Qemu vs. Vitualbox

Warum Debian? Was muss ich vorher wissen? Wo geht's nach der Installation weiter?
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Rawbit
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Qemu vs. Vitualbox

Beitrag von Rawbit » 01.09.2018 08:08:29

Hallo,

ich verwende seit Jahren Virtualbox, um Windows (jetzt Win10) und Android auf meinem Laptop laufen zu lassen.


Windows benötige meist ich, um Hardware updaten zu können oder für Elster etc., Android um apps aus dem Store zu kriegen.

Nun ist meine VM Festplatte win.vdi zu klein geworden und ich habe es noch nicht geschafft, mit VBoxManage diese zu vergrößern.

Aber das wäre eine Gelegenheit, um zu Qemu zu wechseln.


Meine Frage: Hat Qemu die benötigten von mir oben erwähnten Funktionen?

Kann es USB 2 oder 3?

Welche Nach- oder Vorteile hat Qemu im Einsatz?

Vielen Dank!

Rawbit
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rendegast
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Re: Qemu vs. Vitualbox

Beitrag von rendegast » 02.09.2018 21:10:44

qemu bietet keine beschleunigte Grafik, wenn Du nicht gleich eine ganze Grafikkarte an die VM durchreichst.

Beim Frontend virt-manager kann nicht einfach mal ein '-snapshot' für eine VM benutzt werden.


Ich habe eine VM NT40, die unter qemu unbeschäftigt 100%CPU braucht, unter virtualbox hingegen idlet.



... und ich habe es noch nicht geschafft, mit VBoxManage diese zu vergrößern.
'vbox-img resize ...'?
oder
'vboxmanage modifymedium ... --resize ...'?
mfg rendegast
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reox
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Re: Qemu vs. Vitualbox

Beitrag von reox » 03.09.2018 10:25:28

rendegast hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
02.09.2018 21:10:44
Beim Frontend virt-manager kann nicht einfach mal ein '-snapshot' für eine VM benutzt werden.


Ich habe eine VM NT40, die unter qemu unbeschäftigt 100%CPU braucht, unter virtualbox hingegen idlet.
virt-manager kann schon snapshots speichern und laden. Du meinst Debianvirt-viewer?

Mit der CPU ist tatsächlich ein Problem. Ich hatte mit qemu auch schon andere interessante Probleme, zB eine Windows 7 VM funktioniert tadellos im snapshot restore, bei einer Win 10 hängt alles mit 100% CPU load beim restore. Durch herumprobieren mit diveresen RTC parametern konnte man das beseitigen. Die CPU load kann man manchmal durch wählen von anderen RTC und HyperV parametern reduzieren. Die default Einstellungen mit --os-variant und --os-type bei der installation mit virt-install sind aber meistens ganz gut.
Unter Win 10 gibt es auch noch ein anderes "Feature" welches zu 100% idle CPU führt, das liegt aber an einem Prozess der dann die CPU auslastet. Dieses Phänomen konnte ich aber auch schon auf echter HW sehen.
Eine Windows 8.1 VM hatte ich mit virtio treibern sehr performant eingerichtet. Die VM selber wurde nur für VPN und Remote Desktop verwendet, daher war Grafikperformance eher Nebensache. Der Rest funktionierte tadellos.
Was man unbedingt machen sollte, ist die virtio treiber für die HDD installieren. Das kann je nach Windows Version sehr schwer sein, zB muss man unter Win7 erst eine zweite Platte anhängen die virtio hat, dann die treiber installieren, dann erst die system platte umstellen.

Die Virtuelle Platte würde ich nach qcow2 konvertieren. Ich bin mir nicht sicher ob qemu mit vdi snapshots erstellen kann.
Mittels qemu-img kann man das konvertieren:

Code: Alles auswählen

qemu-img convert -f vdi -O qcow2 vm.vdi vm.qcow2
ggf kannst du auch das qcow2 noch komprimieren, bei mir brachte das ein Win10 mit 50GB VDI auf ca 25GB qcow2. Achtung: Beim clonen von VMs wird das wieder uncompressed.
qemu-img kann dann auch vergrößern:

Code: Alles auswählen

qemu-img resize vm.qcow2 +100GB

geier22

Re: Qemu vs. Vitualbox

Beitrag von geier22 » 03.09.2018 12:17:08

Rawbit hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
01.09.2018 08:08:29
Nun ist meine VM Festplatte win.vdi zu klein geworden und ich habe es noch nicht geschafft, mit VBoxManage diese zu vergrößern.
Was kamen denn da für Fehlermelldungen ?
geht bei mir einfach:

Code: Alles auswählen

 VBoxManage list vms
"Debian_Stretch_fluxbox" {01e24f98-303e-4fb3-9710-85967d819bce}

Code: Alles auswählen

hans@sparkyxfce:/$ VBoxManage modifyhd --resize 15000 /media/HD753LJ/VirtualBox_VMs/Debian_Stretch_fluxbox/'Debian Stretch fuxbox.vdi'
0%...10%...20%...30%...40%...50%...60%...70%...80%...90%...100%
hans@sparkyxfce:/$ 


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Re: Qemu vs. Vitualbox

Beitrag von debianuser4782 » 03.09.2018 22:53:08

Ich kann meine USB-Sticks gut zwischen Wirt und Gast weiterleiten.

Ob USB 3.0 unterstützt wird, kann ich nicht sagen. Zumindest kann man es bei den Einstellungen über Virt-Manager auswählen.

Die Zwischenablage ist bei Qemu/KVM bidirektional by default. Einstellungsmöglichkeiten habe ich beim Virt-Manager noch nicht gefunden. Ich finde das ist ein Sicherheitsdefizit, was aber mM nach durch die tiefe Einbettung in Linux wieder wett gemacht wird.

Zwar steht hinter der Fortentwicklung von Qemu/KVM maßgeblich Red Hat, jedoch gibt es hier soweit ich weiß keinerlei Binärblobs, Ungereimtheiten beim BIOS/der Veröffentlichung von Sicherheitslücken wie bei Oracle:-> https://www.whonix.org/wiki/KVM

So differenzieren meine Tails-VMs auch im Rahmen ihrer Warnung beim booten zwischen VirtualBox mittels "non-free Virtual Machine detected" und Qemu/KVM über "Virtual Machine detected".

Die grafische Oberfläche "Virt-Manager" wird nach der Beschreibung im Softwarecenter noch als experimentell angesehen.

Um zu schauen wo der Weg hingehen kann, lohnt vielleicht ein Blick zu fedora als Spielwiese von Red Hat, die Qemu/KVM ja maßgeblich weiterentwickeln.

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Re: Qemu vs. Vitualbox

Beitrag von Rawbit » 12.03.2020 18:20:06

Hallo,

auch wenn ich ein 'bisserl' spät bin:

Danke für Eure Antworten.

Derweil habe ich mir Qemu / KVM näher angesehen und konnte meine Win10 VM problemlos nach Qemu transportieren in das Format .qcow2.

Ich musste nur alle Windows mit Programmen neue aktivieren bei MS.

USB funktioniert.

Sehr gut ist die Arbeitsgeschwindigkeit im Win10 Gast unter Qemu / KVM. Das geht echt flott.


Gruß

Rawbit
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