Wollen wir es nochmal versuchen? [Fortsetzung des Klimathreads]

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Meillo
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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von Meillo » 22.07.2021 15:20:53

schorsch_76 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 14:19:45
Naja, es gibt noch gesellschaftlich/politisch/soziale Lösungen: Weg vom ewigen Wachstum und eine nachhaltigere Lebensweise für die Welt. Das sehe ich aber als noch unrealistischer als eine technische Lösung.
Vielleicht ist das aber die einzige Loesung, weil die technische ``Loesung'' moeglicherweise nur ein Wunschtraum ist. (a.k.a. Wir koennen weitermachen wie bisher, denn die Probleme loesen wir in der gleichen Weise wie wir sie erzeugt haben. -- Hurra!)
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willy4711
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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von willy4711 » 22.07.2021 16:53:55

heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 14:45:36
Transmutation funktioniert so nicht: Beliebiger Atommüll rein, kurzlebiges radioaktives Material raus. Es geht hier um ganz spezifische Stoffe die alle einzeln geprüft und für die einzeln Verfahren entwickelt müssen,
Stimmt nicht. Die in den Brennstoff Pellets enthaltenen Schwermetalle bestehen aus diversen Uran- Isotopen sowie Actinoiden (https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... es_03a.png)
Diese werden so wie sie sind in Cloride überführt und in der Schmelze als Brennstoff verwendet.
Dabei ist die Transmutation ein gewollter Effekt, der aber durch eine andere, aus meiner Sicht effektivere Technologie, als bei den MYRRHA _ Anlagen.

Das Abtrennen nicht mehr benötigter Elemente geschieht durch fraktionierte Destillation und durch Spaltprodukt- Processing.
Letztendlich ist das Ziel der Anlage, Abgebrannte Brennelemente auf eine Zeit bis zum Abklingen von ein paar hundert Jahren zurückzuführen,
bei sehr hoher Energie-ausbeute.
heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 14:45:36
Der ganze Vorgang der sich wiederholenden Aufbereitung und Transmutation erzeugt jede Menge zusätzlichen Atommüll.
Das ist natürlich nicht der Fall. Es wird aus Atommüll, der eine Abklingzeit von mehreren 100 000 Jahren hat, ebenfalls Atommüll zu erzeugt,
der relativ kurzfristig abklingt. Was das Problem der Endlager sicherlich beherrschbarer macht.
heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 14:45:36
Die Zeit zwischen meiner und Deiner Antwort lässt vermuten, daß Du vielleicht maximal einen Blick auf die Webseite geworfen hast und dich mit den einzelnen Argumenten gar nicht beschäftigt hast. Das verwundert mich doch zutiefst. Findest Du es für eine Diskussion bereichernd, indem Du 100 Argumente ohne Begründung als "trifft nicht mehr zu" zu deklarieren?
Hab ich mir schon angesehen ich kann es auch noch Auflisten, soweit es mir sinnvoll erscheint
  • 1 - 10 ---> Entfällt, da Kein Uran abgebaut oder angereichter wird.
    11 12 ---> Die Situation in einem Dual Fluid Reaktor ist anders, da als Kühlflüssigkeit Blei benutzt wird (fast vollständige Abschirmung)
    13 Tritium -----> fällt nicht an
    14 Abwärme ----lösbar
    15 Strahlende Jobs Lösbar oder in der Menge nicht vorhanden (wg. Uran-abbau)
    16 - 19 trifft nicht zu
    20 Erdbeben ----> beim Erkalten des Reaktors hört die Reaktion sofort auf
    21 Flugzeugabsturz ---Dto
    22 -24 Blödsinn
    25 Risiko Mensch ---> ist wesentlich geringer, da die Gefahr einer Kernschmelze / Explosion nicht besteht
    26 - 62 ---> trifft nicht zu bzw. sich immer wieder wiederholend
    63 Transmutation ----> Da kein neuer Müll entsteht sondern der alte aufbereitet wird, kein Argument
    64 -100 ist an den Haaren herbeigezogen bzw. unsinnig Hat auch nichts mit der von mir genannten Technologie zu tun.
heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 14:45:36
Insgesamt sehe ich Dich als jemanden, der in aktuellen Atomkraftversprechen eine reelle Chance sieht und als mögliche wertvolle technische Option für die Zukunft. Ich dagegen habe mich entschieden aus gewissen Gründen Atomkraft als inakzeptables Risiko abzulehnen;
Es sind keinen aktuellen Atomkraftversprechen, sondern einen völlig andere Technologie.

