Gelöst: Backup von /

Warum Debian und/oder eine seiner Spielarten? Was muss ich vorher wissen? Wo geht es nach der Installation weiter?
Gamma47
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Gelöst: Backup von /

Beitrag von Gamma47 » 14.06.2024 13:58:10

Ich würde gerne ein Backup von / auf eine per VeraCrypt verschlüsselte externe Platte machen. Dazu habe ich einen Versuch mit timeshift gemacht. Timeshift findet allerdings die Backupplatte nicht, die ich natürlich per VeraCrypt entschlüsselt habe.

Welches Backupprogramm würdet ihr mir empfehlen?
Zuletzt geändert von Gamma47 am 16.06.2024 11:09:57, insgesamt 1-mal geändert.

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cosinus
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Re: Backup von /

Beitrag von cosinus » 14.06.2024 14:25:57

Erstmal musst du dir die Frage stellen warum komplett "/" gesichert werden soll. Das ist in vielen Fällen einfach unnötig.
Und bevor man überhaupt was empfehlen kann müsstet du zumindest mal grob erklären was du erreichen willst. Auf Desktop-Systemen ist doch idR nur /home wichtig. Nach einem Systemcrash installiert man das OS einfach neu und dann die Daten einfach nachh /home zurück.

Und warum nimmst du Veracrypt und nicht das unter Linux viel gängigere LUKS/dmcrypt?

Gamma47
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Re: Backup von /

Beitrag von Gamma47 » 14.06.2024 14:38:49

cosinus hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
14.06.2024 14:25:57
Erstmal musst du dir die Frage stellen warum komplett "/" gesichert werden soll. Das ist in vielen Fällen einfach unnötig.
Und bevor man überhaupt was empfehlen kann müsstet du zumindest mal grob erklären was du erreichen willst. Auf Desktop-Systemen ist doch idR nur /home wichtig. Nach einem Systemcrash installiert man das OS einfach neu und dann die Daten einfach nachh /home zurück.
Ich bin es von Windows her gewohnt, dass man auch ein Backup vom Betriebssystem macht, um es in wenigen Minuten wiederherzustellen statt stunden- und tagelang OS und Programme neu zu installieren. Wenn das unter Linux nicht so ist, habe ich jetzt was gelernt. Danke!
cosinus hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
14.06.2024 14:25:57
Und warum nimmst du Veracrypt und nicht das unter Linux viel gängigere LUKS/dmcrypt?
Ich wusste nicht, dass man LUKS auch für externe Platten nehmen kann.

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Re: Backup von /

Beitrag von kreuzschnabel » 14.06.2024 14:42:09

Gamma47 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
14.06.2024 14:38:49
Wenn das unter Linux nicht so ist, habe ich jetzt was gelernt. Danke!
Ich brauche ziemlich exakt 48 Minuten, um auf einer leeren Platte wieder mein komplettes System zu haben und arbeiten zu können. Frisch aus dem Netz runtergeladen. /home zurücksichern kommt natürlich noch dazu, wenn nötig.

Da Linux das meiste an Anwendungen schon in der Grundinstallation mitbringt, läuft das ganz anders als bei Windows, wo du mehr oder weniger nur ein nacktes OS bekommst.

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Re: Backup von /

Beitrag von ernohl » 14.06.2024 14:43:48

cosinus hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
14.06.2024 14:25:57
Auf Desktop-Systemen ist doch idR nur /home wichtig. Nach einem Systemcrash installiert man das OS einfach neu und dann die Daten einfach nachh /home zurück.
[OT]
Du speicherst deine Daten unter /home und spielst dann deine Sicherung mit all den gesammelten Altlasten der letzten Jahrzehnte (inkl. cache-Dateien) zurück? Mein Beileid.
Allerdings hast du mit einem Recht: / komplett zu sichern, ist noch einen Tick grausamer.
[/OT]

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Re: Backup von /

Beitrag von MSfree » 14.06.2024 14:49:47

Gamma47 hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
14.06.2024 13:58:10
Timeshift findet allerdings die Backupplatte nicht,
Die Backupplatte muß halt gemountet sein. Sonst "findet" kei Programm in der ganzen Linuxwelt die (externe) Platte, anschließen alleine genügt nicht.

