Lesetipp: "Losing Earth"

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hikaru
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Lesetipp: "Losing Earth"

Beitrag von hikaru » 03.04.2019 21:05:52

(... oder warum "Fridays For Future" 30 Jahre zu spät kommt.)

Hallo,

am Sonntag lief kurz vor Mitternacht im ARD-Magazin "ttt" ein Beitrag über ein Buch von Nathaniel Rich mit dem Titel "Losing Earth: The Decade We Almost Stopped Climate Change", welches die Anfänge des politischen Kampfes gegen den Klimawandel in den USA zwischen 1979 und 1989 darstellt. [1]
Der Beitrag wirkte wie der Teaser eines Katasprophenfilms. Fiktive Alternativweltgeschichten (mit guter Story), welche die Grundlagen menschlichen Zusammenlebens neu definieren, finde ich spannend. Die Geschichte ist nicht fiktiv und spielt auch nicht in einer Alternativwelt, also war eine gute (realistische) Story garantiert.

Bei weiterer Recherche stieß ich darauf, dass der Text des Buches letztes Jahr auf der Website der New York Times veröffentlicht wurde. [2] Das war in den letzten drei Tagen meine Abendlektüre.
Der Prolog stellt die Ausgangssituation dar und liest sich auch hier wie der Klappentext einer Katastrophengeschichte. Die beiden Hauptteile beschreiben dann die politischen Aktivitäten einiger Wissenschaftler und Journalisten um das Thema in den öffentlichen Fokus zu rücken und lesen sich streckenweise wie ein Krimi. Der Epilog hat zweckoptimistische Züge nach dem Motto: "Schön war die Erde! Machen wir das Beste aus dem was kommt!"


[1] https://pdvideosdaserste-a.akamaihd.net ... 384160.mp4 (6 Min. 179MB)
[2] https://www.nytimes.com/interactive/201 ... earth.html

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McAldo
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Re: Lesetipp: "Losing Earth"

Beitrag von McAldo » 11.04.2019 11:31:43

Krasser Beitrag.
Was mir immer unklar ist bei sowas ..., die Leute die alles Leugnen und so darstellen als wäre es nicht so schlimm ..., die haben doch oft auch Nachkommen. Vielleicht erlebt der eine oder andere Leugner die wirklichen Auswirkungen nicht mehr, weil schon zu alte. Aber die Nachkommen werden doch voll betroffen sein. Wieso können die dann weiter ohne Gewissen ihren Mist verbreiten?

Oder haben die alle einen Plan(et) B von dem die normale Bevölkerung nichts weiß?
Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.
Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.
(Talmud)

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hikaru
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Re: Lesetipp: "Losing Earth"

Beitrag von hikaru » 11.04.2019 13:31:44

Lass mich darauf mit einem Zitat aus dem Text antworten:
Losing Earth hat geschrieben:Gore asked when the planet would reach a point of no return — a “trigger point,” after which temperatures would spike. “I want to know,” Gore said, “whether I am going to face it or my kids are going to face it.”

“Your kids are likely to face it,” Calvin replied. “I don’t know whether you will or not. You look pretty young.”
It occurred to Hansen that this was the only political question that mattered: How long until the worst began?
Die dahinterstehende Haltung lässt sich im Grunde auf einen einzelnen Satz kondensieren:
Nach mir die Sintflut!

PS: Die aktuelle Ausgabe der "Anstalt" vom 9.4. befasste sich im weiteren Sinn auch mit dem Thema, mit Greta Thunberg und Andreas Scheuer auf einem sinkenden Kreuzfahrtschiff. (Wiederholung 14.4. 21:00 3sat und 16.4. 2:25 ZDFneo)
Die Sendung zählte mMn mit zu den besten der Serie, ersetzt aber "Losing Earth" nicht.

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Dogge
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Re: Lesetipp: "Losing Earth"

Beitrag von Dogge » 11.04.2019 13:39:26

Die Folge von "Die Anstalt" kann man sich auch unabhängig von Sendeterminen jederzeit in der Mediathek anschauen:

Code: Alles auswählen

mpv https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-9-april-2019-100.html
Mpv benötigt youtube-dl um den Link direkt abspielen zu können.
Debian Testing + Gnome | Linux-Anfänger seit 04/2003
http://files.mdosch.de/2014-07/0xE13D657D.asc

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heisenberg
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Re: Lesetipp: "Losing Earth"

Beitrag von heisenberg » 12.04.2019 03:04:16

Danke für den Hinweis. Interessanter Stoff.

