keine der ganzen tollen Versicherungen war zuständig, keinen hat das interessiert.
Klar ,wen man keine Elementarversicherung abschließt (ist ja so billiger) und dann z.B. in Abwasserleitung keine Rückstauklappe drin hat (ohne die übernimmt dann nämlich die Vers. den Shaden auch nicht) und nat. das Kleingedruckte nciht gelesen.
Klar kann man auf Alle und jeden Schimpfen,aber man sollte sich erst mal selbst an die Nase packen.

mfg
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curt123
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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von curt123 » 22.07.2021 09:24:47

schwedenmann hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 09:03:49
Klar ,wen man keine Elementarversicherung abschließt (ist ja so billiger) und dann z.B. in Abwasserleitung keine Rückstauklappe drin hat (ohne die übernimmt dann nämlich die Vers. den Shaden auch nicht) und nat. das Kleingedruckte nciht gelesen.
Klar kann man auf Alle und jeden Schimpfen,aber man sollte sich erst mal selbst an die Nase packen.
Schimpfen sieht anders aus. Das Wasser kam in dem Fall irgendwann durch Tür, Fenster und Wand, und Elementarversicherung war zumal in der Region damals nicht üblich und ist weder seitens der Bank, die sonst extrem vorsichtig war und alles überversichert haben wollte, erwähnt oder angeraten worden, noch vom zustandigen Versicherungsagenten. EDV-Versicherung, klar, das sollte sein. Ich könnte natürlich meine Nase drangsalieren, weil ich den Fehler gemacht hatte, bei Bank und Versicherung möglicherweise nicht optimal beraten worden zu sein. Eine Betriebsunterbrechungsversicherung hätte kurz nach Gründung vielleicht auch nicht so viel geholfen.

Nachtrag:

Ich möchte noch meine Ausführungen -s.o.- zu Methan etwas ergänzen und konkretisieren, da ist entweder Bewegung in der Einschätzung, oder es sind unterschiedliche Ansätze und/oder Mengen. Einen Trend / Chronologie hab ich noch nicht recherchiert.

Methan soll sich auch in absehbarer Zeit abbauen, also würde eine Änderung dort sehr rasch wirken.

https://oekosystem-erde.de/html/treibhausgase.html
mit knapp 15 Prozent zum Treibhauseffekt bei (b
https://www.sternenfair.de/wissenswerte ... wandel.php
Methan ist weltweit mit ca. 20 % am gesamten Treibhausgaseffekt beteiligt
https://de.wikipedia.org/wiki/Methan
Methan trägt rund 20 bis 30 % zum anthropogenen Treibhauseffekt bei.

Und noch zu den von mir schon hinsichtlich möglicher Wetter/Klimaeinflüsse erwähnten Kondensstreifen:

Der Flugverkehr nutzt ja den Jetstream, Wasserdampf oder Eiskristalle werden also gerade mitten in das System eingebracht, welches offenbar derzeit nachteilige 'Änderungen oder Störungen aufweist.
Zuletzt geändert von curt123 am 22.07.2021 10:17:15, insgesamt 1-mal geändert.

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ralli
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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von ralli » 22.07.2021 11:00:07

Auch ich verfüge über Hochwasserfahrung, auch wenn es Lichtjahre (1968) her ist. Damals war ich in meiner Heimatstadt Altena im Sauerland in der Ausbildung. Mein Ausbildungsbetrieb lag direkt an der Lenne. Hinter der Firma war ein ca. 5 mtr. breiter Parkplatz für unsere Firmenbullis. Da floß dann die Lenne vorbei. Es dürfte 2 Tage vor Weihnachten gewesen sein, als es Hochwasseralarm gab. Die damaligen Talsperren hatten nicht die nötige Kapazität, um die Wassermassen der Schneeschmelze zurück zu halten. Lebensgefährlich war die Situation wohl nicht. Zumindest habe ich das damals nicht so empfunden. Der Wasserpegel der Lenne stieg unaufhörlich stündlich. Wir waren ein Groß- und Einzelhandel für Farben - Lacke mit Fußbodenbelägen. Angegliedert war ein Handwerksbetrieb des Seniorchefs und ein Glasbau. Wir waren 2 Auszubildende und mußten die Ware und schweren Bodenbeläge in den 1. Stock bringen. Vorab, Menschen kamen nicht zu schaden. Das Wasser stand über der Ladentheke (ca. 1,50 mtr) und wurde einerseits durch die Kanalisation hochgedrückt und kam beim Pegelhöchststand auch durch die Fenster. Was ich am schlimmsten empfand, war der Umstand, das nach dem Rückgang des Hochwassers die Lenne In jedem Regal in jeder Ritze Schlamm und Geröll hinterließ. Das alles mußte ja zeitnah wieder entsorgt und gesäubert werden. Natürlich war das wieder die Aufgabe für uns Auszubildende. Noch Wochen später stank es muffig im Laden. Ja, ja lang ist es her, aber vergessen habe ich es nicht, fast so, als ob es gestern gewesen wäre. Ist wahrscheinlich nicht vergleichbar mit der Klimakatastrophe am letzten Wochenende, aber wenn Du Dich in der aktuellen Gefahrensituation befindest, weißt Du ja nicht wirklich, wie es sich entwickelt. Später wurden die Talsperren vertieft und diese Situation wiederholte sich in meiner Zeit nicht mehr.

