Ist debian transaktional?

Warum Debian? Was muss ich vorher wissen? Wo geht's nach der Installation weiter?
Antworten
DaCoda
Beiträge: 15
Registriert: 09.07.2019 21:58:10

Ist debian transaktional?

Beitrag von DaCoda » 12.02.2020 17:04:48

Transaktionen kennt man ja von Datenbanken. Beim Schreiben auf die Festplatte wird das Prinzip aber auch angewendet.
Entweder alle Veränderungen werden angewendet oder gar nicht.
Aber es kann nie ein fehlerhafter Zustand eintreten.

Ich Frage mich ob dieses Prinzip bei debian und allen Programmen darauf angewendet wurde?

Wenn ich quasi den PC ausschalte ohne herunterzufahren (wie z.B. bei einem Stromausfall),
kann es dann sein, dass ich beim nächsten hochfahren beschädigte Dateien habe?

Benutzeravatar
Lord_Carlos
Beiträge: 4799
Registriert: 30.04.2006 17:58:52
Lizenz eigener Beiträge: GNU Free Documentation License
Wohnort: Dänemark

Re: Ist debian transaktional?

Beitrag von Lord_Carlos » 12.02.2020 17:28:44

Bin mir nicht sicher, aber ist das nicht was COW Datensysteme versuchen zu verhindern?
Also mit BTRFS und ZFS sollte es nicht so einfach passieren wie mit alten Datensystemen ala EXT4?

Code: Alles auswählen

╔═╗┬ ┬┌─┐┌┬┐┌─┐┌┬┐╔╦╗
╚═╗└┬┘└─┐ │ ├┤ │││ ║║
╚═╝ ┴ └─┘ ┴ └─┘┴ ┴═╩╝ rockt das Forum!

MSfree
Beiträge: 5095
Registriert: 25.09.2007 19:59:30

Re: Ist debian transaktional?

Beitrag von MSfree » 12.02.2020 17:52:54

DaCoda hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
12.02.2020 17:04:48
Ich Frage mich ob dieses Prinzip bei debian und allen Programmen darauf angewendet wurde?
Deine Frage ansich ist schon falsch gestellt. Debian ist mit Sicherheit nicht transaktional, es kann es auch nicht sein.

Debian ist ja nur die Bezeichnung für eine Sammlung von mittlerweile 55000 Softwarepaketen und von denen ist mit absouter Sicherheit nur die allerkleinste Anzahl transaktional. Das gilt im Übrigen auch für andere Linuxdistributionen, die alle letztlich den selben Sourcecode verwenden. SuSE, Ubuntu, Redhat... sind also genauso wenig oder viel transaktional.

pferdefreund
Beiträge: 3559
Registriert: 26.02.2009 14:35:56

Re: Ist debian transaktional?

Beitrag von pferdefreund » 13.02.2020 09:37:18

Wenn man ein journaling Dateisystem hat, sollte da nix passieren. Aber sag niemals nie ! Ext4 ist so ein Dateisystem und damit ist man vor Datenverlust weitestgehend geschützt. Der echte Schutz ist aber ein aktuelles Backup. Auch Platten können einfach so mal verrecken - da nützt das Journal mal gerade überhaupt nix mehr.

DaCoda
Beiträge: 15
Registriert: 09.07.2019 21:58:10

Re: Ist debian transaktional?

Beitrag von DaCoda » 13.02.2020 16:44:37

MSfree hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
12.02.2020 17:52:54
Deine Frage ansich ist schon falsch gestellt. Debian ist mit Sicherheit nicht transaktional, es kann es auch nicht sein.
Gehen tut das schon. Z.B. indem man alle Einstellungen mit SQLite speichert. :D
Mozilla Firefox macht das zu einem Großteil.
MSfree hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
12.02.2020 17:52:54
Debian ist ja nur die Bezeichnung für eine Sammlung von mittlerweile 55000 Softwarepaketen und von denen ist mit absouter Sicherheit nur die allerkleinste Anzahl transaktional. Das gilt im Übrigen auch für andere Linuxdistributionen, die alle letztlich den selben Sourcecode verwenden. SuSE, Ubuntu, Redhat... sind also genauso wenig oder viel transaktional.
Und was mache ich bei einem Stromausfall? :?:
pferdefreund hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
13.02.2020 09:37:18
Wenn man ein journaling Dateisystem hat, sollte da nix passieren. Aber sag niemals nie ! Ext4 ist so ein Dateisystem und damit ist man vor Datenverlust weitestgehend geschützt. Der echte Schutz ist aber ein aktuelles Backup. Auch Platten können einfach so mal verrecken - da nützt das Journal mal gerade überhaupt nix mehr.
Ich denke ein Journaling Dateisystem verhindert nur, dass das Dateisystem nicht beschädigt ist.
Aber nicht, dass z.B. eine Konfigurationsdatei nur bis zur Hälfte fertig geschrieben ist.

cronoik
Beiträge: 1901
Registriert: 18.03.2012 21:13:42
Lizenz eigener Beiträge: GNU Free Documentation License

Re: Ist debian transaktional?