Ich frage mich ja schon auch immer, wie krass da manipuliert wird, wenn man in Talk-Sendungen dann einzelne Autoren/Wissenschaftler ausgräbt, die den Klimawandel leugnen/verharmlosen und denen im Fernsehen auch noch eine Plattform gibt, um ja die Tatsachen wieder in Zweifel zu ziehen(Z. B. Gerd Ganteför bei Sloterdijk im literarischen Quartett) und beim Volk dann Verwirrung zu stiften, nach dem Motto: Na die Experten sind sich ja selbst noch nicht Mal einig. Sagt mir Bescheid wenn's was definitives gibt.

Auch von der Sendung von Joachim Bublath - Fernsehbegleiter meiner Kindheit/Jugend - war ich jetzt im Nachhinein von seiner Sendung zum Thema Klimawandel 2007 in einzelnen Statements sehr verwundert. "Diese Klimarechenmodelle taugen alle nix." Die eingespielte Visualisierung sah da aber ganz anders aus.

Aber ja: Ich gehe Mal davon aus, dass das Szenario jetzt wie bisher vorgezeichnet beginnt: Dürre, extreme Wetterlagen, Nahrungsknappheit, Hungerkatastrophen, Massensterben. Und das ist für mich jetzt alles andere als distanzierter Fatalismus, als viel mehr fassungslose Hilflosigkeit angesichts überwältigender globaler Ignoranz und geistige sowie praktische Vorbereitung, was da wohl kommen wird und wie ich meinen Beitrag in der Situation gestalten kann.
Wenn ich ein Problem gelöst habe, bekomme ich zur Belohnung ein neues, größeres Problem.

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Re: Lesetipp: "Losing Earth"

Beitrag von reox » 12.04.2019 09:02:52

heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
12.04.2019 03:04:16
Ich frage mich ja schon auch immer, wie krass da manipuliert wird, wenn man in Talk-Sendungen dann einzelne Autoren/Wissenschaftler ausgräbt, die den Klimawandel leugnen/verharmlosen und denen im Fernsehen auch noch eine Plattform gibt, um ja die Tatsachen wieder in Zweifel zu ziehen
Na weißt eh, wenn sie das nicht machen kommt irgendwer angekrochen und erklärt, der Sender würde unausgewogen berichten und bestimmte Meinungen bevorzugen :facepalm:
Das Problem ist eigentlich auch, dass in solchen Sendungen diesen Leuten nicht einfach mal die Meinung gesagt wird - aber mit Argumenten brauchst denen ja nicht kommen.
Wie sagt man so schön “Never argue with stupid people, they will drag you down to their level and then beat you with experience.”

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Re: Lesetipp: "Losing Earth"

Beitrag von cronoik » 13.04.2019 18:59:03

heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
12.04.2019 03:04:16
...
und denen im Fernsehen auch noch eine Plattform gibt, um ja die Tatsachen wieder in Zweifel zu ziehen(Z. B. Gerd Ganteför bei Sloterdijk im literarischen Quartett) und beim Volk dann Verwirrung zu stiften, nach dem Motto: Na die Experten sind sich ja selbst noch nicht Mal einig. Sagt mir Bescheid wenn's was definitives gibt.
Da keiner so clever ist das er dies fuer jegliche Themen fehlerfrei entscheiden kann, ist dass der einzig richtige Kompromis. Ein Informationsmedium sollte Informationen liefern und nicht fuer eine bestimmte "Stimmung" im Volk sorgen. Der Paternalismus ist selten der richtige Weg.
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heisenberg
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Re: Lesetipp: "Losing Earth"

Beitrag von heisenberg » 16.04.2019 11:38:36

Grundsätzlich finde ich es auch gut, viele Informationen zu bieten und unterschiedliche Standpunkte. Für ein Massenmedium wie Fernsehen fände ich es hierbei schon wünschenswert, wenn man hier im Voraus eine gewisse Qualitätskontrolle durchführt, so dass man Informationen anführt, die eine gewisse Plausibilität haben.

Das schließt solche Zusammenstellungen wie Safranski, Sloterdijk, Schätzing, Ganteför für mich schon mal aus, weil Ganteför als Autor eines Sachbuches, dass vor Veröffentlichung durch keinen breiten Untersuchungsprozess gelaufen ist, wie z. B. die Artikel in Fachpublikationen. Den sehe ich da fast auf einer Stufe mit Schätzing und seinem Buch zur Unterhaltung. Da Ganteför in der Konstellation als Sachbuchautor als Experte schien, was er selbst nicht ist(und auch nicht behauptet hat, sondern ihm nur unterstellt wurde) wurden seine "Expertenaussagen" größtenteils als Tatsache für die Grundlage der Diskussion angenommen.