Eine Versorgung der Menschheit mit derzeit zur Verfügung stehenden "erneuerbaren Technologien" wird nicht möglich sein, solange nicht entsprechende
Speichermöglichkeiten zu Verfügung stehen. Die Entwicklung diese Möglichkeiten steht aber genauso noch in den Kinderschuhen, und wird Jahrzehnte dauern.

Zu glauben, wir schalten ein paar Kohle Kraftwerke ab, ebenso wie die Atomkraft (bei der jetzigen Technologie sicher richtig)
ist nichts anderes als Kinderkram, da die Voraussetzungen für die Infrastruktur (Speicher / Errichtung von abschottbaren Insellösungen) nicht vorhanden sind.
Zuletzt geändert von willy4711 am 22.07.2021 19:19:28, insgesamt 1-mal geändert.

curt123
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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von curt123 » 22.07.2021 17:12:03

Meillo hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 15:20:53
schorsch_76 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 14:19:45
Naja, es gibt noch gesellschaftlich/politisch/soziale Lösungen: Weg vom ewigen Wachstum und eine nachhaltigere Lebensweise für die Welt. Das sehe ich aber als noch unrealistischer als eine technische Lösung.
Vielleicht ist das aber die einzige Loesung, weil die technische ``Loesung'' moeglicherweise nur ein Wunschtraum ist. (a.k.a. Wir koennen weitermachen wie bisher, denn die Probleme loesen wir in der gleichen Weise wie wir sie erzeugt haben. -- Hurra!)
Hier in der Region scheinen inzwischen die Dealer abends mit E-Rollern und großer Umhängetasche die Parks abzufahren. Ob die ihre Kundschaft auch so schweißfrei mit einem normalen Fahrrad erreichen würden? Und wer möchte schon müffelnde Verkäufer, ganz zu schweigen von der nötigen Beschleunigung und Fluchtgeschwindigkeit.

Oder anderes betrachtet, wir haben ein Schuldgeldprinzip, das womöglich erstmal aufgegeben werden müßte. Zudem findet wohl gerade eine größere Umverteilung zu den Superreichen statt, da haben die vielleicht noch keinen Bock auf was anderes. Dann der mögliche Konflikt mit China, China will womöglich erst mal ordentlich aufrüsten und dann Bodenschätze in Afrika oder Afghanistan sichern. Und die meisten größeren Aktionen der Regierungen schauen für mich auch arg nach Befriedigung und Schaffung von Geschäftsmodellen aus. Wenn ich mir manches Herumgeeiere anschaue, dann scheinen auch manche Wissenschaftler von Freiheit von Forschung und Lehre auch nicht immer sehr viel mitbekommen zu haben. Oder mal Kernkraft: In der Nähe von AKWs gibt es überdurchschnittlich Fälle von Leukämie, das scheint unstrittig. Nun soll es aber partout keine Erklärung geben? Ich warte noch darauf, dass das mal einer psychologisch und ein anderer homöopathisch erklären will, natürlich streng "wissenschaftlich".

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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von heisenberg » 22.07.2021 17:39:34

willy4711 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 16:53:55
heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 14:45:36
Transmutation funktioniert so nicht: Beliebiger Atommüll rein, kurzlebiges radioaktives Material raus. Es geht hier um ganz spezifische Stoffe die alle einzeln geprüft und für die einzeln Verfahren entwickelt müssen,
Stimmt nicht.
- Auf welche Quellen stützt Du Dich da?
- Welche Versuchsanlagen gibt es hier? Sind Produktivanlagen geplant?
Hab ich mir schon angesehen ich kann es auch noch Auflisten, soweit es mir sinnvoll erscheint
Schaue ich mir an. Danke, für die Detailausführung.
Es sind keinen aktuellen Atomkraftversprechen, sondern einen völlig andere Technologie.
...entsprechende Speichermöglichkeiten zu Verfügung stehen. Die Entwicklung diese Möglichkeiten steht aber genauso noch in den Kinderschuhen, und wird Jahrzehnte dauern.
Auf der einen Seite höre ich von Dir (DFR ist) "eine völlig neue Technologie". Auf der anderen Seite schreibst Du dass die Speichermöglichkeiten der RE(=Regenerative Energie) noch Jahrzehnte dauern wird.

