Grundlagen in-house-verkabelung bei Mehrfamilienhaus

Einrichten des lokalen Netzes, Verbindung zu anderen Computern und Diensten.
debianoli
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Re: Grundlagen in-house-verkabelung bei Mehrfamilienhaus

Beitrag von debianoli » 25.07.2019 09:14:14

pferdefreund hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
25.07.2019 09:02:45
Vermutlich nur ein unter Putz verlegtes Kabel von Dose zu Dose.
Das ist dann das Problem, denn das wäre Reihe. in dem Fall muss man die Dosen hinter dem angeschlossenen Gerät abklemmen.

Ansonsten kann man mit den Kabeln zumindest bis 100 MB erreichen. Ich habe das in unserer Wohnung mit den völlig sinnlosen Kabeln der in Reihe geschlossenen TAE-Telefondosen gemacht.

MSfree
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Re: Grundlagen in-house-verkabelung bei Mehrfamilienhaus

Beitrag von MSfree » 25.07.2019 09:21:00

buhtz hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
25.07.2019 08:47:47
Können es tatsächlich "nur" ISDN Dosen sein, wenn man damit zwischen den Zimmern Netzwerksignale austauschen kann?
Für 100MBit Ethernet sind nur zwei Leiterpaare nötig, ISDN arbeitet ebenfalls nur mit zwei Leiterpaaren. Von dem RJ-45 Anschluß werden in beiden Fällen also nur die Hälfte der möglichen Kontakte genutzt. Erst GBit-Ethernet brauch alle 4 Leiterpaare, ist aber mit 100MBit abwärtskombatibel. Wenn nur 2 Paare verdrahtet sind, schaltet sich eine GBit-Netzwerkkarte in den 100MBit-Modus.

Ich bin mir aber nicht sicher, ob ISDN die gleichen Kontakte nutzt wie 100MBit-Ethernet. Grundsätzlich kann man aber 100MBit-Ethernet auch über Klingeldraht fahren, wenn die Entfernungen nicht zu groß sind. Für das definierte Maximum von 110m ist aber höherwertigere Verkabelung nötig.
Die Vormietern erzählte mir, sie hätte Ihren DSL-Router "da reingesteckt" und konnte dann in einem anderen Zimmer ein zweites Gerät (glaub es war ein Internet-TV) reinstecken und "hatte sofort Internet".
Wie Meillo schon geschrieben hatte, wenn die Handwerker das damals wie ein Bussystem von Steckdose zu Steckdose in Reihe durchgeführt haben, dann funktioniert das nur, wenn man genau zwei Dosen belegt, und selbst dann nur mit Glück. Und überhaupt ist das absoluter Pfusch, der erst auffällt, wenn man mehr als zwei Geräte anschließen will.

Für ISDN und Ethernet ist immer eine Sternverkabelung nötig, also von jeder Steckdose ein Kabel zum zentralen Sammelpunkt, wo man die Kabel auf ein Patchfeld führt. Damit GBit funktioniert, muß das mit 4 Leiterpaaren ausgeführt werden und die Kabel müssen mindestens Cat5e sein.

uname
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Re: Grundlagen in-house-verkabelung bei Mehrfamilienhaus

Beitrag von uname » 25.07.2019 12:51:43

MSfree hat geschrieben:Für ISDN und Ethernet ist immer eine Sternverkabelung nötig
Bis in die 1990er-Jahre hat man noch 10BASE2 (Thin Ethernet) verwendet, welches ein Bussystem und keine Sternverkabelung war. Verwendet wurden aber BNC -Steckverbinder und nicht RJ-Steckverbinder. Mit etwas Glück sind die Anschlüsse nicht ganz so alt. Aber es waren ja sowieso RJ45-Anschlüsse, oder ;-)

dufty2
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Re: Grundlagen in-house-verkabelung bei Mehrfamilienhaus

Beitrag von dufty2 » 26.07.2019 06:10:59

Ist aber komsich, dass bei ISDN von einem S0-Bus gesprochen wird. ;)

Wenn ich mir (wie gesagt, bin kein Telekom-Expert)
http://www.tocker.de/ISDN_Bus/ISDN_Verk ... elung.html
anschaue, schaut das mir wie ein Bus-System aus:
Selbst im 3. Beispiel wird die "Sternverkablung" nur dadurch erreicht, dass man den 4er-Strang wieder zurückfüht und dann ins nächste Zimmer zu gelangen.
=> Vielleicht sind die "bösen Elektriker" mit ihre "Dose-zu-Dose-Verkablung" dann (aus Telefon/ISDN-Sicht) doch nicht ganz so böse? ;)

Hab bei meinen erwähnten
http://www.hifi-forum.de/viewthread-258-2581.html
mir die Bilderchen noch mal genauer angeschaut:
Es gibt wohl auch ein 10er-Kabel bei ISDN, das könnte also für Gbit (8er-Kable) ausreichen,
möglicherweise erreicht man aber nur - z. B. - 200 Mbit damit und so könnte es mehr Sinn machen,
2 x 100 Mbit (also 2 x 4er-Kabel) anzuschließen, wie es auch im dem verlinkten thread gemacht wurde.

Alles Spekulation, warten wir auf weiter Fakten :)

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ingo2
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Re: Grundlagen in-house-verkabelung bei Mehrfamilienhaus

Beitrag von ingo2 » 27.07.2019 17:52:23

Kann es sein, daß in der Wohnung eine Verkabelung nach dieser Art vorliegt?
viewtopic.php?f=15&t=155506&p=1050081&h ... e#p1050043
nur, daß man statt TAE-Dosen RJ45-Dosen verwendet hat?

Das ist zwar HF-technisch besser als TAE, da weniger Kapazitäten und bessere Kontakte, aber prinzipell besteht das gleiche Problem, wenn alle wie an einer Kette aufgereiht sind.

Also, da hilft nur aufschrauben und Verschaltung prüfen.

dufty2
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Re: Grundlagen in-house-verkabelung bei Mehrfamilienhaus

Beitrag von dufty2 » 28.07.2019 10:53:39

Länger rumforschen bring noch mehrere Möglichkeiten zu Tage:
http://superuser.com/questions/153281/c ... o-ethernet
(1) G.hn over twisted pair
(2) VDSL P2P modems // also was die Telekom selbst macht
(3) HomePNA

Eine 4. Möglichkeit wäre, einen Mini-3-Port-Switch an jede RJ-45-Ausgang zu stecken
um so die ISDN-Leitung als "Uplink" für die Switche zu benutzen. (Am besten noch ohne Netzteil,
gespeist nur durch PoE ;)
Weiss aber nicht mal, ob Hin- und Rückführung zur RJ-45 Dose gehen (also den Bus selbst darstellen),
oder jene "nur" mit einem Verbidundgskabel zum Bus verbunden ist (wie es bei 10Base5 der Fall war "Transceiverkabel").

pferdefreund
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Re: Grundlagen in-house-verkabelung bei Mehrfamilienhaus

Beitrag von pferdefreund » 29.07.2019 06:09:35

Ich vermute, die 2 Dosen sind nix anderes wie ein "Verlängerungskabel. In die eine Kabel vom Router, in die Andere Endgerät.
Weitere Endgeräte halt per WLAN oder direkt am Router. Sowas hatte ich auch mal und hat bestens funktioniert. Frau wollte halt Kabel nicht an der Wand oder am Boden haben, daher diese Lösung, die jahrelang problemlos funktionierte. Ob ich ein Cross-Over-Kabel hatte, weiß ich nicht mehr, moderne Netzwerkkarten erkennen das ja selbst und schalten entsprechend.

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