Debian für KVM Virtualisierung

Warum Debian? Was muss ich vorher wissen? Wo geht's nach der Installation weiter?
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tmvngocdung99
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Debian für KVM Virtualisierung

Beitrag von tmvngocdung99 » 31.03.2018 09:34:41

allo,

ich beschäftige mich gerade mit der Frage, welche Linux Distribution für einen Server mit KVM Virtualisierung die optimale Lösung ist. Bisher hatte ich angenommen, dass Red Hat am besten wäre aber sowohl im Serverforum als auch im Linuxforum wurde mir zu CentOS geraten.

Colttt
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Re: Debian für KVM Virtualisierung

Beitrag von Colttt » 31.03.2018 10:29:17

RedHat und CentOS ist quasi das selbe, sie sind Binärkompatibel.
Ich würde dir raten das OS zu nehmen wo du dich mit am besten auskennst. Ansonsten ist das eher Nebensache
Debian-Nutzer :D

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breakthewall
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Re: Debian für KVM Virtualisierung

Beitrag von breakthewall » 31.03.2018 11:00:24

Die optimale Lösung ist, was für einen selbst am besten taugt. Und so gesehen gibt es keinen wirklichen Unterschied zwischen RHEL und CentOS, da letzteres ein exaktes Abbild von RHEL ist, während ersteres zusätzlich über professionellen Support verfügt. Nichtsdestotrotz würde ich Dir von CentOS abraten, schon aufgrund der ausserordentlich veralteten Pakete. Wenn man bei Debian-Stable schon das Gefühl hat, recht abgehangene Software einzusetzen, dann fühlt man sich bei CentOS wieder in die 90er zurückversetzt. Somit sieht sich ein Nutzer auch damit konfrontiert, dass hier so einiges an modernen Funktionalitäten nicht existiert, was je nach Nutzer sehr relevant sein kann. Muss jeder für sich selbst entscheiden, ob man damit leben kann, bzw. ob das mit den eigenen Interessen vereinbar ist. Ich finde das Debian für sich sehr stabil ist, ohne dabei den technologischen Fortschritt ausser Acht zu lassen. Am besten Du machst Dir selbst ein Bild.

owl102
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Re: Debian für KVM Virtualisierung

Beitrag von owl102 » 31.03.2018 12:54:54

breakthewall hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
31.03.2018 11:00:24
Nichtsdestotrotz würde ich Dir von CentOS abraten, schon aufgrund der ausserordentlich veralteten Pakete.
Und wie relevant ist das für einen KVM-Server?

Davon ab muß man das differenzieren, denn RHEL/CentOS behält im Gegensatz zu Debian Stable nicht alle Paketversionen bei; bei den Punkt-Releases werden ausgewählte Komponenten aktualisiert, zumindest innerhalb der "Full Support (~ 5 ½ years)" Phase. So wurde zum Beispiel letztes Jahr bei RHEL/CentOS 7.4 die Gnome Shell auf 3.22.3 angehoben, die gleiche Version wie bei Debian 9. [1] Und bei RHEL/CentOS 7.5, welches gerade im Beta-Test ist, auf Version 3.26. [2]
Ich finde das Debian für sich sehr stabil ist, ohne dabei den technologischen Fortschritt ausser Acht zu lassen.
Das ist doch wischi-waschi. Für manche ist Debian Stable Steinzeitsoftware. Und andere wiederum wären gerne bei Windows 98 stehengeblieben. Für mich hat es etwas unfreiwillig komisches, wenn ein Debian-Stable-Anhänger RHEL/CentOS madig macht, weil ihm dort die Komponenten zu alt sind, insbesondere, da einige Komponenten mittlerweile gleich alt oder sogar neuer sind als bei Debian Stable. Das kommt irgendwie für Außenstehende einem Beatles-Stones-Streit unter Rentnern gleich. Was soll das?

Also mal Butter bei die Fische: Welche Komponenten eines KVM-Servers sind bei CentOS relevant älter als bei Debian Stable, und welche Funktionalität betrifft das genau, die einem bei einem KVM-Server unter CentOS 7.4 aufgrund des Altersunterschiedes entgeht?