Grüße ralli
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willy4711
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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von willy4711 » 22.07.2021 12:07:17

Die Rolle, die Methan bei der Erderwärmung spielen wird. wird - denke ich - noch wesentlich unterschätzt.
Stichwort Permafrost / Erwärmung Weltmeere (Methanhydrat).
Siehe:
https://www.wissenschaft.de/erde-klima/ ... ermafrost/
https://wiki.bildungsserver.de/klimawan ... php/Methan

Noch ein Paar zumindest denkbare Baustellen:

Abholzung der Regenwalds in Südamerika:

Wäre doch einfach, die Hauptakteure (speziell Brasilien) mit Sanktionen zu belegen, das ihnen Hören und Sehen vergeht.
Aber das ist natürlich nur für politisch missliebige Staaten vorgesehen und nicht für Mitglieder unserer Wertegemeinschaft.
Und außerdem ist das schöne Tropenholz für unsere Wohnzimmer unverzichtbar, genauso, wie das tägliche Steak

Elektroautos (Batterie) Individualverkehr

Aufgrund der Tatsache , dass schon jetzt über eine Rationierung des Stroms beim Aufladen, diskutiert wird, weil schlicht zu wenig da ist.
zeigt sich die ganze Absurdität dieses Vorhabens.
siehe:
https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlam ... onFile&v=2
https://automotive-opinion.com/2021/01/ ... ressenten/

Uns hat es natürlich scheißegal zu sein, was in den Ländern passiert (z.B. Chile) wo das Lithium für die Batterien abgebaut wird (ist fast CO2 neutral)

Ist das Batterie Auto wirklich massentauglich ? Ich stelle mir das Szenario in Großstädten und besonders dort in Großsiedlungen vor:
Kampf um die Ladesäule ---->
und dann wird der Strom rationalisiert, weil Polen auch gerade keinen Kohlestrom liefern kann, weil es halt Winter ist :facepalm:
Die Betreiber der großen Übertragungsnetze gehen davon aus, dass Deutschland in Zukunft stärker auf Stromimporte angewiesen
sein wird, um in Extremsituationen die Stromversorgung aufrechterhalten zu können.

Wie man das Problem des Individualverkehrs lösen soll ? Keine Ahnung.


Vielleicht so:
Fokus auf Brennstoffzelle mit H2 / bzw. Metanol - Antrieb.
Einen Zwang, Fahrgemeinschaften zu bilden --- > Einzelpersonen im Auto ---> Hohe Bussgelder :mrgreen:
ÖPNV---> Dauert in Deutschland Jahrzehnte.

Übereiltes Abschalten der Großkraftwerke

(Kohle /Kernkraft), ohne eine entsprechende Infrastruktur vorher zu schaffen (Inselbetrieb)
Besonders kritisch kann sich da die Verminderung der Momentanreserve (Rotierende Massen der Generatoren) auf die Frequenzstabilität des
Verbundnetzes auswirken. Windräder und Solaranlagen haben sowas halt nicht.
Wer sich dafür interessiert kann mal hier lesen:
https://www.saurugg.net/hintergrundthemen
https://www.saurugg.net/blackout/risiko ... -situation

Auch auf dieser Seite:
Das Österreichische Bundesheer schätzt in seiner Sicherheitspolitischen Jahresvorschau 2020 das Szenario Blackout mit einer sehr hohen Eintrittswahrscheinlichkeit binnen der nächsten 5 Jahre ein. Damit wird erstmalig von einer österreichischen staatlichen Stelle diese Risikoeinschätzung offiziell bestätigt und unterstrichen!
Was ein längerandauernder Blackout bedeutet:
ralli hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 07:21:58
Was sich ein Mensch nicht vorstellen kann, findet in seiner Realität nicht statt.
Ich stelle mir dabei vor: Ein Ereignis, dass die jetzige Katastrophe wie einen Fliegenschiss erschienen lassen wird.

