Vorstellung einer Bastelei?!

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Cae
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Re: Vorstellung einer Bastelei?!

Beitrag von Cae » 08.04.2016 05:54:25

smutbert hat geschrieben:sich jemand als Drehimpulsgeber-Liebhaber outet.
Iwo, ich finde die auch toll. Drehimpulsgeber sind einfach ein gescheites Bedieninterface. Je nach Anwendungsfall mit Rasten oder auch ohne.

Ansonsten moechte ich ein Lob loswerden: Du arbeitest sehr sauber, es hat mich etwas verbluefft, "hier" so etwas zu sehen.

Deinen Code habe ich mal spasseshalber angeschaut und etwas daran herumgepatcht: NoPaste-Eintrag39244. Die einzelnen Patches sollten fuer sich funktionieren, ggf. reicht es auch aus, die Idee dahinter zu erkennen. Z.B. bei der Stringliste fuer die GPIOs: Anstatt a = []; a.append('foo'); a.append('bar') kann man die list direkt als a = ['foo', 'bar'] schreiben. Und weil in deinem Fall die Strings nie veraendert werden, tut stattdessen ein tuple in der Form a = ('foo', 'bar') den besseren Dienst, da es schlanker und gegen versehentliches Ueberschreiben geschuetzt ist.

Gruss Cae
If universal surveillance were the answer, lots of us would have moved to the former East Germany. If surveillance cameras were the answer, camera-happy London, with something like 500,000 of them at a cost of $700 million, would be the safest city on the planet.

—Bruce Schneier

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Re: Vorstellung einer Bastelei?!

Beitrag von smutbert » 09.04.2016 22:42:36

Danke für das Lob und die sehr zurückhaltende Kritik am Schreckgespenst.

Wenn du dich schon mit meinem ersten Python-Skript auseinandersetzt, dann zwingst du mich ja schon fast die aktuelle Version zu posten, egal in welchem Zustand sie ist. Da verwende ich nicht mehr die gpio-Treiber von linux und das sysfs sondern den direkten Zugriff auf die Hardware über ein an den Cubietruck angepasstes WiringPi, das dem "wiring"-System des Arduino nachempfunden ist.

Diese Anpassung für den Cubietruck stammt von einem sehr hilfbereiten Mitglied (gkoala) des Cubietruck-Forums [1]. Das Cubietruck-Forum macht wohl leider sehr bald zu, aber die Links dort zu dem WiringCT(3) sind sowieso schon alle tot.
Immerhin sollte sich der Code so mit minimalen Anpassungen auch auf dem Pi und einigen anderen Einplatinencomputern laufen, für die es WiringPi-Ports gibt. Wenn es Bedarf gibt, ich weiß wie ich es am geschicktesten anstelle und der Autor gkoala keine Einwände hat, dann werde ich dieses WiringCT3 irgendwie online zur Verfügung stellen.


Hier also nun Schreckgespenst Version 0.09:
NoPaste-Eintrag39247
und der Code zur Ausgabe von den Befehlen am Display (zur Rückmeldung), den ein Freund geschrieben hat:
NoPaste-Eintrag39248


[1] http://www.forum-cubieboard.de/Thread-w ... cubietruck

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Re: Vorstellung einer Bastelei?!

Beitrag von smutbert » 10.04.2016 21:03:07

:lol:

Ich habe gerade mein erstes Python-Schreckgespenst vor mir und zerfranse mich über das, was ich da so alles reingeschrieben habe. Vielleicht hätte ich das nicht posten sollen, aber es war das erste, was ich in python geschrieben habe und es hat sogar funktioniert 8)

Beim Ansehen Deines Patches und den ersten vergeblichen Versuchen ihn anzuwenden — ich sollte mich wirklich einmal mit so grundlegenden Tools wie patch auseinandersetzen — ist mir außerdem der Verdacht gekommen, dass Du mein Skript schneller durchschaut hast, als ich selbst (ich hatte es mir schon eine Zeit lang nicht mehr richtig angesehen).

Und noch einmal vielen Dank :THX: auch wenn ich mich in python inzwischen (hoffentlich) einen Hauch geschickter anstelle war Dein Patch sehr lehrreich.

