Iomega ZIP-100-Laufwerk

Welches Modul/Treiber für welche Hardware, Kernel compilieren...
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Spindoctor
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Iomega ZIP-100-Laufwerk

Beitrag von Spindoctor » 25.12.2019 12:20:55

Hallo und eine schöne Weihnachtszeit, wünsche ich!

Mich beschäftigt in der stillen Zeit das Problem eines Bekannten, der am Sprung ins Jahr 2020 noch alte ZIP-Disketten ausgegraben hat, und deren Inhalt nun sichern möchte. Zu diesem Zweck steht mir ein externes Iomega ZIP-100-Laufwerk mit LPT-Port zur Verfügung. Glücklicherweise habe ich auch noch einen alten PC gefunden, der über einen LPT-Port verfügt, somit habe ich die Wahl, das Laufwerk über LPT oder über ein LPT<->USB-Adapter-Kabel anzuschließen.

Nach ausführlicher Recherche habe ich folgendes herausgefunden:
  1. Die Unterstützung über USB ist in Linux eher fragwürdig - der Weg über den LPT-Port ist somit vielversprechender
  2. Um das Laufwerk zu verwenden, braucht man "SCSI-Support", "SCSI-Disk-Support" und das Modul "ppa" (aus diesem Grund poste ich auch hier und nicht im Hardwarefragen-Subforum)
Hier übrigens ein paar gute Hintergrundinformationen: Da der aktuelle Kernel (ich verwende auf dem Rechner Debian Buster mit Kernelversion 4.19.67) das alles nicht mehr integriert hat, habe ich den Kernel mit diesen Settings neu kompiliert (das war eine Premiere für mich, aber es hat schließlich geklappt). Meine Settings sind hier: https://pastebin.com/2zeHpkj7

Leider konnte ich auch damit aber nur einen Teilerfolg feiern. Das benötigte PPA-Modul scheint nicht vollständig zu laden und ich bekomme folgende Fehlermeldung:

Code: Alles auswählen

root@debian:~/kernel/linux-source-4.19# sudo dmesg | grep ppa
[    3.562239] pci 0000:00:00.0: detected gtt size: 524288K total, 262144K mappable
[   54.228091] audit: type=1400 audit(1577268890.318:2): apparmor="STATUS" operation="profile_load" profile="unconfined" name="libreoffice-senddoc" pid=310 comm="apparmor_parser"
[   54.230317] audit: type=1400 audit(1577268890.318:3): apparmor="STATUS" operation="profile_load" profile="unconfined" name="nvidia_modprobe" pid=311 comm="apparmor_parser"
[   54.230323] audit: type=1400 audit(1577268890.318:4): apparmor="STATUS" operation="profile_load" profile="unconfined" name="nvidia_modprobe//kmod" pid=311 comm="apparmor_parser"
[   54.263060] audit: type=1400 audit(1577268890.350:5): apparmor="STATUS" operation="profile_load" profile="unconfined" name="/usr/sbin/haveged" pid=315 comm="apparmor_parser"
[   54.271654] audit: type=1400 audit(1577268890.358:6): apparmor="STATUS" operation="profile_load" profile="unconfined" name="/usr/bin/man" pid=313 comm="apparmor_parser"
[   54.271660] audit: type=1400 audit(1577268890.358:7): apparmor="STATUS" operation="profile_load" profile="unconfined" name="man_filter" pid=313 comm="apparmor_parser"
[   54.271664] audit: type=1400 audit(1577268890.358:8): apparmor="STATUS" operation="profile_load" profile="unconfined" name="man_groff" pid=313 comm="apparmor_parser"
[   54.320275] audit: type=1400 audit(1577268890.410:9): apparmor="STATUS" operation="profile_load" profile="unconfined" name="libreoffice-xpdfimport" pid=317 comm="apparmor_parser"
[   54.345868] audit: type=1400 audit(1577268890.434:10): apparmor="STATUS" operation="profile_load" profile="unconfined" name="libreoffice-oopslash" pid=318 comm="apparmor_parser"
[   54.384837] audit: type=1400 audit(1577268890.474:11): apparmor="STATUS" operation="profile_load" profile="unconfined" name="libreoffice-soffice" pid=316 comm="apparmor_parser"
[  699.786075] ppa: Version 2.07 (for Linux 2.4.x)
[  699.862487] ppa: Found device at ID 6, Attempting to use EPP 32 bit
[  699.864787] ppa: Found device at ID 6, Attempting to use PS/2
[  699.865281] ppa: Communication established with ID 6 using PS/2
[  699.867475] scsi host4: Iomega VPI0 (ppa) interface
[  710.096976] PPA: bug in ppa_interrupt
[  720.328963] parport0: ppa already owner
Testweise hab ich es auch nochmal mit Anschluss auf USB probiert und bekomme folgende Ausgabe

