Der Weg zur 3. Version der GNU General Public License

Neuigkeiten rund um GNU/Linux
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BeS
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Der Weg zur 3. Version der GNU General Public License

Beitrag von BeS » 16.01.2006 18:38:44

Es ist soweit. Heute wurde der erste Entwurf der GPLv3 veröffentlicht.
Alle weiteren Infos: http://gplv3.fsf.org/

Weitere Informationen auf der Seite der FSFE:
http://www.fsfeurope.org/projects/gplv3/
Zuletzt geändert von BeS am 17.06.2007 02:50:17, insgesamt 3-mal geändert.
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peschmae
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Beitrag von peschmae » 16.01.2006 19:51:54

Wow, das ist ja ein langes Dokument geworden :D

Find ich soweit schon mal ganz gelungen.

MfG Peschmä
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Dragorf
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Beitrag von Dragorf » 17.01.2006 20:41:22

ich bin mal gespannt wie mit den heißen eisen DRM umgegangen wird, da ja linux immer mehr in set top boxen und anderen kleinen geräten eingesetzt wird. und wenn da durch digitales fernsehen auch digitale fesseln kommen, könnte das heikel werden.
verbreitet sich aber die gplv3 zu stark bevor die "content" industrie richtig zuschlagen kann, stelle ich mir das aber recht lustig vor ;)
eine andere möglichkeit wäre es, dass die industrie parrallel die gplv2 software weiterentwickelt...
ich bin gespannt

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startx
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Beitrag von startx » 26.01.2006 19:03:29

jetzt hat sich auch torvalds dazu geäußert, wie ich schon erwartet
hatte (leider ) negativ.

überraschend ist das ja nicht, aber ich muss sagen ich finde es gur das stallmann
das angepackt hat, die diskussion um DRM ist viel zu lange hinausgeschoben worden.
was mich an torvalds besonders nervt ist sein "das werde ich nicht machen" anstatt sich
an der diskussion zu beteiligen.

ich hoffe nur dass nicht wie damals bei der desaströsen bitkeeper entscheidung wieder zuviele ehrfürchtig hinter ihm hertrotten.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/68871

und wie schon seit längerem habe ich zunehmend zweifel daran, dass das
noch lange gut geht. evtl wird es ind er kernelentwicklung bald mal richtig krachen.
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Meillo
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Beitrag von Meillo » 26.01.2006 19:09:31

... und wo steht was sich im Vergleich zu v2 verändert hat?
[edit]hab schon selbst was gefunden

--
startx hat geschrieben:... und wie schon seit längerem habe ich zunehmend zweifel daran, dass das noch lange gut geht. evtl wird es ind er kernelentwicklung bald mal richtig krachen.
... dann gibt's ja noch Hurd :D
*SCNR*
Zuletzt geändert von Meillo am 26.01.2006 19:13:24, insgesamt 1-mal geändert.
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startx
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Beitrag von startx » 26.01.2006 19:11:19

wie du an meiner signatur sehen kannst ist mir das bekannt ;)
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puntarenas
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Beitrag von puntarenas » 26.01.2006 19:15:33

Naja, mittlerweile ist man ja fast daran gewöhnt, daß der Meister sich zu Wort meldet und erst anschließend beginnt, nachzudenken.

Wo er das mit der Veröffentlichungspflicht für PrivateKeys herhat,mit der er seine Ablehnung ja primär begründet, ist mir wirklich schleierhaft. Vermutlich hat er die Klausel bezüglich DRM und in diesem Zusammenhang signierter Software falsch verstanden oder verstehen wollen.

Leider ist die LKML momentan überlastet, aber als ich seine Mail heute Mittag kurz überflogen habe, bin ich mal wieder vom Glauben abgefallen.

Es tut einfach weh, wenn sich herausstellt daß ein großes Idol eben auch nur ein Mensch ist und bei Linus Torvalds menschelt es mitunter besonders gewaltig.

Nur meine Meinung, ich möchte keine "religiösen Gefühle" verletzen
puntarenas

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Beitrag von startx » 26.01.2006 19:47:12

wenn sich herausstellt daß ein großes Idol eben auch nur ein Mensch ist und bei Linus Torvalds menschelt es mitunter besonders gewaltig.
zum glück war torvalds nie mein idol, dann schon eher alan cox ;) aber für religiöse gefühle hats da auch nie gereicht :)
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Beitrag von peschmae » 26.01.2006 20:45:45

Also die DRM Klauseln erschienen mir ehrlich gesagt auch nicht soo klar und wasserdicht. (Nur mein Eindruck beim durchlesen - eventuell wenn man das jetzt auseinandernimmt kommt dann schon das raus was man will...)

Im Gegensatz zum Patentteil - der ist imo schon sehr gut durchdacht und ausgewogen.

MfG Peschmä
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Beitrag von Hafner » 26.01.2006 21:16:18

Was waren laut Torvalds gleich nochmal alle Gnome-Nutzer?
Naja, der Gute hat so seine Probleme. Man kann eben nicht überall genial sein.