Nur einen Kommentar zu

Code: Alles auswählen

…
		# FIXME: this check seems pointless
		if buttons_prv[button] > buttons_now[button]:
…
das Du dann komplett entfernt hast.
In der Abfrage davor mit != ging es mir nur darum zu erkennen ob sich an den Tastern seit dem letzten Durchlauf überhaupt etwas geändert hat.
Diese zweite Abfrage dagegen ist gar nicht so pointless. Damit habe ich verhindert, dass auf neu gedrückte und gerade losgelassene Taster gleichermaßen, also insgesamt doppelt reagiert wird, was bei deinen Anpassungen passiert, wenn ich es recht verstehe.

Ironischerweise kann ich es momentan gar nicht ausprobieren, weil ich den OrpheuZ, so habe das Gerät getauft, das auf den letzten Fotos zu sehen ist, verschenkt habe, was mir allerdings auch Gelegenheit gibt mit dem Basteln noch einmal von vorne zu beginnen ☺
Natürlich mit einigen Verbesserungen und Neuigkeiten - Ideen und Pläne gibt es so einige... davor werde ich aber wohl noch ein paar Details zum OrpheuZ posten.

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Re: Vorstellung einer Bastelei?!

Beitrag von smutbert » 15.04.2016 10:29:10

Die Stromversorgung

Nun will ich ein bisschen was über die Stromversorgung schreiben. Ich wollte es vermeiden irgendwelche Platinen, Kabel oder Schalter, die mit der Netzspannung in Berührung kommen, im Holzgehäuse zu verbauen.
Also habe ich das Netzteil in ein geschlossenes, geerdetes Gehäuse gepackt.

Das nächste Problem ist der Netzschalter, für den man ein Netzkabel zum Schalter führen müsste. Obendrein wollte ich keinen normalen Schalter sondern einen Taster.
Zu dem Zweck gibt es Stromstoßschalter, im Grunde bistabile Relais, die zum Schalten eine niedrige Spannung (zB 12 V) verwenden, aber es bleibt das Problem, dass man zum Einschalten eine Spannung benötigt, obwohl das Netzteil zu diesem Zeitpunkt noch vom Netz getrennt ist, also gar keine Spannung liefert.
Außerdem hatte ich mit den mechanischen Schaltern von Steckdosenleisten schon so meine Schwierigkeiten und wollte sie vermeiden.

Gelöst habe ich diese beiden Probleme mit einem Halbleiterrelais zum Trennen von der Netzspannung und einem 9V-Block als Spannungsquelle zum Einschalten. Der Einschaltvorgang läuft so ab
  • Mit dem Taster schließt man einen Stromkreis, der das Halbleiterrelais einschaltet - es bleibt allerdings nur eingeschaltet so lange man den Taster drückt.
  • Durch das geschaltete Halbleiterrelais wird das Netzteil mit Strom versorgt, „gestartet“ und versorgt von da an das Halbleiterrelais weiter mit der Steuerspannung (damit man den Taster wieder loslassen kann)
Ein kleine Schwäche ist dabei noch das Ausschalten, denn auf diese Weise würde das Werkl laufen bis der Strom ausfällt oder man den Netzstecker zieht.

Die Einplatinencomputer bieten freundlicherweise genug Pins, die bei der Lösung des Problems helfen. Beim Cubietruck sind es die 3,x V der gpio-Pins, die nach dem Herunterfahren des Cubietruck nicht mehr zu Verfügung stehen. Es genügt also das Halbleiterrelais nur so lange eingeschaltet zu halten wie die 3,x V anliegen.
Der Strombedarf des Halbleiterrelais ist aber zu groß als dass sich das Halbleiterrelais direkt (dauerhaft und verlässlich) mit den 3,x V schalten ließe.
Deswegen habe ich mir eine kleine Schaltung einfallen lassen, die ich mit minimalen Anpassungen auch auf dem Raspberry Pi bereits erfolgreich genutzt habe:

380
D1, D2 ... Dioden
S1 ....... Relaiskarte
S2 ....... Taster (Umschalter)
SSR ...... Halbleiterrelais (solid-state relais)
NT ....... Netzteil