Code: Alles auswählen

[ 1832.990187] usb 3-2: new full-speed USB device number 2 using uhci_hcd
[ 1833.201239] usb 3-2: New USB device found, idVendor=067b, idProduct=2305, bcdDevice= 2.02
[ 1833.201243] usb 3-2: New USB device strings: Mfr=1, Product=2, SerialNumber=0
[ 1833.201246] usb 3-2: Product: IEEE-1284 Controller
[ 1833.201248] usb 3-2: Manufacturer: Prolific Technology Inc.
[ 1839.775431] usblp 3-2:1.0: usblp0: USB Bidirectional printer dev 2 if 0 alt 1 proto 2 vid 0x067B pid 0x2305
[ 1839.775480] usbcore: registered new interface driver usblp
Was aber auch nicht darauf schließen lässt, dass das Gerät richtig erkannt wurde.

Ist das PPA-Modul kaputt?
Ist es (trotzdem) einsetzbar?
Was hab ich noch für Optionen?
Wäre es einfacher, auf einen älteren (2.4er?)-Kernel zu wechseln (ich glaube damals waren die IOMEGA-Treiber per Default im Kernel aktiviert)? Wenn ja, wie stell ich das am besten an? Auf einen alten Release zurückgreifen? Welcher wäre das?

Danke schon jetzt für Eure Hilfe und noch schöne Feiertage!

KP97
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Re: Iomega ZIP-100-Laufwerk

Beitrag von KP97 » 25.12.2019 13:47:33

Alle Pakete, die jemals veröffentlicht wurden, finden sich im Archiv:
http://snapshot.debian.org/
Bei der Installation mit dpkg mußt Du Abhängigkeiten selbst auflösen.

Spindoctor
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Re: Iomega ZIP-100-Laufwerk

Beitrag von Spindoctor » 25.12.2019 14:43:14

Danke für den Hinweis, KP97!

Leider verstehe ich noch nicht ganz, wie das bei meinem Problem hilft. Das Paket "linux-headers" liegt in Snapshots erst ab Version 2.6.12 vor - ältere Versionen (wie 2.4) sind scheinbar nicht dort. Vielleicht wurde damals der Kernel noch nicht als Paket verteilt?

Vielleicht waren die Zip100-Treiber später ohnehin auch noch im Kernel integriert, aber ich weiß leider nicht, wie ich das rausfinden kann, ohne jeden einzelnen Kernel zu installieren (und das wäre schon sehr, sehr zeitaufwändig).

Wenn das der richtige Weg ist, wäre es dann nicht ohnehin leichter, einen älteren Release von Debian heranzuziehen (etwa Debian Woody)?

Anyway, kann man aus dem Fehler in meinem dmesg-Output vielleicht Rückschlüsse ziehen, worin das Problem besteht bzw. wie es zu lösen wäre?

Danke nochmals!

[edit]
Nachtrag:
Aus diesem Foreneintrag viewtopic.php?f=13&t=127007&hilit=zip100&start=15 schließe ich, dass es mit Debian Squeeze auch noch irgendwie geklappt hat... Oder zumindest mit Debian Lenny

KP97
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Re: Iomega ZIP-100-Laufwerk

Beitrag von KP97 » 25.12.2019 18:09:32

Du kannst mal den letzten 2.6.39er Kernel herunterladen, das .deb entpacken, und dann findest Du in /boot die .config,
und in /lib/modules die Verzeichnisse mit den Modulen/Treibern.
Du mußt also nichts installieren.
Der letzte LTS 3.16 hat das ppa-Module schon nicht mehr.

Du könntest auch eine VM mit z.B. Lenny aufsetzen und darin testen.
Alte Installermedien sind hier:
https://www.debian.org/distrib/archive.de.html

Spindoctor
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Re: Iomega ZIP-100-Laufwerk

Beitrag von Spindoctor » 25.12.2019 18:34:24

Cool, vielen Dank!

Und eine VM reicht wirklich? Was müsste da das Hostsystem können (weil im aktuellsten Debian wird Default-mässig ja nichtmal mehr der LPT-Port unterstützt, glaub ich...)

Weil dann könnte ich versuchsweise ja auch mal ein Win98SE laufen lassen, da müsste es auf jeden Fall gehen...

KP97
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Re: Iomega ZIP-100-Laufwerk

Beitrag von KP97 » 25.12.2019 19:08:41

Für Buster kannst Du die Virtualbox hier herunterladen, denke auch an das "extensions Pack",
https://www.virtualbox.org/wiki/Downloads
die Kernel-Headers müssen auf dem Host auch installiert sein. Sonst brauchst Du nichts weiter.
Ob qemu das auch kann, glaube ich eher nicht. Da tut sich Virtualbox mit externer Hardware leichter.
Von Windows habe ich keine Ahnung mehr, mein letzter Blick darauf war ein XP.