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Re: Backup von /

Beitrag von cosinus » 14.06.2024 14:53:41

ernohl hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
14.06.2024 14:43:48
[OT]
Du speicherst deine Daten unter /home und spielst dann deine Sicherung mit all den gesammelten Altlasten der letzten Jahrzehnte (inkl. cache-Dateien) zurück? Mein Beileid.
Allerdings hast du mit einem Recht: / komplett zu sichern, ist noch einen Tick grausamer.
[/OT]
Nö so mach ich das nicht. Aber aus Faulheit sichere ich einfach alles in /home und wenn was ist kopiere ich nur das zurück was ich brauche. Mein "~" ist gerade mal 3 GB groß, fette Dateien wie Musik und Videos sind schon lange ausgelagert, liegen in /data.

Ganz so grausam ist es übrigens nicht, komplett / zu sichern. Hin und wieder mach auch ich das mit rsync aber wirklich brauchen tue ich es nicht. Nur wenn ich unbedingt mein System auf eine neue SSD übertragen will ohne manuelle Neuinstallation.

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Re: Gelöst: Backup von /

Beitrag von Livingston » 17.06.2024 00:20:36

Das ganze / zu sichern finde ich auch überflüssig, aber /etc und /usr/local bekommen immer einen Ehrenplatz beim Backup.
Der Hauptunterschied zwischen etwas, was möglicherweise kaputtgehen könnte und etwas, was unmöglich kaputtgehen kann, besteht darin, dass sich bei allem, was unmöglich kaputtgehen kann, falls es doch kaputtgeht, normalerweise herausstellt, dass es unmöglich zerlegt oder repariert werden kann.
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Re: Gelöst: Backup von /

Beitrag von kreuzschnabel » 17.06.2024 07:25:01

Livingston hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
17.06.2024 00:20:36
Das ganze / zu sichern finde ich auch überflüssig
Ist das technisch überhaupt irnkwie sinnvoll, z.B. /proc (bei mir laut Dateimanager 128 TB groß) komplett zu sichern? ;-)

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Re: Gelöst: Backup von /

Beitrag von mampfi » 17.06.2024 09:23:42

Auch wenn ich über gelöst drüberhupfe, ich würde ein Imagesicherungsprogramm verwenden, bevor ich jetzt wieder mit meinem TrueImage anfange (der beherrscht max. ext3), erst klären, ob das Programm das Dateisystem beherrscht.

Die Leutz hier verwenden meines Wissens clonezilla.

Empfehlenswert ist auch, Daten und Programme zu trennen.
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Re: Gelöst: Backup von /

Beitrag von buhtz » 17.06.2024 09:34:19

Also ich kenne Nutzer von Debianbackintime (nutzt Debianrsync im Hintergrund), die tatsächlich / damit sichern und scheinbar glücklich sind. Aber empfehlen tue ich es eigentlich nicht.
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Re: Gelöst: Backup von /

Beitrag von mampfi » 17.06.2024 10:05:57

Gerade mal ein Restore-Geschwindigkeitstest:

sda1=root 18,62 GB, ext3
sda5=home 9,31 GB, ext3


und arroganterweise den swap sda6=956 MB :mrgreen:

insgesamt 9 Minuten incl. Neustart


Aber wichtig ist ja, dass man überhaupt sichert :THX:
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Re: Gelöst: Backup von /