Ich beschäftige mich schon länger mit diesem Thema, und wie man den steigenden Energiebedarf dieses Planeten vernünftig abdecken kann.
Ich bin dabei auf eine Variante der Kernenergie gestoßen, die mir vernünftig erscheint:

Der Dual Fluid Reaktor
Nicht nur, dass das Problem des Atommülls damit (teilweise) gelöst werden könnte, erscheint mit dieses Verfahren relativ sicher.
Beschreibung:
https://www.europeanscientist.com/de/en ... d-reaktor/

Ziemlich langes aber gutes Video:
https://youtu.be/aRkNChZ2puo

Wäre mal interessant, eure Meinung dazu zu hören.

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heisenberg
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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von heisenberg » 22.07.2021 13:00:12

willy4711 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 12:07:17
Der Dual Fluid Reaktor
Auch wenn ich selbst nicht in die Diskussion einsteigen möchte, möchte ich zwei außschließlich befürwortende Dokumente nicht allein stehen lassen:

PDF Bundesumweltministerium: Thorium Flüssigsalzreaktoren - Sicherheitsaspekte
DLF: Dual Fluid Reaktor
ausgestrahlt: Der Dual Myth-Reaktor
YouTube: Lesch & Co: Der Flüssigsalzreaktor

Außerdem meine Frage welche von den 100 Gründen (gegen Atomkraft) bei diesem Reaktortyp nicht mehr zutreffen?

https://www.100-gute-gruende.de/
Ich biete keine Lösungen sondern gebe Hilfe zur Selbsthilfe.

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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von schorsch_76 » 22.07.2021 13:03:56

@willy: Ich bin mir nicht mehr sicher ob wir eine technische Lösung für das Problem überhaupt finden können. Meine Zweifel was das angeht sind eher groß....

Ich beschäftige mich mit dem letzten Berich des IPCC. Den gibt es auch auf deutsch [1] (weiter unten auf der verlinkten Seite). Schon 2014 hat es dort gehießen:
IPCC AR5 Synthesis Report hat geschrieben: SPM 1.4 Extremereignisse
Seit ca. 1950 wurden Veränderungen vieler extremer Wetter- und Klimaereignisse beobachtet.
Einige dieser Veränderungen wurden mit Einflüssen des Menschen in Verbindung gebracht, dar
unter ein Rückgang kalter Temperaturextreme, ein Anstieg warmer Temperaturextreme, eine
Zunahme extrem hoher Meeresspiegel und ein Anstieg der Anzahl von Starkniederschlagsereig
nissen in etlichen Regionen. {1.4}

Es ist sehr wahrscheinlich, dass auf globaler Ebene die Anzahl der kalten Tage und Nächte zurückgegangen und die Anzahl der warmen Tage und Nächte gestiegen ist. Es ist wahrscheinlich, dass die Häufigkeit von Hitzewellen in weiten Teilen Europas, Asiens und Australiens zugenommen hat. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Einfluss des Menschen zu den beobachteten globalen Veränderungen der Häufigkeit und Intensität von täglichen Temperaturextremen seit Mitte des 20. Jahrhunderts beigetragen haben. Es ist wahrscheinlich, dass der Einfluss des Menschen die Eintrittswahrscheinlichkeit von Hitzewellen in einigen Gegenden mehr als verdoppelt hat. Es besteht mittleres Vertrauen, dass die beobachtete Erwärmung hitzebedingte Todesfälle vermehrt und kältebedingte Todesfälle in einigen Regionen verringert hat. {1.4}
Es gibt wahrscheinlich mehr Landgebiete, in denen die Anzahl von Starkniederschlagsereignissen gestiegen ist als solche, in denen sie abgenommen hat. Der jüngste Nachweis zunehmender Trends extremer Niederschläge und Abflüsse in einigen Wassereinzugsgebieten bedeutet höhere Überschwemmungsrisiken auf regionaler Ebene (mittleres Vertrauen). Es ist wahrscheinlich, dass extreme Meeresspiegel (wie sie z.B. bei Sturmfluten auftreten) seit 1970 zugenommen haben, was hauptsächlich auf den Anstieg des mittleren Meeresspiegels zurückzuführen ist. {1.4}
Folgen jüngster extremer klimatischer Ereignisse wie Hitzewellen, Dürren, Überschwemmungen, Wirbelstürme und Wald- oder Flächenbrände, zeigen eine signifikante Verwundbarkeit und Exposition einiger Ökosysteme und vieler Systeme des Menschen gegenüber derzeitigen Klimaschwankungen (sehr hohes Vertrauen). {1.4}
In der Eifel hat es laut Wikipedia [2] in 48h 150-200mm Regen in 48h gegeben. In China hat es in einer STUNDE 201mm [3] Regen gegeben. Über einen Tag hat es dort über 620mm Regen gegeben. Das macht mich absolut fassungslos.