Was nun passiert, angefangen vom ausgeschalteten Gerät ist folgendes.
  • Mit dem Taster schließt man den Stromkreis, den der Taster S2 selbst, der 9V-Block, die Diode D1² und der Eingang des Halbleiterrelais bilden
  • dadurch schaltet das Halbleiterrelais. Das Netzteil erhält die Netzspannung, startet und stellt die 5 V zur Verfügung.
  • Der Cubietruck stellt die 3,x V zur Verfügung und startet.
  • Mit den 3,x V wird der Schalter S1 geschaltet. Der Schalter ist in Wirklichkeit ein Relais auf einer Relaiskarte³.
  • Dadurch wird das Halbleiterrelais von nun an auch durch den nun geschlossenen Stromkreis bestehend aus Gleichstromausgang Netzteils, Diode D2², Eingang des Halbleiterrelais und Schalter/Relais S1³ eingeschalten gehalten, auch wenn man den Taster S2 loslässt.
Sorgen, dass man deswegen den Taster zum Einschalten besonders lange drücken müsste sind übrigens unbegründet. Man muss den Taster S2 schon richtig bemüht möglichst kurz betätigen und als akustische Rückmeldung hat man das Klicken vom Schalter/Relais S1³ (was ich als sehr angenehm empfinde).

Das Ausschalten geht noch einfacher
  • Man führt den Cubietruck herunter. Ausgelöst wird das durch denselben Taster S2 wie das Einschalten ¹.
  • Der Cubietruck dreht die 3,x V ab.
  • Der Schalter/das Relais S1³ geht in den Ruhezustand, dh öffnet sich.
  • Dadurch liegt am Eingang des Halbleiterrelais keine Spannung mehr an und es schaltet aus.
¹ Zum Herunterfahren verwende ich die Tatsache, dass der verbaute (wie die meisten) Taster S2 nicht nur einen Kontakt hat der beim Betätigen geschlossen wird sondern einen zweiten der geöffnet wird. Es ist also tatsächlich ein Umschalter.
Im eingeschalteten Zustand, wenn der Schalter/das Relais S1³ geschlossen ist, verbindet also dieser zweite Kontakt Tasters S2 einen angeschlossenen GPIO-Pin mit der Masse (dem Minuspol des Netzteilausgangs). Das Öffnen dieses Kontakts kann man mit dem gpio-Pin abfragen und so einen Shutdown starten. Das lasse ich der Zuverlässigkeit wegen von einem weitere python-Skript abfragen - nicht dass sich das Ding ohne Tastatur, Maus, Bildschirm,… nicht mehr geordnet herunterfahren lässt nur weil mein eigentliches Bedienprogramm abgestürzt ist oder aus anderen Gründen den Dienst verweigert…

² Die beiden Dioden D1 und D2 verhindern einerseits, dass die 9 V des 9V-Blocks in die 3,x V-Anschlüsse des Cubietruck eingespeist werden, wenn man den Taster betätigt und S1³ geschlossen ist und andererseits, dass der Cubietruck versucht einen (fast leeren) 9V-Block mit seinen 3,x V zu laden.

³ Zu S1. Das ist wie gesagt ein Relais, genauer gesagt ein Relais auf einer Relaiskarte. Voraussetzung ist allerdings, dass das Relais im Ruhezustand ist, wenn man Eingang 0 V/Masse/low anliegt, wie auch immer man das nennen mag und dass es schaltet, wenn man eine Spannung von 3,x V anlegt. Wie ich festgestellt habe ist verhalten sich viele übliche Relaiskarten genau andersherum, aber ich habe auch einen Bausatz gefunden, der sich wie gewünscht verhält

Bild
(Achtung, „hinter“ dem Bild verbirgt sich ein relativ großes animiertes gif über die Bestückung der Platine mit den Bauteilen)

Bei meinem ersten Versuch habe ich übrigens eine Relaiskarte verwendet, die sich genau falsch herum verhält (schaltet bei low statt high).

381

Die Relaisplatine ist die kleine Platine mit dem hell rot leuchtenden LEDs, im Vordergrund leicht zu erkennen der Cubietruck samt SSD und im Hintergrund das Metallgehäuse mit Netzteil und Halbleiterrelais. Im Unscharfen, rechts oben, ist neben einem 9V-Block bereits die richtige Relaiskarte zu sehen.


Die Netzspannungsseite der Verkabelung habe ich absichtlich weggelassen, denn ich möchte niemanden, der sich der damit verbundenen Gefahren nicht bewußt ist zum Basteln animieren.
Zuletzt geändert von smutbert am 04.12.2017 12:13:56, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Vorstellung einer Bastelei?!

