[neues Wiki] Lizensierung der Beitraege

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BeS
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Beitrag von BeS » 29.11.2005 15:06:40

ub13 hat geschrieben: Man könnte sich ja vorstellen, daß Stellen eines Sourcecodes ins Wiki irgendwie als Beispiele eingebaut werden. Wenn Du den Code unter der GPL hast und das Wiki unter der GFDL ist das doch ein Problem - oder?
Nein, da weder das Wiki ein abgeleitetes Werk des Programms wäre noch umgekehrt.
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meandtheshell
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Beitrag von meandtheshell » 29.11.2005 15:21:23

gut - eines dürfte klar sein - die MIT Lizenz ist somit vom Tisch da sie Copyleft ermöglicht aber nicht garantiert wir aber etwas benötigen das Copyleft garantiert.
Aber wenn Max den Artikel noch erweitert/verbessert hat? Oder Moritz kein Internet hat und daher auf die CD von Max angewiesen ist? Oder...
die Lizenz die Schlußendlich zum Zug kommt muss aber z.B. für obigen Fall ermöglichen das Max für die CD (also material etc.) geld verlangen darf

markus

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godsmacker
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Beitrag von godsmacker » 29.11.2005 16:53:51

Ohne die Diskussion all zu genau gelesen zu haben wuerde ich eine DFSG kompatible Lizenz auch fuer enorm erstrebenswert halte.

Ich wuerde es auch gern fuer Debian Paketieren, sobald sich genuegend Wissen angesammelt hat.

-Flo

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BeS
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Beitrag von BeS » 29.11.2005 17:08:40

Hallo Flo!
godsmacker hat geschrieben:Ohne die Diskussion all zu genau gelesen zu haben wuerde ich eine DFSG kompatible Lizenz auch fuer enorm erstrebenswert halte.
hast du auch einen Vorschlag? Welche copyleft Lizenz ist deiner Meinung nach für Dokumentation geeignet und entspricht dem DSFG?

Wenn man nämlich z.B. die GPL verwenden würde, müsste man erstmal definieren was "program", "software" und "source code" in diesem Zusammenhang bedeutet und das in einer Form die auch für Juristen möglichst eindeutig ist.
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peschmae
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Beitrag von peschmae » 29.11.2005 17:21:13

meandtheshell hat geschrieben:gut - eines dürfte klar sein - die MIT Lizenz ist somit vom Tisch da sie Copyleft ermöglicht aber nicht garantiert wir aber etwas benötigen das Copyleft garantiert.
Naja, vom Tisch. Die Frage ob *wir* Copyleft wollen ist nicht damit beantwortet dass BeS das will, oder? :P

Was jetzt nicht heisst dass ich Copyleft nicht will. Nur dass man Copyleft nicht wollen muss.

MfG Peschmä
"er hätte nicht in die usa ziehen dürfen - die versauen alles" -- Snoopy

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meandtheshell
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Beitrag von meandtheshell » 29.11.2005 17:29:49

@peschmae
für mich ist es schon klar das nur copyleft sinn macht - welche Lizenz das ist ja noch offen

und hier geht es um "die Sache" - nicht was jemand möchte ...

hast du evtl. einen Vorschlag für eine konkrete Lizenz? - bis auf die schon erwähnten wüsste ich auch nichts weiteres - um sicher zu gehen muss ich auch noch einmal ein wenig lesen.

markus

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Beitrag von 123456 » 29.11.2005 17:37:02

BeS hat geschrieben:Wenn man nämlich z.B. die GPL verwenden würde, müsste man erstmal definieren was "program", "software" und "source code" in diesem Zusammenhang bedeutet und das in einer Form die auch für Juristen möglichst eindeutig ist.
Wenn Du selbst kein Jurist bist, wirst Du Dich damit etwas schwer tun, vorsichtig ausgedrückt...;) Selbst die "genaue" Übersetzung der GPL in Deutsch hat einen Disclaimer am Anfang, daß man ja die englische Originalversion lesen möchte, da selbst bei Übersetzungen die Genauigkeit und Eindeutigkeit leiden kann.

Warum aber das Rad neu erfinden. Darüber hat sicher aus dem Debian Universe schon jemand nachgedacht...

