Probleme, Verbesserungsmöglichkeiten und Potentiale beim Smartphone

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heisenberg
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Probleme, Verbesserungsmöglichkeiten und Potentiale beim Smartphone

Beitrag von heisenberg » 29.02.2024 13:38:51

Ich bin begeistert! Der Beitrag von Meillo hat vieles ausgedrückt, was ich selber so hätte schreiben können.

Auch um dieses Off-Topic Thema aus dem anderen Beitrag raus zu ziehen, hier also das Thema:

Welche Probleme seht Ihr bei Euch oder der Gesellschaft beim Thema Smartphone - auch technische Probleme?

Welche schlechten Verhaltensweisen bemerkt Ihr bei Euch oder anderen dabei? Wie geht Ihr damit um bzw. welche Lösungen habt Ihr da gefunden?

Welche echten nützlichen Potentiale seht Ihr beim Einsatz dieser Technik?
Meillo hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
29.02.2024 12:37:45
Ich frage mich, ob der relevante Aspekt einfach nur die Vielzweckfaehigkeit des Smartphones ist, die es gleichermassen wie der Computer besitzt, die aber noch dadurch verstaerkt wird, dass man es staendig dabei hat: Man ist dadurch konstant der Versuchung einer endlosen Unterhaltung ausgesetzt und hat konstant die Moeglichkeit, in andere Welten zu entfliehen. Ein MP3-Player oder ein Buch koennen auch diese Flucht ermoeglichen, aber halt nur diese eine Flucht, die zudem statisch ist und nicht von sich aus immer neuen, endlosen Content liefert. Gespraeche mit Menschen koenne auch eine Flucht/Ablenkung/Unterhaltung sein, aber man kann nicht unmittelbar weiterwechseln, wenn es einen langweilt. Zappen am Fernseher bietet schon vieles, aber man hat ihn nicht die ganze Zeit dabei. Usw. Das Smartphone aber vereint *alle* diese Dinge in einem einzigen kleinen, tragbaren Geraet. Schwierig wird es IMO dadurch, dass es wiederum auch nicht nur ein Unterhaltungsgeraet ist, sondern die notwendigen Hilfsmittel (Wecker, Landkarte, Telefon, Authentifizierung, ...) mit der Unterhaltung verschmolzen sind, d.h. man wird bei einer Nutzung der Werkzeuge unweigerlich abgelenkt und in Versuchung gefuehrt, sich ablenken zu lassen. Ich weiss nicht, ob man das anders loesen kann, als auf Mehrfunktionsgeraete, die Werkzeugfunktionen und Unterhaltungsfunktionen vermischen, zu verzichten.
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mclien
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Re: Probleme, Verbesserungsmöglichkeiten und Potentiale beim Smartphone

Beitrag von mclien » 01.03.2024 08:21:11

heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
29.02.2024 13:38:51
Ich bin begeistert! Der Beitrag von Meillo hat vieles ausgedrückt, was ich selber so hätte schreiben können.
Dem kann ich nur komplett zustimmen
[..]
Welche Probleme seht Ihr bei Euch oder der Gesellschaft beim Thema Smartphone - auch technische Probleme?

Welche schlechten Verhaltensweisen bemerkt Ihr bei Euch oder anderen dabei? Wie geht Ihr damit um bzw. welche Lösungen habt Ihr da gefunden?

Welche echten nützlichen Potentiale seht Ihr beim Einsatz dieser Technik?
Aber hier wird es knifflig. Eigentlich sind das ja schon fast 4 einzelne Threads (wenn denn alle die Disziplin aufbringen würden bei denḿ jeweiligen Thema zu bleiben)
Und es fällt mir tatsächlich schwer da eine Sortierung zu finden.

Daher fange ich mal bei dem an, was mir primär das Problem bei allen Techniken im Kontext unserer Gesellschaft auffällt. Und hier speziell bei den Techniken, deren Grundidee im weitesten Sinne SciFi entspringt (um-konfigurierbare Bedienelemte die auf Berührung reagieren haben m.W: den Ursprung bei Star Trek).

So sehr mich diese Techniken an sich begeistern leben wir (leider) in einem völlig anderen Kontext als der Star Trek Welt. Wir leben in einer Welt, die geprägt ist davon, dass jeder (persönlich und Wirtschaftsunternehmungen) nur den eigen Vorteil und das Anhäufen von Macht und Besitz anstrebt oder sogar als höchstes Ziel postuliert (ich was das ist vereinfacht, dient aber der Anschaulichkeit).
Im Gegensatz dazu besteht das Star Trek Universum aus einer "erwachsen" gewordenen Gesellschaft, die das beste Gemeinwohl als Ziel hat.

Und in diesen Kontexten macht jede Technik (gerade auch das Smartphone) etwas völlig anderes.
Mir scheinen viele Menschen inzwischen der Illusion erlegen, dass wir durch das existieren dieser Technik die Star Trek Welt erzeugen. Ich denke aber die Kausalität ist umgekehrt: Die Gesinnung/ geistige Einstellung/ Moral definiert wie ich mit der Technik umgehe, nicht die Existenz tolle Technik erzeugt einen Gesinnungswandel.

Somit wird der Taschencomputer halt von dem Potential mich in vielen Lagen des Lebens hilfreich zu unterstützen, zu einem Gerät. das mich zum Vorteil vieler anderer ausspioniert und mir am Ende damit die Freiheit nimmt, die es mir versprochen hat.

Meine Lösung (solange die noch aufrecht zu erhalten ist): keines dieser Geräte zu haben. Soviel erst mal zu meiner persönlichen "globalen" Sicht zu dem Thema. Weiteres zu den konkreteren Themen evtl. später.)