Beitrag von BenutzerGa4gooPh » 16.04.2016 11:18:36

Auch auf die Gefahr hin, mich zum Obst zu machen, warum nicht eine der folgenden Möglichkeiten vor Netzteil:
(Vorteil jeder Möglichkeit: kein Bereitschaftsstrom, keine Batterie/Akku)

1. handelsüblicher Stromstoßschalter mit 230V Steuerspannung (wie für Flurbeleuchtung mit vielen Tastern, gibt es nicht nur für Schutzkleinspannung im Steuerstromkreis)
Nachteil: 1 Stück 230V-Taster (Größe) und Schaltvorgang recht laut, Schallisolierung möglich
2. Selbsthalteschaltung eines 230V-Relais (Steuerspannung)
Nachteile: 2 Taster 230 V, geringer Haltestrom (unwesentlich gegenüber anderen Verlusten)
3. Doppelspulenrelais mit Endabschaltung und z. B. Spannungsteiler 230V auf Steuerspannung, Spannungsteiler zwingend schutzisoliert, da Netz-Potential erhalten bleibt - Alles vor dem NT ist sowieso zu isolieren, also kaum Mehraufwand dadurch.
Nachteile: 2 Taster 230V (Größe) und o. g. Umstände (weiss nicht, ob es diese Relais auch für 230V Steuerspannung gibt.
Wenn Niederspannungsrelais keine zulässige 230V Kontaktspannung besitzen, fällt das sowieso aus

Die 230V-Taster müssen ja nur entsprechende Isolation besitzen, die Ströme sind gering. Weiss nicht, was es da so an akzeptablen Größen gibt. Ich hätte Möglichkeit 1 oder 2 genommen und mir die Stuetzbatterie gespart.

Das geordnete Runterfahren ist wirklich Kunst: zeitlich konstante Abfallverzoegerung (noch dazu bei Wechselspannung mit zusätzlicher Gleichrichtung für Zeitglied?!) auf Tastendruck oder deine bessere Loesung mit Abfrage des Zustandes?! :THX:
Ich wollte es vermeiden irgendwelche Platinen, Kabel oder Schalter, die mit der Netzspannung in Berührung kommen, im Holzgehäuse zu verbauen.
Holz hat zwar den Nachteil, einen nicht eindeutigen und bei Nässe verringerten Isolationswiderstand zu besitzen, jedoch schützt eine (fast) immer notwendige Feinsicherung flink/mitelltraege/traege gegen Brände. Gegen einen privaten Einsatz von lackierten Holzgehäusen in trockenen Räumen habe ich nichts. Früher nutzte ich gern Sperrholz fuer Eigenbauten - heutzutage bauen alle professionellen Hersteller schutzisoliert in Plastik. Die wenigsten Menschen verbrennen - sondern sterben an (Plastik-)Rauchgasen - neben CO. Und Lüftungsanlagen fördern Gase dorthin, wo es gar nicht brennt. Es gab auch mal wohlklingende Röhrenradios mit grünen Feldstärke-Anzeigeroehren (Katzenaugen) und gar Roehren-Fernseher mit Zeilentrafos (Hochspannung) in hübsch furniertem Sperrholz. Sorry für Schlaumeierei und Relais-Holz-Radio-Nostalgie, du gabst mir den netten Anlass zum Erinnern. :mrgreen:

LG Jana
Zuletzt geändert von BenutzerGa4gooPh am 16.04.2016 17:18:48, insgesamt 21-mal geändert.

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Re: Vorstellung einer Bastelei?!

Beitrag von whisper » 16.04.2016 13:20:31

Ich finde die Animation der Bestückung ganz witzig, mal was anderes, als das 100.000ste BestückungsVideo und wesentlich Bandbreitenschonender

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Re: Vorstellung einer Bastelei?!

Beitrag von TuxPeter » 16.04.2016 14:27:02

Ein feines Projekt, gefällt mir sehr!
Habe selber leider nie die Bereiche Software + Elektronikbastelei zusammenbekommen.
Und: gut, dass eben nochmal der Hinweis auf das aGif kam - hatte ich glatt übersehen, und das wäre schade gewesen!

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Re: Vorstellung einer Bastelei?!