Zu Joachim Bublath, den ich da auch kritisiert habe, muss ich erst mal sagen, dass meine Kritik da jetzt erst mal nur eine persönliche emotionale Aussage ist, ohne das jetzt mal genauer betrachtet zu haben. Seine Art und sein Selbstverständnis als Wissenschaftsjournalist, der sich in alle möglichen Ansätze zur Thematik einliest und diese neutral nebeneinander präsentiert finde ich prinzipiell bereichernd.

Im speziellen zum Thema Klimawandel sehe ich dass jetzt aber deutlich anders. Bereits im 19. Jahrhundert gab es erste Stimmen aus der Wissenschaft, die diese mögliche Problematik sahen. Seit Mitte der 1950er Jahren wurden Daten gesammelt und es gab umfangreiche Forschung zu dem Thema. Der verlinkte Artikel sagt dazu: Nearly everything we understand about global warming was understood in 1979. D. h. es kann keine Frage mehr sein, ob es Auswirkungen gibt oder nicht, sondern nur noch, was man dagegen tun kann. Natürlich kann man auf dem verbleibenden Rest der Unsicherheit rumreiten, bis man merkt, dass der steigende Meeresspiegel an der Türschwelle des eigenen Hauses steht, bevor man sich wirklich überzeugen lässt.

Und ja: Grundsätzlich ist auch Erziehung zur Medienkompetenz ein Wert und ein Auftrag, den man als Masssenmedium haben kann: Die Gewissenhafigkeit, die Informationen zu prüfen, bevor man sie als gültig ansieht.

Wenn ich dabei allerdings die Schulung zu Medienkompetenz und das Verhindern der globalen Katastrophe gegenüberstelle, dann habe da wahrscheinlich nicht nur ich eine gewisse Präferenz.

Insofern sehe ich hier in vielen Fällen andere Interessen und Akteure im Spiel, die sich auf die Suche nach den seltenen Exemplare der Klimawandelleugnern, -skeptikern und -verharmlosern begeben um diese für Ihre Interessen zu nutzen.

Ein paar Kritiken zu den beiden genannten Sendungen/Personen:

Carl-Friedrich Schleussner zum Philosophischen Quartett(Sloterdijk,Safranski,Ganteför,Schätzing)
https://scilogs.spektrum.de/klimalounge ... -quartett/

Stefan Rahmstorf antwortet auf die Aussage von Joachim Bublath, dass Klimasimulationsmodelle für Vorhersagen unbrauchbar sind.(Absatz 10. Klimasimulationen im Computer )
http://www.pik-potsdam.de/~stefan/alven ... entar.html
Wenn ich ein Problem gelöst habe, bekomme ich zur Belohnung ein neues, größeres Problem.

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heisenberg
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Re: Lesetipp: "Losing Earth"

Beitrag von heisenberg » 29.04.2019 08:34:27

Für alle, die das Thema Klimawandel auch sehr Ernst sehen, hier noch mal der Link zu Extinction Rebellion(XR). XR ist eine Widerstandsbewegung, die sich zum Ziel gemacht hat, mit den Mitteln des zivilen Ungehorsams zu stören und aufzurütteln und die breite Masse zu motivieren.

https://extinctionrebellion.de/

Auf der Startseite ist ein Einführungsvideo zum Thema: Status Klimawandel, Aussichten, Gefahren, Status der Berichterstattung und Aufbau der Bewegung. Das Ganze unaufgeregt ruhig, sachlich aber nichts desto trotz mit der notwendigen Dringlichkeit. Dauer: 100 Min.

Zitat daraus:
Wir haben unser ganzes Leben lang in Frieden und Wohlstand gelebt und kennen es nicht anders, Wohingegen die Geschichte oftmals von Kriegen und Phasen extremen Hungers geprägt waren. Woher nehmen wir die Sicherheit, dass es immer so bleibt, wie es jetzt ist?
Wenn ich ein Problem gelöst habe, bekomme ich zur Belohnung ein neues, größeres Problem.