Beitrag von Livingston » 17.06.2024 11:59:35

kreuzschnabel hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
17.06.2024 07:25:01
Ist das technisch überhaupt irnkwie sinnvoll, z.B. /proc (bei mir laut Dateimanager 128 TB groß) komplett zu sichern? ;-)
Eben drum. Wenn man sich das komplette / zieht, nimmt man Sachen mit, die komplett unnötig (vielleicht beim Restore sogar schädlich :?: ) sind. Oder der Zustand von /sys und /run. Sagen nur was über den gegenwärtigen Zustand des Systems aus und sind absolut nicht "nachhaltig".
Ebenso swap: Da dürfte noch nicht mal ansatzweise was Reproduzierbares rauskommen.
Der Hauptunterschied zwischen etwas, was möglicherweise kaputtgehen könnte und etwas, was unmöglich kaputtgehen kann, besteht darin, dass sich bei allem, was unmöglich kaputtgehen kann, falls es doch kaputtgeht, normalerweise herausstellt, dass es unmöglich zerlegt oder repariert werden kann.
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Re: Gelöst: Backup von /

Beitrag von heisenberg » 17.06.2024 12:27:33

Ich sichere bei meinen Dateisicherungen üblicherweise alle Dateien aller Dateisysteme. Ein Ausschluß erfolgt bei mir für Pseudodateisysteme, Datenbankdateien (das wird bei mir via DB-Dumps erledigt), Swapdateien und ggf. ähnliches.

Gründe dafür:
  • Ich kann damit ein System 1:1 via Rescue-Linux wieder herstellen (auch wenn ich das üblicherweise nicht brauche).
  • Mitunter benutzen mehrere Personen ein System und manchmal werden Dateien irgendwo abgelegt, wo die vielleicht nicht hingehören.
  • In seltenen Fällen sind tätsächlich abseits der üblichen Pfade Systemänderungen, die ich gesichert haben möchte. Insofern ist die Sicherung von allem eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme.
  • Die zusätzliche Backupdatenmenge und -dauer erhöht sich dadurch zwar, aber mittels Deduplikation (-> BackupPC -> Borg) wird deswegen dann zumindest kein zusätzlicher Speicherplatz benötigt.
Den grundsätzlichen Denkansatz: Ich will ein Backup, also sichere ich mal alles so wie es ist, finde ich auch sinnvoll. Damit ist man auf der sicheren Seite. Wenn man neu ist, dann ist der einfache Weg imho gut. Es mag vielleicht redundant und manchmal zu viel des Guten sein. Aber hey: Liebe zu viel Backup als zu wenig.

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Re: Gelöst: Backup von /

Beitrag von ernohl » 17.06.2024 14:37:42

heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
17.06.2024 12:27:33
Den grundsätzlichen Denkansatz: Ich will ein Backup, also sichere ich mal alles so wie es ist, finde ich auch sinnvoll. Damit ist man auf der sicheren Seite. Wenn man neu ist, dann ist der einfache Weg imho gut.
Das bezweifele ich - gerade wenn man neu ist. Wo kann man ein Vollbackup als Newbie problemlos einspielen? Auf die ursprüngliche Hardware. Und wann benötigt man ein Vollbackup meistens? Nach einem Hardwaredefekt (meist Storage) - und dann hast du aber andere Hardware.

Ich plädiere für strikte Trennung von OS und Daten. Das macht v.a. die zielführende Datensicherung einfacher. Von mir aus mit 2 unabhängigen Voll-Backups.

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cosinus
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Re: Gelöst: Backup von /

Beitrag von cosinus » 17.06.2024 21:38:27

ernohl hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
17.06.2024 14:37:42
Das bezweifele ich - gerade wenn man neu ist. Wo kann man ein Vollbackup als Newbie problemlos einspielen?
Damit haben Laien immer ein Problem. Nach einem Systemcrash kommen die ohne fremde Hilfe dann nicht weiter.

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Re: Gelöst: Backup von /

Beitrag von ernohl » 17.06.2024 22:25:37

cosinus hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
17.06.2024 21:38:27
ernohl hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
17.06.2024 14:37:42
Das bezweifele ich - gerade wenn man neu ist. Wo kann man ein Vollbackup als Newbie problemlos einspielen?
Damit haben Laien immer ein Problem. Nach einem Systemcrash kommen die ohne fremde Hilfe dann nicht weiter.
Wer es schafft, sich eine eigene Datenpartition anzulegen und diese zu sichern, schafft auch einen Daten-Restore nach einem Crash. IMHO.