Beitrag von smutbert » 17.04.2016 10:54:02

@TuxPeter
und seitdem du ihn hergezeigt hast, schiele ich neidisch auf deinen 3-Kanal-Verstärker. Nach meiner Auffassung ist der wesentlich anspruchsvoller als das, was ich da mache.
Der Grund aus dem ich auf deinen Verstärker aufmerksam geworden bin (schon als du ihn vorgestellt hast) hat übrigens auch etwas mit meiner Bastelei zu tun (letzter Punkt unten)…

@Jana
Wegen des Ein-/Ausschaltens habe ich eh lange überlegt. Anfangs wollte ich einfach einen normalen Schalter verbauen, aber bei den Schaltern, die mir gefallen haben, wäre eine sichere Isolierung nicht ganz so einfach gewesen und ich habe schon die Kontakte einiger schaltbarer Steckdosen und anderer Netzschalter verschlissen.
Das Halbleiterrelais war also eine willkommene Alternative, besonders aufwändig ist meine Lösung nicht finde ich und auch sonst kann ich keine Nachteile erkennen. Die anderen Relais der Relaiskarte kann ich eventuell für weitere Funktionen brauchen. Auch die Stützbatterie stört mich nicht weiter — die wird glaube ich ewig und drei Tage nicht leer.
(Weitere Ideen waren eine Kurbel und ein kleiner Generatur oder eine Kerze und ein Peltier-Element zum Einschalten statt der Batterie :wink: )
Jana66 hat geschrieben:[…]Es gab auch mal wohlklingende Röhrenradios mit grünen Feldstärke-Anzeigeroehren (Katzenaugen)[…]
Das kenn ich als magisches Auge, so ein Radio mit Holzgehäuse steht (funktionsuntüchtig :( ) auch noch im Keller.


______


Vorläufig weiß ich gar nicht mehr was ich noch zu dem schreiben soll was ich bis jetzt gebastelt habe, also geht es damit weiter was ich noch gerne machen würde
  • Eine etwas vollständigere Bedienung direkt am Gerät
    Bis jetzt gibt es relativ wenig Möglichkeiten direkt am Gerät auszuwählen was gespielt werden soll. Es gibt nur einen Taster, der die Playlist mit den Internetradiosendern aufruft, einen zum Leeren der Playlist und wenn man den Play-Taster drückt, die Playlist aber leer ist, wird ein zufällig ausgewähltes Album gespielt.
    Darüber hinaus kann man nur noch den Random-Mode von mpd aktivieren und mit den Drehreglern in der Playlist vor und zurück springen und die Lautstärke regeln.
    Geplant ist aber, dass man sich mit den Drehreglern durch Genres Interpreten, Komponisten, Alben,… scrollen und so bestimmte Titel oder Alben in die Playlist einreihen oder gleich abspielen kann.
  • Eine vollständigere Bedienung über mpd-Clients von anderen Geräten aus
    Mit mpd-Clients kann man zwar was die Wiedergabe angeht so ziemlich alles machen, aber ein paar andere Funktionen fehlen dabei, wie zB das Herunterfahren. Nachdem ich keinen eigenen mpd-Client für Android oä programmieren kann und will, habe ich mir vorgestellt, dass ich mir ein eigenes Album mit ein paar kurzen stillen flac-Dateien anlege. Das Album könnte »OrpheuZ Control« heißen und einer der Titel darin »Shutdown«.
    Wenn ich es also in meinem Programm zuverlässig schaffe das Abspielen dieser Titel zu erkennen, dann bekäme ich in Verbindung mit der nächsten Idee durch Einreihen des Titels »Shutdown« in die Playlist eine meiner Meinung nach perfekte Sleep-Funktion…
  • Schaltbare Steckdosen bzw. Kaltgerätebuchsen
    Wenn ich aktive Lautsprecher verwende oder mein Gerät die einzige Musikquelle ist, könnte ich so automatisch Lautsprecher oder Verstärker mit einschalten. Vielleicht fallen einem sogar irgendwelche Gründe, aus denen man mit den gerade erwähnten "Playlisten-Befehlen" andere Geräte ein- und ausschalten will.
    Damit einher geht nach meiner Auffassung die Notwendigkeit eines Metallgehäuses und das wiederum bedeutet, dass ich das Onboard-WLAN des Cubietruck nicht mehr ohne weiteres nutzen kann…
  • Manipulation (zB Faltung) von Audiosignalen
    Als ich diesen Thread hier eröffnet habe, habe ich bereits an dieses Bastelprojekt gedacht. Besonders interessant finde ich dabei 2 Möglichkeiten
    • Bei der Wiedergabe mit Kopfhörern den Eindruck der IKL (In-Kopf-Lokalisation), wie es gerne genannt wird, zu vermeiden. Das habe ich wie in diesem Thread anhand von Debianbrutefir beschrieben auf meinem Notebook bereits bei Bedarf laufen und ich muss sagen, dass es mir sehr gut gefällt.
      Ich glaube, dass das auch auf dem Cubietruck ganz gut laufen soll, schließlich haben es einige sogar auf dem Raspberry Pi hinbekommen, wenn auch mit Schwierigkeiten, aber probiert habe ich dort noch nicht.
    • Für die Wiedergabe von Stereomaterial mit 3 Lautsprechern (trinaural)
      Das ist etwas was mich fasziniert seitdem ich zum ersten Mal davon gehört habe. Man berechnet mit recht einfachen Formeln aus den beiden Stereokanälen drei Kanäle. Natürlich benötigt man neben einem 3-Kanal-Verstärker auch drei Lautsprecher und einen Audioausgang mit mindestens 3 Kanälen um das ausprobieren zu können.
      Daher weiß ich nicht wie es klingt und inwieweit man den Schwärmereien und zT der Kritik daran, die man in Hifi-Foren finden, glauben schenken darf, weiß ich auch nicht. Immerhin habe ich mittels der vorhin erwähnten Faltung mit brutefir versucht den Klang drei Lautsprechern im Raum nachzubilden (ich glaube ich habe es theoretisch einigermaßen richtig gemacht) und habe mit Kopfhörern keinen großen Unterschied zu einem nachgebildeten Stereo-Setup mit zwei virtuellen Lautsprechern gehört, was ich als gutes Zeichen deute, weil sich beim Hören über Kopfhörer allerhöchstens die Schwächen von der trinauralen Wiedergabe, aber wohl keinesfalls die Vorteile offenbaren können.

