Wann sollte man apt-get und wann apt verwenden?

Warum Debian? Was muss ich vorher wissen? Wo geht's nach der Installation weiter?
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swap7
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Wann sollte man apt-get und wann apt verwenden?

Beitrag von swap7 » 25.10.2017 08:35:24

Hallo,

wann sollte man apt-get und wann apt verwenden?

Kann man beide installer ohne später zu erwartende Probleme wechselnd verwandt werden?

Welche echten Vorteile hat apt?

Beste Grüße

swap7

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Lord_Carlos
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Re: Wann sollte man apt-get und wann apt verwenden?

Beitrag von Lord_Carlos » 25.10.2017 08:48:22

Ich glaube viel tut sich da nicht. So wie ich das verstanden habe kann man hin und her wechseln.
Ich benutzte mittlerweile nur noch apt.

Die Frage ist doch: warum sollte man noch apt-get benutzten?

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MSfree
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Re: Wann sollte man apt-get und wann apt verwenden?

Beitrag von MSfree » 25.10.2017 08:58:03

Lord_Carlos hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
25.10.2017 08:48:22
Die Frage ist doch: warum sollte man noch apt-get benutzten?
Warum sollte man auf apt wechseln?
Was kann es mehr?
Was kann es besser?

Liffi
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Re: Wann sollte man apt-get und wann apt verwenden?

Beitrag von Liffi » 25.10.2017 09:12:37

Aus der man page:
DIFFERENCES TO APT-GET(8)
The apt command is meant to be pleasant for end users and does not need
to be backward compatible like apt-get(8). Therefore some options are
different:

· The option DPkg::Progress-Fancy is enabled.
· The option APT::Color is enabled.
· A new list command is available similar to dpkg --list.
· The option upgrade has --with-new-pkgs enabled by default.
Kann also besser lesbare Ergebnisse erzeugen.

guennid
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Re: Wann sollte man apt-get und wann apt verwenden?

Beitrag von guennid » 25.10.2017 09:17:40

Ich fürchte, die Diskussion über diese Frage ist genauso sinnlos wie die über die "Berechtigung" der Existenz von scientifics " drölfundsechzig" Linux-Distribution, vielleicht sinnloser. :wink:
liffi hat geschrieben:Kann also besser lesbare Ergebnisse erzeugen.
Und dazu war dann die Kreation eines neuen, mittlerweile vierten Konsolenfrontends für dpkg erforderlich? :roll:

Grüße, Günther

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hikaru
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Re: Wann sollte man apt-get und wann apt verwenden?

Beitrag von hikaru » 25.10.2017 09:21:01

MSfree hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
25.10.2017 08:58:03
Warum sollte man auf apt wechseln?
apt vereinigt die Kommandos verschiedener apt-$foo-Kommandos unter einem Dach.
Man muss sich z.B. nicht mehr merken ob es nun apt-get search oder apt-cache search hieß. (einer meiner häufigsten Schusselfehler)
Auch um so lose angehängte Tools wie Debianapt-rdepends braucht man sich jetzt nicht mehr extra kümmern. Das ist insbesondere dann von Vorteil, wenn man ohne root-Rechte an einem System sitzt auf dem das Paket nicht installiert ist.

Ein weiterer Vorteil ist, dass apt eine für Menschen ansprechendere Ausgabe liefert. (Forstschrittbalken, Farbe, Formatierung)
Lord_Carlos hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
25.10.2017 08:48:22
Die Frage ist doch: warum sollte man noch apt-get benutzten?
Unter Jessie waren noch nicht alle Kommandos in apt implementiert. Da fand ich es einfacher, die alten Kommandos zu benutzen, statt mir zu merken, was apt schon kann und was noch nicht.
Das Argument sollte mit Stretch weggefallen sein, aber apt-$foo steckt mir noch immer im Blut. Bis ich realisiert habe, dass ich die lange Variante gar nicht brauche, habe ich sie meist schon längst eingegeben.

Der Vorteil der augenfreundlicheren Ausgabe von apt kann in manchen Situationen aber auch ein Nachteil sein. In Scripten würde ich nach wie vor apt-$foo verwenden, denn die Farbe kommt da eh nicht an und Fortschrittsbalken sowie Formatierung stören da eher.

Liffi
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Re: Wann sollte man apt-get und wann apt verwenden?

Beitrag von Liffi » 25.10.2017 10:34:19

guennid hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
25.10.2017 09:17:40
Ich fürchte, die Diskussion über diese Frage ist genauso sinnlos wie die über die "Berechtigung" der Existenz von scientifics " drölfundsechzig" Linux-Distribution, vielleicht sinnloser. :wink:
liffi hat geschrieben:Kann also besser lesbare Ergebnisse erzeugen.
Und dazu war dann die Kreation eines neuen, mittlerweile vierten Konsolenfrontends für dpkg erforderlich? :roll:
Ja, denn apt-get *muss* abwärtskompatibel sein, das konnte man also nicht ändern.

guennid
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Re: Wann sollte man apt-get und wann apt verwenden?