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Re: Gelöst: Backup von /

Beitrag von cosinus » 18.06.2024 00:54:49

ernohl hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
17.06.2024 22:25:37
Wer es schafft, sich eine eigene Datenpartition anzulegen und diese zu sichern, schafft auch einen Daten-Restore nach einem Crash. IMHO.
Kommt drauf an, von was für Laien man redet. Die allermeisten haben schon arge Probleme, einfach nur ein Betriebssystem über den stinknormalen Weg mit der ISO zu installieren.

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Re: Gelöst: Backup von /

Beitrag von Livingston » 18.06.2024 03:33:21

Jep!

Ich mache im privaten Umfeld [1] immer kräftig Werbung für Backups und helfe auch, das Ganze einzurichten.
Und ein paar Mal war es dann soweit: Disaster Recovery. Natürlich haben mich meine Freunde gefragt, was man jetzt zu tun hat, und natürlich habe ich dann am Ende auch das Recovery gemacht. Das wichtigste war in allen Fällen: Wir haben dokumentiert, was wir jeweils gesichert haben und womit das geschah.

Das halte ich für wesentlich wichtiger, als die Geschmacksfrage, ob man / oder nur Teile rettet. Wenn's nirgends niedergeschrieben/dokumentiert ist, wird's einem sowieso auf die Füße fallen oder zumindest Mehrarbeit verschaffen. Und wenn man es aufschreibt, dann tut man es bewusst, und überlegt sich dann auch, was man nicht braucht.
_____
[1] Soll nicht heißen, dass ich das beruflich ablehne :)
Der Hauptunterschied zwischen etwas, was möglicherweise kaputtgehen könnte und etwas, was unmöglich kaputtgehen kann, besteht darin, dass sich bei allem, was unmöglich kaputtgehen kann, falls es doch kaputtgeht, normalerweise herausstellt, dass es unmöglich zerlegt oder repariert werden kann.
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Re: Gelöst: Backup von /

Beitrag von schorsch_76 » 18.06.2024 04:01:04

Wenn ich nur Teile meines Systems sichere, spare ich Platz auf Kosten von im Notfall fehlender Informationen die in ausgesparten Bereichen liegen können.
Ein Vollbackup zu testen ist ist recht einfach möglich. Ein Teilbackup wird eher selten getestet ob es wirklich reicht.
In / liegen ca. 2-40Gb Daten je nach System und installierter Software. Die Daten sind in der Regel viel mehr und liegen in home oder Datenbank Partitionen.

Ein Backup ist nur dann ein richtiges Backup wenn es getestet wurde und das System wieder wie zur Erstellung des Backups ist.

My 2 Cent:
Aus meiner automatisch erstellten Sammlung aus btrfs snapshots der gesamten Systeme welche auf ein NAS gesichert werden (btrfs Send) läßt sich bei mir alles wieder herstellen. Jeder Container, jedes home, jede config in etc. Da die snapshots die Cow + Compress Funktionalität von btrfs nutzen ist der Speicherplatz auch optimal genutzt auf dem RAID des NAS. Das NAS sichert sich auch automatisch auf einen eigenen Backupspace inkl. Der Daten und seines Systems.

Das habe ich schmerzhaft lernen müssen und danach aber konsequent umgesetzt...

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Re: Gelöst: Backup von /

Beitrag von MSfree » 18.06.2024 08:54:09

Livingston hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
18.06.2024 03:33:21
Ich mache im privaten Umfeld...
...Das wichtigste war in allen Fällen: Wir haben dokumentiert
Da sprichst du zwei wirklich wichtige Punkte an.