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hikaru
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Re: Lesetipp: "Losing Earth"

Beitrag von hikaru » 30.04.2019 11:25:45

heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
29.04.2019 08:34:27
Für alle, die das Thema Klimawandel auch sehr Ernst sehen, hier noch mal der Link zu Extinction Rebellion(XR). XR ist eine Widerstandsbewegung, die sich zum Ziel gemacht hat, mit den Mitteln des zivilen Ungehorsams zu stören und aufzurütteln und die breite Masse zu motivieren.
Noble Absicht! Ich fürchte nur leider, dass es aussichtslos ist.
Die Schritte die jetzt nötig wären um das 2-Grad-Ziel* zu erreichen sind so radikal, dass es schwer wäre es zu erreichen, selbst wenn es momentan eine globale gesellschaftliche und politische Mehrheit gäbe, konsequent darauf hinzuarbeten. Diese Mehrheit gibt es aber nicht. Selbst in Deutschland, das global gesehen zumindest gesellschaftlich wohl vergleichsweise sensibel für das Thema ist, gibt es diese Mehrheit nicht. Von Staaten wie den USA, China und Brasilien ganz zu schweigen.
Ich glaube, es wird auch spätestens in 10 Jahren eine Art klimapolitischer Fatalismus einsetzen, wenn es auch theoretisch nicht mehr möglich sein wird, die aktuellen Klimaziele zu erreichen. Dann wird man nicht den Anspruch haben, wenigstens das 3-Grad-Ziel zu halten, wenn man schon 2 Grad nicht mehr schafft, sondern "Party machen" bis es kracht.

Was mir außerdem in den Medien oft auffällt ist, dass das Thema Umweltschutz in seiner aktuellen Form (Klimawandel, Artenschutz) oft auf die Person Greta Thunberg reduziert wird. Nun habe ich nichts gegen sie persönlich, aber diese Verengung der Wahrnehmung ist mMn schädlich für die Behandlung des Themas.
Sie ist unzweifelhaft eine wichtige Galionsfigur, ähnlich wie es seinerzeit Edward Snowden zum Thema Datenschutz war. Aber genau wie das Thema Datenschutz im Grunde wieder in der Versenkung verschwunden ist, seitdem Snowden nicht mehr "hip" ist, denke ich, dass etwas Ähnliches auch mit der Umweltschutz-Thematik passieren wird. Ich vermute, in 5 Jahren wird es das eine oder andere Gesetz in die Richtung geben, ähnlich wie es heute die DSGVO gibt, aber an der grundsätzlichen gesellschaftlichen und politischen Einstellung wird sich nichts geändert haben.

Mich würde außerdem mal interessieren, warum die Umweltbewegung in ihrer aktuellen Form erst jetzt aufkam. Greta war sicher ein wichtiger Katalysator, aber sie hat das Thema ja nicht erfunden. Warum hat z.B. meine Generation (Mitte 30) nicht vor 20 Jahren schon so einen Aufstand gemacht? An fehlenden Erkenntnissen lag es jedenfalls nicht. Alles was wir jetzt sehen (Klimawandel, Flüchtlinge) hat uns meine Geografielehrerin schon damals auf 5 Jahre genau prophezeit.

Von mir selbst ausgehend würde ich behaupten, dass es eine Mischung aus drei Faktoren war:
1. Die Maschinerie der Klimawandelskeptiker war damals schon voll im Gange. Es war für mich damals nicht möglich zu beurteilen, welche Seite Recht hat.
2. 20 Jahre waren zu weit weg. Als Jugendlicher konnte ich nicht soweit vorausdenken um unmittelbaren Handlungsbedarf zu erkennen. Das hängt eng mit 1. zusammen.
3. Fehlende interaktive Massenmedien. Facebook, Youtube usw. gab Mitte bis Ende der 90er nicht. Eine breite Informierung unabhängig von zentralen Massenmedien (TV, Zeitungen) war damals zwar nicht mehr unmöglich, aber sehr schwer. Geschätzt hatten damals 50% meiner Klassenkameraden Zugang zu einem Computer, wiederum davon höchstens 20% mit Internet. Das beste "soziale Netzwerk" das ich aus dieser Zeit kenne waren Kettenmails - oft mit zweifelhafter Reputation, wenn die Quelle von außerhalb des persönlichen Bekanntenkreises stammte. Usenet und Foren waren uns damals unbekannt.
Selbst wenn es damals eine Greta gegeben hätte, hätten wir sie wegen 1., 2. und 3. wohl kaum für voll genommen.
heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
29.04.2019 08:34:27
Auf der Startseite ist ein Einführungsvideo zum Thema: Status Klimawandel, Aussichten, Gefahren, Status der Berichterstattung und Aufbau der Bewegung. Das Ganze unaufgeregt ruhig, sachlich aber nichts desto trotz mit der notwendigen Dringlichkeit. Dauer: 100 Min.
Gibt es die Inhalte auch schriftlich?
Ich schaue mir das Video sicher mal an, aber wenn ich die Wahl habe, würde ich es lieber lesen.
heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
29.04.2019 08:34:27
Zitat daraus:
Wir haben unser ganzes Leben lang in Frieden und Wohlstand gelebt und kennen es nicht anders, Wohingegen die Geschichte oftmals von Kriegen und Phasen extremen Hungers geprägt waren. Woher nehmen wir die Sicherheit, dass es immer so bleibt, wie es jetzt ist?
So isoliert sieht mir das Zitat recht kleinkariert aus. Wenn ich davon ausgehe, dass das Zitat von jemandem in meinem Alter stammt, dann lässt es sich über diese Spanne nicht mal auf Europa anwenden (Jugoslawienkriege). In Anbetracht dessen, dass es hier wohl um DAS globale Problem schlechthin geht, halte ich den Fokus für zu eng.
Abschließend beurteilen möchte ich das aber nicht, ohne das Video (oder seine inhaltliche Transkription) zu kennen.