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Re: Probleme, Verbesserungsmöglichkeiten und Potentiale beim Smartphone

Beitrag von ralli » 01.03.2024 08:50:35

Ich bin kein Gegner von Smartphones, finde sie geradezu genial. Technik ist per se nicht schlecht. Nur was wir Menschen damit machen, das unterliegt doch unserer Eigenverantwortung. Ganz sicher haben sie bereits ganz viele Leben gerettet. Der Schutz persönlicher Daten scheint mir immer noch zu kurz gekommen, trotz Datenschutzverordnung. Aber daran hat ja das Smartphone nicht schuld. Die Verknüpfung der Daten, die Sammelwut, um ein Profil für Personalisierung für Werbung zu erstellen und durchzuführen, das mißfällt mir sehr. Auch wenn Mißbrauch getrieben wird, dann ist es ja nicht das Smartphone selbst, das ja nur ein Werkzeug ist. Kinder sollten nicht zu früh ein Smartphone bekommen, in Schulen und auf dem Schulweg hin und zurück würde ich ein Verbot befürworten, denn die Schule ist kein Freizeitpark. Es wird schon lange bemängelt, das die Kinder heuzutage gravierende Konzentrationsstörungen währen des Unterrichts haben. Aber wie es immer im Leben ist, wo Licht ist, ist auch Schatten. Insgesammt scheinen mir die Vorteile eines Smartphones dann doch zu überwiegen. Der verantwortungsbewußte Umgang wäre erstrebenswert. Möglicherweise mal ein paar digitale Fastentage einlegen. Ich muß und will nicht dauernd erreichbar sein. Aber das liegt ja an jedem selbst. Mit dem Smartphone ist auch ein Stück weit die Mobilität gestiegen. Wir haben die Freiheit, damit maßvoll umzugehen.

Gruß ralli
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Re: Probleme, Verbesserungsmöglichkeiten und Potentiale beim Smartphone

Beitrag von uname » 01.03.2024 09:13:39

Ich sehe es genauso. Man kann ein Smartphone sinnvoll oder auch nicht sinnvoll nutzen. Es macht schon einen Unterschied, ob man bei jeder neuen WhatsApp-Nachricht aufs Smartphone schaut oder vielleicht gesammelt jede Stunde mal schaut, was es Neues gibt.

Ich möchte noch einen weiteren Aspekt aufführen. Das Smartphone ersetzt eine Vielzahl von Geräten/Papier und dieses oft bei optimierter Anwendung. Anführen kann man z. B. Telefonfunktion, Kamera, Navigationsgerät, Uhr, Wecker, Kalender, Telefonbuch, Taschenrechner, Notizblock, Tickets, Radio und MP3-Player.

Ich hatte mich vor kurzen Mal für Transistorradios mit DAB+ für zuhause und unterwegs interessiert. Mittlerweile bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass eigentlich Internetradio mit dem Smartphone z. B. mit der App Audials (Android, iOS) mit oder auch ohne Bluetooth-Lautsprecher eigentlich viel besser ist. Vergleiche ich alleine die fast ausschließliche Touch-Bedienung des Smartphones mit den heutigen "modernen" Transistor-Radios, so fühlt man sich bei den Transistor-Radios um Jahrzehnte zurückversetzt. Einfacher Senderwechsel und Lautsprecheranpassung per Touch-Display? Das wäre mal eine Innovation bei DAB+-Radios. Touch-Displays gibt es seit mindestens 17 Jahren. Schon Steve Jobs wusste wo das Problem von Geräten ohne Touch liegt. Touch ist nicht nur toll, es hält meistens länger als irgendwelche Knöpfe. Auch verfügen die meisten DAB+-Radios nicht mal über Stereo. Die oft schlechten Bitraten und teilweise Empfangsprobleme liegen hierbei eher bei DAB+ selbst.

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Re: Probleme, Verbesserungsmöglichkeiten und Potentiale beim Smartphone

Beitrag von mclien » 01.03.2024 10:25:31

uname hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
01.03.2024 09:13:39
Ich möchte noch einen weiteren Aspekt aufführen. Das Smartphone ersetzt eine Vielzahl von Geräten/Papier und dieses oft bei optimierter Anwendung. Anführen kann man z. B. Telefonfunktion, Kamera, Navigationsgerät, Uhr, Wecker, Kalender, Telefonbuch, Taschenrechner, Notizblock, Tickets, Radio und MP3-Player.
Dazu ein paar Anmerkungen (meine Sicht der Dinge):
-Telefonfunktion und Adressbuch: Das funktioniert in viel kleineren Geräten genauso gut und benötigt keinen (riesigen) Touchscreen
-Navi: OK, evtl. aber eben auch nichts, das ich immer dabei haben muss. Sondern dediziert mitnehme (im Auto)
-Uhr: Klares nein. Da finde ich es tatsächlich eher nervend immer in die Tasche greifen zu müssen.
-Wecker: leuchtet mir nicht ein warum ich den mit mir rumschleppen soll.
-Kalender: Ja das ist tatsächlich die eine Funktion, bei der ich noch (tm) keine Lösung habe, allerdings auch keinen allzuhohen Bedarf.
-Taschenrechner: keinen wirklichen Anwendungsfall...
-Notizblock: nur für geschriebenes: sehr bedingt, da fehlt mir ganz klar die Hardware-Tastatur. Für Skizzen: niemals! A5 ist das minimum, A4 ist angenehm.
-Tickets: sehe hier keinen Vorteil zu Ausdrucken.
-Radio: Höre ich meist eh nur beim Autofahren, da ist eh eins drin.
-mp3-Player: Wieder: viel zu großes Gerät für die Anwendung
-Kamera: Das ist schwieriger zu beschrieben:
Zunächst sehe ich keinen Vorteil beim "alles und jeden, jederzeit" zu fotografieren.
Auf Konzerten beraube ich mich eher selbst der Erfahrung.
Zu Festen und Events nehme ich lieber eine echte Kamera mit (inkl. passenden Objektiven).
Und wenn mir jemand ein Foto zeigen wollte und er/sie dann doch nicht in der Bilderflut gefunden hat, ist inzwischen eher der Regelfall als die Ausnahme geworden.