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novalix
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Beitrag von novalix » 29.11.2005 18:05:23

hallo zusammen,

ich geselle mich mal zu euch. 8)

nach meiner (natuerlich voellig laienhaften) interpretation und nach einem artikel von georg greve im linux-magazin (welche nummer hab' ich vergessen ) :( , ist der unterschied zwischen den zwei freien lizenzen GPL und GFDL vor allen in der beschaffenheit und den eigenarten der jeweiligen werke, die damit /juristisch/politisch/ beschrieben werden, zu sehen. kurz: es gibt substantielle unterschiede zwischen dem quellcode eines editors oder egoshooter-game und einer anthologie lyrischer eskapaden ungarischer schriftsteller des ausgehenden barocks.
die GFDL-position sehe ich so:
auch wenn meine (hypothetische) dokumentation eines softwareprogramms mir keine reichtuemer bescheren und sie fuer jeden frei zugaenglich sein soll, will ich doch nicht, das irgend so ein hensel daran rumpfuscht, ohne mich zu fragen. so ein geschriebener text wird ja auch ueblicherweise nicht derart versioniert, wie das bei softwarequelltexten der fall ist.
ich kann diese position durchaus nachvollziehen. sie ergiebt aber selbstverstaendlich nur sinn, wenn es sich bei dem text um ein "monolithisches" werk handelt und ich aus aesthetischen, argumentationslogischen oder was-auch-immer-mir-wichtig-erscheint gruenden die konsistenz dieses werkes erhalten will. (hier geht es im uebrigen auch um 's geld verdienen. wenn einer den quelltext meines egoshooters in free-pascal liest geht er danach nach hause und ueberlegt, ob sein leben auch haette anders verlaufen koennen. wenn er den quelltext von paolo coelhos neustem romanprojekt liest, ruft er seinen verlegerfreund an und uebermittelt schon mal seine kontonummer.)
zu unserem problem ergiebt sich daraus folgendes:
1. wer in ein wiki schreibt und nicht will das seine texte editiert werden kann genau so gut ins fussballstadion gehen, um sich ueber strickmuster fuer norwegerpullis auszutauschen.
2. nehmt die GPL, die ist fuer dieses projekt die passende lizenz, IMHO. 8)

ciao, niels
Das Wem, Wieviel, Wann, Wozu und Wie zu bestimmen ist aber nicht jedermannns Sache und ist nicht leicht.
Darum ist das Richtige selten, lobenswert und schön.

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Beitrag von BeS » 29.11.2005 18:56:54

novalix hat geschrieben: auch wenn meine (hypothetische) dokumentation eines softwareprogramms mir keine reichtuemer bescheren und sie fuer jeden frei zugaenglich sein soll, will ich doch nicht, das irgend so ein hensel daran rumpfuscht, ohne mich zu fragen.
Die GFDL erlaubt aber selbstverständlich die Veränderung der Dokumentation. Es gibt nur sogenannte invariant section, welche aber nicht mit dem eigentlichen Thema der Dokumentation zu tun haben. Das könnte z.B. ein Vorwort sein in dem du beschreibst warum du die Dokumentation geschrieben hast und dich bei ein paar Leuten bedankst. Da dritte diese persönlichen Worte nicht unbedingt ändern sollten und die Möglichkeit des änderns auch keinen Mehrwert darstellen würde ist dieses nicht erlaubt.
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Beitrag von C_A » 29.11.2005 20:08:38

BeS hat geschrieben:Wie gesagt würde ich bei so etwas großem wie einem wiki nicht auf die copyleft Komponente verzichten.
full ACK. Ich spreche mich damit also auch gegen die MIT Lizenz aus.
BeS hat geschrieben:Ich denke man sollte erstmal die grundlegenden Fragen klären:
- Copyleft?
- DFSG konform?
Also wenn ich mir die allgemeine Tendenz des Threads ansehe kann man wohl beides bejaen.
Welche Lizenzen bleiben also noch übrig?
Hier: [1] sehe ich unter Punkt 10 folgende 3 Lizenzen: (sind das alle?)
- GPL: Finde ich persönlich für Dokumentation nicht so gut.
- BSD: ist nicht copyleft:
BeS hat geschrieben:FreeBSD Documentation License ist nicht copyleft
-Artistic Kann dazu vielleicht jemand was sagen?