[1] https://www.ipcc.ch/site/assets/uploads ... refrei.pdf
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Hochwasse ... ssfaktoren
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Hochwasser_in_Henan_2021

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Tintom
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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von Tintom » 22.07.2021 13:50:13

willy4711 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 12:07:17
Wie man das Problem des Individualverkehrs lösen soll ? Keine Ahnung.
[...]
Ich beschäftige mich schon länger mit diesem Thema, und wie man den steigenden Energiebedarf dieses Planeten vernünftig abdecken kann.
Global stellt sich das Problem nicht, es werden weiter AKW geplant, gebaut und betrieben. Staaten mit großen Energiehunger und den nötigen finanziellen Mitteln werden diesen dadurch stillen können.

Hier in D wird es (noch mehr als jetzt schon) auf weiter gesteigerte Energieeffizienz und dezentrale Energieerzeugung ankommen. Ohne Nachbarschaftshilfe wird es aber auch nicht funktionieren: Wenn AKW-, Steinkohle- und Gaskraftwerke nicht gewollt sind, muss nachts und/oder bei Windstille Energie aus den Nachbarländern importiert werden, wenn der Fokus weiterhin auf erneuerbare Energien gesetzt werden soll.

Beim Thema Individualverkehr bin ich mitterweile der Ansicht, dass es nicht die Norm sondern ein Luxusgut darstellt. Es wird von der Politik nur noch nicht einheitlich so behandelt, weil es vielerorts noch keine Alternative gibt. Dies soll sich ja mit der Einführung des sog. „Deutschland-Taktes“ ändern, mal abwarten... Lokal jedoch, also in Städten oder urbanen Regionen, tun die Verwaltungen ihr möglichstes um Autos unattraktiv zu machen. Am Ende ist es dann eine Rechenaufgabe: Schaffe ich mir ein Auto an, zahle Geld für Steuern, Versicherungen, Kraftstoff-/Energiekosten, Reparaturen, Parkplatz und ärgere mich jeden morgen über verschenkte Lebenszeit im Stau oder steige ich in die nächste S-Bahn und mache mir über den Rest keine Gedanken. Ich habe beide Varianten gelebt: Ersteres als mir Flexibilität sehr wichtig war, zweiteres dann, wenn ich preisbewusst unterwegs war, Abläufe zeitlich besser planen konnte und Flexibilität einen geringeren Stellenwert hatte. Es gibt hier kein richtig oder falsch, jeder beurteilt das anders anhand seiner Bedürfnisse.

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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von willy4711 » 22.07.2021 13:51:06

schorsch_76 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 13:03:56
Ich bin mir nicht mehr sicher ob wir eine technische Lösung für das Problem überhaupt finden können. Meine Zweifel was das angeht sind eher groß....
Sehe ich ähnlich.
Dann würde aber nur bleiben: Weiter so.
Oder:
Mich In Berlin im 8. Stock wird es so schnell nicht treffen.
Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit (Durchschnittliche Lebenserwartung), dass ich noch mal erwischt
werde relativ gering.

Der Mensch hat aber die Eigenschaft bei einer direkten Bedrohung zu kämpfen bis er stirbt.
Die Frage ist halt nur: Wann empfindet der Mensch eine direkte Bedrohung. :?:
Das Aufräumen im Südwesten der Republik wird bald vorbei sein. Und damit auch der kollektive Kampf.

Und die Politiker (zu feige oder bestochen) werden daran nichts ändern.