*) Nehme ich hier mal als Schallgrenze, weil nach allem was ich gelesen habe das die Grenze zwischen beherrschbarer und unbeherrschbarer Katastrophe markiert.

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heisenberg
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Re: Lesetipp: "Losing Earth"

Beitrag von heisenberg » 30.04.2019 13:04:08

hikaru hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
30.04.2019 11:25:45
Noble Absicht! Ich fürchte nur leider, dass es aussichtslos ist.
Die Schritte die jetzt nötig wären um das 2-Grad-Ziel zu erreichen sind so radikal, dass es schwer wäre es zu erreichen,...
Ja. Das mag sein und ist wahrscheinlich so. Der Vortrag spricht selbst z. B. von einer 1% Chance, die Erwärmung auf 1,5 Grad begrenzen zu können, 2% dass 2 Grad erreichbar sind. Als realistischer Bereich wird irgend etwas zwischen 2 - 5 Grad Celsius angesehen. Die meisten Berichte werden drastisch entschärft, um nicht sofort in die Alarmistenecke gestellt zu werden. Auch beim IPCC ist wohl eine Bearbeitungsebene, die für die nötige politische Kompatitbilität sorgt, d. h. dass Berichte grundsätzlich deutlich abgemildert werden. Von den Kipppunkten wird gar nicht geredet.

Meine persönlichen Gedanken dazu sind: Der Zug für das aufhalten des Problems abgefahren. Jetzt geht es um Schadensbegrenzung. Sterben 10% der Menschheit oder 95%?

Das Motto der Bewegung ist auch: Es gibt keine Hoffnung mehr - lasst uns handeln!

> ... DSGVO ...

Big Data, KI, DSGVO sind zweifelsohne große Gefahren. Aber im Vergleich zu einem kaputten Planeten ist die Auseinandersetzung mit Google lächerlich klein. ... First things first. ;-)
Ich schaue mir das Video sicher mal an, aber wenn ich die Wahl habe, würde ich es lieber lesen.
Im Vortrag werden aktuelle Erkenntnisse genannt mit Referenzen auf Veröffentlichungen, die man damit finden kann.
Wir haben unser ganzes Leben lang in Frieden und Wohlstand gelebt und kennen es nicht anders, Wohingegen die Geschichte oftmals von Kriegen und Phasen extremen Hungers geprägt waren. Woher nehmen wir die Sicherheit, dass es immer so bleibt, wie es jetzt ist?
So isoliert sieht mir das Zitat recht kleinkariert aus. Wenn ich davon ausgehe, dass das Zitat von jemandem in meinem Alter stammt, dann lässt es sich über diese Spanne nicht mal auf Europa anwenden (Jugoslawienkriege). In Anbetracht dessen, dass es hier wohl um DAS globale Problem schlechthin geht, halte ich den Fokus für zu eng.
Den meisten der westlichen Welt dürfte es so gehen. Es geht mir nicht darum durch die Medien über Krieg/Hunger/Gewalt informiert zu werden, sondern darum, das wirklich am eigenen Leib zu erfahren. Und ich glaube, dass haben die Wenigsten. Das schlimmste ist doch bei uns, wenn mal das Internet ausfällt, oder die Bahn mal eine Stunde Verspätung hat.

In einigen Gebieten auf der Erde sieht's mittlerweile etwas anders aus und das ist es, was kommt.
Wenn ich ein Problem gelöst habe, bekomme ich zur Belohnung ein neues, größeres Problem.