BenutzerGa4gooPh

Re: Vorstellung einer Bastelei?!

Beitrag von BenutzerGa4gooPh » 17.04.2016 17:50:38

Was hast Du mit Faltung bei Audiosignalen vor? Kenne das nur aus der Radartechnik zur Verbesserung verrauschter Echos.(Sendesignal wird mit verrauschtem Empfangssignal gefaltet.)

Vorschlag: Digitale oder Schnelle Fourier-Transformation DFT/FFT sieht optisch im Display bestimmt gut aus und wenn man sie noch auswertet, hat man auch Erkenntnisgewinn. :mrgreen:
War jetzt nicht ganz ernst gemeint, aber es gibt dafür bestimmt ein .deb Paket, muss direkt mal schauen ...

Danke für die Vorstellung deines Projektes, kannst ruhig weitermachen, wenn Du Zeit hast. Hast mich indirekt auch von Blechgehaeusen überzeugt, wegen Schirm/EMV. Trotzdem schade um dein Röhrenradio im Keller. :hail:

LG Jana

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Re: Vorstellung einer Bastelei?!

Beitrag von smutbert » 17.04.2016 19:09:44

Mir geht es in erster Linie, wie beschrieben, um das Hören mit Kopfhörern.
Es gibt mit Kunstkopf aufgezeichnete Impulsantworten von Lautsprechern von unterschiedlichen Räumen. Da sucht man sich die passenden heraus und faltet das Audiosignal damit und schwupps sollte es sich mit Kopfhörern ungefähr so anhören wie sich die Lautsprecher in diesem Raum angehört haben.

Ähnlich wie mit den einfachen Crossfeed-Filtern, mit denen man (optimalerweise leicht frequenzabhängig verzögert) einen kleinen Teil des linken Signals zum rechten Ohr hinzufügt und umgekehrt, mildert man damit den Eindruck die Musik würde zwischen den beiden eigenen Ohren spielen oder wird ihn sogar ganz los. Gerade wenn die „Stereobühne“ sehr breit ist, empfinde ich das Hören mit Kopfhörern ohne solche Maßnahmen gelegentlich unangenehm.
Mit der Faltung mit solchen Impulsantworten geht man einen Schritt weiter. Zu Perfektionierung findet man gelegentlich sogar für bestimmte Kopfhörer erstellte Impulsantworten (ich habe das Glück einen in dieser Hinsicht recht beliebten Kopfhörer zu besitzen).