Spindoctor
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Re: Iomega ZIP-100-Laufwerk

Beitrag von Spindoctor » 01.01.2020 17:22:14

Sorry für die späte Antwort - kann momentan nicht viel neues schreiben, weil ich den PC mangels VGA-Anschluss auf meinem Monitor bei mir daheim nicht betreiben kann - ich muss also warten, bis ich wieder vor Ort bin ;)

Wünsche Dir auch ein gutes und erfolgreiches Jahr 2020

Spindoctor
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Re: Iomega ZIP-100-Laufwerk

Beitrag von Spindoctor » 03.01.2020 00:16:07

Ein kurzes Update:

Ich habe eine erste funktionale Lösung gefunden.

Nachdem es auch mit einem leicht anders konfiguriertem Kernel nicht geklappt hat, wollte ich die vorgeschlagene Lösung mit Debian Lenny in der Virtualbox probieren. Leider habe ich aber die 32-Bit-Version von Debian 10 installiert und dafür gibt es kein aktuelles Virtualbox mehr. Und das neueste alte Virtualbox für x32 läuft leider nicht (einfach) mit Debian 10...

Als nächstes wollte ich Debian Lenny direkt installieren, was leider aber auch nicht so leicht geht, weil die Repos dafür (wahrscheinlich) schon abgeschaltet sind. Also hätte ich ein ziemlich umfangreiches Image downloaden, und auf irgendwelche Bootmedien bringen müssen - das geht ja auch nicht mehr so einfach.

Also war die naheliegendste Lösung, Win98 zu installieren, was auch alles andere als problemfrei war (der Computer ist mit Vista ausgeliefert worden, also für Win98 eigentlich auch schon viel zu neu). Die entsprechenden Treiber haben aber auch hier zunächst nicht funktioniert.

Schließlich habe ich im BIOS unterschiedliche Modi für den LPT-Port entdeckt. Der IOMEGA-Treiber wollte zwar mit keinem der ausprobierten Modi, aber immerhin habe ich den hauseigenen Windows-Treiber mit dem "Extended Capabilities Port"-Modus (ECP) zum laufen gebracht...

Bleibt die Frage, ob es mit diesem Modus unter Linux (oder Windows XP) auch geklappt hätte. Zumindest für Linux schau ich mir das vielleicht mal an, wenn die Daten kopiert sind ;)

Danke nochmal für die Hilfe!

KP97
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Re: Iomega ZIP-100-Laufwerk

Beitrag von KP97 » 03.01.2020 16:34:02

Wenn Dein Host ein 64bit ist, wovon ich ausgehe, mußt Du darauf natürlich auch die Virtualbox in 64bit installieren.
Wenn das gemacht ist, kannst Du _in_ der Virtualbox ein x-beliebiges 32bit System installieren.
Hast Du das so gemacht?

Spindoctor
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Re: Iomega ZIP-100-Laufwerk

Beitrag von Spindoctor » 03.01.2020 17:56:09

Nein, das Host System ist ein 32 bit Debian. Das war rückblickend ein Fehler. Dachte mir, ich kann bei der alten Hardware mit 32 bit Ressourcen sparen. Außerdem hab ich die Chancen auf einen 32 bit Treiber höher eingeschätzt als bei 64 bit...

currock
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Re: Iomega ZIP-100-Laufwerk

Beitrag von currock » 15.02.2020 23:04:33

Ich benutze hier auch noch ZIP und JAZ Medien zwecks Datenaustausch mit einem Atari Falcon, an dem SCSI-Geräte angeschlossen sind.
Der am wenigsten aufwändige Weg war der Kauf eines USB-ZIP-Laufwerkes, das an Debian 8 bis 10 genau so einfach funktioniert wie jeder USB-Stick, sowohl an 64 wie an 32 bit Systemen.
Ich habe hier auch noch ein parallelport ZIP-Laufwerk, das ich damals unter Windows 98 im Einsatz hatte. Mit Linux und einem USB-parallel-Adapter hat es nicht funktioniert, da die meisten Adapter einen bestimmten Modus nicht beherrschten. Ich hatte das dann ziemlich schnell aufgegeben.
Stattdessen habe ich mir eine PCI bzw. PCIe parallel und seriell Karte beschafft, und diese in den Rechner eingebaut. Nicht wegen den IOMEGA Laufwerken, sondern wegen dem Datenaustausch mit alten Casios, Psion und Atari-Portfolios. Wie gesagt, ein gebrauchtes USB-ZIP-Laufwerk ist der problemloseste Weg.Unter Linux gibt es dann noch das Tool jazip, mit dem man den Schreibschutz ein- und ausschalten kann, sofern man das Passwort noch kennt. Leider funktioniert der Trick mit dem Notauswurf zur Umgehung des Passwortes mit dem USB-Laufwerk nicht.

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