Im privaten Umfeld kommt es überhaupt nicht darauf an, daß ein gecrashter Rechner innerhalb weniger Minuten wieder betriebsbereit ist. Wenn man erst zum übernächsten Wochenende den "Familienadmin" an die Hand bekommt, dann ist das halt so, und eventuelle Ersatzteilbeschaffung kann auch eine Woche dauern. Ich kenne auch keinen Privathaushalt mehr, in dem nur ein einziger PC vorhanden ist. Solange man auf einen Ersatzrechner ausweichen kann, um die fällige Steuererklärung einzureichen, ist alles OK. Wenn die Sichererungsstrategie dann auch noch dokumentiert ist, umso besser. Backups macht man im privaten Umfeld auch nicht, um gegen defekte Hardware geschützt zu sein, sondern, um gegen versehentliches Löschen/Überschreiben wichtiger Dateien geschützt zu sein. Daß man mit einem Backup auch gegen Hardwaredefekte abgesichert ist, ist ein gerne mitgenommener Nebeneffekt.

Im beruflichen Umfeld kann man dem Mitarbeiter, der auf seine Kiste angewiesen ist, nicht auf die nächste Woche vertrösten, da muß die Kiste möglichst schnell wieder laufen. Ein Vollbackup ist dann relativ schnell eingespielt und der Mitarbeiter kann wieder arbeiten.

Bei hochverfügbaren Systemen ist es sogar noch kritischer, da sollte alles innerhalb von wenigen Minuten wieder laufen. Darum nutzt man dort noch ganz andere Verfahren, Stichwort snapshotfähige Dateisysteme.

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Re: Gelöst: Backup von /

Beitrag von cosinus » 18.06.2024 09:27:00

Livingston hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
18.06.2024 03:33:21
Und ein paar Mal war es dann soweit: Disaster Recovery. Natürlich haben mich meine Freunde gefragt, was man jetzt zu tun hat, und natürlich habe ich dann am Ende auch das Recovery gemacht. Das wichtigste war in allen Fällen: Wir haben dokumentiert, was wir jeweils gesichert haben und womit das geschah.
Einen ähnlichen Fall hatte ich bzw. mein Vater erst letzte Woche Zum Glück war das letzte Backup nicht lange her (31.05.2024) und es kamen keine relevanten Änderungen danach.
Das Backup erstelle ich auf seinem Windows-11-Notebook mit Drivesnapshot, mache da also eher aus Faulheit ein komplettes Image. Als das alte Notebook ausfiel hab ich aber bloß das neue normal/manuell neu installiert mit allen relevanten Programmen und zum Schluss die Daten aus dem Image selektiv zurückkopiert.

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Re: Gelöst: Backup von /

Beitrag von heisenberg » 18.06.2024 12:30:27

Die für mich wesentlichen Fragen bei dem Thema Datensicherung im Heimbereich sind für mich.
  1. Wie sind die Fähigkeiten desjenigen, der das Backup nutzt? Bzw. Hat dieser jemand einen Profi an der Hand, der unterstützen kann?
  2. Was ist das Ziel?
zu a) Fähigkeiten des Nutzers / Unterstützung durch Profi

Das ist der ganz große Punkt. Wenn jemand neu in Linux ist oder wenig Erfahrungen / Fähigkeiten hat, dann braucht man sich da über perfekte Sicherungsstrategien überhaupt keinen Kopf zu machen. Da ist dann mMn die oberste Priorität, dass die gewählte Lösung handhabbar ist. Wenn da ein Profi ist, der sich auskennt, dann kann diese Person etwas einrichten, was sehr einfach benutzbar ist, z. B. ein einfaches Backup auf einer USB-Platte, die z. B. nur bei Bedarf angeschlossen wird und sehr simple zu begreifen ist. Ich hatte vor vielen Jahren, als ich noch für manche die PCs gewartet hatte dann eine externe USB-Platte genommen. Dort waren dann Ordner drauf mit den Namen "gestern, vorgestern, vor 3 Tagen, ..." die verschiedene Sicherungssätze enthielten. Das Backup - in dem Fall ein reines Datenbackup - lief dann entweder automatisch oder auf Klick nach dem manuellen anschalten bzw. anschließen der Platte. Wenn kein Profi dabei ist, braucht es halt noch eine viel einfachere Lösung, die dann man meisst in irgendwelchen GUI-Programmen oder Cloud-Services liegen kann, wenn man die denn möchte.