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puntarenas
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Beitrag von puntarenas » 26.01.2006 21:19:02

Funktionsnutten ... ah, neee - das waren ja die KDE-Entwickler

Edit: Aber schön, was er immer mal wieder für anregende Diskussionen lostritt

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BeS
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Beitrag von BeS » 26.01.2006 23:09:37

Hallo,
erstmal zwei Interessante Interviews zur GPLv3:

Stallman
Moglen

Zu Linus: Ich kann ihn manchmal einfach nicht verstehen. Er sagt von sich selber das er "nur" der Ingenieur ist. Aber wenn er sich selber so einschätzt, warum muß er dann immer wieder unüberlegte und unbegründete Kommentare zu Lizenzen und ähnlichem los lassen?
Etwas mehr Zurückhaltung oder Beschäftigung mit dem Thema bevor man sich zu Wort meldet wäre manchmal schon nicht schlecht.

Für mich hat die lizenzierung von Linux ein entscheidendes Problem. Linux sitzt für immer auf der GPLv2 fest. Vielleicht ist es jetzt nicht notwendig auf die GPLv3 zu wechseln. Aber was ist in 5, 10 oder 15 Jahren? Gesetze und Technik ändern sich und niemand kann garantieren, dass die GPLv2 in Zukunft immer ihren Zweck (technisch) erfüllen wird und ob sie immer legal und juristisch lückenlos sein wird.
Ein so wichtiges Stück Software sollte meiner Meinung nach zur eigenen Sicherheit entweder die upgrade Klausel der Lizenz beinhalten oder das Copyright sollte auf eine Person/Organisation konzentriert sein, so dass man immer handlungsfähig bleibt.
Aber ich denke diese Entscheidung (keine upgrade Klausel + keine zentrale Copyright Verwaltung) ist ein schönes Beispiel für den Ingenieur Linus, der sich nicht oder nur wenig mit Lizenzen und den langfristigen Folgen von Entscheidungen beschäftigt.
Ich habe absolut nichts gegen Linus, er hat großartiges geleistet. Aber ich denke dafür das er "nur" Ingenieur sein will hat er zuviel Einfluß in der Community und auf die Community.
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Hackmeck
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Beitrag von Hackmeck » 27.01.2006 03:48:06

Fefe dazu:
Linus dreht frei: Der Kernel wird nicht GPLv3, weil er da seine privaten Schlüssel offenlegen müßte. Das ist natürlich Blödsinn. Die GPLv3 will nicht seinen Schlüssel, sondern den DRM-Schlüssel. Gemeint ist ein System wie Authenticode von MS. Wenn Microsoft meine GPLv3-Software nimmt und in die X-Box integriert, aber das im Endsystem nur läuft, wenn es von MS digital signiert ist, dann fordert die GPLv3 die Freigabe des Signaturschlüssels dafür. Das ist eine Selbstverteidigung der GPL, kein "ihr müßt eure PGP-Schlüssel veröffentlichen". Der Kernel läuft auch sehr gut ohne Signaturen.
Quelle: http://blog.fefe.de/?ts=bd263c5a

Meine Frage bezüglich der DRM-Klausel: Gibt es schon irgendwo offenen, GPL-lizenzierten Code, der DRM-Beschränkungen unterliegt - und wie soll das funktionieren? Eine Routine im Sourcecode, die überprüft, ob man einen bestimmten Key besitzt, um die aus dem Code gewonnene Binärdatei auszuführen, könnte man doch einfach entfernen. Oder verstehe ich da irgendwas grundsätzlich falsch?

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Beitrag von startx » 27.01.2006 07:57:06

um die aus dem Code gewonnene Binärdatei auszuführen, könnte man doch einfach entfernen.
genau das ist der punkt: damit drm so funktioniert müssten im quellcode binäre oder wie auch immer codierte teile enthalten sein, die nicht frei oder offen sein können, sonst wäre drm ad absurdum geführt. genau so etwas hält stallmann aber für inkompatibel mit der gpl und will das ausdrücklich in der version 3 klarstellen.

viele meinen dass das auch so für die version 2 gilt, nur halt nicht namentlich erwähnt ist, weil es 1991 noch kein drm gab. in grunde ist die diskussion so neu nicht, denn sie ist vergleichbar mit der frage, ob gpl code an nicht freien code gebunden sein darf. eben nicht, sagt die gpl2 da auch schon.
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Beitrag von Hackmeck » 27.01.2006 09:56:04

Bei heute.de gibt es jetzt auch einen Artikel dazu:

http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/2/0 ... 14,00.html

Da wird aber einiges durcheinandergeschmissen.

1. Wehrt sich Linus nicht gegen eine "Neudefinition Freier Software". DRM widerspricht einfach dem Prinzip Freier Software und dass DRM nun ausdrücklich verboten werden soll, ist sicher keine Neudefinition Freier Software
2. Der Artikel macht den Eindruck die FSF hätte die GPLv3 nur für den Linuxkernel entwickelt. Als gäbe es sonst keine GPL-Software ...
3. Normalerweise wird Linux geschrieben, wenn GNU/Linux gemeint ist. In diesem Artikel wird konsequent "GNU/Linux" geschrieben, obwohl der Linuxkernel gemeint ist.
Zuletzt geändert von Hackmeck am 28.01.2006 12:04:30, insgesamt 1-mal geändert.

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