Das was dabei herauskommt ist zwar nicht so gut wie das hier (Augen zu, mit Kopfhörern anhören und Kopf möglichst wenig bewegen!)
https://www.youtube.com/watch?v=IUDTlvagjJA
aber es ist durchaus auch beeindruckend.


Darüber hinaus kann man auch noch ganz andere Dinge machen. So habe ich in Foren auch schon Impulsantworten von Röhrenverstärkern gesehen, mit denen man den Klang eines Röhrenverstärkers nachbilden kann.
Ein weiteres Einsatzgebiet wäre die "digitale Raumkorrektur" für die man die Impulsantwort des eigenen Hörraumes misst und sie dazu verwendet einige lautsprecher- und hörraumbedingte Schwächen der Wiedergabe abzumildern. Das ist mir aber eindeutig zu aufwändig und es zahlt sich glaube ich auch erst aus, wenn man den Raum akustisch bereits optimiert hat.


In dem verlinkten Thread (http://debianforum.de/forum/viewtopic.p ... it=faltung) habe ich mein Vorgehen etwas genauer beschrieben — bis jetzt aber nur auf ausgewachsenen Computern getestet.

BenutzerGa4gooPh

Re: Vorstellung einer Bastelei?!

Beitrag von BenutzerGa4gooPh » 18.04.2016 14:35:59

Vielen Dank, smutbert für die Erläuterungen. Habe auch endlich den verlinkten Thread (Faltung von Audiosignalen) gelesen. :oops:

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whisper
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Re: Vorstellung einer Bastelei?!

Beitrag von whisper » 18.04.2016 15:01:42

Jana66 hat geschrieben:endlich den verlinkten Thread (Faltung von Audiosignalen) gelesen. :oops:
Ich auch. Wusste bisher gar nicht, dass man soetwas überhaupt machen kann.
Thema Kunstkopf Stereophonie kannte ich, allerdings dachte ich, dass dieses Thema eingeschlafen war. Ich glaube Ende der 70er war es mal Mode,Hörspiele im Rundfunk und Musik auf LP.
"Mein Papagei frisst keine harten Eier" :mrgreen:
Muss ich mich auch mal mit beschäftigen, solangedieOhrennochhalten ;-)
Danke smutbert :THX:

BenutzerGa4gooPh

Re: Vorstellung einer Bastelei?!

Beitrag von BenutzerGa4gooPh » 19.04.2016 16:08:51

Ich glaube, jetzt habe ich endlich die Systhemtheorie unter einen Hut gebracht:
Bei einem linearen, zeitinvarianten Übertragungsglied ergibt sich die Antwort auf eine Anregung durch Faltung der Anregungsfunktion mit der Impulsantwort des Übertragungsglieds. Beispielsweise stellt die lineare Filterung eines elektronischen Signals die Faltung der Original-Funktion mit der Impulsantwort dar.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Faltung ... ckfunktion
Wer's nicht so versteht, die Animationen sagen viel!!!

Als Testsignal anstelle eines Impulses müsste auch Weißes oder Rosa Rauschen funktionieren, ersteres enthält auch alle Frequenzen und einen Dirac-Impuls kriegt man sowieso nicht hin - nicht mal mit der manchmal dafür verwendeten Pistole, also auch frequenzbegrenztes, Rosa Rauschen. Heißt wirklich so.

Man führt die Faltung im Zeitbereich durch - anstatt im Frequenzbereich. Das Ausgangssignal ist die Faltung aus Eingangssignal und Impulsantwort des Systems. Die in den Frequenzbereich transformierte Zeitfunktion der Impulsantwort g(t) ist die Übertragungsfunktion des Systems G(jw) oder G(p) bei Fourier- bzw. Laplace-Transformation.