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Re: Lesetipp: "Losing Earth"

Beitrag von hikaru » 30.04.2019 14:14:44

heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
30.04.2019 13:04:08
Der Vortrag spricht selbst z. B. von einer 1% Chance, die Erwärmung auf 1,5 Grad begrenzen zu können,
Ich glaube aufgeschnappt zu haben, dass selbst diese 1% nur noch statistische Modellunsicherheit sind.
heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
30.04.2019 13:04:08
2% dass 2 Grad erreichbar sind.
Die Chancen auf 2 Grad wären wohl ganz gut (>60%), wenn wir es denn schaffen würden, bis 2030 global klimaneutral zu leben (also wirklich alle Menschen und dann nicht nur bezogen auf die CO₂-Bilanz). Jedenfalls meine ich sowas in der Art aus den öffentlichen Äußerungen von Leuten vom PIK entnommen zu haben.
Natürlich ist das in der Praxis utopisch und wenn man, wie Deutschland, gerade mal das Ziel ausgibt, bis 2038 den Kohleausstieg geschafft zu haben, dann ist das Ziel auch theoretisch nicht haltbar.
heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
30.04.2019 13:04:08
Als realistischer Bereich wird irgend etwas zwischen 2 - 5 Grad Celsius angesehen.
Was laut Losing Earth u.a. nur verschiedene Abstufungen von "globale Katastrophe" bedeuten würde - angefangen von weitreichenden Verteilungskämpfen unter Abschottung der Indutriestaaten bis hin zu weltweitem Zivilisationskollaps.
heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
30.04.2019 13:04:08
Die meisten Berichte werden drastisch entschärft, um nicht sofort in die Alarmistenecke gestellt zu werden. Auch beim IPCC ist wohl eine Bearbeitungsebene, die für die nötige politische Kompatitbilität sorgt, d. h. dass Berichte grundsätzlich deutlich abgemildert werden. Von den Kippeffekten wird gar nicht geredet.
Ist das zielführend? Wäre es nicht sinnvoller, die Lage so zu kommunizieren, wie sie die Modelle hergeben?
heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
30.04.2019 13:04:08
Das Motto der Bewegung ist auch: Es gibt keine Hoffnung mehr - lasst uns handeln!
Klingt wie der Losing-Earth-Epilog. Ich habe Freunde mit Kindern, welche bei normaler Lebenserwartung das Jahr 2100 erleben werden.
Für mich ist ja alles nach 2060 schon "Bonus". Mich würde mal interessieren, wie das die heutige Jugend beurteilt. Haben die schon die geistige Klarheit wirklich zu erkennen, dass einige von ihnen im Alter dabei sein werden, wenn die Punkte überschritten werden, die wir heute als Katastropheneintritt ansehen? Was denken die über ihre Zukunft, jenseits vom zweckoptimistischen Demo-Hurra?
heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
30.04.2019 13:04:08
Big Data, KI, DSGVO sind zweifelsohne große Gefähren. Aber im Vergleich zu einem kaputten Planeten ist die Auseinandersetzung mit Google lächerlich klein. ... First things first. ;-)
Das ist bezüglich der Priorisierung sicher richtig, halte ich so pauschal aber für falsch. Ich sehe jedenfalls keinen Gewinn darin, in einer leidlich intakten Natur, aber einer Orwell'schen Gesellschaft zu leben.
heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
30.04.2019 13:04:08
Im Vortrag werden aktuelle Erkenntnisse genannt mit Referenzen auf Veröffentlichungen, die man damit finden kann.
Gibt es diese Referenzen außerhalb des Videos? Ich hatte auf Anhieb nichts gesehen, es könnte aber auch sein, dass ich meinen Browser nicht weit genug aufgemacht habe.
heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
30.04.2019 13:04:08
Es geht mir nicht darum durch die Medien über Krieg/Hunger/Gewalt informiert zu werden, sondern darum, das wirklich am eigenen Leib zu erfahren. Und ich glaube, dass haben die Wenigsten.
Das ist sicher richtig, aber ich bin auch gar nicht scharf auf Erste-Hand-Erfahrungen. Die Berichte von Bekannten reichen mir da vollkommen.

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Re: Lesetipp: "Losing Earth"