Die Umsetzung einer völlig neuen Technologie bei der Kernkraft wird da doch mit Sicherheit nicht weniger als Jahrzehnte dauern. (WP:Dual-Fluid-Reaktor "Es gibt derzeit (Stand Dezember 2019) noch keinen Prototypen des Reaktors und es ist völlig unklar, ob Flüssigsalzreaktoren auch im Dauerbetrieb wie gewünscht und zuverlässig funktionieren.").

Im Übrigen sind scheint die Idee eines Flüssigsalzreaktors(was ja beim DFR(=Dual Fluid Reaktor) eine Kernkomponente ist) ja mitnichten neu zu sein, da man daran ja bereits in den 1950er/1960er Jahren geforscht hat, was man verworfen hat, weil Korrosionsprobleme keinen dauerhaften Betrieb erlaubten. Man sagt, beim DFR habe man das jetzt im Griff, weil mittlerweile bessere Materialien wirtschaftlich verfügbar sein. Ohne eine entsprechende Demonstrationsanlage will ich dem keinen Glauben schenken. Das Reaktorkonzept ist aktuell nicht mehr als Papier.
Ich biete keine Lösungen sondern gebe Hilfe zur Selbsthilfe.

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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von willy4711 » 22.07.2021 17:55:02

curt123 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 17:12:03
Dann der mögliche Konflikt mit China, China will womöglich erst mal ordentlich aufrüsten und dann Bodenschätze in Afrika oder Afghanistan sichern
Man sollte aber einen Land schon zugestehen das es sich ganz gerne zu einen Land entwickeln möchte,
dass seine Bevölkerung aus der Armut zieht ?
Natürlich wäre der Wertegemeinschaft ein China wie etwa während der Opium-Kriege viel lieber.

Man sollte auch nicht vergessen, dass die CO2 Konzentration in der Atmosphäre die Summe der Industrialisierung
aus den letzten 150 Jahre ist. Und da muss China noch ganz schön aufholen, wird es wohl nicht schaffen

China ist - was den pro Kopf Ausstoß an CO2 betrifft, an 16. Stelle der Ranglistehttps://de.statista.com/statistik/daten ... einwohner/

Ich traue es China zu, dass es uns alle Überholen wird im Bezug auf die Reduzierung der CO- Emissionen.

Kein Grund dahin zu zeigen, um von sich selber abzulenken.

Übrigens: In China soll der erste Flüssigsalzreaktor (Thoriumfluorid) noch in diesem Jahr in Betrieb gehen.

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willy4711
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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von willy4711 » 22.07.2021 18:36:20

heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 17:39:34
- Auf welche Quellen stützt Du Dich da?
- Welche Versuchsanlagen gibt es hier? Sind Produktivanlagen geplant?
Da hast du (leider) Recht. Das Verfahren ist zwar 2012 patentiert worden, aber sonst ist wohl nichts geschehen.
Trotzdem finde ich die Idee bestechend. und kann nur auf das oben angegebene Video verweisen,
das sich in 48 Minuten mit allen Aspekten auseinander setzt.
Die Entwicklungskosten werden auf 10- 20 Milliarden € und 10-20 Jahre geschätzt.
Wenn man bedenkt, was so alles an Geld raus geschleudert wird (für die Löschung der ganzen Kollateralschäden
der "Pandemie") oder Rüstungsausgaben - wäre es das nicht wert ? Ich denke schon.
heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 17:39:34
Die Umsetzung einer völlig neuen Technologie bei der Kernkraft wird da doch mit Sicherheit nicht weniger als Jahrzehnte dauern. (WP:Dual-Fluid-Reaktor "Es gibt derzeit (Stand Dezember 2019) noch keinen Prototypen des Reaktors und es ist völlig unklar, ob Flüssigsalzreaktoren auch im Dauerbetrieb wie gewünscht und zuverlässig funktionieren.").
Leider richtig.
Aber nach hier: https://www.golem.de/news/atomkraft-chi ... 58267.html
scheint es so zu sein, dass ein dem Dual Fluid Reaktor ähnliches Prinzip auf Thoriumchlorid - Basis in China
kurz vor den Vollendung steht. Das wäre zwar mit meinem Favoriten verglichen wegen der Brennstoffes suboptimal,
jedoch ist es ein großer Fortschritt in der Kerntechnologie, besonders in der Sicherheit und Endlager.