Jetzt werde ich über die Filterfunktion nachdenken, die Faltung ist nur ein Operator, die gesamte Übertragungsfunktion besteht aus Filter und aktuellem Raum, in korrekter Zusammenfassung beider (nicht einfach Summe) kann man einen Klang, entstanden im schallisolierten Raum, zu dem in einer Kirche "umfiltern". Ich habe das Rechnen im Analogzeitalter extra im Frequenzbereich gelernt, weil dort die Integrale zu Produkten werden und sich so einfacher rechnen lässt. In der Digitaltechnik unnötig, da zumindest bestimmte Integrale vereinfacht gesagt, zu Summen aus den Produkten der Abtastwerte (quantisierte Amplitude) und der Abtastzeit werden. Aber immer noch notwendig für analoge Systeme, z. B. analoge Regler (PID). Mein Gott smutbert, du animierst einen zu Leichenfledderei im Gedächtnis. :mrgreen:

Übrigens lässt sich Systemtheorie auch auf gesellschaftliche Systeme anwenden: Sprung-Funktion auf PT2-Glied ergibt Überschwingen und Einpegeln auf Endwert. Oder Sprung-Funktion auf PT1-Glied ergibt erst schnellen, dann immer langsamer werdenden Anstieg auf Endwert (e-Funktion). Beispiel koennte sein: Anzahl Threadkommentare pro Zeit, bis jemand wieder mal was ganz exklusives schreibt. Also neue Sprungfunktion. Die Kunst ist, das richtige Modell (oder eben Glied, wenn ihr so wollt) zu finden oder zu haben. :mrgreen:
Wen's interessiert: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Regelstrecke
Zuletzt geändert von BenutzerGa4gooPh am 19.04.2016 17:36:13, insgesamt 16-mal geändert.

OppaErich
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Re: Vorstellung einer Bastelei?!

Beitrag von OppaErich » 19.04.2016 16:26:02

Jana66 hat geschrieben:...
Mein Gott smutbert, du animierst einen zu Leichenfledderei im Gedächtnis. :mrgreen:
Freu' Dich lieber dass Du da noch was findest ! :mrgreen:

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Re: Vorstellung einer Bastelei?!

Beitrag von smutbert » 20.04.2016 23:45:27

Nur weil gewisse Dinge eine kurze Zeit lang brach gelegen sind, ist es doch noch lange keine Leichenfledderei!
Jana66 hat geschrieben:[…]
Als Testsignal anstelle eines Impulses müsste auch Weißes oder Rosa Rauschen funktionieren, ersteres enthält auch alle Frequenzen und einen Dirac-Impuls kriegt man sowieso nicht hin - nicht mal mit der manchmal dafür verwendeten Pistole, also auch frequenzbegrenztes, Rosa Rauschen. Heißt wirklich so.
[…]
Wenn ich nicht komplett danebenliege muss man doch „nur“ Amplituden- und Phasenfrequenzgang messen und daraus die Impulsantwort berechnen. Messen tut man das wohl tatsächlich oft anhand von Rauschen oder einem gleitenden Ton (Sweep).
Selbst machen kann man das zB mit REW [1]. Im REW-Wiki [2] findet man ein bisschen was darüber.
Ich habe weder einen Raum, dessen Impulsantwort es sich zu messen lohnen würde, noch ein dafür brauchbares Mikrofon, daher beschränke ich mich auf das was ich im Netz so gefunden habe und das meiste davon steht noch dazu freundlicherweise unter irgendeiner CC-Lizenz.

Das hat den Vorteil, dass man nicht einmal ansatzweise verstehen muss, was man da eigentlich macht :mrgreen:
Jana66 hat geschrieben:[…]
Ich habe das Rechnen im Analogzeitalter extra im Frequenzbereich gelernt, weil dort die Integrale zu Produkten werden und sich so einfacher rechnen lässt.[…]
hm, kommt mir sehr bekannt vor. So habe ich auch schon gerechnet, ich habs aber meistens Impulsraum genannt.

______


Weg von der Mathematik, hin zum Versuch, die Teile so zu platzieren, dass sie einigermaßen in das imaginäre Metallgehäuse passen
382
Nun habe ich zwar eine Vorstellung von den ungefähren Maßen des Gehäuses (innen BxHxT ~415 mm x ~37 mm x ~250 mm) weiß aber noch nicht wie ich zu so einem Gehäuse komme. Vielleicht finde ich ja sogar ein brauchbares 19"-Gehäuse?


[1] http://www.roomeqwizard.com/
[2] http://rew-wiki.de/index.php?title=Impulsantworten
Zuletzt geändert von smutbert am 04.12.2017 12:15:17, insgesamt 1-mal geändert.

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