Beitrag von heisenberg » 30.04.2019 16:08:43

Wäre es nicht sinnvoller, die Lage so zu kommunizieren, wie sie die Modelle hergeben?
Das ist eine der Forderungen von XR: Sagen, was Sache ist.
Haben die schon die geistige Klarheit wirklich zu erkennen, dass einige von ihnen im Alter dabei sein werden, wenn die Punkte überschritten werden, die wir heute als Katastropheneintritt ansehen? Was denken die über ihre Zukunft, jenseits vom zweckoptimistischen Demo-Hurra?
Auf eine Demo zu gehen ist ja schon mal ein erster positiver Schritt in Richtung bewusst werden.
Gibt es diese Referenzen außerhalb des Videos?
Keine Ahnung. Habe ich nicht nach geschaut. Ich sehe zumindest teilweise benannte Referenzen im Video.(IPCC Bericht 2013, PIOMAS September Minimum Arctic Ice Volume, ...). Wenn es Dich interessiert, sollte es Dir ein leichtes sein, die Referenzen aus dem Video zu extrahieren. Andere Themen scheinen da breit diskutiert(Eis-Albedo-Rückkopplung, ...) Ansonsten gibt's auch noch das englische Original(xrebellion.org), was etwas anders aussieht und wo man auch nochmal graben könnte.
Wenn ich ein Problem gelöst habe, bekomme ich zur Belohnung ein neues, größeres Problem.

TomL

Re: Lesetipp: "Losing Earth"

Beitrag von TomL » 30.04.2019 16:14:51

hikaru hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
30.04.2019 11:25:45
Die Schritte die jetzt nötig wären um das 2-Grad-Ziel* zu erreichen sind so radikal, dass es schwer wäre es zu erreichen, selbst wenn es momentan eine globale gesellschaftliche und politische Mehrheit gäbe, konsequent darauf hinzuarbeten. Diese Mehrheit gibt es aber nicht.
Das ist genau der Aspekt, an dem das Verstehen bei mir aussetzt und ich keine Vorstellung mehr davon habe, ab wann ich wie wirklich betroffen bin... denn vielleicht ist dieser radikale Ansatz schon längst auf den Weg gebracht. :roll:

Alle reden davon, dass es Autos mit fossilen Brennstoffen in naher Zukunft nicht mehr geben wird.
Alle reden davon, dass E-Autos die Alternative sind.
Alle reden aber auch davon, dass Strom immer teurer wird... es gibt seit Jahren eine steigende Tendenz wg. erneuerbarer Energien.

Aber niemand redet davon, wenn es nur noch E-Autos gibt, der Strom dafür aber eigentlich gar nicht mehr bezahlbar ist, dass es dann gar keine private Mobilität mehr im bisherigen Umfang gibt, weil die Menschen mit dem vor Jahren auf den Weg gebrachten Niedrig-Entlohnungs-Systems das Geld mehrheitlich für Wohnen und Essen brauchen und sich den teuren Strom fürs Auto schlichtweg nicht mehr leisten können. Für die Arbeitsplatz-Flexibilität wird dann durch die hohen privaten Fahrzeug-Kosten ein Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel quasi erzwungen. Was zudem noch den positiven (*boar* eine geradezu kranke Phantasie) hätte, wenn die Leute kein Geld mehr für Fahrzeug und Brennstoff benötigen, könnte man damit vermeiden, den bisherigen Niedriglohn anheben zu müssen, damit die Leute nicht verhungern.

Wenn all das so käme, dann ist meiner Meinung nach ein wirklich radikaler Schritt längst auf den Weg gebracht, dessen wahrer Kern den Menschen hier im Land wie bei vielen anderen 'Projekten' in den letzten 2 Jahrzehnten demokratisch auch jetzt wieder verheimlicht wird. Im Moment macht mir unsere Politik und unser politisches System einer mit einer Lähmungspritze paralysierten Demokratie regelrecht Angst.

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Re: Lesetipp: "Losing Earth"

Beitrag von hikaru » 30.04.2019 17:37:10

heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
30.04.2019 16:08:43
Auf eine Demo zu gehen ist ja schon mal ein erster positiver Schritt in Richtung bewusst werden.
Ist das so?
Ich glaube, ich wäre in dem Alter auch auf solche Demos gegangen, aber das heißt nicht, dass ich die Tragweite des Problems begriffen hätte. Ich hatte abseits der reinen Mathematik als Jugendlicher einfach keine Vorstellung davon, was 20 Jahre in Bezug auf Lebenserfahrung sind - ich tue mich ehrlich gesagt immer noch damit schwer.
Das ist nicht als Kritik an den Jugendlichen gemeint. Es ist nur ein himmelweiter Unterschied, ob man Jahreszahlen addiert, oder ob man die selbe Zeitspanne Erfahrungen gesammelt und eine Vorstellung davon entwickelt hat, was "das Leben" in der Zeit macht.