Zu den Flüssigsalzreaktoren, die Thorum als Brennstoff verwenden habe hier einen ganz guten Artikel gefunden:
https://www.spektrum.de/video/energiewe ... ft/1677526

katzenfan
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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von katzenfan » 22.07.2021 18:56:57

eggy hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
19.07.2021 14:10:22
Und vielleicht muss eine umsetzbare Lösung auch beinhalten, dass man gleichzeitig Neutratlität anstrebt, gleichzeitig aber mehr als das schaffen will, aber gleichzeitig auch den vermutlichen Folgen vorbaut? Also vielleicht, wie so häufig, der Mittelweg mit vereinten Kräften ...?
Zuerst mal braucht es wohl eine qualitativ hochwertige Analyse des IST-Zustandes, sowohl lokal, als auch global, die von allen Regionen gleichberechtigt wie gleichwertig erstellt wird.

Politisch wird letztens immer eine Art Mittelweg entstehen, da alle Belange von allen Nationen zu berücksichtigen sind, denn es steht keine über der anderen; sie alle sind gleichberechtigt, aber schon für Europa ist es eine Herausforderung, die durchaus auch historisch gewachsenen Belange aller europäischen Nationen gleichwertig zu berücksichtigen.

Daß sich Nationen nicht mögen, ist primär in der Historie begründet; es ist nichts, was in der Gegenwart entstanden ist, es setzt sich nur darin fort.

Europa könnte eine gemeinsame Historikerkommission schaffen, in der alle europäischen nationen Vertreten sind, die sich der gemeinsamen Aufarbeitung der gemeinsamen Historie Europas ohne Scheuklappen widmet; es ist nicht anzunehmen, daß es eine stabile europäische Entwicklung in der Zukunft haben wird, solange die gemeinsame Vergangenheit nicht aufgearbeitet ist.

Und, freilich, Europa sollte neutral werden, dabei aber durchaus in der Lage sein, sich selber zu schützen.

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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von heisenberg » 22.07.2021 18:57:36

willy4711 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 18:36:20
...dass ein dem Dual Fluid Reaktor ähnliches Prinzip auf Thoriumchlorid - Basis in China kurz vor den Vollendung steht.
Das fand ich durchaus interessant. Allerdings erwarte ich da von China bzgl. der Offenheit nicht besonders viel. Wahrscheinlich wird es eher so laufen, dass man beobachtet, ob China im Anschluß mehr dieser Anlagen baut oder nicht um festzustellen, ob das Projekt wenigstens nach den eigenen Maßstäben - welche auch immer das sind - als Erfolg oder Fehlschlag zu werten ist. Bzgl. möglicher Havarien hat Tschernobyl ja zumindest deutlich gezeigt, dass Katastrophen auch in großer Entfernung recht schnell entdeckt werden. Insofern erfreulich, daß China soweit weg ist und Aufklärung durch globale Satellitenüberwachung verfügbar ist.

Und falls das Atommüllverwertungsprinzip des DFR tatsächlich so unglaublich phänomenal ist, wie behauptet, dann wird sich China im Anschluß am Ankauf allen Atommülls international Aufsehen erregen und einen nie gesehenen Profit damit einstreichen.
Trotzdem finde ich die Idee (vom DFR) bestechend.
Hmm. Wenn Du jetzt nicht gerade in dem Bereich wirklich ein relevantes, fachlich hohes Kompetenzniveau hast, dann freue ich mich für die Bereicherung deines persönliche Lebens und gleichzeitig frage ich mich ob Du die Plausibilität dessen, was Dir da technisch vorgesetzt wird auch nur ansatzweise prüfen kannst? Ich kann das natürlich nicht. Ich kann mir auch nur das Wissen von anderen zum Thema anhören und eine eigene Einschätzung zu Glaubwürdigkeit/Risiken/Realisierbarkeit der Veröffentlichungen erarbeiten.
Zuletzt geändert von heisenberg am 22.07.2021 19:45:25, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von willy4711 » 22.07.2021 19:14:53

heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 18:57:36
Ich kann mir auch nur das Wissen von anderen zum Thema anhören und eine eigene Einschätzung zu Glaubwürdigkeit/Risiken/Realisierbarkeit der Veröffentlichungen versuchen zu erringen.
Dann warten wir mal ab. Beeinflussen kann man es eh nicht.
Da ich aus meiner Sicht keine gravierend dagegen stehende Argumente gefunden habe, sehe ich das
zumindest positiv.