Ich habe da durchaus auch Geschichten gehört, wo sich Leute schlicht ein neues Gerät gekauft haben, weil das alte nicht mehr richtig funktioniert hat. Also sprich wenn das Windows zu langsam war: Keine Chance, so etwas wie Neuinstallation zu schaffen. Techniker zu teuer -> neu gekauft. Mir scheint, dieses Problem mit den nicht vorhandenen bzw. sehr niedrigen Fähigkeiten vergessen hier so einige.

Im vorliegenden Fall ist die Verschlüsselung mit Veracrypt eine deutliche Zusatzhürde.

zu b) Was ist das Ziel?

Da gibt's grundsätzlich zwei verschiedene Ziele die man haben kann:
  1. Schnappschuss vom System: Man möchte sein System wenn es kaputt ist, wieder einfach in den gangbaren Zustand bringen.
  2. Sicherung der eigenen Daten: Man möchte kontinuierlich seine persönlichen wichtigen Daten sichern
Weitere Gedanken dazu

Idealerweise möchte der User beides zusammen haben. Soweit ich weiß gab es da unter Windows käuflich verfügbare Lösungen, die das auch gemacht haben. Also Festplattenabbilder die inkrementell aus dem laufenden Betrieb heraus erstellt werden können.

Ich hatte da auch schon mal so etwas gebastelt, wie eine Linux-Boot-CD/DVD, die dann einfach automatisiert per partimage den Grundzustand wieder hergestellt hat. Das war für die meisten noch handhabbar. Also so ähnlich wie die "DriveImage" - Variante: von CD booten. Backup oder Restore durchführen fertig.

Aktuell übernehme ich keinerlei Computer-Support mehr für irgendjemanden. Insofern überlege ich vor allem in die Richtung, wie die Menschen sich selbst helfen können und was ich diesen denn raten kann.

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Re: Gelöst: Backup von /

Beitrag von cosinus » 18.06.2024 13:00:26

heisenberg hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
18.06.2024 12:30:27
Schnappschuss vom System: Man möchte sein System wenn es kaputt ist, wieder einfach in den gangbaren Zustand bringen.
Das haben die OEMs doch schon lange gelöst oder nicht?
Wie lange gibt es jetzt schon bei Desktops und Notebooks mit vorinstalliertem Windows keine CD/DVD mehr dazu? Es wurde doch schon Anfang der 2000er Jahre Usus, keine optischen Medien mehr beizulegen sondern stattdessen eine Recoverypartition anzulegen. Damit sollte der Anwender wenn Windows kaputt ist in den OEM-Werkszustand rückversetzen können (mit all den vorinstallierten Schweinereien, aber das ist ein anderes Thema :roll: )
Beim ersten Start wurde man idR aufgefordert sich selbst Recovery-CDs oder DVDs zu brennen. Das haben sehr viele Nutzer einfach ignoriert und standen dann doof da wenn die Platte defekt war oder Windows und auch die recoveryoption nicht ging. Die unglaubliche Hilflosigkeit war also oft hausgemacht durch Ignoranz.

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Re: Gelöst: Backup von /

Beitrag von ernohl » 18.06.2024 15:52:26

cosinus hat geschrieben: ↑ zum Beitrag ↑
18.06.2024 09:27:00
und zum Schluss die Daten aus dem Image selektiv zurückkopiert.
Genau das ist eine Sch...-Arbeit und deshalb predige ich für eine separate Datenpartition - vorzugsweise auf einer 2. HD.
Ich hatte bei meinem persönlichen Rechner schon beide Szenarien (Ausfall der Boot-/OS-HD und Ausfall der Daten-HD). Beide Male war das Recovery (OS-Neuinstallation bzw. Restore vom Backup) mit gleichzeitigem Umstieg auf SSD ein Klacks.

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