Beitrag von cronoik » 13.02.2020 17:05:59

DaCoda hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
13.02.2020 16:44:37
MSfree hat geschrieben: Deine Frage ansich ist schon falsch gestellt. Debian ist mit Sicherheit nicht transaktional, es kann es auch nicht sein.
Gehen tut das schon. Z.B. indem man alle Einstellungen mit SQLite speichert. :D
Mozilla Firefox macht das zu einem Großteil.
Lies doch mal bitte den gesamten Beitrag von MSfree. Es geht um 55000 Softwarepakete. Die sollen alle nachtraeglich von Debian zu rein datenbankenbasiert Paketen umgebaut werden? Selbst dann ist das nicht 100% ausfallsicher (Sachen die noch keine Transaktion sind, sind futsch). Des Weiteren erschwert dieser Ansatz natuerlich auch die Bearbeitung der Konfiguration, da der uebliche Editor nun durch einen SQL Editor ersetzt werden muss.
DaCoda hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
13.02.2020 16:44:37
Und was mache ich bei einem Stromausfall? :?:
Um was fuer ein Szenario geht es dir denn konkret? Dann kann man vielleicht gezielter etwas raten. Vielleicht hilft dir ja eine USV? Wie oft werden die Konfigurationen denn ueberhaupt geaendert in deinem Szenario?
Zuletzt geändert von cronoik am 13.02.2020 17:33:11, insgesamt 1-mal geändert.
Hilf mit unser Wiki zu verbessern!

Benutzeravatar
Lord_Carlos
Beiträge: 4799
Registriert: 30.04.2006 17:58:52
Lizenz eigener Beiträge: GNU Free Documentation License
Wohnort: Dänemark

Re: Ist debian transaktional?

Beitrag von Lord_Carlos » 13.02.2020 17:31:17

RedHat hat BTRFS, Ubuntu hat ZFS.
Beides sind Cow und sollten stromausfaehlle besser abkoennen als EXT4.

Code: Alles auswählen

╔═╗┬ ┬┌─┐┌┬┐┌─┐┌┬┐╔╦╗
╚═╗└┬┘└─┐ │ ├┤ │││ ║║
╚═╝ ┴ └─┘ ┴ └─┘┴ ┴═╩╝ rockt das Forum!

wanne
Moderator
Beiträge: 6211
Registriert: 24.05.2010 12:39:42

Re: Ist debian transaktional?

Beitrag von wanne » 14.02.2020 18:04:33

Lord_Carlos hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
13.02.2020 17:31:17
Beides sind Cow und sollten stromausfaehlle besser abkoennen als EXT4.
Ich sehe das massiv anders. Data-Journaling wie es in ext3 drin ist schützt genau so gut vor Inkonsistenten Daten wie CoW. Du brauchst auch deine Daten nicht auf ne Datenbank migrieren. Mit ext4 kannst due weitestgehend transaktional arbeiten, indem du die Filedesktriptoren zur richtigen zeit flushst und syncst.
Deine Datenbank kann das ja auch nur weil das Dateisystem das her gibt. Apt nutzt das z.B. Und ist deswegen um den Faktor 5 langsamer. (Man kann das mit eatmydata ausprobieren.)
Problem ist halt dass du dafür halt deinen RAM mit 3200MT/s durch deine SSD mit 0.1MT/s ersetzen musst. Deswegen macht das eher keine Anwendung die bei Verstand ist sondern macht eher Schadensbegrenzung und Wahrscheinlichkeitsreduzierung.
Btw. reicht dir es bei weitem nicht einfach Datenbank hinter die Anwednung zu setzen. Das könntest du relativ locker mit Hadoop machen. Auch Datenbankanwendungen sind im Normalfall nicht vollständig Transaktional. Habe das ganz gerne bei ABAP-Software die das behauptet demonstriert in dem ich an der richtigen Stelle nen Breakpoint setze. Nur weil du der Anwendung die Möglichkeit gibst, Transaktionen zu machen heißt das noch lange nicht, dass sie das auch immer korrekt machen und voneinander abhängige Aktionen in eine Transaktion packen.

Aber das eine Distro das nicht regeln kann stimmt nicht. Kannst z.B. per overlay FS zurück zum Zustand des letzten Boots. Das hat z.B. knoppix zeitweise unterstützt. Ähnlich sieht es mit vielen Embedded Betriebssystemen aus, die ungern in ihren Flash schreiben. Beim reboot sind die wieder wie neu. Bei btrfs oder ZFS kannst du einen Snapshot nach dem runterfahren machen. Eine Transaktion ist dann halt ein mal booten. Für den Reboot ist die Software transaktional. Die aller wenigsten haben lieber sicher die Daten vor dem letzten Boot als möglichst viel von den Aktuellen Daten dafür aber halt eventuell teilweise kaputt.
rot: Moderator wanne spricht, default: User wanne spricht.

Antworten