Wenn ich also meine Anwendungsfälle zusammenfasse, bleibt kaum etwas, wo das Smartphone nicht auf irgendeine Weise ein schlechter Kompromiss ist (Zu groß, zu klein, zu empfindlich, schlechte Eingabemethode). Und da bin ich bei der technischen Lösung und gar nicht bei den Überwachungsszenarien. (aufsteigend mit "Zugriffsgeschwindigkeit", nenne ich es mal.
Uhr (Handgelenk): Brauche ich kaum und bin eher jemand der eine eigene designen will (Armband oder Taschenuhr mit Weste).
Telefonieren/mp3 (Hosentasche): Da wäre es nett einen kleinen GSM Knochen mit Musik auf sd-Card zu haben. (Momentan eben ein GSM Pearl Knochen und keine musik)
Kalender, (Text)-Notizen, Texte schrieben (Rucksack/Tasche): mircoPC (GPD microPC ist bestellt)
Skizzen und Ideen festhalten (Rucksack/Tasche): Klemmbrett mit Deckel, genügent leere A4 Blätter
Kamera benutze ich halt dediziert und da habe ich meist eh Tasche/Gepäck dabei.

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Re: Probleme, Verbesserungsmöglichkeiten und Potentiale beim Smartphone

Beitrag von Meillo » 01.03.2024 11:06:06

Meist ist es so, dass ein dediziertes Werkzeug am besten fuer die Aufgabe geeignet ist, weil dieses *alleinig* fuer diesen Zweck entworfen ist. So gesehen ist das Smartphone in jeder Weise ein Kompromis ...

Das aendert sich jedoch grundlegend, wenn gerade durch die Verknuepfung der verschiedenen Werkzeuge ein neuer Mehrwert entsteht, der die Nachteile der nicht optimalen Einzeltools ueberwiegt.

Ich denke, dass dieser neue Mehrwert beim Smartphone eher vorhanden ist als z.B. beim Schweizer Taschenmesser. Auch kann man beliebig viele digitale Tools reinpacken, ohne dass es nennenswert groesser, schwerer und unhaltlicher wird.

Die Frage ist, ob das Smartphone diesen Kombinationsmehrwert auch noch haette, wenn man den ganzen Unterhaltungssektor rausnehmen wuerde und nur noch die Werkzeuge uebrig bleiben ... (Wobei es auch eine interessante Frage ist, zwischen Werkzeug und Unterhaltung klar zu trennen. ;-) )
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Re: Probleme, Verbesserungsmöglichkeiten und Potentiale beim Smartphone

Beitrag von MSfree » 01.03.2024 11:23:02

uname hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
01.03.2024 09:13:39
Touch-Displays gibt es seit mindestens 17 Jahren.
Mindestens, es sind fast 80 Jahre :wink:
https://de.wikipedia.org/wiki/Touchscreen#Geschichte

Erste Anwendung im PC-Brereich war der HP-150 von 1983. Auf Mobilgeräte gab es 1987 einen Taschenrechner von Casio, der Apple Newton kam 1993 und der Palm Pilot ist von 1996.

Trotz vieler Vorteile von Touchscreens, allen voran der Platzersparnis bei Mobilgeräten, bei denen der Bildschirm gleichzeitig als Tastatur dienen kann, fehlt dabei immer die haptische Rückkopplung. Einen mechanischen Schalter, Taster, Schieberegler kann man blind ertasten und deren Stellung und Zustandverändergung erspüren. Ein Touchscreen ist platt ohne Erhebungen und Vertiefungen, da ist nichts zu erspüren und auch die Rückmeldung ist bestenfalls simuliert, z.B. als Piepser oder Rüttler des Vibrationsmotors.

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Re: Probleme, Verbesserungsmöglichkeiten und Potentiale beim Smartphone

Beitrag von heisenberg » 01.03.2024 12:57:39

So sehr mich diese Techniken an sich begeistern leben wir (leider) in einem völlig anderen Kontext als der Star Trek Welt. Wir leben in einer Welt, die geprägt ist davon, dass jeder (persönlich und Wirtschaftsunternehmungen) nur den eigen Vorteil und das Anhäufen von Macht und Besitz anstrebt oder sogar als höchstes Ziel postuliert (ich was das ist vereinfacht, dient aber der Anschaulichkeit).
Im Gegensatz dazu besteht das Star Trek Universum aus einer "erwachsen" gewordenen Gesellschaft, die das beste Gemeinwohl als Ziel hat.
Ich denke, dass ist das größte globale Problem unserer Zeit. Nicht dass früher mal perfekt war; aber es war imho nicht so schlecht, wie aktuell. Heutzutage ist Erfolg dass Maß der Dinge, was widerrum heißt: Geld machen! In dem Kontext ist technische Exzellenz nur notwendig, um uneingeschränkte Marktdominanz zu erreichen. Anschließend kann man mit anderen Mitteln die Dominanz sichern.

Wenn ich da z. B. das Debian-Ökosystem mit dem Smartphone-Ökosystem vergleiche, dann hat Debian vielleicht nicht die bestmöglichen Anwendungen, aber ist doch insgesamt sehr effizient umgesetzt. Im Smartphone-Ökosystem sind dagegen viele Arten von Situationen entstanden, die ich allesamt als Pest bezeichnen würde: Ein Großteil der (kostenfreien) Anwendungen ist mit Werbung zugeballert. Darüber hinaus wird der Nutzende in einer Vielzahl der Fälle versucht zum Kauf zu "überreden", was eine mittlere bis extreme Belästigung bzw. Reduktion der Nutzererfahrung zur Folge hat. Das geht hin bis zu gezieltem Ausnutzen von Schwächen der Menschen, um diese bewusst in Abhängigkeiten zu brinen.