BTW: Ich rate weder von CentOS noch von Debian ab, und setze beide zu meiner Zufriedenheit ein, je nach Anwendungsfall. Ich persönlich würde übrigens einen KVM-Server mit CentOS7/oVirt aufsetzen.

P.S.: The Who!

[1] https://access.redhat.com/documentation ... es_desktop
[2] https://access.redhat.com/documentation ... es_desktop
Fedora 28 Workstation -- openSUSE Leap 42 / Gnome -- Debian 9 (Qnap TS-109/119) -- OmniOS (HP N54L)

breakthewall
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Re: Debian für KVM Virtualisierung

Beitrag von breakthewall » 31.03.2018 18:08:46

owl102 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
31.03.2018 12:54:54
Und wie relevant ist das für einen KVM-Server?
Willst allen Ernstes andeuten, nur weil es VMs sind wäre das alles unbedeutend? Alles sollte gleichermaßen aktuell sein bzw. gepflegt werden, da es ziemlich unsinnig ist hier Unterschiede zu machen. Macht es wirklich Sinn je nach Anwendungsfall abzuwägen, wenn man etwas haben kann was alles abdeckt?
owl102 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
31.03.2018 12:54:54
Davon ab muß man das differenzieren, denn RHEL/CentOS behält im Gegensatz zu Debian Stable nicht alle Paketversionen bei; bei den Punkt-Releases werden ausgewählte Komponenten aktualisiert, zumindest innerhalb der "Full Support (~ 5 ½ years)" Phase. So wurde zum Beispiel letztes Jahr bei RHEL/CentOS 7.4 die Gnome Shell auf 3.22.3 angehoben, die gleiche Version wie bei Debian 9. [1] Und bei RHEL/CentOS 7.5, welches gerade im Beta-Test ist, auf Version 3.26. [2]
Inwiefern ist das nun relevant, wenn hier nach Jahren mal etwas aktualisiert wird, und dazu nur bestimmte Pakete? Sie sind dennoch veraltet. Und wenn schon Beta-Versionen verglichen werden, dann ist CentOS 7.4 verglichen mit Debian-Testing bzw. Debian-Unstable, ausserordentlich alt.
owl102 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
31.03.2018 12:54:54
Für mich hat es etwas unfreiwillig komisches, wenn ein Debian-Stable-Anhänger RHEL/CentOS madig macht, weil ihm dort die Komponenten zu alt sind, insbesondere, da einige Komponenten mittlerweile gleich alt oder sogar neuer sind als bei Debian Stable.
Hier läuft nur Debian-Unstable. Grundsätzlich ist Software niemals fertig noch stabil, weshalb ein Rolling-Release für mich die einzig sinnvolle Nutzungsform ist. Nebenbei ist hier garnichts gleich alt. Schau Dir doch mal die zeitlichen Daten an. Was CentOS nun in geringen Teilen mit Debian-Stable ansatzweise gemeinsam hat, war vor Jahren mal aktuell, wobei ein neues Debian-Stable zum Release-Zeitpunkt ebensowenig brandaktuell ist.
owl102 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
31.03.2018 12:54:54
Also mal Butter bei die Fische: Welche Komponenten eines KVM-Servers sind bei CentOS relevant älter als bei Debian Stable, und welche Funktionalität betrifft das genau, die einem bei einem KVM-Server unter CentOS 7.4 aufgrund des Altersunterschiedes entgeht?
Es geht nicht um bestimmte sondern um alle Komponenten. Nebenbei ist das eine absurde Aussage, nun eine exakte Gegenüberstellung zu verlangen, was nun alles fehlen würde. Denn alleine die uralten Paketversionen sprechen eine deutliche Sprache, was zwangsläufig bedeutet, dass hier moderne Funktionalitäten fehlen. Beispielsweise hinkt eine Bash v3 einer Bash v4+ auch um vieles funktional hinterher, oder ein GCC 4.8 einem GCC 7.3/8.0, was noch bedeutender ist. Selbst Debian-Stable nutzte bereits GCC 6.3 und Linux 4.9, während CentOS 7.4 noch auf GCC 4.8 und Linux 3.10 aufbaut. Verglichen mit Debian-Buster, gäbe es von Haus aus bereits GCC 7.3 und Linux 4.15. Dasselbe kann man mit nahezu allen Paketen machen, die sich im Bezug auf das Alter signifikant unterscheiden. Auch Patches hinsichtlich Sicherheitslücken, werden offiziell nicht endlos auf alle Softwareversionen rückportiert, womit das von individuellen Menschen abhängt, ob das auch geschieht und in welcher Qualität. Mit stets aktueller Software hat man diese Probleme erst garnicht, noch den immensen Aufwand für Backports. Das wird gerne übersehen.

