WLAN-Accesspoints im Ausland - Risiko oder nicht?

Einrichten des lokalen Netzes, Verbindung zu anderen Computern und Diensten.
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TomL
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WLAN-Accesspoints im Ausland - Risiko oder nicht?

Beitrag von TomL » 27.08.2017 11:19:15

Moin

Mein Junge tourt gerade mit seiner Freundin strandnah durch Norditalien. Und an der Tatsache, dass die nur beide nen eher kleinen Rucksack mitgenommen haben und mit nem Flug für 20€ rüber gedüst sind, kann man erkennen, dass das viel mehr AdHoc-Entscheidung als All-Inclusive ist. Aber in dem Alter macht man das wohl so... :roll:

Was mich aber nun umtreibt, ist der Gedanke an die möglicherweise dort vorhandenen offenen WLAN-APs. Wenn er nicht gerade im McCafe sitzt, sondern in irgend einer privat geführten Gastronomie oder in nem 1-Sterne-Billig-Hotel, hat er doch dabei überhaupt keine Ahnung, mit welchem Sachverstand so ein WLAN gemanaged wird. Er kennt weder den Betreiber, noch dessen Absichten, noch dessen Qualität der Infrastruktur und seinem Respekt von Datenschutz. Und dem gegenüber positioniert sich das Normalverhalten junger Menschen, die bei jeder Gelegenheit ihr Whatsapp checken wollen und auch länderübergreifend nicht den Kontakt zu ihrer Community verlieren wollen.

Bei dem Gedanken an gestohlene Auto-Kennzeichen, möglicherweise damit verübte Verbrechen und den Folgeschwierigkeiten für die Bestohlenen, die ja nun auch nachweisen müssen, dass sie mit dem Verbrechen nix zu tun haben, kam mir die beängstigende Idee, was kann eigentlich mit einem durch Abhören erschlichenen EMail-Account passieren? Schlimmstenfalls nur ne Spam-Schleuder? Scheiss drauf! Das ist nicht so schlimm, neues PWD oder stilllegen und gut ist. Aber was wäre, wenn eine solcher EMail-Account aus der Ecke organisierte Kriminalität verwendet wird oder sogar mit Terrorismus-Hintergrund? Ist das denkbar? Das ist doch ein prima Transportmittel, mit dem der "Dieb" für seine Post bestens anonym bleibt. Es wird sicherlich einfach für meinen Jungen sein, nachzuweisen, dass er im Fall der Fälle mit dem nix zu tun hat. Aber man stelle sich vor, wenn Ermittler sich denken "Ach ja, man weiss ja nicht... lass uns den mal länger beobachten" und blicken dann ständig und vielleicht über Jahre auf sein digitales Leben und sammeln Daten. Dabei glaube ich kaum, dass das Menschen tun, ein Haken an seiner Person und das läuft automatisch. Aber seit wir De Maiziere haben, ist das ist für mich schon ein denkbares Horror-Szenario.

Ich habe ihm gestern abend noch empfohlen, Whatsapp und Telegram über den Tag verteilt NUR über "mobile Daten" abzufragen, ansonsten allen Auto-Sync zu deaktivieren und sich bei WLAN-Verbindungen zuerst via OpenVPN nach Hause zu verbinden und erst dann einen manuellen Sync starten.

Ist das jetzt schon Hysterie? Wenn ich mir anschaue, was unsere Regierung an Projekten vorantreibt zur Festigung ihres Systems und was jetzt gerade auch die Engländer mit ihrem Investigatory Powers Bill gemacht haben, wird mir ehrlich gesagt Angst und Bange. Und je mehr überwacht wird, umso mehr Bestrebungen werden Leute unternehmen, sich dem zu entziehen. Eine gestohlene Email-Adresse ist doch da m.M.n. ein willkommenes Mittel.

Wie seht ihr das? Hier gibts ja etliche Netzwerkspezialisten.... und da hoffe ich mir eine bessere Einschätzung, als ich das kann.
vg, Thomas

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niemand
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Re: WLAN-Accesspoints im Ausland - Risiko oder nicht?

Beitrag von niemand » 27.08.2017 11:39:21

Wo ist der Unterschied zu einem beliebigen freien WLAN in D? Wenn man fremde (nicht mal nur freie) WLAN-APs benutzt, hat man sich um die Sicherheit nunmal selbst zu kümmern – ob nun Ausland oder nicht. VPN oder Tor oder ’n simpler SSH-Tunnel zu ’nem bekannten Host (ich benutze dazu immer einen Server von mir) – ist alles fix eingerichtet und bequem genutzt, und was der AP-Betreiber kann oder vor hat, ist unerheblich.
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Am 7. Tag aber sprach der HERR: „QWNoIFNjaGVpw58sIGtlaW5lbiBCb2NrIG1laHIgYXVmIGRlbiBNaXN0ISBJY2ggbGFzcyBkYXMgamV0enQgZWluZmFjaCBzbyDigKYK“

Jana66
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Re: WLAN-Accesspoints im Ausland - Risiko oder nicht?

Beitrag von Jana66 » 27.08.2017 11:44:30

Genau so!
Ergänzung: Für Browser nur HTTPS, dafür gibt es entsprechende AddOns - zumindest für FF.
Wenn keiner was sagt, wird sich nichts ändern. Wenn alle nur reden ebenfalls nicht.

TomL
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Re: WLAN-Accesspoints im Ausland - Risiko oder nicht?

Beitrag von TomL » 27.08.2017 12:11:06

niemand hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
27.08.2017 11:39:21
Wo ist der Unterschied zu einem beliebigen freien WLAN in D?
Kein Unterschied! Wobei ich selber bei fremden WLAN wirklich nur via OpenVPN und dann über meinen Server ins Internet gehe. Bei mir ist auch obligatorisch aller automatische Sync deaktiviert. Ich mach sowas generell nur manuell gestartet. Aber bei solchen Kids und deren Vorstellung von der Welt, wie sie sein sollte und wie sie ist, ist das Weltbild doch eher optimistisch gepägt und imho ein wenig weltfremd. Der Glaube an das allgemein Gute ist noch zu umfassend.

Mir gings bei meinem Posting auch eher um die Einschätzung von Leuten wie Dir, was die von mir phantasiereich beschriebenen Konsequenzen angeht. Mit ist die Notwendigkeit für Maßnahmen aus allerlei anderen Gründen sowieso klar. Aber ob auch die oben erwähnten Konsequenzen real sind oder sein könnten.... *hmmm*.... diese Frage beunruhigt mich.... oder eher, keine Antwort darauf zu haben oder andere Meinungen dazu zu kennen.
vg, Thomas

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