Auch aus Sicht der Nachhaltigkeit und langlebigen Nutzung sind die Smartphones aufgrund mangelnder Offenheit Debian stark unterlegen.

------------------------------------------------------------------

Das größte Problem speziell beim Thema Smartphone sehe ich aber in der Konsequenz dessen, was Meillo geschrieben hat: Durch die allseits präsente Eigenschaft des Gerätes zu einer extremen Vielzahl an Beschäftigungs- und Vergnügungsmöglichkeiten haben sich massive Probleme ergeben:

Ich würde sagen, dass ein Großteil der Gesellschaft, v. a. der nachwachsenden Generation in die Sucht abgleitet. Das sind für mich keine Phänomene, zu denen man sagen kann: Das sind halt ein paar unterentwickelte Menschen oder Proleten. Schlechte Kinderstube oder Erziehung. Menschen mit Problemen, die das vielleicht auch aus Gründen der Kompensation nutzen, weil sie schlimme Dinge erlebt haben.Insgesamt ist das für mich eine neue Normalität oder "Normophathie" - also eine krankhafte Normalität, die sich da entwickelt. Man muss da nur mal im öffentlichen Raum sein um zu sehen, wie groß mittlerweile der Anteil an ständig mit dem Gerät beschäftigten Menschen ist.

Das besonders Problematische dabei ist für mich, dass da noch nicht mal wirklich ein ausgeprägtes Problembewusstsein dafür gibt - Sowohl privat jeder für sich als auch in den gesellschaftlich verbreiteten Grundhaltungen. Eher noch im Gegenteil: In der Politik - speziell in D. - wird mehr IT-Gerät (Tablets, Smartphones, ... ) immer noch als Fortschritt und Heilmittel gesehen. Da habe ich mich ja echt gefreut, dass ich in Schweden (?) Anzeichen von gesundem Menschenverstand und der Fähigkeit zu sich daraus ergebenden konsequenten Handlungen gezeigt hat, als man dort festgestellt hat, dass man mit dieser Schul-IT-Strategie komplett auf dem Holzweg ist, und dass das tatsächlich für die Heranwachsenden pures Gift ist, was sich an den Leistungen dann auch genaus so gezeigt hat und dazu geführt hat, dass jetzt vernünftigerweise die komplette Rolle rückwärts ausgeführt wird.

Schließlich ist es mir noch wichtig zu schreiben, dass ich da nicht auf Menschen herabblicken möchte, die in dieser Sucht sind. Ich denke, dass ist eine große Herausforderung, sich davon von diesem Angebot nicht überwältigen zu lassen.
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Re: Probleme, Verbesserungsmöglichkeiten und Potentiale beim Smartphone

Beitrag von niemand » 01.03.2024 13:27:11

mclien hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
01.03.2024 08:21:11
Somit wird der Taschencomputer halt von dem Potential mich in vielen Lagen des Lebens hilfreich zu unterstützen, zu einem Gerät. das mich zum Vorteil vieler anderer ausspioniert und mir am Ende damit die Freiheit nimmt, die es mir versprochen hat.
Aber das liegt doch an jedem selbst – mein Weg sieht etwa so aus: Man sucht sich ein Gerät aus, für das ein alternatives System ohne Alphabets Spielzeugframework (Google Play Services) verfügbar ist, man legt keine SIM ein, man schaltet WLAN nur dann an, wenn man es tatsächlich nutzen möchte und konfiguriert den Paketfilter vor der WLAN-Schnittstelle so, dass nur die Apps die Schnittstelle nutzen können, die auch tatsächlich Netzwerkzugriff haben sollen (unter Android läuft jede Anwendung unter eigener UID, sodass das da sehr bequem möglich ist) und schon spioniert da nichts mehr sonderlich viel – insbesondere nicht von kommerzieller Seite, weil die dafür notwendigen Voraussetzungen nicht gegeben sind. Und schon kann man das Gerät recht unbefangen in all seinen Möglichkeiten nutzen.