Beitrag von guennid » 25.10.2017 10:41:21

@liffi
Einverstanden, zumal ja auch hikaru allgemein verständilche und nachvollziehbare Informationsschnipsel beigetragen hat.

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Animefreak79
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Re: Wann sollte man apt-get und wann apt verwenden?

Beitrag von Animefreak79 » 07.12.2017 12:16:52

Also, ich nutze weiterhin apt-get. Als Asperger-Mensch (der ich nun einmal bin), verfällt man wohl auch leicht in Automatismen. Ich verstehe jetzt auch nicht ganz den Sinn dahinter, wieso man ein weiteres Frontend zu dpkg einführen sollte, wenn man jetzt mal von einigen Modernisierungen, wie dem schon erwähnten Fortschrittsbalken absieht... Ich meine, mal irgendwo gelesen zu haben, dass apt bei einem update nur die Paketlisten einliest, die aktualisiert werden müssen, was einen leichten Geschwindigkeitsvorteil bringt... Was sich für mich aber auch nicht wirklich rentiert, da ich eine SSD benutze... Dann gibt es noch Kommandos wie etwa apt edit-sources. Braucht man das wirklich? Wenn ich an den Paketquellen was ändern muss, kann ich die sources.list doch auch so mit einem Editor öffnen, ohne auf der Kommandozeile einen Befehl dazu zu geben.

Ich will jetzt keinesfalls das neue apt-Kommando schlecht machen, aber ich verstehe andererseits nicht so ganz, was apt besser kann als apt-get, mal abgesehen von der Ersparnis in Sachen Tipparbeit oder eben einigen kosmetischen Neuerungen.
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guennid
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Re: Wann sollte man apt-get und wann apt verwenden?

Beitrag von guennid » 07.12.2017 12:24:52

Na ja, hikaru hat da doch einige genannt und liffi erklärt, warum's nicht in apt-get eingearbeitet wurde. Und dementsprechend würde ich wohl, wenn ich neu anfinge, mit apt (PUR :wink: ) anfangen. Aber wenn man die geannten features eh nicht kennt/nutzt, gibt's auch keinen Grund zu wechseln. :mrgreen:

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hikaru
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Re: Wann sollte man apt-get und wann apt verwenden?

Beitrag von hikaru » 07.12.2017 12:36:34

Animefreak79 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
07.12.2017 12:16:52
Dann gibt es noch Kommandos wie etwa apt edit-sources. Braucht man das wirklich?
Kannte ich noch gar nicht. Danke für den Hinweis!
Ich könnte mir vorstellen, dass sowas sinnvoll wäre, falls es einen integrierten Syntax-Check hat der vor Tippfehlern schützt, wie z.B. visudo.

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Animefreak79
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Re: Wann sollte man apt-get und wann apt verwenden?

Beitrag von Animefreak79 » 07.12.2017 12:38:03

Naja, da ich dpkg nicht nutze, sind mir manche der dort angegebenen Optionen (ProgressFancy, dpkg --list usw) nicht wirklich ein Begriff, um ehrlich zu sein. *schwitz* Ich nutze apt-get um mein System auf dem neuesten Stand zu halten, und natürlich, um neue Software zu installieren. Das darunterliegende dpkg ist mir irgendwie zu... Sagen wir mal low-level-lastig? XD Mal andersrum gefragt: Was wären für mich die Nachteile, wenn ich (eigentlich aus purem Automatismus, da mir ein Umdenken oft schwerfällt, von wegen Asperger, und so) weiterhin apt-get anstelle von apt verwende? Ich sehe (zumindest bisher) da um ehrlich zu sein keinen wesentlichen Nachteil.
Original von hikaru
Ich könnte mir vorstellen, dass sowas sinnvoll wäre, falls es einen integrierten Syntax-Check hat der vor Tippfehlern schützt, wie z.B. visudo.
Hmmm... Soweit habe ich noch garnicht gedacht, dass wäre in der Tat eine praktische Funktion... Nur, wie gesagt, fällt es mir schwer, gewisse Automatismen abzulegen. (Asperger ist eine Form von Autismus, mit der es sich allerdings ganz gut leben lässt). Und ich denke mal, mit dem gewöhnlichen apt-get lässt sich alles erledigen, was sich auch mit apt erledigen lässt, wenn auch manchmal mit etwas weniger Komfort, was mich persönlich aber nicht weiter stört. :wink:
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Re: Wann sollte man apt-get und wann apt verwenden?