Die Änderungen, die jetzt angegangen werden (sollten / könnten), werden zum Nachteil eines
Großteils der Bevölkerung sein und dazu dienen, den Herrschenden die Kassen zu füllen.
heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 13:00:12
Außerdem meine Frage welche von den 100 Gründen (gegen Atomkraft) bei diesem Reaktortyp nicht mehr zutreffen?
Aus meiner Sicht trifft da gar nichts mehr zu. Ja - Strahlung gibt es noch, aber durch die Blei- Kühlung
nach außen so gut wie gar nicht. Und das Abwasser wird auch warm, solange man es nicht kühlt.
Der Dual Fluid Reaktor benutzt als Brennstoff Atommüll, der zu kurzlebigeren strahlenden Elementen führt
(ca. 1000 Jahre). Stichwort: Transmutation.
Die kann der Theorie nach gut gesteuert werden, das Risiko einer Kernschmelze ist ausgeschlossen.

Aber wahrscheinlich ist es kurzfristig gesehen billiger, den Atommüll irgendwo zu verbuddeln.
So wird halt gedacht. Ein Umdenken ist unwahrscheinlich.

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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von schorsch_76 » 22.07.2021 14:19:45

willy4711 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 13:51:06
schorsch_76 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 13:03:56
Ich bin mir nicht mehr sicher ob wir eine technische Lösung für das Problem überhaupt finden können. Meine Zweifel was das angeht sind eher groß....
Sehe ich ähnlich.
Dann würde aber nur bleiben: Weiter so.
Oder:
Mich In Berlin im 8. Stock wird es so schnell nicht treffen.
Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit (Durchschnittliche Lebenserwartung), dass ich noch mal erwischt
werde relativ gering.
.....
Naja, es gibt noch gesellschaftlich/politisch/soziale Lösungen: Weg vom ewigen Wachstum und eine nachhaltigere Lebensweise für die Welt. Das sehe ich aber als noch unrealistischer als eine technische Lösung.

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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von willy4711 » 22.07.2021 14:32:27

Tintom hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 13:50:13
Beim Thema Individualverkehr bin ich mitterweile der Ansicht, dass es nicht die Norm sondern ein Luxusgut darstellt. Es wird von der Politik nur noch nicht einheitlich so behandelt, weil es vielerorts noch keine Alternative gibt. Dies soll sich ja mit der Einführung des sog. „Deutschland-Taktes“ ändern, mal abwarten... Lokal jedoch, also in Städten oder urbanen Regionen, tun die Verwaltungen ihr möglichstes um Autos unattraktiv zu machen.
Dagegen spricht die die Planungen des BMVI. Verkehrsverflechtungsprognose 2030
Die Verkehrsleistung im Personenverkehr (einschließlich der nichtmotorisierten Wege) wird – bei abnehmender Einwohneranzahl – weiterhin wachsen von insgesamt 1.184,3 Mrd. Personenkilometern im Jahr 2010 auf 1.328,7 Mrd. Personenkilometer in 2030 (+ 12 %). Dabei nimmt der Pkw-Verkehr um rd. 10 % zu. Diese Zunahme ist insbesondere auf eine höhere „Automobilität“ der stark wachsenden älteren Bevölkerungsgruppen zurückzuführen. Die Bahnverkehre nehmen um rd. 19 % zu, der öffentliche Straßenpersonenverkehr inklusiv der Fernbuslinien um rd. 6 %. Der Luftverkehr hat weiterhin die stärksten Zuwächse (+ 65 %)
https://www.kba.de/DE/Statistik/Fahrzeu ... ilanz.html sagt für 1919:
Mit 47.095.784 Einheiten und einem Plus von 1,3 Prozent bildeten die Personenkraftwagen (Pkw) erneut die anteilsstärkste Fahrzeugklasse.
Statista sagt:
Rekord beim Bestand an Personenkraftwagen in Deutschland – die Anzahl der in der Bundesrepublik gemeldeten Pkw erreichte am 1. Januar des Jahres 2021 mit rund 48,25 Millionen Fahrzeugen den höchsten Wert aller Zeiten.
Also geht der Wahnsinn weiter. Die Aussichten bis 2030 sind nicht sehr erhellend:
https://www2.deloitte.com/de/de/pages/c ... hland.html
In Deutschland wird sich bis zum Jahr 2030 eine deutliche Verschiebung von Verbrennern hin zu alternativen Antrieben ergeben. Allerdings werden auch in zehn Jahren Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren die Zulassungen mit einem Anteil von noch 62 % dominieren. Der Wendepunkte mit 50 % Zulassungsanteil wird unserer Prognose nach erst 2032 erreicht. Durch das voraussichtliche Auslaufen der bisherigen Fördermaßnahmen entsteht bei den alternativen Antrieben ab 2023 außerdem ein leichte Absatzdelle.