Ein Blick hierauf reicht völlig aus:
https://distrowatch.com/table-mobile.ph ... ion=centos

Die Paketlisten werden periodisch aktualisiert, und zeigen Paketversionen die vielfach um Jahre hinterher hinken. Für mich ist das nicht mehr zeitgemäß, aber jeder muss selbst wissen was er nutzt. Ist nur meine Meinung.

owl102
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Re: Debian für KVM Virtualisierung

Beitrag von owl102 » 31.03.2018 19:42:39

breakthewall hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
31.03.2018 18:08:46
Willst allen Ernstes andeuten, nur weil es VMs sind wäre das alles unbedeutend?
Es sind nicht VMs, sondern ein Server für VMs. Außerdem habe ich nicht gesagt oder angedeutet, daß *alles* unbedeutend sei.
Inwiefern ist das nun relevant, wenn hier nach Jahren mal etwas aktualisiert wird, und dazu nur bestimmte Pakete? Sie sind dennoch veraltet.
Du warst derjenige, der den Vergleich mit Debian Stable gezogen hat: "Wenn man bei Debian-Stable schon das Gefühl hat, recht abgehangene Software einzusetzen, dann fühlt man sich bei CentOS wieder in die 90er zurückversetzt." Wenn das sowieso irrelevant ist, warum hast du diesen Vergleich dann gezogen?
Hier läuft nur Debian-Unstable.
Veraltet. Nimm openSUSE Tumbleweed.
Beispielsweise hinkt eine Bash v3 einer Bash v4+ auch um vieles funktional hinterher
CentOS 7 hat keine Bash v3.
während CentOS 7.4 noch auf GCC 4.8
Über das "Software Collections" Repository gibt es gcc 7.1. [1]
Auch Patches hinsichtlich Sicherheitslücken, werden offiziell nicht endlos auf alle Softwareversionen rückportiert
Endlos nicht, aber RedHat rückportiert Sicherheitsupdates innerhalb des dafür vorgesehenen Supportzeitraumes: https://access.redhat.com/security/updates/backporting

[1] https://wiki.centos.org/AdditionalResou ... tories/SCL
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Re: Debian für KVM Virtualisierung

Beitrag von bluestar » 01.04.2018 08:15:32

tmvngocdung99 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
31.03.2018 09:34:41
Bisher hatte ich angenommen, dass Red Hat am besten wäre aber sowohl im Serverforum als auch im Linuxforum wurde mir zu CentOS geraten.
Du kannst sicher noch zig weitere Foren mit Crossposts zu deiner Fragestellung beschäftigen, aber wozu?

Ist nicht das System am besten geignet, welches du am besten beherrschst?

Ich vote für Proxmox

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Re: Debian für KVM Virtualisierung

Beitrag von owl102 » 01.04.2018 10:00:51

bluestar hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
01.04.2018 08:15:32
Crossposts
Ich war gerade dabei, nach Crosssposts zu suchen, dabei habe ich dies hier gefunden: viewtopic.php?t=159298

Ich werde mal den ersten Beitrag dieses Threads der Moderation melden...
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Re: Debian für KVM Virtualisierung

Beitrag von TRex » 01.04.2018 12:38:31

Unser neuer Freund aus Vietnam ist wieder fort und ich mach hier mal zu.
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