Danke für den sachlichen Gedankenaustausch :THX:

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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von curt123 » 22.07.2021 19:34:14

willy4711 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 17:55:02
Ich traue es China zu, dass es uns alle Überholen wird im Bezug auf die Reduzierung der CO- Emissionen.
Dann wird es derzeit üblichen Kassandra-Rufen zufolge wohl etwas spät.
Natürlich wäre der Wertegemeinschaft ein China wie etwa während der Opium-Kriege viel lieber.
Ich denke da eher an die Kulturrevolution als an Opium, aber das wird dann einfach eine Reaktion auf Wertegemeinschaft gewesen sein.
Und da muss China noch ganz schön aufholen
Sehe ich nicht so, dass jeder ein Recht hätte, Fehler anderer auch mal auszuprobieren. Zumal die m.E. immer schlechter werdende und dadurch umweltschädlichere Qualität vieler Produkte m.E. nicht nur unseren Importeuren angelastet werden kann und China nicht unbedingt als Entwicklungsland betrachtet werden muß, sondern von den gemachten Entwicklungen und Errungenschaften profitiert. Da muß nicht alles aufgeholt werden, ob es teilweise unnötig, oder teilweise schon entwickelt ist.

Aber:
„Wer einen Tiger weckt, sollte einen langen Stock benutzen.“
Zuletzt geändert von curt123 am 22.07.2021 19:39:27, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von schorsch_76 » 22.07.2021 19:37:19

Meillo hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 15:20:53
schorsch_76 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 14:19:45
Naja, es gibt noch gesellschaftlich/politisch/soziale Lösungen: Weg vom ewigen Wachstum und eine nachhaltigere Lebensweise für die Welt. Das sehe ich aber als noch unrealistischer als eine technische Lösung.
Vielleicht ist das aber die einzige Loesung, weil die technische ``Loesung'' moeglicherweise nur ein Wunschtraum ist. (a.k.a. Wir koennen weitermachen wie bisher, denn die Probleme loesen wir in der gleichen Weise wie wir sie erzeugt haben. -- Hurra!)
Ich denke auch das dies die einzig sinnvolle Lösung für uns als Menschheit ist. Leider sehe ich aber was es für Widerstände gibt auch nur anzuerkennen das es einen Klimawandel gibt. Wenn es auch nur darum geht den Bericht des Klimarates zu formulieren wird aus Staaten und Organisationen massiv lobbiert um Formulierungen abzuschwächen.

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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von curt123 » 22.07.2021 19:54:50

schorsch_76 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
22.07.2021 19:37:19
Leider sehe ich aber was es für Widerstände gibt auch nur anzuerkennen das es einen Klimawandel gibt. Wenn es auch nur darum geht den Bericht des Klimarates zu formulieren wird aus Staaten und Organisationen massiv lobbiert um Formulierungen abzuschwächen.
Mein Eindruck ist da etwas anders, ohne dass ich jetzt behaupten möchte, es unbedingt besser zu wissen.

CO2, und das ist derzeit die Fokussierung, scheint ein Gsechäftsmodell zu sein, auch eine weitere Steuerquelle (die auch noch die Falschen trifft). Andere Themen werden relativ vernachlässigt, Forschung wird monothematisch.
Dann z.B. so Merkwürdigkeiten wie der Rekord in Lingen. Warum dauerte es relativ lange, bis die Messung wegen Bewuchs/Senkenlage endlich rausgenommen wurde? Wer denkt an die Glaubwürdigkeit des Ganzen? Oder E-Autos, wieder geht es darum, Klimawandel zu vermarkten, und Brot und Spiele, aber keine Vorteile bei der Energiebilanz.

Man könnte Energie sparen, aber das ist nicht vorgesehen. Nachtbeleuchtung reduzieren, keine 5/6 G Digitalisierung. KfZ im Leichtbau statt schwere Akkus, Tempo drosseln und passive Sicherheit entsprechend verringern. Dann (sorry für die Wiederholung) nochmals die Punkte Methan und Kondensstreifen, ausgerechnet in den Jetstreams. Aber an ein Flugverbot o.ä. möchte man wohl nicht ernsthaft denken, lieber Panik schüren und Ablasshandel betreiben.