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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von heisenberg » 22.07.2021 14:45:36

willy4711 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 13:51:06
heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 13:00:12
Außerdem meine Frage welche von den 100 Gründen (gegen Atomkraft) bei diesem Reaktortyp nicht mehr zutreffen?
Aus meiner Sicht trifft da gar nichts mehr zu. Ja - Strahlung gibt es noch, aber durch die Blei- Kühlung
nach außen so gut wie gar nicht. Und das Abwasser wird auch warm, solange man es nicht kühlt.
Der Dual Fluid Reaktor benutzt als Brennstoff Atommüll, der zu kurzlebigeren strahlenden Elementen führt
(ca. 1000 Jahre). Stichwort: Transmutation.
Die kann der Theorie nach gut gesteuert werden, das Risiko einer Kernschmelze ist ausgeschlossen.

Aber wahrscheinlich ist es kurzfristig gesehen billiger, den Atommüll irgendwo zu verbuddeln. So wird halt gedacht. Ein Umdenken ist unwahrscheinlich.
Transmutation

Transmutation funktioniert so nicht: Beliebiger Atommüll rein, kurzlebiges radioaktives Material raus.

Es geht hier um ganz spezifische Stoffe die alle einzeln geprüft und für die einzeln Verfahren entwickelt müssen, im Ende ggf. auch als kombinierte Transmutation und so einen gewissen Prozentsatz an Material umzuwandeln. Das Verfahren ist aufgrund der Vielzahl an unterschiedlichen Spaltstoffe, die bei der Kernspaltung erzeugt werden sehr komplex. Es kann auch nur ein gewisser Teil überhaupt umgewandelt werden und dass auch nur zu einem gewissen Anteil des eingebrachten Ausgangsstoffes.

Um den Anteil der Umwandlung zu erhöhen, muss das Ergebnis wieder getrennt werden und mit höherer Sortenreinheit erneut in Transmutationsbrennelemente aufbereitet werden und der Vorgang der Transmutation muss mit einer gewissen Anzahl von Iterationen durchgeführt werden, um überhaupt die Menge des langlebigen Materials, bei denen Transmutation möglich ist, deutlich zu reduzieren.

Der ganze Vorgang der sich wiederholenden Aufbereitung und Transmutation erzeugt jede Menge zusätzlichen Atommüll.

Aktuell gibt es eine erste Anlage MYRRHA in Belgien(Aufnahme Testbetrieb 2024) sowie eine Versuchsanlage in Japan(J-PARC). D. h. ob das ganze in Großmengen überhaupt praktikabel ist derzeit noch nicht bewiesen.
Aus meiner Sicht trifft da gar nichts mehr zu.
Die Zeit zwischen meiner und Deiner Antwort lässt vermuten, daß Du vielleicht maximal einen Blick auf die Webseite geworfen hast und dich mit den einzelnen Argumenten gar nicht beschäftigt hast. Das verwundert mich doch zutiefst. Findest Du es für eine Diskussion bereichernd, indem Du 100 Argumente ohne Begründung als "trifft nicht mehr zu" zu deklarieren?

---

Insgesamt sehe ich Dich als jemanden, der in aktuellen Atomkraftversprechen eine reelle Chance sieht und als mögliche wertvolle technische Option für die Zukunft. Ich dagegen habe mich entschieden aus gewissen Gründen Atomkraft als inakzeptables Risiko abzulehnen; insbesondere aufgrund der Tatsache, dass es sich hierbei um eine Hochrisikotechnologie handelt, wobei die finanziell höchst aufwändige Risikominimierung/Sicherheitsgewährleistung der beteilligten Unternehmen immer mit der Kostenminimierung konkurriert. Dass dabei die Kostenminimierung immer/meist gewinnt ist imho allgemein sichtbar.

Ist also eine weitere Auseinandersetzung zwischen uns überhaupt sinnvoll, wenn die Meinungen feststehen und gebrachte Argumente überhaupt nicht berücksichtigt werden?
Ich biete keine Lösungen sondern gebe Hilfe zur Selbsthilfe.

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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von Tintom » 22.07.2021 15:02:21

willy4711 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 14:32:27
Dagegen spricht die die Planungen des BMVI.
Ich kann keinen Widerspruch erkennen.

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