Beitrag von KP97 » 07.12.2017 12:53:28

Animefreak79 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
07.12.2017 12:38:03
Das darunterliegende dpkg ist mir irgendwie zu...
Umgekehrt wird ein Schuh draus...
Dpkg ist der Debian Paketmanager (debian package)
Alles andere, wie apt, aptitude, Synaptic, Muon usw. sind Aufsätze mit ncurses oder grafisch.
Solange ein apt-get noch funktioniert, kannst Du das ja benutzen, das steht Dir frei. Da die Welt aber nicht stehen bleibt und auch Befehle in der Linuxwelt sich mal ändern, aus welchen Gründen auch immer, sollte man auch Neuem immer aufgeschlossen bleiben, Asperger hin oder her.
....da ich dpkg nicht nutze....
Doch, das nutzt Du jedesmal, wenn Du was installierst oder änderst.

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Re: Wann sollte man apt-get und wann apt verwenden?

Beitrag von hikaru » 07.12.2017 12:57:09

Animefreak79 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
07.12.2017 12:38:03
Das darunterliegende dpkg ist mir irgendwie zu... Sagen wir mal low-level-lastig?
dpkg brauchst du als normaler Nutzer eigentlich nicht. So lange du brav alles aus Repos installierst reicht apt-get völlig zur Systemverwaltung aus. dpkg wird erst nützlich, wenn du Pakete installieren willst, die nicht in Repos vorliegen. Dann musst du dich aber auch selbst um die Abhängigkeiten kümmern.

dpkg ist außerdem selbst zum Teil ein "Sammler" für einige dpkg-$foo-Kommandos, die insbesondere beim Paketbau interessant sind. So nimmt dpkg z.B. auch Kommandos für dpkg-dev und dpkg-query entgegen. Es ist dabei aber nicht so konsequent wie apt. dpkg kann z.B. keine dpkg-buildpackage-Kommandos verarbeiten. Dafür gibt es dann wieder debuild.

(semi-rant: Insbesondere die Tools rund um den Debian-Paketbau finde ich in ihrer Zerfaserung wenig intuitiv und außerdem schlecht dokumentiert. Das ist einer der Hauptgründe, warum ich trotz gelegentlicher Gedanken in die Richtung überhaupt keine Lust darauf habe, Debianpakete zu maintainen.)
Animefreak79 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
07.12.2017 12:38:03
Was wären für mich die Nachteile, wenn ich (eigentlich aus purem Automatismus, da mir ein Umdenken oft schwerfällt, von wegen Asperger, und so) weiterhin apt-get anstelle von apt verwende? Ich sehe (zumindest bisher) da um ehrlich zu sein keinen wesentlichen Nachteil.
Ich sehe da momentan auch keine Nachteile. Ich will es nicht völlig ausschließen, kann mir aber eigentlich nicht vorstellen, dass apt-get auf absehbare Zeit (die nächten 10 Jahre?) abgeschafft wird. Wäre dies das Ziel, dann hätte apt einen Schalter für eine Ausgabe im apt-get-Stil.

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Animefreak79
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Re: Wann sollte man apt-get und wann apt verwenden?

Beitrag von Animefreak79 » 07.12.2017 13:36:28

Original von hikaru
dpkg wird erst nützlich, wenn du Pakete installieren willst, die nicht in Repos vorliegen. Dann musst du dich aber auch selbst um die Abhängigkeiten kümmern.
Und genau dies ist bei der Anzahl der verfügbaren Bibliotheken heutzutage nicht wirklich einfach. XD Und ich gebe zu, dass meine grundlegenden Linuxkenntnisse, die ich als Ottonormal-User besitze, (die aber zumindest ausreichen würden, ein zerschossenes System wieder flott zu bekommen ^^) dafür schlicht und einfach nicht ausreichen, bzw mir die Zeit fehlt, mich dermaßen weitgehend mit dem Thema Systemkonfiguartion unter Linux zu beschäftigen.
Original von hikaru
Ich will es nicht völlig ausschließen, kann mir aber eigentlich nicht vorstellen, dass apt-get auf absehbare Zeit (die nächten 10 Jahre?) abgeschafft wird. Wäre dies das Ziel, dann hätte apt einen Schalter für eine Ausgabe im apt-get-Stil.
Was mir (als bekennenden Autisten XD) wohl auch schon ausreichen würde. :D So lange ich nicht die Distri wechseln muss (was definitiv nicht in die Tüte kommt O_o Hab ja schon von Mint auf Debian gewechselt, weil Mint mir zu überladen und auf Dauer auch zu instabil war bzw ich mich bei Debian mehr zuhause fühle).
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