Dafür habe ich dann:
  • Ein Gerät für Notizen (hat in meinen Augen genau die richtige Größe), auch Sprachnotizen, Skizzen, Bilder – alles hübsch mit Schlagworten versehen
  • einen Kalender/Terminplaner mit Erinnerungsfunktion
  • meine Musiksammlung an jedem Ort, auch bei Bekannten und Freunden, denn ein Ausgabegerät mit Bluetoothanbindung ist heute fast überall zu finden
  • einen Photoapparat mit mehr Möglichkeiten und höherer Bildqualität, als viele Kompaktkameras (ich habe zwar durchaus auch richtige Kameras, so richtig mit satt klackendem Spiegel drin und Objektiven mit ø72mm Austrittslinse vorne dran – aber die passen irgendwie nicht in die Brusttasche des Hemdes) mit angeschlossener Galerie und Bearbeitungsmöglichkeiten für die Bilder direkt vor Ort; auch das Teilen mit Freunden ist ohne jegliche Umstände möglich. Und ich hoffe, ich verrate hier kein zu großes Geheimnis, wenn ich sage: man kann auch damit so fotografieren, dass man nicht in einer Bilderflut steckenbleibt.
  • eine Videokamera mit direkter Abspiel- und Editierfunktion
  • ein Anzeigedevice für etwa QR-Codes auf Rücksendeetiketten oder sonstigen Sachen (auch Tickets)
  • eine ausgefeilte und umfassende Navigationsmöglichkeit mit vielen Zusatzinformationen und superber Anzeige
  • einen Kompass
  • einen GNS-Tracker (ist sehr geschickt, um sich etwa an OSM zu beteiligen)
  • diverse Wissensdatenbanken zu verschiedenen Themen
  • eine Büchersammlung (trotz des kleinen Bildschirms lässt es sich erstaunlich gut lesen, wenn die Bücher entsprechend formatiert werden, und für Nachschlagewerke braucht’s das gar nicht mal
  • eine Datenblattsammlung
  • ein Backup-Gerät für 2FA via TOTP
  • einen vielfältig konfigurierbaren Wecker, incl. Timer, Stoppuhr, etc.
  • einen Taschenrechner (und was für einen! Eigentlich sind’s gar zwei: eine Emulation eines älteren Tastentaschenrechners, und einer, der die Möglichkeiten des Devices nutzt, mit Gestensteuerung, ziemlich guter Grafikausgabe, Wissensbasis, […]
  • einen Simulator für elektronische Schaltkreise (wobei das zugegebenermaßen am Tablet besser funktioniert)
  • ein Terminal, mit dem ich im Grunde alles machen kann, das ich auch am großen Rechner im Terminal machen könnte – eine BT-Tastatur erlaubt bequemes Arbeiten
  • einen Browser, falls ich mal schnell was im Netz nachschauen oder suchen möchte – WLAN ist auch fast überall verfügbar, und heutzutage gibt es auch diese Taschenrouter …
  • Zugriffsmöglichkeiten auf diverse Chat-Netzwerke (ebenfalls via WLAN)
  • einen Haufen Sensorik, mit dem man spielen kann (Luftdruck, Magnetfeld, Neigung in drei Achsen, Beschleunigung in drei Achsen, Lage in drei Achsen, Beleuchtung, Schall, …)
  • eine Taschenlampe
  • ein Schachbrett samt Gegner (bei Bedarf)
  • einen WLAN-AP (mit Betonung auf das L)
  • einen virtuellen Spiegel
  • […]
… je länger ich nachdenke, desto mehr Sachen fallen mir ein – und das alles in einem Format, das bequem und ohne aufzutragen in die Hemdtasche passt.

Daneben habe ich durchaus auch ein Telefon mit SIM-Karte – mit manchen „offiziellen“ Stellen kommuniziert man am besten telefonisch. Liegt in der Regel irgendwo rum, oft genug mit leerem Akku.
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Re: Probleme, Verbesserungsmöglichkeiten und Potentiale beim Smartphone

Beitrag von mclien » 01.03.2024 13:41:36

Eine meterlange Liste was ich alles damit haben kann, erstelle ich auch im Handumdrehen.
Aber brauchen tue ich davon eben fast nichts.

Und mein Vorgehe ist halt schlicht anders: Ich überlege was ich wo brauche und nehme das mit.
Einige deiner Punkte treffen (zumindest für mich) halt gar nicht. Hier ein paar lose ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Wieso ich einen konfigurierbaren Wecker unterwegs brauche soll leuchtet mir einfach nicht. Für die paar male lebe ich mit dem Krachgeräusch meines GSM Knochens.
Meine Skizzen sind grundsätzlich größer als A6, da wär mir sogar ein Tablet zu klein. Sind häufig Konstruktionsideen.
Terminplaner brauche ich extrem selten Unterwegs, da habe ich einfach Erinnerungen, die lange genug vorher losgehen.
Meine gesamte Musiksammlung brauche ich unterwegs nicht sondern nur das was ich beim Pendeln hören will, wenn ich mich mit Leuten treffe finde ich Gespräche netter ohne Hintergrundgedudel.
Foto und Video brauch ich quasi nie "plötzlich" unterwegs. Und editieren eine Vdeos auf dem Screen sehe ich als Qual an (so als ob ich CAD auf nem Smartphone machen will).
Und vieles von dem was Du noch auflistest sind für mich eher Störquellen, als Dinge die ich haben möchte.

Ich halt der genau umgekehrte Ansatz: So wenig wie möglich und da bin ich bei GSM Knochen mit Musik Player in der Tasche und A4 Skizzenblock und mini PC im Rucksack.

Eine Rückfrage zu
Wissensdatenbank und Musiksammlung: Hast Du die tatsächlich auf dem Gerät (als auf dem Speicher/ sd card)?

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Re: Probleme, Verbesserungsmöglichkeiten und Potentiale beim Smartphone

Beitrag von niemand » 01.03.2024 13:51:28

mclien hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
01.03.2024 13:41:36
Eine meterlange Liste was ich alles damit haben kann, erstelle ich auch im Handumdrehen.
… und ich erstelle im Handumdrehen eine meterlange Liste mit Dingen, die ich nicht brauche. So what? Das war halt, wofür ich das Gerät nutze – nicht, wozu man es nutzen muss. Interessanter wäre, wenn du eine meterlange Liste hinschreiben könntest, warum es denn schlecht wäre, diese Möglichkeiten zu haben.
mclien hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
01.03.2024 13:41:36
Aber brauchen tue ich davon eben fast nichts.
Du brauchst auch keinen Rechner mit Internetanschluss – und doch postest du hier […] ;)

Ist immer die Frage, wie man „brauchen“ denn definiert. Tatsächlich braucht Mensch nur: Nahrung, Wasser, Luft und eine Möglichkeit, die Körpertemperatur auf dem Sollwert zu halten. Alles Weitere ist individuell und optional.
mclien hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
01.03.2024 13:41:36
Wissensdatenbank und Musiksammlung: Hast Du die tatsächlich auf dem Gerät (als auf dem Speicher/ sd card)?
Ja. In Zeiten, in denen man μSD-Karten mit 512GB für den Gegenwert eines Restaurantbesuchs für eine Person haben kann, schäme ich mich dabei nicht einmal mehr meiner Dekadenz.
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Re: Probleme, Verbesserungsmöglichkeiten und Potentiale beim Smartphone