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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von schorsch_76 » 22.07.2021 21:59:59

@curt123: Hierzu darf ich dich auf den IPCC Bericht von 2014 verweisen. "Kapitel 1.2. Vergangene und jüngste Treiber des Klimawandels".
Es ist der größte Treiber.

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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von Meillo » 22.07.2021 22:02:44

(Entschuldigt die Emotionen ... :roll: )


Man muesste mal einsehen, dass nicht das CO2 das Problem ist oder das Erdoel oder oder oder ... sondern unsere Haltung der Erde, der Umwelt und den Menschen gegenueber.

Derzeit wird man noch gesellschaftlich abgewertet wenn man sich selber nachhaltig verhaelt -- nicht indem man das neueste E-Auto kauft oder das neueste Ocean-Bottle-Shirt, sondern indem man auf manche Freizeitvergnuegen verzichten muss weil man kein Auto hat bzw. nicht dafuer fahren will, oder weil man Urlaub zuhause macht (statt beim zwei-Wochen-Pauschaltrip fremde Kulturen ``kennenlernt'' und die Welt ``sieht''), oder weil man Kleidungsstuecke flickt und ueber den Modezyklus hinaus traegt, oder weil man seine Hardware so lange nutzt wie irgend moeglich ist (auch wenn man dann manche dieser unfassbar leistungshungrigen Websites nicht mehr anschauen kann), usw. Solange man sich mit all dem weiterhin ins soziale Abseits stellt, wird sich da leider wenig veraendern.

Nicht-Konsum, Verzicht, Zuruecknahme, Einschraenkung ... das sind ja fast Tabu-Themen ... wie wenn gleich die Welt untergehen wuerde wenn man z.B. den Wohncomfort oder die Mobilitaet um ein paar Jahrzehnte zurueckdreht ... jeder ganz fuer sich selbst. Dabei geht die Welt unter weil wir gerade das nicht machen.

Ich wuerde gerne folgende Fragen von Politikern, Unternehmern, Privatpersonen beantwortet sehen: Haben wir in den letzten Jahrzehnten ueber dem Niveau gelebt das noch tragfaehig ist und haben wir mehr negative Folgen verursacht als wir in unserem Leben ausgleichen koennen? -- Ja oder nein? -- Und falls ja, wie muessen wir uns dann in den naechsten Jahrzehnten verhalten?

Das ist mathematisch einfach und klar ... und doch verblueffend und augenoeffnend:

Taschengeld: 10,- pro Monat. Monatliche Ausgaben von 15,-. Ein halbes Jahr spaeter habe ich 90,- ausgegeben, wenngleich ich nur 60,- bis dahin finanzieren konnte.
Wieviel darf ich dann in den naechsten sechs Monaten ausgeben? -- Nicht 10,-, sondern nur 5,-! Es reicht nicht, auf das Niveau zu kommen, was angemessen waere, um dauerhaft stabil zu leben (wobei das gefuehlt auch schon eine massive Einschraenkung ist), sondern man muss sich noch viel staerker einschraenken, um die Zuvielausgaben (und ggf. deren Zinsen aka. Folgeschaeden) wieder reinarbeiten zu koennen.

Ohne eine grundlegende Aenderung der Lebensweise wird das nicht zu schaffen sein (auch wenn die Werte nicht so schlimm sind (waeren?) wie in meinem Beispiel).
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letzter3
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Re: Wollen wir es nochmal versuchen?

Beitrag von letzter3 » 22.07.2021 22:26:56

Danke meillo.

Festzuhalten aus meiner Sicht ist, das wir erstmal überhaupt nichts (oder nur sehr sehr wenig) wissen.
Insbesondere von all den so tollen technologischen Entwicklungen, die uns retten werden.
Warum maßen sich Politiker (was für eine unselige Berufsgruppe), Wissenschaftler, Laien und alle möglichen Bevölkerungsgruppen an, innerhalb von wenigen Monaten/Jahren ... die Wirkungsweise und die Auswirkungen von etwas zu verstehen, was in der Natur unter gewöhnlichen Bedingen nicht vorgesehen ist?

Michael (in der Energiewirtschaft tätig)

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