[1] http://www.debian.org/social_contract

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Beitrag von BeS » 29.11.2005 20:34:30

C_A hat geschrieben: Hier: [1] sehe ich unter Punkt 10 folgende 3 Lizenzen: (sind das alle?)
- GPL: Finde ich persönlich für Dokumentation nicht so gut.
ich finde es eigentlich auch "unschön" eine Softwarelizenz für Dokumente zu verwenden, aber es wird uns wohl nichts anderes übrig bleiben.
-Artistic Kann dazu vielleicht jemand was sagen?
ich zitiere mal was die FSF dazu sagt:
(Original) Artistic License

We cannot say that this is a free software license because it is too vague; some passages are too clever for their own good, and their meaning is not clear. We urge you to avoid using it, except as part of the disjunctive license of Perl.

The problems are matters of wording, not substance. There is a revised version of the Artistic License (dubbed "Artistic License 2.0") which is a free software license, and even compatible with the GNU GPL. This license is being considered for use in Perl 6. If you are thinking of releasing a program under the Artistic License, please do investigate other GPL-compatible, Free Software licensing options listed here first.

The Artistic License 2.0 is currently in a draft phase with The Perl Foundation. FSF is in active negotations with the Perl Foundation regarding the license, and we look forward to a result which will benefit all users.
Ist aber halt wie die GPL auch eigentlich eine Softwarelizenz.
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Beitrag von C_A » 29.11.2005 20:40:51

Also wenn ich das richtig verstanden habe:
Entweder ne Software-Lizenz fürs wiki (dann würd ich gleich GPL nehmen :? ) oder eine cc - Lizenz und damit DFSG inkompatibel (was wohl nicht in Frage kommt (?)).

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Beitrag von 123456 » 30.11.2005 12:17:26

C_A hat geschrieben:Also wenn ich das richtig verstanden habe:
Entweder ne Software-Lizenz fürs wiki (dann würd ich gleich GPL nehmen :? ) oder eine cc - Lizenz und damit DFSG inkompatibel (was wohl nicht in Frage kommt (?)).
Wenn ich mich erinnere hat BeS von der Tendenz gesprochen, die CC der DFSG anzugleichen. Gibt es dazu Material, daß man sehen kann wie weit das entwickelt ist?

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meandtheshell
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Beitrag von meandtheshell » 01.12.2005 13:16:14

Ist jemand dafür, dass die wahl der Lizenz nicht den DFSG genügen muss? Bitte mit Begründung und Hinweiß auf die Quelle.

Wenn nicht dann sage ich einfach einmal die
----------------------------------------------------------------------------------------------------------
INVARIANTE 1
Lizenz muss DFSG konform sein [A]
----------------------------------------------------------------------------------------------------------
damit man eine Eingrenzung der möglichen Lizenzen erreicht und voran kommt.

Wenn DFSG konform dann hat das zur Konsequenz das keine der CC Lizenzen [1] genommen werden kann (nicht zum aktuellen Zeitpunkt).
Warum dem so ist steht hier [2].

[A] http://www.debian.org/social_contract#guidelines
[1] http://creativecommons.org/licenses/
[2] http://people.debian.org/~evan/ccsummary

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Beitrag von BeS » 01.12.2005 14:05:52

meandtheshell hat geschrieben:Ist jemand dafür, dass die wahl der Lizenz nicht den DFSG genügen muss?
Ich hätte es nicht unbedingt für nötig empfunden[*]. Da es aber die überwiegende Mehrheit so sieht und godsmacker auch schon angedeutet hat vielleicht mal debian-pakete erstellen zu wollen, habe ich auch nichts dagegen wenn wir uns jetzt darauf festlegen, dass wir eine DFSG konforme Lizenz nehmen.

[*] Gründe dazu findet man in einem meiner ersten Beiträge zu diesem Thread. Ausserdem finde ich es sehr "unschön" für das wiki eine Softwarelizenz zu nehmen, worauf es jetzt aber wohl hinauslaufen wird.
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