Beitrag von mclien » 01.03.2024 14:11:16

uname hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
01.03.2024 09:13:39
Schon Steve Jobs wusste wo das Problem von Geräten ohne Touch liegt.
Habe es mir angeschaut und war entgeistert wie offensichtlich die Taschenspielertricks sind, die da präsentiert werden.
Meine persönlichen Brüller:
"It ignores any unintended touches"
Mir ist noch gar nicht aufgefallen, dass ich meinen PC ohne Tastatur benutze...
Ich brauche für jede Anwendung andere Knöpfe (vor allem für die, bei der ich text eingebe oder was?)
Und: touchscreeen haben != keine Tastatur.

Eigentliche Hintergrund aus meiner Sicht: Knöpfe kosten nichts, wenn man sie weglässt.

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Re: Probleme, Verbesserungsmöglichkeiten und Potentiale beim Smartphone

Beitrag von mclien » 01.03.2024 14:23:39

niemand hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
01.03.2024 13:51:28
Ist immer die Frage, wie man „brauchen“ denn definiert.
Stimmt, da war ich zu lax mit meiner Formulierung
Ich versuche es mal besser zu beschreiben: "Was ich in meinem Leben haben möchte und als Bereicherung, statt als Ablenkung/Last wahrnehme"
mclien hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
01.03.2024 13:41:36
Wissensdatenbank und Musiksammlung: Hast Du die tatsächlich auf dem Gerät (als auf dem Speicher/ sd card)?
Ja. In Zeiten, in denen man μSD-Karten mit 512GB für den Gegenwert eines Restaurantbesuchs für eine Person haben kann, schäme ich mich dabei nicht einmal mehr meiner Dekadenz.
War nich als Vorwurf gemeint, sondern wirklich zum Verstandnis, weil viele "dabei haben" heute gleichsetzen mit "Zugriff haben auf"

Interessanter wäre, wenn du eine meterlange Liste hinschreiben könntest, warum es denn schlecht wäre, diese Möglichkeiten zu haben
Gute Argument, die kann ich tatsächlich nicht so schnell erstellen wie die andere, da sie mit mehr entscheidungen und Nachdenken verbunden ist, werde ich aber tun. (Wahrscheinlich nach dem 30-Std WE das grad noch vor mir liegt.)

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Re: Probleme, Verbesserungsmöglichkeiten und Potentiale beim Smartphone

Beitrag von mampfi » 01.03.2024 15:04:41

Vielleicht nicht genau aufs letzte Posting geantwortet:

Ich hatte eine "halbautomatische" Lösung eingeführt:

Statt Adressen und Telefonnummern im Handy zu speichern, hatte ich so eine "halbautomatische" Lösung::

Eine Adressverwaltung mit einem zusätzlichen Feld: prio (für Priorität).

Die Adressen mit prio=1 druckte ich auf ein kleines Zettelchen für den Geldbeutel.

Die "Jugend", die so gut mit dem Smartphone umgehen kann, speichert die Kontaktdaten im Smartphone und verliert es dann :mrgreen:
Es gibt viele Foren

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Re: Probleme, Verbesserungsmöglichkeiten und Potentiale beim Smartphone

Beitrag von niemand » 01.03.2024 15:30:42

mclien hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
01.03.2024 14:11:16
"It ignores any unintended touches"
Mir ist noch gar nicht aufgefallen, dass ich meinen PC ohne Tastatur benutze...
Ich denke, es ging da um Telefone – MacBooks und so gibt’s ja auch weiterhin mit Tastatur als Haupteingabedevice für Text. Und zumindest ich hab mich damals™ mehr als einmal gefragt, wie die dämliche Tastensperre von meinem Nokia schon wieder deaktiviert worden sein kann.
mclien hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
01.03.2024 14:11:16
Eigentliche Hintergrund aus meiner Sicht: Knöpfe kosten nichts, wenn man sie weglässt.
Im Kontext des ersten iPhones liegst du da vermutlich falsch. Einen zuverlässig funktionierenden kapazitiven Touchscreen hinzubekommen, war sicher sehr viel teurer, als eine der millionenfach gefertigten Tastaturen einzubauen. Was allerdings die Unsitte betrifft, heute alle Geräte mit Touch„tasten“ auszustatten, hast du wohl Recht. Mein persönlicher Favourit ist da eine Lampe: eine verhältnismäßig große ebene Fläche, darauf ein kleiner, nicht fühlbarer Kreis, den man recht präzise treffen muss, damit das Licht angeht. Also wenn es dunkel ist, und man den Aufdruck für die kleine Touchfläche nicht sehen kann. Ich meine: ich hatte ja auch schon so einige bescheuerte Ideen – aber für sowas braucht es wohl Profis.
mclien hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
01.03.2024 14:23:39
Ich versuche es mal besser zu beschreiben: "Was ich in meinem Leben haben möchte und als Bereicherung, statt als Ablenkung/Last wahrnehme"
Aber es ist halt nicht allgemeingültig. Eine objektive Schlussfolgerung wird sich daraus nicht ableiten lassen – nur, dass ein Smartphone nicht zu deinen Präferenzen passt, zu meinen aber schon. Dass viele es heutzutage auf ungesunde Weise verwenden, und dass diese Leute tatsächlich ’nen größeren Datenstriptease hinlegen, als ihnen vermutlich bewusst ist, stand jedenfalls auch von mir aus nie infrage. Nur können die Geräte nichts dafür.
mampfi hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
01.03.2024 15:04:41
Vielleicht nicht genau aufs letzte Posting geantwortet:
Nicht einmal in der Nähe des Threadthemas …
„I fought in the Vim-Emacs-War.“ Quelle