TomL hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
30.04.2019 16:14:51
Das ist genau der Aspekt, an dem das Verstehen bei mir aussetzt und ich keine Vorstellung mehr davon habe, ab wann ich wie wirklich betroffen bin... denn vielleicht ist dieser radikale Ansatz schon längst auf den Weg gebracht. :roll:
Ich würde dann erwarten, etwas in die Richtung zu sehen. Aber das tue ich nicht.
Wenn der wissenschaftliche Konsens unter Klimatologen ist, dass der Planet bis 2030 klimaneutral handeln muss um das Minimalziel zu erreichen, dann kann ich mich nicht mit Diskussionen einzelner Nationalstaaten abgeben, die das Ziel haben, fast ein Jahrzehnt nach der Deadline ein Teilziel zu erreichen. Dann muss geklotzt werden, und zwar global und gestern.
TomL hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
30.04.2019 16:14:51
Alle reden davon, dass es Autos mit fossilen Brennstoffen in naher Zukunft nicht mehr geben wird.
Alle reden davon, dass E-Autos die Alternative sind.
Alle reden aber auch davon, dass Strom immer teurer wird... es gibt seit Jahren eine steigende Tendenz wg. erneuerbarer Energien.

Aber niemand redet davon, wenn es nur noch E-Autos gibt, der Strom dafür aber eigentlich gar nicht mehr bezahlbar ist, dass es dann gar keine private Mobilität mehr im bisherigen Umfang gibt,
Eben deshalb ist das ganze E-Mobilitäts-Zeug Augenwischerei - und zwar auf mehreren Ebenen.

Wir haben weder jetzt noch auf absehbare Zeit die Infrastruktur, um regenerativ genug Energie bereitzustellen um unseren bisherigen Lebensstil aufrechtzuerhalten. Das ist nicht nur eine Frage der Ausbaugeschwindigkeit, sondern ein Grundsätzliches: Einige regenerative Energieformen (v.A. Biokraftstoffe, aber auch Wasserkraft) stehen in Flächenkonkurrenz zu anderen Wirtschafts- (Nahrungsanbau) und Umweltaspekten (z.B. Wälder, Flusslandschaften). Andere sind schwankungsbehaftet (Solar, Wind). Sollen diese grundlastfähig werden, so müssen Speicherwerke in entsprechender Größe her.
Wer das mit im Idealfall klimaneutraler Atomkraft auffangen will, muss sagen, wie er deren Umweltkosten (Gefahr von Unfällen, betreute Lagerung von Abfall über Jahrzehntausende) nachhaltlig trägt. Ich glaube keinem der behauptet, dass er das seriös kann.

Außerdem muss die Energie nicht nur erzeugt, sondern auch mobil gespeichert werden. Bekannte Konzepte wären Akkus und Wasserstoff. Lithiumbasierte Akkus haben ihrerseits eine schlechte Umweltbilanz und ich meine, es wäre sogar fraglich, ob überhaupt genug Lithium zur Verfügung steht um den derzeitigen weltweiten Verkehr damit auszurüsten. Was ich schon gesehen habe: Ganze Lagerhallen voller Lithium- und Bleiakkus als Pufferspeicher für Solar- und Windkraftwerke - umwelttechnisch völlig hirnrissig.
Wasserstoff hat wohl über die gesamte Nutzungskette gesehen eine eher schlechte Energiebilanz. Das ist kein grundsätzliches Problem, erhöht aber den Bedarf bei der Energieerzeugung.
Eine weitere Alternative könnten synthetische Kraftstoffe sein. Wie nahe die an der Marktreife sind und wie da die Energiebilanz bei nachhaltiger Erzeugung (falls möglich) aussieht weiß ich nicht. Damit bräuchte man aber keine E-Mobilitäts-Revolution.

Im Endeffekt halte ich eine nachhaltige Energieversorgung auf dem Stand des heutigen Bedarfs für utopisch. Man muss also entweder Abstriche bei der Energiemenge oder bei der Nachhaltigkeit machen.
Abstriche bei der Energiemenge halte ich nur sehr begrenzt für politisch umsetzbar, da diese sofort politisch bestraft werden. Daher wird der Hauptteil weiterhin zu Lasten der Nachhaltigkeit gehen, denn hier zeigt das eigene Verhalten erst 20 Jahre später Wirkung und jeder aktuelle Politiker kann sagen: Ich war's nicht!

Aber das ist ja nicht nur ein Problem der "großen Politik", sondern auch jedes Einzelnen. Wenn wir hier im Thread alle ernsthaft darauf hinarbeiten wollten, dem Klimawandel zu begegnen, dann gäbe es diesen Thread gar nicht, denn keiner von uns würde noch einen Computer einschalten, bzw. hätte ihn erst gar nicht gekauft - ja, wäre in vielen Fällen nicht mal der Erwerbstätigkeit nachgegangen, mit welcher er das Geld für den Computer oder dessen Betrieb erwirtschaftet hat.

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