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Re: Probleme, Verbesserungsmöglichkeiten und Potentiale beim Smartphone

Beitrag von mampfi » 01.03.2024 16:09:08

niemand hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
01.03.2024 15:30:42
mclien hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
01.03.2024 14:11:16
"It ignores any unintended touches"
Mir ist noch gar nicht aufgefallen, dass ich meinen PC ohne Tastatur benutze...
Ich denke, es ging da um Telefone – MacBooks und so gibt’s ja auch weiterhin mit Tastatur als Haupteingabedevice für Text. Und zumindest ich hab mich damals™ mehr als einmal gefragt, wie die dämliche Tastensperre von meinem Nokia schon wieder deaktiviert worden sein kann.
mclien hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
01.03.2024 14:11:16
Eigentliche Hintergrund aus meiner Sicht: Knöpfe kosten nichts, wenn man sie weglässt.
Im Kontext des ersten iPhones liegst du da vermutlich falsch. Einen zuverlässig funktionierenden kapazitiven Touchscreen hinzubekommen, war sicher sehr viel teurer, als eine der millionenfach gefertigten Tastaturen einzubauen. Was allerdings die Unsitte betrifft, heute alle Geräte mit Touch„tasten“ auszustatten, hast du wohl Recht. Mein persönlicher Favourit ist da eine Lampe: eine verhältnismäßig große ebene Fläche, darauf ein kleiner, nicht fühlbarer Kreis, den man recht präzise treffen muss, damit das Licht angeht. Also wenn es dunkel ist, und man den Aufdruck für die kleine Touchfläche nicht sehen kann. Ich meine: ich hatte ja auch schon so einige bescheuerte Ideen – aber für sowas braucht es wohl Profis.
mclien hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
01.03.2024 14:23:39
Ich versuche es mal besser zu beschreiben: "Was ich in meinem Leben haben möchte und als Bereicherung, statt als Ablenkung/Last wahrnehme"
Aber es ist halt nicht allgemeingültig. Eine objektive Schlussfolgerung wird sich daraus nicht ableiten lassen – nur, dass ein Smartphone nicht zu deinen Präferenzen passt, zu meinen aber schon. Dass viele es heutzutage auf ungesunde Weise verwenden, und dass diese Leute tatsächlich ’nen größeren Datenstriptease hinlegen, als ihnen vermutlich bewusst ist, stand jedenfalls auch von mir aus nie infrage. Nur können die Geräte nichts dafür.
mampfi hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
01.03.2024 15:04:41
Vielleicht nicht genau aufs letzte Posting geantwortet:
Nicht einmal in der Nähe des Threadthemas …
Stimmt, ich hab beschrieben "wie benutze ich mein Smartphone nur teilweise" :wink:
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Re: Probleme, Verbesserungsmöglichkeiten und Potentiale beim Smartphone

Beitrag von thunder11 » 01.03.2024 16:55:51

@ mampfi
Kann es sein, das du absichtlich versuchst, Threads mit dummen Bemerkungen kaputt zu machen ?

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Re: Probleme, Verbesserungsmöglichkeiten und Potentiale beim Smartphone

Beitrag von mampfi » 01.03.2024 17:18:55

thunder11 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
01.03.2024 16:55:51
@ mampfi
Kann es sein, das du absichtlich versuchst, Threads mit dummen Bemerkungen kaputt zu machen ?
Nein, dass kann nicht sein.
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Re: Probleme, Verbesserungsmöglichkeiten und Potentiale beim Smartphone

Beitrag von rhHeini » 01.03.2024 20:41:37

Mir fehlt für ein vernünftiges Smartphone ein OS ohne Spyware, also ein Android ohne die Google-Verdongelung.

Banking muss gehen.

Und mit einer Firewall die unauthorisierte Datentransfers aus Apps unterbindet.

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Re: Probleme, Verbesserungsmöglichkeiten und Potentiale beim Smartphone

Beitrag von niemand » 01.03.2024 20:44:04

Letzteres kannst du mit jedem System haben, auf dem du Rootrechte erlangt hast. Beim Ersteren hängt’s davon ab, was du unter „Google-Verdongelung“ verstehst. Die Android-Entwicklung wird nunmal maßgeblich von Google betrieben – allerdings gibt es AOSP, das per default ohne Google-Apps und ohne Google Play Services daherkommt, und entsprechend nicht direkt mit Google verdongelt ist.

Edit, Nachtrag: allerdings geht Banking dann nur über den Browser – die App-Entwickler können leider nicht sehr viel, und bauen daher sehr auf Googles Framework. Außerdem haben sie ’ne verquere Definition von Sicherheit – ein liebevoll manuell abgesichertes System sehen sie als unsicherer an, als ein von Meta-, Google- und der drölfzigsten Spyware-Taschenlampenapp durchseuchtes System.
„I fought in the Vim-Emacs-War.“ Quelle

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Re: Probleme, Verbesserungsmöglichkeiten und Potentiale beim Smartphone

Beitrag von heisenberg » 31.03.2024 15:50:28

Hier mal eine Seite, die sich den Dark Patterns bei (Smartphone-) Spielen widmet:

https://www.darkpattern.games/patterns.php
Jede Rohheit hat ihren Ursprung in einer Schwäche.

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Re: Probleme, Verbesserungsmöglichkeiten und Potentiale beim Smartphone

Beitrag von Andreas O. » 06.04.2024 11:01:54

Also ich tendiere eher immer mehr zu "back to the roots".

Neulich hatte ich mich geärgert, dass ich mit einem Update der (kostenpflichtigen) App "Calibre-Companion" plötzlich über meinen eBook-Reader nicht mehr auf die lokal gespeicherten Bücher zugreifen konnte - angeblich wäre keine eBook-Reader-App installiert und ich solle dann auf den Link "FAQs" (der dann ins Nirwana führte) klicken...
Also blieb mir nur die Wahl, auf eine womöglich kompromitierte, ältere 'apk' aus dem Web zurückzugreifen oder mir eine andere App vom App-Store runterzuladen, die dann u.a. einen "ach so tollen Cloud-Zugang" und den damit verbundenen "Komfort" und das übliche "Erlebnis" versprach... Außerdem habe ich den Eindruck, dass mit jeder höheren Android-Version die Freiheit des einzelnen Nutzers immer mehr eingeschränkt wird (z. B. kann ich bei manchen Apps selbst gar keine Einschränkungen mehr setzen oder aufheben).

Also habe ich mir für 15,- EUR kurzerhand bei einem Discounter ein stinknormales, kleines Tastenhandy gekauft, mit dem ich einfach nur die wichtigsten Sachen beim Motorradfahren erledigen kann (wenn ich stehe): Telefonieren und ggf. eine SMS schreiben. Da sind auch vorhandene "Gimmicks" wie ein UKW-Radio, Taschenrechner, Weltzeit, Wecker oder Terminplaner oftmals schon zu viel... Wobei ich das UKW-Radio wg. Staumeldungen u.ä. noch am nützlichsten finde.
Konsumzombie? Nein danke!

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Re: Probleme, Verbesserungsmöglichkeiten und Potentiale beim Smartphone

Beitrag von niemand » 06.04.2024 11:16:39

Andreas O. hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
06.04.2024 11:01:54
Außerdem habe ich den Eindruck, dass mit jeder höheren Android-Version die Freiheit des einzelnen Nutzers immer mehr eingeschränkt wird (z. B. kann ich bei manchen Apps selbst gar keine Einschränkungen mehr setzen oder aufheben).
Eigentlich ist es andersherum: in früheren Androidversionen hattest du nahezu gar keine Kontrolle über die Berechtigungen.
Andreas O. hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
06.04.2024 11:01:54
Also habe ich mir für 15,- EUR kurzerhand bei einem Discounter ein stinknormales, kleines Tastenhandy gekauft, mit dem ich einfach nur die wichtigsten Sachen beim Motorradfahren erledigen kann (wenn ich stehe): Telefonieren und ggf. eine SMS schreiben.
Ja gut … wer sich nicht soweit im Griff hat, dass er halt nur das mit dem vorhandenen Gerät macht, muss dafür dann ein weiteres Gerät kaufen – was deine Signatur allerdings auch irgendwie fraglich erscheinen lässt ;)
„I fought in the Vim-Emacs-War.“ Quelle

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Re: Probleme, Verbesserungsmöglichkeiten und Potentiale beim Smartphone

Beitrag von Andreas O. » 06.04.2024 12:12:36

Andreas O. hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
06.04.2024 11:01:54
Also habe ich mir für 15,- EUR kurzerhand bei einem Discounter ein stinknormales, kleines Tastenhandy gekauft, mit dem ich einfach nur die wichtigsten Sachen beim Motorradfahren erledigen kann (wenn ich stehe): Telefonieren und ggf. eine SMS schreiben.
Ja gut … wer sich nicht soweit im Griff hat, dass er halt nur das mit dem vorhandenen Gerät macht, muss dafür dann ein weiteres Gerät kaufen – was deine Signatur allerdings auch irgendwie fraglich erscheinen lässt ;)
[/quote]

Ich will mal nur auf den zweiten Teil eingehen. Ist alles relativ. Meist muss ich mir wieder ein neues Smartphone kaufen, weil das darauf befindliche Android nicht mehr weiter upgrade-fähig ist.
Das Problem mit dem Upgrade habe ich bei meinem einfachen Tasten-Handy nicht mehr :wink:

Worauf ich ursprünglich hinaus wollte - man muss nicht immer und überall "connected" sein. So hätte mein Tastenhandy auch schon Bluetooth und könnte sich mit meinem Bluetooth-Headset im Helm bei einem Anruf vermutlich verbinden und ich könnte während der Fahrt auch telefonieren. Die eigentliche Frage, die sich mir stellt, ist: will ich das wirklich? Immer und überall jederzeit erreichbar sein? Oder einfach nur mal komplett "abschalten" ? Und z. B. nur bei absoluten Notfällen erreichbar sein bzw. selbst einen Hilferuf absetzen können ? Muss immer gleich in Echtzeit ein Foto oder gar ein Filmchen über was auch immer für "soziale" Netzwerke "geteilt" werden? So toll der ganze technische Fortschritt, z. B. auch mit immer perfekter arbeitender KI (u. a. auch in immer mehr Smartphones) sein mag, sollte trotzdem jeder Mensch einen klaren Trennstrich ziehen können zwischen Arbeit und Freizeit, zwischen Stress und Erholung... Ich weiß, dass ich mit meiner "krassen" Meinung ziemlich alleine da stehe, aber nach einem überstandenen Burnout weiß ich, von was ich spreche...
Konsumzombie? Nein danke!

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Re: Probleme, Verbesserungsmöglichkeiten und Potentiale beim Smartphone

Beitrag von Draal » 06.04.2024 12:53:47

Andreas O. hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
06.04.2024 12:12:36
Meist muss ich mir wieder ein neues Smartphone kaufen, weil das darauf befindliche Android nicht mehr weiter upgrade-fähig ist.
Wenn man sich denn auf die Upgradepolitik der Hardware Hersteller einlässt. Auf meinem HTC one M8 (Bj. 2014) läuft problemfrei derzeit ein Android 12.

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